
Lübeck – Markus Schönherr ist seit diesem Jahr Teil der Trainerbank. Eine Aktion, die von der gemeinnützigen Sparkassenstiftung zu Lübeck ins Leben gerufen wurde und Coaches unter die Arme greifen soll. Der 32. Jährige gehört dem Bronze-Team an und trainiert aktuell beim 1. FC Phönix Lübeck.
Mit Herzblut an der Seitenlinie
Was Markus Schönherr am Trainersein fasziniert, ist weniger die Seitenlinie als vielmehr der Entwicklungsprozess dahinter. „Ich liebe es, jungen Menschen Anregungen zu geben und zu sehen, wie sie sich weiterentwickeln – nicht nur als Fußballer, sondern vor allem auch als Menschen“, beschreibt er seinen Antrieb. Für Schönherr steht der Mensch klar vor dem Spieler. Unterschiedliche Persönlichkeiten, verschiedene Hintergründe und Charaktere prägen seinen Alltag – genau darin sieht er den Reiz seiner Aufgabe. „Diese Vielfalt macht das Trainersein für mich sehr lebenswert.“
„Tolles Gefühl“
Besonders wichtig ist ihm, bei jungen Spielern langfristig Begeisterung zu entfachen. „Es ist ein tolles Gefühl, in jungen Spielern das Feuer für den Fußball oder generell für Sport zu entfachen und dieses Feuer zu erhalten.“ Dass seine Mannschaft aus vielen starken, individuellen Charakteren besteht, versteht er nicht als Herausforderung, sondern als Chance, gemeinsam mit Freude ambitionierte Ziele zu verfolgen.
Klare Ziele – bewusst Schritt für Schritt
Auch sportlich verfolgt Schönherr eine klare Linie. Mit dem erfolgreichen Abschluss der C-Lizenz im Profil Jugend im Jahr 2025 hat er den nächsten Schritt bereits gemacht. Perspektivisch strebt er – im Rahmen seiner zeitlichen Möglichkeiten – die B-Lizenz an. Sein Fokus bleibt dabei klar im Jugendbereich. „Mir ist wichtig, weiterhin Jugendliche sportlich und persönlich zu begleiten.“ Landesliga, Oberliga oder sogar Regionalliga im Nachwuchsbereich sind für ihn realistische, aber bewusst langfristige Ziele. Offen zeigt sich Schönherr auch für neue Felder: Der Mädchen- und Frauenfußball sowie das DFB-Stützpunkttraining haben durch Einblicke während der Lizenz-Ausbildung sein Interesse geweckt. Gleichzeitig bleibt er bodenständig: „Mir ist wichtig, diesen Weg Schritt für Schritt zu gehen und mich kontinuierlich weiterzuentwickeln.“
Die Trainerbank als Entwicklungsraum
Eine zentrale Rolle spielt für Markus Schönherr die Trainerbank. „Ich erhoffe mir vor allem eine ganzheitliche Weiterentwicklung – fachlich wie persönlich“, sagt er. Besonders das Thema Mental Coaching sieht er als wertvollen Impuls für seine Arbeit. Ebenso wichtig ist ihm der sportartenübergreifende Austausch. „Der Blick über den Tellerrand eröffnet Denkansätze, die ich direkt in meine Trainingsarbeit integrieren kann.“ Teil der Trainerbank zu sein, bedeutet für ihn Anerkennung und Verantwortung zugleich. „Es ist Vertrauen in meine Arbeit – und gleichzeitig ein Auftrag, diese Chance bewusst zu nutzen und weiterzugeben.“ Gerade die Verbindung aus fachlicher Qualifikation und persönlicher Reife macht für ihn den besonderen Wert des Programms aus.
Ein Trainer mit Ruhe, Haltung und klaren Prinzipien
Am Spielfeldrand beschreibt sich Schönherr als ruhig und beobachtend. Lob, gezielte Hilfestellungen und ein positives Klima stehen im Vordergrund. Fehler gehören für ihn ausdrücklich dazu. „Wir sollten keine Fehlersuche betreiben, sondern eine Schatzsuche.“ Dieser Gedanke aus der C-Lizenz-Ausbildung prägt seine tägliche Arbeit: Stärken erkennen, Potenziale fördern und Spieler ermutigen. Seine Autorität baut er nicht über Lautstärke, sondern über Fachlichkeit, Vertrauen und eine respektvolle Nähe auf. Erste Erfolge bestätigen diesen Ansatz: der Meistertitel in der C-Jugend sowie wertvolle Erfahrungen in der Landesliga-Qualifikation mit einem jungen Jahrgang. Besonders stolz ist er auf die Haltung seiner Mannschaft: „Die Jungs wollen sich messen, Widerstände erfahren und daran wachsen – das ist für mich ein riesiger Erfolg.“
Bildquellen
- Markus Schönherr: Markus Schönherr/oH
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