Eutin 08 II und Dersau/Kalübbe verlieren erneut – Gremersdorf entscheidet Derby dank Petersen-Doppelpack

FSG Saxonia feiert ersten Saisonsieg

Am Freitagabend feierte die FSG Saxonia beim TSV Dannau seinen ersten Saisonsieg. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Eutin – Am vierten Spieltag der Kreisliga Südost wurde wieder einiges geboten. Zahlreiche vielversprechende Spiele standen an, denn es trafen Favoriten, ungeschlagene Mannschaften und weitere Top-Teams aufeinander. Zudem gab es bereits am Freitagabend einen späten Sieg für die FSG Saxonia, die somit im vierten Anlauf den ersten Dreier holte.

TSV Dannau – FSG Saxonia 1:4 (0:0)

Die Saison startete für den TSV Dannau richtig gut. Mit einem 4:0-Sieg gegen den SV Rickling gab es einen Auftakt genau nach Plan für den Aufsteiger aus dem Kreis Plön. Es war ein offensiv starker Auftritt, bei dem hinten zudem nichts wirklich zugelassen wurde. Doch es folgten im Anschluss zwei Niederlagen, darunter eine echte Klatsche am Dienstagabend bei der SG Bösdorf/Malente. Nun wollte die Mannschaft von Stefan Gärtner die dritte Niederlage in Serie abwenden, doch Gegner FSG Saxonia verfolgte ebenfalls das klare Ziel, die drei Punkte mitzunehmen. Schließlich erwischte die FSG einen Fehlstart mit nur zwei Punkten aus den ersten drei Spielen. Dabei gab es drei verschiedene Auftritte, denn auf eine gute Leistung gegen Dersau/Kalübbe folgte ein dürftiger Auftritt in Eutin sowie ein Remis gegen Gremersdorf, wo man Glück hatte, dass der Gegner aus vielen Chancen zu wenig machte.

In Dannau sollte dieses Problem allerdings ganz klar der Mannschaft von Tobias Becker begegnen. Diese trat gegen den Aufsteiger mutig und dominant auf. Mit hohem Pressing und einer insgesamt sehr hoch verteidigenden Hintermannschaft sollte der Gegner nahezu durchgehend in die eigene Hälfte gedrängt werden. Bereits nach drei Minuten verzeichnete Dominic Schürmann den ersten Abschluss der Partie, der allerdings ein gutes Stück über den Querbalken ging. Kurz darauf fand eine Flanke von Matze Fink Kapitän Mattis Kringel, der mit seinem Kopfball knapp verpasste. Es zeigte sich früh, in welche Richtung es an der Hauptstraße in Dannau gehen würde. Nach neun Minuten meldete sich dann allerdings auch der Gastgeber mal an, als ein Freistoß von Ohse bei Schreiber landete, der allerdings vorbeiköpfte. Fünf Zeigerumdrehungen später gab es dann allerdings auf der anderen Seite den ersten kleinen Aufreger. Kringel brachte den Ball artistisch auf das Tor, doch Torhüter Ruben von Keitz kratzte den Ball raus. Es war die beste Gelegenheit der Anfangsphase.

Im Anschluss zog Dannau einen Freistoß aus aussichtsreicher Position flach am Tor vorbei, doch auf der anderen Seite wurde es brandgefährlich. Der Ball wurde durchgesteckt zu Dominic Schiffer, der von halblinks allein vorm Tor am Keeper scheiterte. Die Führung der Gäste lag so langsam in der Luft, denn die klaren Torchancen häuften sich immer mehr. So verpassten zunächst Knaub und Schiffer, bevor Kringel einen Kopfball nach Ecke knapp über die Latte brachte. Alle drei Gelegenheiten verzeichnete die Gastmannschaft binnen nicht einmal drei Minuten. Es sollten allerdings auch die letzten vor der Halbzeit sein, sodass es torlos in die Pause ging. Saxonia war klar spielbestimmend, doch meist fehlte im Spiel nach vorne noch das Tempo oder aber die Präzision. Dannau versuchte über Umschaltmomente gefährlich zu werden, was allerdings überhaupt nicht gelang. Die einzigen beiden Abschlüsse resultierten aus Standardsituationen, die jeweils aber auch für keine allzu große Gefahr sorgten. Es sollte an diesem Freitagabend also eine Frage der Zeit sein, bis die FSG Saxonia sich für ihr deutliches Chancenplus und die klar mehr Spielanteile belohnen würde.

