
Norderstedt – Der Klassenerhalt war das oberste Ziel – erreicht wurde er. Dennoch fällt das Fazit von Eintracht Norderstedts Sportchef Frank Spitzer zur Regionalliga-Saison 2025/2026 deutlich kritischer aus, als es der reine Tabellenstand vermuten lässt.
Zwar musste die Eintracht zu keinem Zeitpunkt der Saison einen Abstiegsplatz belegen, wirklich sorgenfrei verlief die Spielzeit allerdings nicht. „Wenn du es nüchtern siehst, haben wir die Klasse gehalten. Das war das oberste Ziel“, sagt Spitzer. Gleichzeitig räumt er ein, dass die Mannschaft immer wieder in gefährliche Tabellenregionen blickte: „Wir standen zwar nie auf einem Abstiegsplatz, haben aber gefühlt ständig mit einem Bein Richtung Oberliga geschaut. Das sollte diese Saison eigentlich nicht sein.“
Dementsprechend fällt auch seine Bewertung aus. Trotz des erreichten Klassenerhalts vergibt der Sportchef lediglich die Schulnote vier. Die Leistungen seien über die gesamte Saison hinweg zu wechselhaft gewesen.
Zwischen Pokal-Euphorie und fehlender Konstanz
Als größtes Problem sieht Spitzer die mangelnde Konstanz seiner Mannschaft. Immer wieder habe das Team starke Leistungen gezeigt, sich dafür aber nicht belohnt. Auf der anderen Seite habe es auch Spiele gegeben, in denen man „meilenweit davon entfernt war, Punkte mitzunehmen“.
„Wir hatten überhaupt keine Konstanz in den Leistungen. Das zog sich wie ein roter Faden durch die gesamte Saison“, erklärt der Sportchef.
Als sportliches Highlight hebt er dagegen das DFB-Pokalspiel beim FC St. Pauli hervor. Die Partie vor rund 30.000 Zuschauern sei für viele Spieler ein einmaliges Erlebnis gewesen und gehöre zu den größten Momenten der Vereinsgeschichte. Besonders die Tatsache, dass die Überraschung zeitweise greifbar nah war, sei in Erinnerung geblieben.
„Das war für viele wahrscheinlich das sportliche Highlight ihrer Karriere und für den Verein sicherlich eines der größten Ereignisse überhaupt“, so Spitzer.
Auf vorhandenes Fundament aufbauen
Für die kommende Saison setzt Norderstedt vor allem auf Kontinuität. Der Großteil des Kaders soll zusammenbleiben, um auf den Erfahrungen der vergangenen Monate aufzubauen.
Spitzer hofft, dass viele Spieler in ihrer Entwicklung den nächsten Schritt gemacht haben und das gewonnene Fundament nun in bessere Leistungen ummünzen können. „Wir wollen jetzt auf das Fundament, das vorhanden ist, weiter das Haus bauen“, beschreibt er den eingeschlagenen Weg.
Gleichzeitig werde gemeinsam mit dem neuen Trainer analysiert, an welchen Stellen der Kader gezielt verstärkt werden muss. Größere Umbrüche sind dabei allerdings nicht geplant.
Vorbereitung startet Ende Juni
Die Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison beginnt am 22. Juni. Nach einer ersten Trainingswoche steht die Teilnahme am Hansi-Merkur-Cup in Kaltenkirchen auf dem Programm.
Darüber hinaus sind bereits mehrere Testspiele geplant. Nach einem Duell gegen Eichede wird am 19. Juli die Saisoneröffnung gegen TSV Havelse stattfinden. Eine Woche später folgt der letzte Test unmittelbar vor dem Regionalliga-Start.
Punktuelle Veränderungen im Kader
Auch personell wird es noch Veränderungen geben. Mehrere Spieler werden den Verein verlassen, gleichzeitig sollen vier bis fünf Neuzugänge verpflichtet werden. Einige wurden bereits verkündet.
Bereits fest steht, dass Yevhenii Obushnyi den Verein verlassen wird. Der Offensivspieler habe sich laut Spitzer so positiv entwickelt, dass er nun den nächsten Karriereschritt gehen möchte.
„Den können wir nicht mehr halten. Er hat sich bei uns so entwickelt, dass er jetzt einen Schritt höher gehen will. Dann trennen sich die Wege manchmal, das ist im Fußball ganz normal“, erklärt der Sportchef.
Norderstedt setzt auf Kontinuität auf der Trainerbank
Ein weiterer Schwerpunkt liegt künftig auf Stabilität im Trainerbereich. Nach den Erfahrungen der vergangenen Jahre soll der neue Cheftrainer Özden Kocadal unabhängig von kurzfristigen Ergebnissen das volle Vertrauen der Vereinsführung erhalten.
„Uns ist bewusst, dass du nur dann dauerhaft stabile Leistungen bekommst, wenn du auch Kontinuität auf der Trainerposition hast“, betont Spitzer. Deshalb sei man bereit, gemeinsam mit dem neuen Trainer auch durch sportlich schwierigere Phasen zu gehen.
Mit dieser Strategie soll die Grundlage geschaffen werden, damit Eintracht Norderstedt in der kommenden Saison nicht nur den Klassenerhalt sichert, sondern sich dauerhaft im gesicherten Mittelfeld der Regionalliga etablieren kann.











