Regionalliga Nord. Foto: objectivo

Lübeck – Es könnte die eine oder andere Entscheidung fallen am 37. Spieltag der Regionalliga Nord, und das könnte früh geschehen. An den vier Partien des Freitags sind nämlich einige Teams beteiligt, für die es um eine ganze Menge geht. Aber das gilt eigentlich auch in den fünf weiteren Spielen dieser Runde.

SV Werder Bremen II – Holstein Kiel II (Fr., 18 Uhr)

Das war ein Paukenschlag: Am Dienstag trennte sich der SV Werder von Trainer Konrad Fünfstück. Nach fast vier Jahren und als dienstältester Regionalliga-Trainer musste Fünfstück abtreten, um für einen Impuls zu sorgen. Den benötigt das zuletzt oft erfolglose Team nämlich dringend: Als 14. (44 Punkte) belegen die Bremer jenen Rang, der im schlechtesten Fall – dem Abstieg des VfB Oldenburg und des SV Meppen – in die Relegation führen würde. Für Fünfstücks Nachfolger Christian Brand ging es deshalb vor allem um die Lockerheit: „Die Jungs sollen mit Spaß auf den Platz gehen, sie können es viel besser, als sie zuletzt teilweise gezeigt haben.“ Eine Steigerung scheint in jeden Fall notwendig: Beim 4:0 in Emden landete Holstein II am Mittwoch den vierten Sieg in Folge. Der Tabellenneunte (46) würde mit einem dreifachen Punktgewinn in Bremen den Klassenerhalt sichern, tritt Werder am letzten Spieltag doch beim an diesem Wochenende spielfreien 13. Phönix Lübeck (44) an.

- Anzeige -

Blau-Weiß Lohne – Hannover 96 II (Fr., 19 Uhr)

Auch für Blau-Weiß Lohne, dem Tabellenzehnten (46), gilt: Mit einem Sieg würde man die Klasse halten. Eigentlich sollten diese drei Punkte bereits beim Bremer SV gewonnen werden. Das letzte Spiel geriet angesichts einer 1:3-Auswärtsniederlage allerdings zur Pleite. Ob es nun gegen 96 II leichter wird, erscheint indes fraglich: Der Gast ist seit drei Spielen siegreich und würde mit einem weiteren Erfolg den dritten Platz auch rechnerisch endgültig sichern. Der 96-Nachwuchs tritt also selbstbewusst im Heinz-Dettmer-Stadion an. Das bedeutet: Bevor die Klassenerhalts-Party starten kann, wird BWL schon eine richtig gute Leistung auf den Platz bringen müssen.

Atlas Delmenhorst – Bremer SV (Fr., 19 Uhr)

Seit dem vergangenen Spieltag steht Atlas (32) als zweiter Absteiger neben Kickers Emden fest. Überrascht war man davon nicht: In Delmenhorst arbeitet man schon länger am Neuaufbau in der Oberliga unter Dominik Schmidt, dem neuen Chefcoach. Er gab dem Team eine zuvor lange vermisste Lockerheit zurück, die vor rund zwei Wochen immerhin ein überraschendes 1:1 gegen Spitzenreiter HSV II ermöglichte. Es geht noch was bei Atlas. Man ist gerade dabei, sich auf sehr ordentliche Weise aus der Liga zu verabschieden. Ein Sieg im Derby gegen den Bremer SV würde ganz gut passen in dieses Bild, zumal der Gast als alter Rivale gilt. Allerdings: Der 15. aus Bremen (40) unterstrich auch beim 3:1 über Blau-Weiß Lohne, dass er bis zuletzt um den Klassenerhalt kämpfen wird. „Wir spielen mit allem, was da ist und werden sechs Punkte aus den beiden letzten Spielen holen“, meinte Sportchef Ralf Voigt nach dem jüngsten Heimerfolg. Es dürfte ein sehr interessantes Derby werden.

BSV Rehden – Hamburger SV II (Fr., 19 Uhr)

Beim 2:1 in Norderstedt erhielt sich der BSV die rechnerische Chance auf den Klassenerhalt. Allerdings ist der 17. (37) nun nicht nur auf Patzer der Konkurrenz, sondern auch ein erfolgreiches Finale der norddeutschen Drittligisten angewiesen: Nur wenn Oldenburg und/oder Meppen die Klasse halten, besitzt der Gastgeber noch eine realistische Chance. Die Aussichten seines Gegners sind deutlich einfacher zu skizzieren: Gewinnt der HSV in Rehden, dann ist ihm die Meisterschaft nicht mehr zu nehmen. „Nun wollen wir die Kirsche auf das Sahnehäubchen setzen und uns belohnen“, meinte Trainer Pit Reimers nach dem 1:0 gegen Teutonia am letzten Spieltag. Für den nun seit 16 Partien ungeschlagenen Gast geht es also auch um etwas, und das macht die Aufgabe für den BSV sicher nicht leichter.