Die erste Möglichkeit im zweiten Durchgang gehörte dann allerdings dem TSV Dannau und diese hatte es in sich. Saxonia verlor am eigenen Sechzehner den Ball, störte den Angreifer nicht energisch genug und so hatte Eslam Amiri das leere Tor vor sich, doch er traf nur den Innenpfosten. Da fehlte ganz wenig und der Aufsteiger hätte den Spielverlauf komplett auf den Kopf gestellt. Die Gärtner-Elf war nach dem Seitenwechsel allerdings auch besser im Spiel, war mutiger, doch ging dadurch auch mehr Risiko. Nach 51 Minuten gab es dann den Verletzungsschock, denn Tristan Anders, der beste Torschütze der Gastgeber, verletzte sich und musste raus. Kurz darauf scheiterte Knaub am Torhüter der Hausherren. Es waren viele Chancen, die der Gast hier liegenließ, denn der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Nach einer Stunde sollte dann allerdings der erlösende Treffer fallen. Über halblinks ging es nach vorne, Dannau verteidigte zu passiv und Andrej Knaub (60.) belohnte seine Mannschaft. Kurz danach lag der Ball erneut im Tor, doch ein Handspiel zuvor ließ das vermeintliche 2:0 der Gäste nicht zählen.

Dannau musste nach dem Rückstand nun deutlich mehr für das Spiel tun und mutiger werden, was sie auch taten. Zwar ging aus dem Spiel heraus weiterhin wenig Gefahr aus, doch die ruhenden Bälle sollten eine echte Waffe werden. So trat Ohse einen Freistoß vors Tor, dieser wird verlängert und dann war es Paul Schreiber (67.), der tatsächlich ausglich. Aus wenig machte Dannau ganz viel und nun ernteten sie neuen Mut. Es wurde ein offeneres Spiel, in dem Saxonia nicht mehr das ganz so große Übergewicht wie noch in den ersten 50–60 Minuten hatte. Dennoch blieb die Becker-Elf gefährlicher, beispielsweise durch Meier, der aus der Distanz die Latte traf. Die Hausherren haderten nach der Pause mit Verletzungen, denn nach Anders musste nun auch Ohse raus. Zehn Minuten vor dem Ende war es dann mal eine Chance für den TSV, doch Maurice Stöffer scheiterte am Torhüter. Es kam hier richtig Spannung auf, doch dann sollte es den bitteren Dämpfer für den Aufsteiger geben. Dominik Schiffer (82.) trat zum Freistoß, traf die Mauer, doch von dieser ging der Ball unhaltbar ins Tor. Bitter für Dannau, doch es boten sich die Gelegenheiten auf den erneuten Ausgleich. So verpasste zunächst Amiri und anschließend nach Eckball Stöffer per Kopf.

Die Kräfte beim Heimteam waren weg und Saxonia brachte im Laufe des Spiels frische Kräfte, die in den Schlussminuten das Spiel entscheiden sollten. So zog Joker Lucas Fink (88.) mal das Tempo an, der Verteidiger rutschte ins Leere, sodass er allein vor dem Tor zum 3:1 traf. Es war die Entscheidung, auch wenn die Hausherren es nochmal versuchten und aufmachten. Die Räume nutzten die Gäste, sodass Knaub (90.) mit dem 4:1 den Schlusspunkt setzte. Es war ein verdienter Dreier für die Mannen aus Bornhöved, auch wenn der Gegner im zweiten Durchgang eine starke Moral bewies und selbst nach dem 1:2 am Ausgleich kratzte. Es war der erste Saisonsieg für die FSG, bei der nun endlich der Knoten in der neuen Liga platzte. Dannau dagegen musste neben der Niederlage auch mehrere verletzte beziehungsweise angeschlagene Spieler verkraften. Die Starteuphorie nach dem Sieg zum Auftakt und dem Aufstieg ist verflogen, denn mit drei Niederlagen in Serie ist der TSV Dannau nun im Tabellenkeller angekommen.

