Eichholzer SV dominiert 16. Goal Cup

Verwirrung um Weiterkommen in Gruppe B

Der Eichholzer SV gewann den Goal Cup in der Hansehalle. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Lübeck – In der Lübecker Hansehalle kam es am Sonnabend (3.1.) zur 16. Ausgabe des Goal Cup. Das Hallenturnier des Türkischen SV lockte 2025 knapp 600 Zuschauer in die Halle und auch in diesem Jahr war die Tribüne gut gefüllt. Die Zuschauer bekamen packende Spiele zu sehen, eine Menge Spannung und hochklassige Mannschaften aus der Region. Ab 15 Uhr ging es mit dem Herrenturnier los, in dem es extrem spannend werden sollte. Dennoch dominierte eine Mannschaft das Turnier und sicherte sich ungeschlagen den Titel.

Neunmeterschießen entscheidet E-Jugend-Turnier

Bereits ab 9 Uhr rollte der Ball in Lübecks größter Sporthalle. Die E-Junioren spielten das Turnier aus, an dem gleich zwölf Mannschaften teilnahmen. Nicht nur aus Schleswig-Holstein, sondern auch aus Hamburg nahmen Teams teil, sodass das Teilnehmerfeld sehr hochklassig war. Der Titel ging in diesem Jahr an den Rahlstedter SC, der sich gegen den SC Victoria Hamburg in einem spannenden Endspiel durchsetzte. Nach Ablauf der Spielzeit stand es 0:0, doch im Siebenmeterschießen setzte sich der RSC, auch dank eines starken Torhüters, durch. Als beste Lübecker Mannschaft beendete der SC Buntekuh das Turnier auf dem dritten Platz. Der beste Torschütze glänzte für den Lübecker SC.

Enges Rennen in Gruppe A

Anschließend wurde der Nachfolger des SV Grün-Weiß Siebenbäumen am ersten Sonnabend des neuen Jahres gesucht. Die Lauenburger gewannen im Vorjahr dramatisch im Neunmeterschießen gegen den SC Rapid Lübeck. In diesem Jahr hofften die Zuschauer erneut auf eine Menge Spannung. Zum Start trafen der Gastgeber und der SV Olympia Bad Schwartau aufeinander. Letzterer schickte die Zweite ins Rennen, die in der C-Klasse derzeit ungeschlagen von der Spitze grüßt. Mit dabei war unter anderem der ehemalige Spieler des Türkischen SV Vincent Hamann. Für diesen war der Auftakt also ein ganz besonderer, doch Tore fielen noch keine. In einem spannenden, ausgeglichenen Duell gab es Chancen auf beiden Seiten. Olympia verpasste in der Schlussminute sogar zweimal hauchdünn den Siegtreffer. Somit gab es für die anderen beiden Teams der Gruppe A die Chance auf einen frühen ersten Schritt in Richtung Halbfinale. Der Eichholzer SV, bei dem eine Mischmannschaft aus der Ersten und Zweiten antrat, forderte die SC Rapid Lübeck U19. Diese machte es dem Team vom Pöbelberg ordentlich schwer, doch mit der Zeit fanden Yasin Varol, Ramazan Acer und Co. Lösungen. Varol brachte den ESV auf Kurs. Am Ende gab es einen 3:1-Erfolg. Der Türkische SV wollte gegen die spielstarke A-Jugend des SC Rapid den ersten Dreier beim eigenen Turnier holen. Nach einem Remis zum Start herrschte durchaus schon etwas Druck. Man hielt diesem allerdings in einem umkämpften Duell mit mehreren Zeitstrafen stand. Kia Nejati erzielte das erste Tor des Gastgebers, am Ende gab es einen 3:1-Erfolg.

Rafique Dwaah war kaum zu stoppen. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Der Eichholzer SV würde mit einem Sieg gegen den SV Olympia Bad Schwartau das Halbfinalticket vorzeitig buchen. Die Mannschaft unter der Leitung von Stephan Lindhoff und Kevin Berens war der klare Favorit, doch nach einem starken Schwartauer Auftritt gegen den Gastgeber gewarnt. Dennoch sollte der Landesligist keine Zweifel am zweiten Sieg haben, denn es gab einen 5:0-Erfolg. Dabei hatte der Außenseiter die große Chance, zwischenzeitlich auf 1:3 zu stellen, doch wie so oft an diesem Tag fehlte es am Glück im Abschluss. Dennoch war noch Hoffnung auf ein Weiterkommen da, doch dazu brauchte es gegen die Rapid U19 einen Sieg. Es war ein packendes und enges Duell, das Olympia für sich entschied. Dabei führte die A-Jugend zwischenzeitlich mit 2:1, doch eine Zeitstrafe ließ die Partie kippen. Der Traum vom Weiterkommen für den SVO lebte also noch, doch dazu musste auf eine hohe Niederlage des Türkischen SV gehofft werden. Diese gab es tatsächlich, denn der ESV zeigte sich in Torlaune. 7:1 gewann die Mannschaft von der Guerickestraße. Somit sollte es eine ganz enge Angelegenheit um den zweiten Platz werden. Sowohl der Türkische SV als auch Bad Schwartau standen bei vier Zählern und einer Tordifferenz von -4. Die geschossenen Tore wurden ein Faktor, wobei der Gastgeber mit vier Treffern die Nase um ein Tor vorn hatte.

