
Lübeck – Am Ostermontag standen zwei Spiele in der Kreisliga Südost an. Der Eichholzer SV II wollte seine Form fortsetzen und auch beim ATSV Stockelsdorf punkten. Es war der Auftakt in eine harte Woche mit gleich drei Spielen in dieser Woche. Dieses Programm hat auch der TSV Travemünde vor der Brust. Der Auftakt erfolgte beim TSV Schlutup, doch die Punkte blieben aus. Der Gegner beendete das Formtief von zwei sieglosen Spielen. Am Mittwochabend steht bereits ein weiteres Spiel an, das erstmals in dieser Saison steigt.
ATSV Stockelsdorf – Eichholzer SV II 3:5 (2:3)
Für den Eichholzer SV II war das Auswärtsspiel am Ostermontag beim ATSV Stockelsdorf der Auftakt in eine höchst intensive Woche. In sechs Tagen stehen gleich drei Partien an, darunter die Spiele gegen Travemünde und Schlutup. Der Aufsteiger ist also gefordert und vor allem die Kraft könnte eine entscheidende Rolle spielen. Das Spiel der Mannschaft von Stephan Lindhoff ist sehr laufintensiv und daher wird sich zeigen, wie viele Körner am Ende der Woche noch übrig sind. Mit dem Gastspiel in Stockelsdorf hatte man zu Beginn sicherlich die tabellarisch dankbarste Aufgabe, doch täuschen durfte man sich davon keineswegs. Der ATSV ist nämlich ein höchst unangenehmer Gegner, der es einigen Mannschaften schon schwierig gemacht hat. Dies bekam der Aufsteiger in der Hinrunde am eigenen Leib zu spüren, denn die Heimserie von über einem Jahr ohne Niederlage am Pöbelberg riss. Mit 0:4 gab es die höchste Niederlage der bisherigen Saison, die noch immer für die Landesliga-Reserve unerklärbar ist. Man war keineswegs so deutlich schlechter, bekam den Ball allerdings nicht rein und machte vermeidbare Fehler. Nun sollte Wiedergutmachung betrieben werden, doch auch die Mannschaft von Jan Mehlfeld nahm sich viel vor. In den ersten Wochen nach der Winterpause gab es zwar noch wenige Punkte, doch man war nicht weit entfernt. Selbst das Spitzenduo aus Reinfeld/Kronsforde und dem TSV Pansdorf II hatte man vor Probleme gestellt. Das große Manko war dabei allerdings, dass man jeweils Führungen verspielte. Dies war in 2026 bereits zu oft der Fall, sodass man sich trotz nicht schlechter Auftritte keine Luft im Keller verschaffen konnte. Nun sollte es besser werden gegen die Mannschaft von der Guerickestraße, doch diese verlor dieses Jahr noch nicht und gewann zuletzt gegen Reinfeld/Kronsforde. Stephan Lindhoff rotierte allerdings auch etwas mit Blick auf die anstehende Woche. So blieben Tim Germann, Matti Meyer oder auch Mo. Özkaya zunächst draußen.
Nach rund einer Viertelstunde ging Stockelsdorf in Führung. Tim-Niklas Seeger (14.) setzte seine gute Form fort, denn bereits in den vergangenen beiden Partien traf er. Die Führung sollte allerdings nicht lange halten, denn Matthis Schock (20.) sowie Dominic Mau (22.) stellten binnen weniger Minuten auf 2:1. Wieder einmal hielt eine Führung des Gastgebers nicht und nur sieben Minuten später kam es noch schlimmer. Jan Senkbeil (29.) erhöhte zum 3:1. Mit Pausenpfiff sollte allerdings verkürzt werden durch Tjark Sölter (45.). So war die Partie noch nicht entschieden, doch der sechste Treffer des Spiels ließ lange auf sich warten. Stockelsdorf versuchte es und glich tatsächlich aus. Felix Reder (84.), neun Minuten zuvor eingewechselt, traf und ließ seine Mannschaft vom ersten Dreier des Jahres hoffen. Doch die Schlussminuten gehörten klar dem Aufsteiger. Dieser rannte an und tatsächlich fiel der Treffer. Erneut Schock (89.) traf und entriss den Platzherren einen wichtigen Punkt. Diese versuchten es, doch bereits in der ersten Minute der Nachspielzeit war der Sack zu. Schock (91.) schnürte tatsächlich einen Dreierpack und war somit der Matchwinner der Eichholzer. Diese setzten ihre Serie fort und bleiben vier Punkte hinter dem TSV Schlutup. Für Stockelsdorf beträgt der Vorsprung auf Rang 14 derzeit noch sechs Zähler, doch es warten noch einige direkte Duelle.