SV Kirchbarkau – TSV Lütjenburg 6:0 (3:0)

Für den TSV Lütjenburg ging es am Sonnabend darum, nach drei Niederlagen zum Start die ersten Punkte der Saison einzufahren. Zu Gast war die Mannschaft von der Kieler Straße allerdings beim SV Kirchbarkau, der sehr heimstark ist. So gewann der Aufsteiger von 2024 sein erstes Spiel zu Hause mit 3:2 gegen den SC Cismar. Dabei zeigten sie sich gegen den Ball sehr kompakt und immer wieder mit Nadelstichen. In Lensahn gab es allerdings eine 1:5-Niederlage, sodass in beiden Auswärtsspielen ohne Punkte der Gang nach Hause angetreten werden musste. Nun durfte man allerdings wieder auf einen echten Unterschiedsspieler in den Reihen setzen. Jesse Schlüter kehrte zurück ins Team des SVK, was sich bemerkbar machen sollte. Nach einem Einwurf sollte dieser für die Führung (5.) sorgen. 20 Minuten später steckte Schlüter für Felix Viehweger (25.) durch, der erhöhte. Kirchbarkau war klar spielbestimmend, verpasste die Führung noch weiter auszubauen. Dennoch sollte Sascha Böttcher (41.) nach starkem Dribbling von Viehweger zuvor zum 3:0-Pausenstand treffen. Es war eine klare Angelegenheit gegen einen klar unterlegenen TSV Lütjenburg, der personell stark dezimiert war.

Nach der Pause setzte Kirchbarkau munter weiter, denn Rösler scheiterte mit seinem Schuss vom Sechzehner, doch der Gästekeeper wehrte nach vorne ab, wo Böttcher (50.) eiskalt einschob. Eine weitere deutliche Niederlage, wie an den ersten beiden Spieltagen, drohte dem TSV eine Klatsche. Die Hausherren ließen weitere Gelegenheiten aus, verpassten die Führung noch weiter auszubauen. In der Schlussviertelstunde sollte Philipp Rösler (78.) nach Steckpass von Knust auf 5:0 erhöhen, bevor der Vorlagengeber den Schlusspunkt setzte. Erneut hatte Schlüter seine Füße im Spiel und Marvin Knust (84.) schob ohne Mühe ein. Im Anschluss verpasste Kirchbarkau weitere Treffer, auch weil immer wieder ein Lütjenburger Bein im Weg stand. Der Heimsieg war dennoch über die volle Distanz ungefährdet und daher auch hochverdient.

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Der SV Kirchbarkau gewann zu Hause gegen Lütjenburg. Foto: SV Kirchbarkau/o.H.

SG Dersau/Kalübbe – TSV Lensahn 0:3 (0:0)

Zwei Top-Favoriten auf den Titel trafen am Sonnabend im Dersauer Waldstadion aufeinander. Die SG Dersau/Kalübbe empfing den TSV Lensahn und hatte durchaus schon etwas Druck. Aus den ersten drei Spielen holte die Mannschaft von Holger Böttcher schließlich nur einen Sieg, verlor am Mittwochabend zudem beim SC Cismar (1:3). Daher musste nun eine Steigerung her, denn das Gesicht aus der Schlussphase in Grömitz brauchte es diesmal über die volle Distanz. Es wartete allerdings ein erneut offensivstarker Gegner, der derzeit immer mehr in Fahrt kommt. Das 1:7 an der Gildestraße schien für den TSV Lensahn ein Ausrutscher gewesen zu sein, denn es folgten im Anschluss zwei deutliche Siege. Lütjenburg (7:1) und Kirchbarkau (5:1) wurden souverän bezwungen, sodass man wieder absolut im Soll ist. Vor allem die hochkarätige Offensive um die Ratje-Brüder, Connor Prüss und Haruna Jammeh soll nur schwer gestoppt werden.

