Tobias Drever, Boris Hoffmann und Eddy Münch bei der Ehrung zum Schiedsrichter des Jahres. Foto: LS
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Lübeck – Der vergangene Sonnabend gehörte in Lübeck wieder den Unparteiischen. Die Schiedsrichter feierten ihren Jahresabschluss. Dieses Mal lud Tobias Drever die rund 200 Gäste in das Vereinsheim von Lübeck 1876 ein. Unter ihnen waren wieder viele Ehrengäste, die von DFB- bis Kreisebene gestreut waren.

Drever, Rosenthal und Roppelt bilden neue Spitze

Drever beerbte Mitte im vergangenen Sommer Boris Hoffmann als Kreisschiedsrichterobmann (KSO), der nach 15 Jahren Vorsitz der Lübecker Schiedsrichter und weiteren acht Jahren in der Hansestadt im Vorstand des Kreisfußballverbandes (KFV) in den Landesverband (SHFV) wechselte und dort im Schiedsrichterausschuss sitzt. Beide führten zusammen mit Max Rosenthal und Alexander Roppelt (stellvertretende KSO) durch den Abend. Dabei wurde klar, dass Drever & Co. würdige Nachfolger sind und genau verstehen worauf es ankommt. Menschlichkeit, Kameradschaft und Blick für das Große und Ganze.

Rund 200 Teilnehmer und Gäste waren eim Abschluss der Lübecker Schiedsrichter dabei. Foto: LS

Rafati, Harkam, Schröder und Hoffmann

Grußworte von bekannten Referees aus der ganzen Welt wurden per Videobotschaft auf die Leinwand gestreamt. Darunter waren auch Babak Rafati und Alexander Harkam, die schon die Lübecker Gastfreundschaft in den vergangenen Jahren genießen durften. Im Saal sorgte Hoffmann für Raunen, als er den Bundesliga-Schiri Robert Schröder vorstellte. Der 34-jährige Hannoveraner sprach vor den Gästen über den Video-Assistenten und klärte auf, machte Werbung für „mehr Gerechtigkeit“. In Begleitung seiner Ehefrau Sina Kühn, die selbst unter der Ostholsteinerin Mirka Derlin in der Frauen-Bundesliga assistiert wurde er zum Schluss seines Vortrags mit tosendem Beifall bejubelt. Beide waren für die Nachwuchs-Schiris zum Anfassen, plauderten mit ihnen und ließen Erinnerungsfotos schießen. Der Kontakt zu Schröder ist über den Travemünder Patrick Schwengers entstanden, der bei dem 34-Jährigen als Assistent in der 2. Bundesliga mitfuhr. „Ich habe mich sehr über die Einladung gefreut. Die Veranstaltung war top organisiert und ich kann nur ein Kompliment aussprechen, hoffe Mal wieder eingeladen zu werden. Ich bin schon öfter auf Lehrabenden und anderen Veranstaltungen, aber das ist schon ein besonderer Rahmen – sowohl von der Anzahl der Teilnehmer als auch vom organisatorischen. Das war top“, so Schröder, der zum Videobeweis eine positive Meinung vertritt und dazu sagte: „Der Videobeweis klaut keine Emotionen, sondern er dupliziert diese eher. Ein Beispiel wäre, wenn ein Tor fällt und die Fans jubeln. Dann kommt ein Moment, wo der Treffer überprüft wird und dann gibt es noch einen zweiten Jubel. Oder Jubel über eine gerechte Rote Karte, die der Schiedsrichter nicht gesehen hat. Auch das führt zu Emotionen. Es gibt auch negative, die der Videobeweis auslöst und auch das sind Emotionen. Ich sehe das nicht so, dass der Videobeweis dem Fußball die Emotionen klaut sehe ich nicht so.“

Tobias Drever und Bundesliga-Schiedsrichter Robert Schröder beim Abschlusslehrabend in Lübeck. Foto: LS

Überraschungsgast Eddy Münch

Hoffmann selbst wurde gleich zweimal überrascht, denn sein Mentor Eddy Münch ließ es sich nehmen, nicht nur vorab eine Videobotschaft zusammen mit HSV-Idol Uwe Seeler zu senden, sondern selbst dem Abend beizuwohnen. Hoffmann wusste von diesem Besuch bis zur Veranstaltung nichts. Der 74-Jährige erzählte von den Anfangszeiten des Lübecker „Schiri-Vaters“ und auch eine Menge mehr. Zudem ehrte er Hoffmann, der zum ersten Mal den Preis „Schiedsrichter des Jahres“ erhielt. Er sagte danach: „Es waren 23 aufregende Jahre, wo viele Schiedsrichter nach vorne gebracht wurden, viele Vereine ins Boot bekommen und viel Verständnis für die Schiedsrichter erreicht und die Kommunikation zwischen Vereinen und Schiedsrichtern verbessert. Das war immer mein Ziel und ich denke Lübeck muss sich nicht verstecken. Wir sind mittlerweile in der 2. Bundesliga vertreten, darunter komplett und im Frauen-Bereich sind wir richtig stark mit Franzi Wildfeuer und Anna-Lena Heidenreich, beide vom VfB Lübeck, Sylvia Peters vom TSV Siems als Assistentin, Levke Scholz in der 2. Liga und ich könnte noch viel mehr aufzählen. Ich bin sehr stolz, auch wie der ganze Abend verlaufen ist und ich bin nicht traurig und schon gar nicht aus der Welt. Es geht weiter und mache noch ein bisschen im Hintergrund mit und ich denke, ich habe ein gutes Team hinterlassen, die wirklich sehr gute Arbeit machen.“

Siggi Scheler, Levke Scholz, Tim Dürrmann erhielten von Norbert Richter die Auszeichnung „Danke Schiri“. Foto: LS

Danke Schiri!

Die Aktion „Danke Schiri“, des Deutschen Fußball Bundes (DFB), war ein weiteres Highlight des Abends. Hier wurden Levke Scholz, Tim Dürrmann und Siggi Scheler ausgezeichnet. SHFV-Schiedsrichter-Lehrwart nahm die Ehrungen vor und lobte Hoffmann zusätzlich für seine Arbeit. Dazu zog er Parallelen zwischen sich und Drever, den er für den richtigen Mann im Kreis hervortat.

Martin Redetzki-Gedächtnis-Cup als Highlight des Winters

In der kommenden Woche sind die Lübecker Schiedsrichter wieder im Mittelpunkt. Dann steht der Martin-Redetzki-Gedächtnis-Cup (5. Januar 2020 ab an. „Es ist die 7. Auflage und ich bin das erste Mal richtig dabei. Wir freuen uns die besten Mannschaften aus der Region zu präsentieren, auf spannende Spiele und viele Tore. Wir wollen mit dem Turnier an Martin Redetzki erinnern, der für den VfB Lübeck pfiff, ein großartiger Typ war und viel für die Lübecker Schiedsrichter getan hat.“

Gegen Mitternacht löste sich die repräsentative Veranstaltung für den Lübecker Sport auf und eines ist klar: Die Gäste und Schiedsrichter freuen sich schon auf das nächste Event von Drever und Co. Und auch Hoffmann wird sicherlich dabei sein…