Eichholz II beendet Zarpen-Serie – Krummesse setzt ein Ausrufezeichen

Der Krummesser SV feierte einen Achtungserfolg nach zuletzt schwierigen Wochen. Foto: KSV/o.H.
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Lübeck – In der Kreisliga Süd ging es am Wochenende wieder ordentlich ab. Am Sonntag stand das Topspiel im Otto-Dechert-Stadion im Fokus, das gleich acht Treffer bot. Zudem gab es ein bitteres Ende für Fortuna St. Jürgen, das nun ans Tabellenende abrutschte. Dies lag auch daran, dass Aufsteiger Krummesse sich beeindruckend zurückmeldete. Außerdem feierte auch Siebenbäumen einen Erfolg, bei dem ein Dreierpacker zum Helden wurde.

Fortuna St. Jürgen – SG Breitenfelde/Mölln 3:3 (1:1)

Der SV Fortuna St. Jürgen zeigte zuletzt zweimal gegen Aufstiegsfavoriten gute Auftritte. Die Leistung stimmte, doch die Punkte blieben gegen Travemünde (0:1) und Eichholz II (2:5) eben aus. Nun sollte es zu Hause auch mal etwas Zählbares geben, doch zu Gast war die SG Breitenfelde/Mölln, die in der Vorwoche die Negativserie mit einem 5:2-Heimerfolg gegen die SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg beendete. Nun wollte diese nachlegen, sodass zwei hochmotivierte Mannschaften aufeinandertrafen. Die Fortuna startete gut in die Partie, denn Dominik Schaarschmidt (15.) traf zur Führung. Schnell sollte es allerdings auf der anderen Seite die Antwort durch Philipp Reimann (20.) geben. St. Jürgens Nikolay Frech sagte: „Wir kommen gut in die Partie und gehen nach rund 15 Minuten mit 1:0 in Führung. Leider kassieren wir kurz darauf den Ausgleich, der uns etwas aus dem Spiel bringt. In der Folge hat Breitenfelde/Mölln mehr vom Spiel und wir gehen mit einem 1:1 in die Halbzeit. Nach der Pause kommen wir richtig stark aus der Kabine. Wir erzielen das vermeintliche 2:1, das dann unter kuriosen Umständen vom Schiedsrichtergespann zurückgenommen wird. Davon lassen wir uns aber nicht beeindrucken und machen wenig später erneut das 2:1. Kurz darauf legen wir sogar das 3:1 nach.“ Sharif Wahed (58.) und Rasmus Rieder (68.) trafen.

Nur eine Minute nach dem dritten Heimtor sollte allerdings die Antwort für die Fortuna durch Henrik Timm (69.) gelingen, der mit einem Sonntagsschuss traf. So war es nur ein knapper Vorsprung für die Heimelf und es sollte nicht einfacher werden: „Durch eine Verletzung und unser bereits ausgeschöpftes Wechselkontingent müssen wir die Partie ab der 75. Minute zudem in Unterzahl zu Ende spielen. Wir kämpfen uns trotzdem durch und verteidigen lange Zeit die Führung. Umso bitterer ist es, dass wir in der 95. Minute noch den Ausgleich zum 3:3 kassieren und am Ende nur mit einem statt mit drei Punkten dastehen. Gerade wenn man unten drinsteht, tut so ein später Gegentreffer natürlich besonders weh. Trotzdem müssen wir das jetzt abhaken. Nächste Woche haben wir die nächste Chance, drei Punkte zu holen – und genau darauf liegt unser Fokus.“ Maik Schefer (93.) wurde zum Helden der SG, sodass man doch noch einen Punkt mit nach Hause nahm. Coach Arne Riewe sagte: „Am Ende dürfen wir uns über einen Punkt freuen gegen eine sehr engagierte Mannschaft, die weiß damit umzugehen unten gerade zu kämpfen. Wir nehmen wenig den Kampf an aber belohnen uns trotzdem zum 1:1 Trotzdem verpennen wir eine schläfrige Defensive vom Gegner und ziehen daraus keine Früchte. Zweite Halbzeit brauchen wir dann 35 Minuten um wach, heiß und fokussiert zu sein und machen dann auch zwei Tore, aber wenn wir verlieren, dürfen wir nicht verwundert sein.“

TSV Zarpen – Eichholzer SV II 3:5 (1:3)