Jan Mehlfeld (ATSV Stockelsdorf): „Am Ende muss man sagen: Glückwunsch an Eichholz, weil sie einfach ihre Chancen nutzen und das zum richtigen Zeitpunkt. Wir gehen wie in den letzten Wochen in Führung, bekommen aber dann zu schnell und einfach das 1:2 und 1:3. Kurz vor der Pause machen wir das 2:3. Nach der Pause müssen wir unsere Chancen einfach besser nutzen beziehungsweise besser ausspielen, machen dann das 3:3 und dann sind wir leider nicht wach genug und bekommen das 3:4 und 3:5 etwas unglücklich, aber am Ende sind wir selbst schuld und müssen das Spiel vorher in unsere Richtung drehen. Das macht Eichholz dann clever und behält die drei Punkte.“
Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Glücklicher Auswärtssieg in Stockelsdorf. Bei sehr starkem Wind auf dem kleinen Platz hatten wir Schwierigkeiten, ins Spiel zu finden und die ersten 15 Minuten gehörten klar Stockelsdorf. Nach dem 1:1-Ausgleich durch den überragenden Matthis am heutigen Tage finden wir ins Spiel und übernehmen das Kommando. Wir gehen verdient mit 3:1 in Führung und bekommen mit dem Pausenpfiff den 2:3-Anschlusstreffer. In der zweiten Halbzeit und gegen den Wind kommen wir nicht so recht klar und geraten gehörig unter Druck. Fünf Minuten vor Schluss bekommen wir den überfälligen Ausgleich. Wir stecken nicht auf und kommen mehr oder weniger aus dem Nichts in der 89. Minute zur erneuten Führung. Den Schlusspunkt setzte Matthis mit seinem dritten Treffer. Am Ende ein schlechtes Kreisligaspiel, das keinen Sieger verdient gehabt hätte. Trotzdem nehmen wir die Punkte gerne mit und freuen uns, am Mittwoch schon wieder am Pöbelberg den TSV Travemünde zu empfangen.“
TSV Schlutup – TSV Travemünde 3:1 (1:1)
Der TSV Schlutup und der TSV Travemünde lieferten nach dem Winter eher durchwachsene Leistungen ab. Travemünde startete mit einem Sieg gegen Rethwisch, doch blieb im Anschluss sieglos. Es lief kaum noch etwas zusammen beim Team von Christian Jetz, der viele personelle Ausfälle verkraften musste. Zudem haderte er mit der Chancenverwertung seiner Mannschaft, ein Problem, das sich bereits durch die Hinrunde wie ein roter Faden zog. Dort wurde allerdings dennoch gepunktet, aktuell hakt es hierbei jedoch enorm. Der TSV Schlutup startete nach turbulenten Wochen mit Trainerwechsel sportlich erfolgreich und zeigte mit den Ergebnissen klar und deutlich, dass man das große Ziel, den Aufstieg, unbedingt erreichen möchte. Die ersten vier Spiele in diesem Jahr wurden allesamt gewonnen, dabei sogar 19 Tore erzielt. Alexander Lage und Mert Büyükdemir waren kaum aufzuhalten. Gegen den SV Azadi Lübeck II musste die Mannschaft unter der Leitung von Christian Clasen allerdings einen Dämpfer hinnehmen. Nach einer 2:0-Führung drohte durch den Gegentreffer in der 91. Minute die erste Niederlage des Jahres, doch man rettete sich noch einen Punkt. Dennoch war dieser zu wenig, sodass der zweite Platz nicht mehr in der eigenen Hand liegt. Wenige Tage später, im Nachholspiel gegen Lübeck 1876, führte der TSV erneut mit 2:0 und wieder wurde diese komfortable Führung verspielt. 2:4 unterlag man dem Gegner auf dem heimischen Platz. Es ist eine kleine Ergebniskrise am Palinger Weg gewesen, doch aus dieser wollte man sich am Ostermontag gegen die Monte-Kicker befreien. Das Trave-Derby hatte für beide Teams also eine enorme Bedeutung. Im Hinspiel trennten sich beide Teams noch torlos, nun sollte dies nicht der Fall sein.