Im ersten Durchgang war Lensahn klar spielbestimmend. Sie hatten mehr vom Spiel und das Chancenplus. Vadim König sagte: „Von der ersten Minute an waren wir gut im Spiel und hatten die Partie auswärts in Dersau über weite Strecken im Griff. Vor allem unsere Defensive stand an diesem Tag richtig stark. Dersau kam aus dem Spiel heraus zu keinem einzigen Torschuss und wir haben insgesamt nur sehr wenig zugelassen. Gleichzeitig konnten wir nach vorne immer wieder für Gefahr sorgen.“ Mit einem 0:0 ging es zur Halbzeit in die Kabine. Das Ergebnis war zu diesem Zeitpunkt noch absolut in Ordnung, auch wenn wir uns offensiv schon etwas mehr vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann direkt den Druck erhöht und uns einige gute Möglichkeiten erspielt. Dersau hatte immer größere Probleme, für Entlastung zu sorgen, und wir waren zunehmend spielbestimmend.“ Der überfällige Führungstreffer (73.) fiel durch Haruna Jammeh (73.). „Die 1:0-Führung war dann auch absolut verdient und zu diesem Zeitpunkt überfällig. Danach haben wir weiter nach vorne gespielt und konnten das Ergebnis noch weiter ausbauen“, sagte König. Erneut Jammeh (89.) sowie Connor Prüss (95.) setzten den Schlusspunkt zum 3:0. „Am Ende steht ein verdienter Auswärtssieg, der auch in dieser Höhe völlig in Ordnung geht. Besonders die Leistung unserer Defensive und die Geschlossenheit der gesamten Mannschaft machen uns an diesem Tag stolz. Jetzt freuen wir uns auf unser erstes Spiel auf Rasen und wollen dort direkt den nächsten Schritt machen.“

Eutin 08 II – SC Cismar 0:4 (0:1)

Zwei komplett verschiedene Gefühlsewelten trafen am Sonnabend in der Rosenstadt aufeinander. Eutin 08 II hatte nach einer deutlichen 2:8-Klatsche bei der SG Göhl/Oldenburg einiges wiedergutzumachen und wollte daher ein anderes Gesicht zeigen. Vor allem defensiv brauchte es mehr Stabilität, denn schließlich sollte der nächste Gegner ebenfalls eine Menge Torgefahr mitbringen. Der SC Cismar erzielte zwölf Treffer in den ersten drei Partien, in denen es zudem zwei Siege gab. Beide allerdings auf heimischem Platz, denn die Grömitzer tun sich in der Fremde schwer. Gegen die Eutiner allerdings nicht unbedingt, denn mit Ausnahme des vergangenen Duells am letzten Spieltag der Vorsaison sollten die Grömitzer eine sehr gute Bilanz gegen 08 haben. Nun sollten personell ein paar Spieler fehlen. Bennet Kern saß seine Gelb-Rot-Sperre ab und auch Stürmer Lennard Siebrecht fehlte. Die Offensive musste somit etwas umgebaut werden, wofür sich am Mittwoch allerdings bereits Youngster Jamie Birkner bewarb, der als Joker ordentlich Schwung ins Spiel brachte und das zwischenzeitliche 2:0 erzielte. Auch Vincent Kern traf, er startete ebenfalls. Eutin hatte nach dem Spiel in Oldenburg noch ein paar Fragezeichen, was die personelle Situation anging. Monty Gutzeit musste verletzt dort raus, sodass um einen Einsatz gebangt wurde, doch es sollte reichen beim Torschützenkönig der vergangenen beiden Jahre, sodass er startete.

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Im ersten Durchgang war es noch ein sehr ausgeglichenes Spiel. Beide Mannschaften verzeichneten Torchancen. Dabei sollte Eutin eine Riesengelegenheit haben, als SCC-Keeper Dennis Kuhlmann schon geschlagen schien, Gutzeit querlegte, doch Jesper Görtz einen Verteidiger anschoss, statt den Ball über die Linie zu drücken. Auf der anderen Seite sollte es dann einen Elfmeter geben: „Dann gehen wir durch einen Elfmeter in Rückstand, wo wir uns beim Foul nicht clever verhalten“, sagte Florian Schumacher. Cismars Linus Munzel (38.) traf. Im Anschluss kam es noch härter für die Eutiner, denn Lennard Jakubenko sah Gelb-Rot. Mit dieser war der Eutiner Trainer nicht einverstanden: „Dann bekommen wir in der 40. Minute eine Gelb-Rote Karte, wo der Schiedsrichter ein Klatschen gegen seine Entscheidung wahrnimmt. In diesem Moment sind wir im eigenen Angriff. Ich habe da kein Fehlverhalten meines Spielers wahrgenommen, achte aber auch auf den Angriff. Mit einem Mann weniger haben wir Cismar das Spiel mit dem Ball überlassen und sind bis zur Hydrationbreak dem 1:1 näher als Cismar dem 0:2. Die Jungs haben es bis dahin super gemacht.“

