
Kiel – Während Holstein Kiel am vergangenen Sonnabend gegen Schlusslicht Greuther Fürth mit 1:2 verlor (HL-SPORTS berichtete) und sich danach mächtig darüber ärgerte, gab es Unmut auf den Tribünen – hüben wie drüben. Die Franken wollen sich vom Namen “Greuther“ abkoppeln, wieder als SpVgg Fürth auftreten. Im November soll darüber von den Mitgliedern abgestimmt werden.
An der Förde haben die Fans ein Problem mit der Polizei. „Aufenthaltsverbote auf Verdacht? Wer hat sich diese Scheiße wieder ausgedacht?“ war auf einem ausgerollten Banner im Fanblock zu lesen. Zudem gab es ein weiteres Spruchband zu sehen: „Bullenschweine“ stand darauf. Nicht unschwer zu erraten, wen man damit meinte – doch warum?
Vor der Partie wurden gegen zwei KSV-Ultras „präventive Aufenthaltsverbote“ ausgesprochen. Darüber berichteten die “Kieler Nachrichten“. Ein 17- und ein 22-Jähriger sollen an einer körperlichen Auseinandersetzung in Fockbek beteiligt gewesen sein. Die Personen waren mutmaßlich mit Holstein-Utensilien vermummt. Worum es bei dem Fall außerhalb der Landeshauptstadt ging, ist nicht bekannt.
Über 50 Personen verletzt
Seit zwei Wochen herrscht allerdings wieder bundesweite “Action“ zwischen Polizei und Ultras. Rund um das Zweitliga-Spiel Hertha BSC gegen Dynamo Dresden kam es zu schweren Krawallen. Dabei wurde insgesamt über 50 Personen verletzt. Die Schuld geben sich beide Seiten gegenseitig. Die “Berliner Morgenpost“ berichtete nun über einen Rassismus-Vorfall eines Beamten gegen ein Hertha-Präsidiumsmitglied. Dieser Fall wird untersucht, wie der gesamte Tag und seine Geschehnisse. Aufgrund dessen solidarisieren sich viele Ultra-Gruppierungen.
SEK verhaftet mutmaßlichen Hooligan
Die Nachrichten von Randale reißen allerdings auch nicht ab. In der Vorwoche gab es welche bei der Partie 1. FC Magdeburg gegen Dynamo Dresden. Hier wurde nun ein 29-jähriger Magdeburger durch ein Sondereinsatzkommandos (SEK) der Polizei verhaftet. Er steht im Verdacht einen Pflasterstein auf einen Beamten geworfen zu haben. Gegen ihn wird unter anderem wegen des Verdachts des versuchten Mordes ermittelt. Während der Begegnung versuchten FCM-Anhänger in den Dynamo-Block zu gelangen, teils unter Nutzung von Pyro-Geschossen. Aus dem Innenministerium von Sachsen-Anhalt gab es Vorwürfe gegen die Hausherren.
U19-Bus fackelt ab: Racheakt von “Freunden“?
Den Höhepunkt am vergangenen Wochenende gab es in Frankfurt. Dort war die U19-Auswahl von Hallescher FC bei der SG Eintracht zu Gast. Nach dem Freundschaftsspiel wurde ein Brandanschlag auf den Mannschaftsbus des HFC verübt. Das Fahrzeug brannte vollkommen aus. Der Regionalligist zeigte sich schockiert und erklärte: „Wir sind tief erschüttert und fassungslos über den Angriff auf den HFC-Mannschaftsbus, mit dem unsere U19-Mannschaft in Frankfurt war. Dass sich zu diesem Zeitpunkt keine Spieler oder Betreuer im Bus befanden, somit keine Menschen zu Schaden gekommen sind, ist das einzig Positive an diesem Vorfall. Dennoch sitzt der Schock tief.“ Das Ganze könnte ein Racheakt gewesen sein. Im vergangenen Jahr gab es Ausschreitungen, wobei Hallenser Hooligans auf dem Rasen auf Spieler von Chemie Leipzig einschlugen. Die Chemie-Fans beschossen zuvor auf die Tribüne des Gegners. Die Leipziger sollen enge Kontakte mit der Frankfurter Szene haben. Im März könnte es in diese Fehde weitergehen, dann trifft Halle auf Chemie – in Leipzig.
Bildquellen
- Polizei: Lobeca/Ines Hähnel
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