Die Tabelle der Gruppe A:

1. Eichholzer SV315:29
2. Türkischer SV34:84
3. Olympua Bad Schwartau33:74
4. SC Rapid U1934:90

Verwirrung in Gruppe B

Die Gruppe B sollte das ein oder andere Derby mitbringen. Bereits zum Start trafen der SV Hamberge und der FC Ahrensburg aufeinander. Beim Team von Kambiz Tafazoli stand vor allem Till Weidemann im Fokus, der auch in der Halle seine herausragende fußballerische Qualität unter Beweis stellte. Den ersten Treffer des SVH an diesem Tag erzielte allerdings ein anderer. Bastian Beth brachte Hamberge in Führung, es war das erste Turniertor. Punkte sollte es allerdings keine geben, denn Ahrensburg setzte sich trotz vieler Chancen des Gegners mit 2:1 durch. Im Parallelspiel traf der SVT Bad Oldesloe als Gruppenfavorit auf den Underdog AKM Lübeck. Am Ende war es ein deutliches 5:1 der Mannen aus der Stormarner Kreisstadt. Diese waren im zweiten Spiel gegen Ahrensburg gefordert, sodass beide Teams im Duell der Sieger aus dem ersten Spiel einen großen Schritt machen konnten. Mit 2:0 setzte sich das klassenhöhere Team durch, sodass das Halbfinale greifbar war. Für Hamberge herrschte gegen AKM Lübeck Druck, doch diesem hielt man stand. Mit 4:1 gewann der Verbandsligist. Dieser brauchte gegen den SVT Bad Oldesloe einen Erfolg und tatsächlich gab es den Dreier. Weidemann ragte heraus und hatte einen erheblichen Anteil am 3:1-Sieg seines Teams gegen die Mannschaft von Patrick Matysik und Kacper Kmiec.

Hamberge bezwang den SVT Bad Oldesloe. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Somit sollte das Weiterkommen für den SV Türkspor doch noch nicht so sicher sein, denn der FC Ahrensburg traf noch auf den AKM Lübeck. Die Lübecker konnten an diesem Tag den drei Stormarner Mannschaften nichts entgegensetzen, sodass es erneut eine klare Angelegenheit wurde. Der FCA legte schwungvoll los und schraubte früh das Ergebnis in die Höhe. Mit 6:0 führte das Team von Avni Ajvazi, doch im Anschluss spielte dieses zu kompliziert. Der siebte Treffer fiel nicht, sodass Ungewissheit herrschte. Drei Mannschaften standen bei sechs Punkten, doch nur zwei sollten weiter vom Titel träumen dürfen. Das beste Torverhältnis hatten die Ahrensburger, doch diese schieden aus. Der direkte Vergleich entschied für Hamberge und Oldesloe, die ins Halbfinale einzogen. Beim FCA herrschte Unverständnis.

Die Tabelle der Gruppe B:

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VfB Lübeck
1. SV Hamberge38:46
2. SVT Bad Oldesloe38:46
3. FC Ahrensburg38:36
4. AKM Lübeck32:150