SC Weiche Flensburg – Eintracht Norderstedt (Sa., 13.30 Uhr)

Der Gastgeber richtet den Blick nach oben. Bei optimalem Verlauf könnte der Tabellenfünfte nämlich noch auf den vierten Platz klettern. Sein Gegner muss den Blick nach einer überraschenden 1:2-Heimniederlage gegen den BSV Rehden dagegen nach unten richten: Selbst der Tabellenachte (47) ist derzeit nicht aller Sorgen entledigt. Schließlich ist der 14. Platz lediglich drei Punkte entfernt. Zwar könnte es am Ende auch ohne weitere Zähler reichen, da ja neben den drei Punkten auch noch fünf weitere Teams zwischen der Eintracht und dem Relegationsplatz liegen. Aber darauf verlassen möchte man sich vermutlich nicht. Weshalb auch dieses späte Duell zwischen den zwei arrivierten, eigentlich stets zum oberen Drittel zählenden Mannschaften eine gewisse Spannung verspricht.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK

VfB Lübeck – SSV Jeddeloh (Sa., 14 Uhr)

Der vorzeitige Aufstieg des VfB Lübeck war eine tolle Sache und wurde entsprechend gefeiert. Aber er hatte sportlich eher negative Folgen. Denn seitdem die Rückkehr in die 3. Liga feststeht, verlor das Team nacheinander beim SV Werder II (1:2) und beim TSV Havelse (1:3). Die Meisterschaft ist deshalb so gut wie verspielt – vier Punkte trennen den VfB zwei Spieltage vor dem Saisonende vom HSV II. Nun geht es an der heimischen Lohmühle aber noch um die Heimbilanz: Es ist kaum vorstellbar, dass die Lübecker sich diese „Feier“ ebenfalls verderben lassen. Der SSV dürfte trotz der jüngsten Misserfolge seines Gegners also keine allzu guten Karten besitzen. Andererseits: Für den Tabellenelften (45) geht es im Gegensatz zum VfB noch um richtig viel. Er könnte ja weiteren Boden im Abstiegskampf verlieren, wenn es in Lübeck nicht zu Punkten reicht.

TSV Havelse – SpVgg Drochtersen (So., 14 Uhr)

Ist das Duell des Siebten gegen den Sechsten denn nun ein Spiel, in dem es um nichts mehr geht? Ja, das ist es. Zwar könnte auch der TSV (49) auf den ersten Blick noch eingeholt werden von den Teams auf den derzeit gefährdeten Plätzen. Aber da der SVW II und Phönix Lübeck am letzten Spieltag aufeinandertreffen, ist der Siebte eben doch nicht mehr gefährdet. Der unerwartete 3:1-Heimsieg über den VfB Lübeck war also eine ganze Menge wert. Nun geht es um einen versöhnlichen Saisonabschluss nach einer turbulenten Saison. Mit einem Heimsieg könnte der TSV zudem am Sechsten aus Drochtersen vorbeiziehen. Der Gast wiederum schielt noch auf den fünften Rang, liegt er doch lediglich zwei Punkte hinter Weiche Flensburg. So gesehen, geht es natürlich auch in diesem Spiel um etwas.

FC St. Pauli II – VfV Borussia 06 Hildesheim (So., 14 Uhr)

Noch fehlt der letzte Schritt: Angesichts der 0:1-Niederlage bei 96 II zählt St. Pauli noch immer zu den akut gefährdeten Mannschaften. An den seit Wochen überwiegend erfolgreichen Hamburgern lässt sich ganz gut festmachen, wie hart die Saison eigentlich verläuft: Sie sammelten Punkt für Punkt, sind als Tabellenzwölfter (45) aber trotzdem noch mittendrin im Abstiegskampf. Ihr Gegner auch. Der VfV sicherte sich beim glatten 3:0-Heimerfolg über den SVW II aber drei wichtige Punkte. Als 16. (39) besitzen die Hildesheimer noch immer alle Möglichkeiten. An ihnen lässt sich aber auch festmachen, was bereits an diesem Wochenende auf dem Spiel steht: Verliert der VfV, während die Konkurrenz aus Bremen, namentlich der BSV und Werder II, gewinnt, sieht es ganz schlecht aus. Denn wäre selbst im besten Fall, dem Erhalt der 3. Liga durch den VfB Oldenburg und dem SV Meppen, nur noch der Relegationsplatz drin.

Teutonia 05 Ottensen – Kickers Emden (So., 14 Uhr)

Auf den überraschenden Trainerwechsel von David Bergner zu dessen Assistenten Richard Krohn folgte eine unglückliche 0:1-Niederlage gegen den Spitzenreiter HSV II. Aber bei der Teutonia hat man derzeit ohnehin andere Dinge im Blick: Das Hamburger Pokalfinale gegen Sasel. Insofern wird der Tabellenvierte das Heimspiel gegen das Schlusslicht aus Emden sicher nutzen wollen, um sich für das Saisonhighlight einzuspielen. Worum es für den Gast geht? Die seit einigen Wochen als Absteiger feststehenden Kickers wollen sich auch in Hamburg mit einer vernünftigen Leistung verabschieden. Das war ihnen zuletzt immer mal wieder mit dem ein oder anderen engen Ergebnis gelungen. Der letzte Sieg datiert allerdings von Anfang April. Damals gelang ein 2:1 bei Phönix Lübeck.

Spielfrei: 1. FC Phönix Lübeck

Die Tabelle

1.Hamburger SV II3478 : 4374
2.VfB Lübeck3472 : 2970
3.Hannover 96 II3474 : 5261
4.FC Teutonia 05 Ottensen3459 : 5155
5.SC Weiche Flensburg3453 : 4652
6.SV Drochtersen/​Assel3554 : 4250
7.TSV Havelse3452 : 4449
8.FC Eintracht Norderstedt3454 : 4747
9.Holstein Kiel II3458 : 5246
10.TuS BW Lohne3460 : 5846
11.SSV Jeddeloh3456 : 6245
12.FC St. Pauli II3451 : 6445
13.1. FC Phönix Lübeck3556 : 5444
14.SV Werder Bremen II3455 : 5844
15.Bremer SV3443 : 5540
16.VfV Borussia 06 Hildesheim3448 : 5739
17.BSV SW Rehden3439 : 5537
18.SV Atlas Delmenhorst3450 : 7332
19.BSV Kickers Emden3424 : 9415

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.