Es war das Topspiel am neunten Spieltag in der Kreisliga Süd. Tabellenführer TSV Zarpen empfing den Verfolger und Zweitplatzierten Eichholzer SV II. Dieses Duell versprach einiges, denn die letzte ungeschlagene Mannschaft forderte den Top-Favoriten auf, der es zudem als Letztes überhaupt schaffte, in Zarpen zu gewinnen. Dies war allerdings über ein Jahr her, denn am 4. Mai 2025 gab es ein 2:1. Nun nahmen sich die Lübecker vor, diese Serie auch wieder zu beenden, doch schon in der Spielvorbereitung gab es Rückschläge. Tom Meier brach sich die Hand im Training und am Freitag im Abschlusstraining verletzte sich auch Torjäger Niklas Hamer am Rücken. Beide fielen somit für das Spitzenspiel aus. Stattdessen gab es hochkarätigen Ersatz aus dem Landesligakader, denn Yasin Varol unterstützte die Zweite. Zarpen musste erneut auf Lucas Pohl verzichten. Zarpen nahm sich viel vor, doch ging nicht zu viel Risiko. Es war eine Anfangsphase, die sich überwiegend im Mittelfeld abspielte. Zarpens Trainer Tobias Clasen sagte: „Wir sind in der ersten Halbzeit die ersten 20 Minuten wirklich gut drin und pennen dann leider bei einem Einwurf.“ Maik Germann (18.) brachte Eichholz in Führung. Die Antwort folgte prompt durch Luca Rohr (20.) zum Ausgleich. „Wir sind nach dem 1:1 griffig drin, müssen in drei, vier Situationen das 2:1 machen“, sagte Clasen. Gästekeeper Lasse Borkenhagen ragte nun heraus und bewahrte sein Team vor dem Rückstand.

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Eichholz war vorne eiskalt. Hier traf Magnus Breitung zum 3:1. Foto: Andreas Schock/Eichholzer SV

Statt dem nicht unverdienten Führungstor für Zarpen sollte dann allerdings Eichholz treffen. Yasin Varol (38.) jubelte. Dies war für den Aufsteiger ein Schock, von dem man sich nicht so richtig erholte. „Nach dem 1:2 sind wir leider so ein bisschen aus dem Spiel raus. Wir hatten zwar Möglichkeiten, aber Eichholz hat es sehr viel cleverer gemacht, das war Effektivität pur und macht aus vier Chancen drei Tore.“ Magnus Breitung traf zum 3:1 noch vor der Pause. Somit war es ein Zwei-Tore-Rückstand, dem Zarpen hinterherlaufen musste. Es brauchte eine Aufholjagd, doch die zweite Hälfte lief eher nicht so, wie erhofft. Clasen sagte: „Wir haben uns viel vorgenommen, aber leider ist das Gegenteil eingetroffen. Wir kommen einfach nicht mehr ins Spiel zurück und bekommen noch zwei Gegentreffer. Eichholz war zweite Halbzeit definitiv wesentlich besser als wir, trotzdem haben die Jungs wieder alles reingehauen und noch zwei Treffer gemacht. Im Endeffekt hätten wir noch einen erhöhen können, aber der verdiente Sieger heißt Eichholz, dafür herzlichen Glückwunsch. Es war ein tolles Spiel.“ Caspar Stark (63.) und erneut Varol (67.) machten mit dem 5:1 alles klar. Die beiden Treffer von Sidney Munier (81.) und Marc Hadeler (88.) sorgten nicht mehr wirklich für Spannung. Der siegreiche Coach Stephan Lindhoff sagte: „Wir gewinnen verdient mit 5:3 gegen einen starken TSV Zarpen. Die ersten zehn Minuten ein zerfahrenes Spiel. Anschließend hält Lasse 2 mal überragend. In der Druckphase von Zarpen machen wir das 1:0, bekommen anschließend schnell den Ausgleich. Nach 25 Minuten sind wir besser im Spiel und machen aus zwei Chancen zwei Tore. Nach der Pause spielen wir einen starken Fußball und belohnen uns mit zwei weiteren Toren. In den letzten zehn Minuten schalten wir ein wenig ab und Magnus erhält nach dem Ball wegschlagen die Gelb-Rote Karte. Den Schlusspunkt setzt Zarpen mit dem 5:3 Endstand. Man hat deutlich gesehen, welch Qualität Zarpen hat und dass sie zurecht oben mitspielen. Tobi und seiner Mannschaft weiterhin viel Erfolg.“

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SV Grün-Weiß Siebenbäumen – Lübeck 1876 3:1 (3:0)

Für den SV Grün-Weiß Siebenbäumen war das Heimspiel gegen Lübeck 1876 ein Härtetest. Nach einem Startprogramm, in dem die großen Favoriten noch auf sich warten ließen, sollte mit Lübeck 1876 nun eine Mannschaft gastieren, die einen guten Saisonstart hingelegt hat. 15 Punkte aus den ersten acht Spielen wurden eingefahren, sodass die Lübecker nach nicht ganz einem Saisondrittel in der Top-Fünf standen. Die Defensive war die große Stärke, doch auch beim Gegner. Siebenbäumen kassierte schließlich die wenigsten Gegentore der Liga. Nun gab es mit David Both eine weitere Verstärkung, die das Team qualitativ nochmals verstärken sollte. In der Anfangsphase sollte es noch ein ausgeglichenes Spiel sein, mit leichten Vorteilen für Siebenbäumen. Die Gäste von der Travemünder Allee kamen gut rein, bevor es allerdings eine bittere Verletzung gab. Daniel Raub musste früh raus. Nur kurz darauf kam es noch bitterer.