Finaleinzug trotz Rückstand

Im ersten Halbfinale trafen der Eichholzer SV und der SVT Bad Oldesloe aufeinander. Beide Mannschaften galten im Laufe der Vorrunde als heiße Kandidaten auf den Titel, doch am Ende durften sich die Oldesloer glücklich schätzen, ins Halbfinale gekommen zu sein. Gegen den Ligakonkurrenten kam das Matysik-Team deutlich besser ins Spiel. Abnor Mustafa brachte den SVT in Führung. Oldesloe blieb am Drücker und scheiterte gleich mehrfach an einem herausragenden Lasse Borkenhagen. Im Gegenzug kamen die Eichholzer und zeigten, welche enorme Qualität sie haben. Varol bediente Jermeine de Guzman, der ausglich. Dieser schnürte einen Doppelpack und war maßgeblich am 4:1-Sieg seiner Mannschaft und dem Finaleinzug beteiligt. Der Gegner des ESV wurde im Duell zwischen dem Türkischen SV und dem SV Hamberge ermittelt. Die Stormarner taten sich schwer gegen einen im Vergleich zum letzten Vorrundenspiel stark verbesserten Gastgeber. Rafique Dwaah brachte diesen in Führung. Anschließend steigerte sich der Gegner und Marvin Tebelmann sorgte für den Ausgleich. Es war ein hochspannendes Spiel, in dem Dwaah per Kopf für die erneute Führung des TüSV sorgte. Unterschiedsspieler Weidemann antwortete allerdings. In den Schlussminuten gab es auf beiden Seiten Chancen, wobei vor allem die Lübecker eine Riesenmöglichkeit auf den Sieg verpassten. Somit ging es ins Neunmeterschießen, in dem sich Hamberge durchsetzte. Marc Hattenbach löste das Finalticket und beendete den Traum des Veranstalters. Somit trafen die beiden Gruppensieger im Finale aufeinander: der Eichholzer SV und der SV Hamberge. Beide sammelten im Laufe des Turniers Argumente für sich und so war es ein spannendes Finale. Eichholz war favorisiert und ging nach sechs Minuten mit 2:0 in Führung. Der SVH kam allerdings zurück und stellte zwischenzeitlich auf 2:3. Ramazan Acer machte mit dem 4:2 allerdings alles klar und entschied das Finale. Eichholz krönte sich vor über 600 Zuschauern zum Turniersieger. Dies sollte nicht der einzige Titel für die Mannen vom Pöbelberg bleiben. Mit Jermeine de Guzman (sieben Treffer) stellte man nicht nur den besten Torschützen, sondern mit Lasse Borkenhagen auch den besten Torhüter des Turniers.

Die Platzierungsspiele im Überblick:

Spiel um Platz Sieben:
SC Rapid U19 – AKM Lübeck 3:1
Spiel um Platz Fünf:
Olympia Bad Schwartau – FC Ahrensburg 0:4
Spiel um Platz Drei:
Türkischer SV – SVT Bad Oldesloe 1:2
Finale:

Eichholzer SV – SV Hamberge 4:2

Der Eichholzer SV krönte sich zum Turniersieger. Foto: Eichholzer SV/o.H.

Die Stimmen zum Turnier:

Cem Anlar (Türkischer SV): „Es war heute eine ganz neue Konstellation von den Spielern, Neuzugängen, die so noch nicht gespielt haben. Die Erwartungshaltung war nicht hoch und es war wichtig, dass sich keiner verletzt, sie Spaß haben und am Ende ist dies auch in Ordnung. Wir haben unsere Fehler gesehen, woran wir arbeiten müssen, das ist in der Halle, dafür ist es da, und wichtig ist, dass wir es in der Rückrunde anders machen.“ Die Mannschaft war sich vor dem Eichholz-Spiel zu sicher und hat sich gesagt, das wird reichen, selbst wenn wir verlieren. Dann haben wir die Klatsche bekommen, konnten die Jungs aber zum Glück im Halbfinale wieder wachrütteln, da haben wir ein anderes Gesicht gezeigt. Zuvor haben wir allerdings auf jeden Fall Lehrgeld bezahlt und verdient verloren.“

Patrick Matysik (SVT Bad Oldesloe): „Ich bedanke mich erst einmal beim Türkischen SV für die Einladung. Die Organisation und auch vom leiblichen Wohl her konnte es sich schon sehen lassen, was man hier geboten bekommen hat. Fußballerisch war es nicht unsere beste Leistung. Wir sind mit Glück weitergekommen, weil wir es gegen Hamberge nicht geschafft haben, wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Am Ende ging es irgendwie um andere Faktoren wegen des direkten Vergleichs, weshalb wir weitergekommen sind. Im Halbfinale haben wir verdient gegen Eichholz verloren, es war heute einfach nicht so gut.“

Till Weidemann (SV Hamberge): „Es ist ein gutes Turnier hier, mit guten Mannschaften. Eichholz war für mich Favorit, aber wir spielen auch ein gutes Turnier. Es macht einfach Spaß, in der Halle zu kicken. Bisschen tunneln, bisschen Hacke, vor dem Tor noch einmal quer spielen – genau das ist für mich Hallenfußball. Wir haben ein gutes Turnier gespielt. Ich glaube, wenn jemand vorher gesagt hätte, dass wir im Finale stehen, hätten wir das unterschrieben.“

Yasin Varol (Eichholzer SV): „Es hat ganz viel Spaß gemacht, auch weil bei Olympia viele Kollegen von mir spielen. Ich habe gedacht, das Niveau würde etwas niedriger sein, das finde ich gut. Beim Sparkassen-Cup konnte man schon sehen, dass wir erst einmal eine Einfindungsphase brauchten, aber seitdem machen wir es gut. Wir wissen, wie jeder in der Halle tickt und wer was kann. Ich persönlich bin ein Fan vom Hallenfußball, es macht Spaß, so wie damals als Kind.“

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