VfB Lübeck feiert in Wolfsburg den Sieg. Foto: Fishing4/Krause
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Lübeck – Nach dem Meinungsbild der Regionalligisten vom Donnerstag setzte der VfB Lübeck ein Zeichen und bekräftigte am Freitagabend seine Planungen für die 3. Liga. In der Konferenz wurden alle Vereine befragt, wie sie sich die Zukunft der Saison vorstellen. Eines sollte klar sein: die Saison wird nicht zu Ende geführt und Lübeck ist Meister.

Kader für die 3. Liga wird zusammengestellt

In einer Stellungnahme der Grün-Weißen heißt es: „Der Norddeutsche Fußballverband hat in seiner heutigen Pressemitteilung über die gestrige Videokonferenz, das dabei ermittelte vorläufige Meinungsbild der Vereine und die weitere Verfahrensweise berichtet. Von unserer Seite ist lediglich zu ergänzen, dass im Zuge der gestrigen Meinungsbildung offenbar der rechtliche Rahmen, in dem wir uns bewegen, noch nicht hinreichend deutlich geworden ist. Bei Abbruch der Saison kann die Regionalliga Nord einen Aufsteiger nur dann benennen, wenn die Saison gewertet wird. Nach allen denkbaren objektiven und rechtlich vertretbaren Wertungskriterien kann der Aufsteiger nur VfB Lübeck heißen. Wir werden vor diesem Hintergrund unsere Planungen für die 3. Liga konsequent vorantreiben. Dies bedeutet, dass wir die bereits begonnenen infrastrukturellen Maßnahmen am Stadion, die für den Spielbetrieb in der 3. Liga erforderlich sind, fortsetzen und bis zum 30. Juni 2020 beenden werden. Darüber hinaus werden wir in den kommenden Wochen unseren Kader für die 3. Liga zusammenstellen.“

„Ich habe empfohlen die Mannschaft in den Urlaub zu schicken“

HL-SPORTS hakte bei VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra nach. Er unterstrich die Stellungnahme und fügte hinzu: „Ich habe am Freitagabend vor der Mannschaft gesprochen und wir werden uns ab jetzt konsequent auf die 3. Liga vorbereiten. Die Jungs nimmt das natürlich mit und sie trainieren für was genau? Die Saison ist noch nicht offiziell beendet, aber nach der Meinung von Donnerstag ist das nur eine Frage des Verbandsbeschlusses. Der Sportlichen Leitung habe ich empfohlen, die Mannschaft in den Urlaub zu schicken. Ich sehe keinen Sinn darin, sie auf ein niemals stattfindendes Relegationsspiel vorzubereiten. Entscheiden tut das aber das Trainerteam und die Sportliche Leitung.“

VfB-Vorstand Thomas Schikorra. Foto: sr

Wolfsburgs Nachholspiel würde nichts ändern

Der VfL Wolfsburg II ist hinter dem VfB Lübeck Tabellenzweiter, hat zwar ein Spiel weniger auf dem Konto, jedoch auch fünf Punkte Rückstand. Selbst mit einem Sieg im Nahholspiel wären die Niedersachsen nicht einmal gleichauf mit dem Spitzenreiter. Die Saison pausiert seit dem 13. März. Das sind nun mehr als zwei Monate und wann überhaupt gespielt werden dürfte, ist absolut unklar. Die Wolfsburger brachten den Vorschlag ein gegen die Lübecker ein oder zwei Entscheidungsspiele um den Aufstieg zu bestreiten.

Bei Abbruch ist doch alles klar, eigentlich…

Erster ist der VfB Lübeck und damit Meister und Aufsteiger, egal welche Konstellation gerechnet wird. Wird die Saison nicht weitergeführt, kann es letztlich keine weitere Partie nach so einer langen Pause geben. Es wäre zudem nur ein Vorteil für die Wolfsburger, denn nur Lübeck könnte sich verschlechtern. Welchen nutzen hätte der Meister von seiner Idee.