Beide Mannschaften waren nicht unbedingt in Bestbesetzung. Schlutup musste unter anderem auf Gerrit Dühring oder auch Lars Steinhauer verzichten, die beide nicht im Kader standen. Auch Bendix Bumann fehlte und somit ein wichtiger Verteidiger. Christian Clasen musste also umbauen. Sein Gegenüber hatte noch größere Sorgen, denn man reiste ohne Lennard Prüßmann, Steffen Falk, Felix Rockrohr, Alexander Bronnert oder auch Alexander Kanehl an den Palinger Weg. Durch Unterstützung der Zweiten wurde der Kader aufgefüllt. Die Partie begann schwungvoll, denn die Platzherren wollten direkt zeigen, dass es nach den beiden Patzern wieder drei Punkte gab. Alexander Lage (4.) traf früh zur Führung der Schlutuper. Die Antwort folgte allerdings prompt durch Pascal Behrens (9.). Der Innenverteidiger antwortete und glich aus. Travemünde spielte eine gute erste Hälfte und machte es dem Tabellendritten keineswegs einfach. Nach dem Seitenwechsel war es allerdings ein anderes Gesicht der Monte-Kicker, die nicht an der guten Leistung anknüpfen konnten. Sven Schydel (66.) brachte die Platzherren erneut in Führung und sie auf die Siegerstraße. In der Schlussphase kochten die Gemüter im Trave-Derby noch einmal hoch. Travemündes Hamza Yilmaz (88.) sah die Rote Karte. In Überzahl machte Mert Büyükdemir (93.) den Sack zu zum 3:1-Endstand. Kurz vor dem Abpfiff sollte allerdings Schlutups Drewing ebenfalls die Rote Karte sehen nach einem Schubser an Monte-Coach Jetz. Diese Situation sorgte für Aufregung.
Christian Clasen (TSV Schlutup): „Hart umkämpfte drei Punkte mit einem unrühmlichen Ende. Unser Spieler lässt sich unnötig bei 3:1-Führung vom gegnerischen Trainer, welcher provoziert und schubst, zu einem Schubser zurückreißen und dieser fällt wie der sterbende Schwan. Für mich klar zweimal Rot, aber nur unser Spieler bekommt diese Karte zu sehen. Zurück zum Spiel: Wir gehen früh in Führung und erzielen nach einer Balleroberung und schnellem Steckpass auf und durch Lage das 1:0. Danach, warum auch immer, fangen wir wieder das Bolzen an und diese langen Bälle fängt Travemünde gut ab und versucht, ihr Spiel aufzuziehen. Beim 1:1 gehen wir nicht energisch genug auf den Schützen, unser Keeper steht etwas zu weit vor dem Kasten und so geht der Ball über ihn rüber ins Tor. Wir müssen uns tatsächlich in die Halbzeit retten. In der Halbzeit wechseln wir zweimal und stellen etwas um. Wir kommen deutlich präsenter und konzentrierter in die zweite Halbzeit und nehmen das Heft in die Hand. In der 66. Minute nach einem Top-Angriff erzielen wir verdient das 2:1 durch Sven Schydel nach Pass von Alex Lage, welcher auch das 3:1 durch Mert Büyükdemir vorbereitet. Am Ende definitiv verdiente drei Punkte, Mund abwischen und Sonntag geht es zu Hause weiter gegen Stockelsdorf.“
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Wir spielen eine gute erste Halbzeit. Wie so oft können wir in der zweiten Hälfte nicht daran komplett anknüpfen. Wir haben zu wenige Torchancen in der zweiten Halbzeit und am Ende kommt doch noch mal Derby-Charakter auf. Schlutup gewinnt das Spiel unter dem Strich verdient.“