Fynn Halupka (19.) brachte die Hausherren in Führung, bei der die Gäste mit einer vermeintlichen Abseitsposition haderten. Der Torschütze sollte seine Qualitäten im Abschluss danach erneut zeigen, denn er schnürte einen lupenreinen Hattrick (27./40.) zum 3:0-Pausenstand. Andreas Beyer, Trainer der 76er, sagte: „Wir kommen die erste Viertelstunde gut in die Partie, aber dann schlägt leider wieder unser Verletzungspech zu. Daniel Raub muss bereits nach 17 Minuten runter und nur 90 Sekunden später kassieren wir aus klarer Abseitsposition das 1:0. Danach verlieren wir für rund 20 Minuten den Zugriff und Siebenbäumen kann dies zur 3:0-Pausenführung für sich nutzen.“ Nach der Pause fuhr der Verbandsligaabsteiger einen Gang zurück, sodass Lübeck mehr Zugriff bekam und durch Marius Maiberg (87.) verkürzte. Spannung kam nicht mehr auf, sodass es den 3:1-Sieg für die Hausherren gab. Der Coach der Gäste sagte zum zweiten Durchgang: „Im zweiten Durchgang sind wir nach Umstellungen wieder geordneter und können uns mit dem Treffer zum 3:1 belohnen. Zu mehr sollte es nicht mehr reichen. Aufgrund der Phase in der ersten Hälfte ein verdienter Sieg für Siebenbäumen.“

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Lübeck 1876 hatte in Siebenbäumen das Nachsehen. Foto: 11venpixel

Krummesser SV – TSV Travemünde 4:0 (2:0)

Die Rollenverteilung auf dem Hans-Georg-Börstler-Platz war klar. Gegen den TSV Travemünde sollte der heimische Krummesser SV nach sechs Niederlagen als klarer Außenseiter ins Spiel gehen. Travemünde ging nach der Liganiederlage gegen Zarpen und der Pokalklatsche vom Mittwochabend gegen den Türkischen SV mit Wut im Bauch ins Spiel. Es sollte eine Reaktion her und die Chancenverwertung deutlich verbessert werden. Ohne Thomas Aldermann, doch dafür mit einer Dreierkette im 3-5-2. Auf diese setzte man bereits mehrfach. Diesmal sollte dieses allerdings alles andere als ein Erfolgsrezept sein. Von Beginn an waren die Monte-Kicker nicht richtig im Spiel, sodass es in der Anfangsphase bereits einige Chancen für den Aufsteiger gab. Die Führung durch Bekir Kasikci (30.) war daher nicht unverdient. Mit Pausenpfiff folgte sogar das Zweite durch Michel Möller (44.). So gab es ein überraschendes 2:0 zur Halbzeit für das vor dem Spieltag Tabellenschlusslicht.

Im zweiten Durchgang erhoffte sich Gästecoach Christian Jetz eine Steigerung. Maurice Hildebrandt kam für Lennard Hesebeck ins Spiel, doch es änderte sich nicht wirklich etwas. Es gab zwar Abschlüsse für Travemünde durch den besagten Joker sowie Yigit Keremsah. Dann kam es allerdings zu einer Szene, die sich wohl in jeglichen Saisonrückblicken wiederfinden würde. KSV-Keeper Fynn Westphal machte einen Abschlag, der immer länger und länger wurde, Robin Fehrs überraschte und tatsächlich zum 3:0 im Netz landete (66.). Ein ganz kurioses Tor. Kurz danach gelang Torjäger Kasikci (73.) mit seinem Doppelpack sogar das 4:0, sodass der deutliche Heimsieg perfekt war. Es war ein besonderes Lebenszeichen für die Mannschaft von Andre Bargholt. Dieser sagte: „Heute war so ein Tag, an dem selbst unser Torwart Fynn Westphal aus der Hand heraus den Ball über das komplette Spielfeld schießt und ein Tor erzielt. Es klappte einfach alles, die Tore waren schön herausgespielt, hinten wurde nichts zugelassen und wir waren direkt in jedem Zweikampf drin. Wir lassen über das komplette Spiel nichts zu und holen uns verdient den langersehnten Dreier. Nach etlichen Wochen, in denen wir Lehrgeld bezahlt haben, ist das Balsam für die Seele. Lob an die Einstellung meiner Mannschaft und viel Erfolg für Die Monte Kicker im weiteren Saisonverlauf.“ Für Travemünde war es ein rabenschwarzer Sonntag, der Fragen aufwarf. Der Cheftrainer fand deutliche Worte: „Eine kollektiv bodenlos schlechte Leistung, in der wir alles haben vermissen lassen. Es gibt dafür keine Entschuldigungen, egal wer gefehlt hat, Glückwunsch zum hochverdienten Sieg nach Krummesse.“

Der 9. Spieltag im Überblick

ATSV Stockelsdorf – SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg 2:4
Ratzeburger SV II – VfL Rethwisch 4:0
Fortuna St. Jürgen – SG Breitenfelde/Mölln 3:3
TSV Zarpen – Eichholzer SV II 3:5
SV Grün-Weiß Siebenbumen – Lübeck 1876 3:1
Krummesser SV – TSV Travemünde 4:0

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