Lübecks Ahmet Arslan triftt zum zwischenzeitlichen Ausgleich in Wolfsburg. Foto: Fishing4/Krause

Rot-Weiße im Westen auf ähnlichem Trip

In der Regionalliga West gab es so einen ähnlichen Vorschlag. Tabellenführer SV Rödinghausen meldete nicht für die 3. Liga. Der SC Verl als Zweitplatzierter wäre also dabei. Die Rot-Weißen aus Essen und Oberhausen schlugen nun ein Spiel zwischen sich vor, um dann noch einmal gegen Verl zu spielen… Dann kann man auch die ganze Saison zu Ende spielen.

Verband will nicht vor Ende Juni entscheiden

Der Norddeutsche Fußballverband (NFV) sitzt das Thema für sich anscheinend aus und hatte angekündigt nicht vor Ende Juni eine Entscheidung zu fällen. Dann wäre die fußballlose Zeit auf mehr als drei Monate andauern in der Regionalliga. Und dann noch könnte es noch ein Entscheidungsspiel zwischen Lübeck und Wolfsburg II geben?

Drittligisten im künstlichen Wartemodus

Die 3. Liga schiebt aktuell einen Re-Start-Termin vor dem nächsten vor sich her. Das zieht sich und am Freitag meldete der Deutsche Fußball Bund (DFB), dass „weiterhin keine politische und übergeordnete behördliche Freigabe für die Wiederaufnahme des Spielbetriebs der 3. Liga vorliegt“. Und weiter: „Vor diesem Hintergrund ist der DFB-Spielausschuss zum Ergebnis gekommen, dass der 26. Mai als ursprünglich vorgesehener Termin für den Wiedereinstieg in die laufende Saison nicht mehr möglich ist. Der Zeitpunkt der Wiederaufnahme der Saison in der 3. Liga könnte daher sehr kurz nach dem 26. Mai liegen. Auch mit dem Szenario, dass gegebenenfalls reguläre Spieltage der 3. Liga über den 30. Juni hinaus durchgeführt werden müssen, beschäftigt sich der DFB in Anbetracht der noch offenen politischen Beschlusslage. Die 3. Liga hat noch elf Spieltage zu absolvieren.“

Leere Ränge im Ostseestadion. Foto: objectivo/Krause

Es kommt noch dicker…

Zudem scheint es so, dass sich einige Drittligisten mit Händen und Füßen gegen eine Saisonfortsetzung wehren. Waldhof Mannheim hatte bisher noch keine der beiden Corona-Testreihen durchgeführt. Der DFB untersagte ihnen deswegen das Mannschaftstraining. Der Aufsteiger steht aktuell auf Rang zwei und gehört zu der Fraktion, die einen Saisonabbruch fordern. Schlusslicht FC Carl Zeiss Jena ist ebenfalls für ein sofortiges Saisonende und schlägt dagegen eine Erweiterung der 3. Liga auf 24 Teams vor. 1. FC Magdeburg, Hallescher FC und FSV Zwickau sind auf der gleichen Linie. Ihre Landesverbände (Thüringen und Sachsen) wollen einen dementsprechenden Antrag beim DFB-Bundestag am 25. Mai einbringen. Der Saarländische Fußballverband (SFV) kommt mit einem anderen Antrag. Er möchte eine zweigeteilte 3. Liga mit Nord- und Süd-Staffel. Allerdings könnte es hier zu organisatorischen Schwierigkeiten kommen. Zudem gefällt vielen Drittligisten diese Idee gar nicht. Es würden sich dann 36 Clubs, statt aktuell 20 die TV-Prämien teilen, die sich aktuell pro Club auf etwa 850.000 Euro belaufen. Da bliebe womöglich nur noch rund die Hälfte davon für jeden einzelnen über.

Gar keine Aufsteiger aus 4. Liga?

Einigt man sich nicht irgendwie könnte es am Ende vielleicht auf allen Seiten zu Verlieren kommen. Keine Absteiger und keine Aufsteiger aus der Regionalliga. Das wäre ein Schlag ins Gesicht für den VfB Lübeck, Türkgücü München (hat neun Punkte Vorsprung in der Regionalliga Bayern), den Nordostvertreter (VSG Altglienicke ist hier Tabellenführer, hat aber ein Spiel mehr als der punktgleiche 1. FC Lok Leipzig) oder 1. FC Saarbrücken (Spitzenreiter im Südwesten mit sechs Zählern vorne) und natürlich dem „West-Trio“…

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