Eichholzer SV II – TSV Travemünde (Mi., 19.30 Uhr)
Es geht direkt Schlag auf Schlag weiter in der Kreisliga Südost, denn bereits am Mittwochabend steht ein weiteres Nachholspiel an. An der Guerickestraße treffen der Eichholzer SV II und der TSV Travemünde aufeinander und somit zwei Gegensätze. Während der Eichholzer SV II vier der fünf Spiele nach dem Winter gewann und seit acht Ligaspielen unbesiegt ist, tut sich Travemünde derzeit schwer. Zu Hause fühlt man sich ohnehin sehr wohl, denn in zwölf Heimspielen gab es 26 Punkte und nur zwei Niederlagen. Dem steht ein derzeit formschwacher TSV gegenüber, denn der Verbandsligaabsteiger ist seit fünf Partien sieglos. Nach dem 2:0-Sieg gegen Rethwisch zum Auftakt nach der Winterpause folgte nur noch einer von möglichen 15 Punkten. Zu oft kann man die Leistung nicht über die volle Distanz abrufen und auch die Chancenverwertung bleibt ein Manko. Nun soll endlich wieder dreifach gepunktet werden, doch die Aufgabe wird keineswegs leichter. Personell sah es bereits in den vergangenen Tagen und Wochen nicht gut an der Ivendorfer Landstraße aus, denn zahlreiche Spieler fehlen. So musste Coach Christian Jetz am Ostermontag unter anderem auf Lennard Prüßmann, Alexander Kanehl oder auch Steffen Falk verzichten. Mit Unterstützung der Zweiten wurde ein Kader für das Trave-Derby beim TSV Schlutup zusammengestellt, wo man etwas mehr als 48 Stunden zuvor noch mit 1:3 verlor. Hinzu kam eine Rote Karte für Hamza Yilmaz, der nun ebenfalls fehlen wird. Beide Mannschaften haben eine hochintensive Woche vor sich. Eichholz bestreitet gleich drei Spiele in sechs Tagen, die Monte-Kicker ebenfalls. Während die Woche für den Aufsteiger mit dem Spiel gegen Lübeck 1876 komplettiert wird, muss Travemünde am Sonnabend nach Groß Grönau. Der Fokus für beide Mannschaften gilt allerdings erst einmal der Partie am Mittwochabend, die durchaus interessant werden könnte.
Stephan Lindhoff (Eichholzer SV II): „Nach nur zwei Tagen Pause empfangen wir Travemünde am Pöbelberg. Der TSV kommt nach der Winterpause nicht so richtig zum Zug aufgrund diverser Personalsorgen. Nichtsdestotrotz erwarten wir eine topfitte und kämpferische Mannschaft, die uns alles abverlangen wird und nach den bisherigen Spielen sicherlich mit einiger Wut im Bauch an den Pöbelberg reisen wird. Acht Spiele in Folge ungeschlagen ist unsere Bilanz und diese wollen wir weiter fortsetzen. In diesem Spiel wird es auf die Grundtugenden ankommen. Sind wir bereit, nach Montag in diesem Spiel über die Schmerzgrenze zu gehen, wird es schwer, uns zu schlagen. Wir freuen uns, dass wir uns das erste Mal mit Christian und seinen Monte-Kickern duellieren dürfen.“
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Eichholz spielt ein sehr gutes Jahr und ist daher der Favorit. Wir gucken mal, wen wir noch aus der Kiste kramen können und hoffen auf ein gutes Flutlichtspiel.“