In der Schlussphase sollten die Gäste nachlegen. Linus Kluge (74./79.), Jamie Birkner (78.) erhöhten auf 4:0. Es war der Endstand, sodass nun endlich auch in der Fremde gepunktet wurde. Daniel Temme sagte: „Die Einstellung hat gestimmt, spielerische Akzente gesetzt und Leidenschaft mitgebracht. Am Ende nehmen wir drei Punkte mit nach Hause und besiegen endlich unseren Auswärtsfluch. Nun wissen wir, dass wir auch auswärts der SC Cismar aus den Heimspielen sein können. Wir haben viele Dinge richtig gemacht, u. a. wieder gut verteidigt. Dennoch müssen wir gewisse Dinge im Aufbau noch verbessern. Da machen wir teilweise zu einfache Fehler. Daran werden wir arbeiten. Aber heute darf das Ding gefeiert werden und dann geht der Fokus auf das nächste Heimspiel gegen Gremersdorf.“ Für Eutin sollte es die zweite deutliche Niederlage innerhalb von wenigen Tagen sein. Diese wurde allerdings realistisch eingeschätzt: „Im Nachgang war die Gelb-Rote Karte der Knackpunkt, welcher Cismar dann in die Karten spielt.“

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Jubel beim SC Cismar nach dem Sieg in Eutin. Foto: SCC/o.H.

TSV Gremersdorf – SG Göhl/Oldenburg 3:1 (0:0)

Am Bankendorfer Weg stand am Sonnabend ein Derby an. Der TSV Gremersdorf empfing dabei mit der SG Göhl/Oldenburg einen Nachbarn und direkten Konkurrenten auf das obere Tabellendrittel. Die sportliche Ausgangslage war relativ ähnlich. Die Heimmannschaft sollte noch ungeschlagen in dieses Derby gehen, doch stand eben auch nur bei einem Sieg. Auf den Auftakterfolg gegen Großenbrode (3:0) folgten zwei Unentschieden gegen Bösdorf/Malente (2:2) und die FSG Saxonia (1:1). Dabei hatten beide Remis durchaus Parallelen. Nicht nur, dass beide in der Fremde resultierten, sondern auch, dass der TSV jeweils ausglich, doch aufgrund zahlreicher vergebener Chancen auch den Sieg verpasste. Sie waren jeweils sehr nah dran, doch am Ende wurden dennoch insgesamt vier Punkte, aus Gremersdorf-Sicht unnötig liegengelassen. Gegner SG Göhl/Oldenburg reiste mit sechs von neun Punkten an. Beide Siege wurden zu Hause geholt, doch vor allem der 7:2-Sieg gegen Eutin 08 II war ein Ausrufezeichen. Daran sollte angeknüpft werden, auch wenn einige Spieler fehlten. Durch das parallel stattfindende Auswärtsspiel der Oberligamannschaft bekam die Zweite nur minimal Unterstützung. Mattis Markmann half aus, doch Mika Wölk, Leon Wellendorf und Co. fehlten. Auf Markmann und Sturmpartner Tim Röben, der dreifach gegen Eutin traf, lag die Hoffnung.

Die Hausherren kamen wie bereits bei der FSG Saxonia am Dienstagabend nicht gut in die Partie. Sie verpennten die Anfangsphase und hatten dort Glück, dass Röben nur die Latte traf. Im Anschluss kam Gremersdorf besser rein und traf durch Lennart Petersen ebenfalls das Aluminium, bevor Felix Severin den Abstauber verwandelte. Eine Abseitsposition lag allerdings vor. Insgesamt sollte es allerdings eher eine ausgeglichene Partie sein. Oldenburg hatte dabei etwas mehr den Ball, doch im gesamten Spiel tat sich die junge Truppe schwer, gefährlich ins letzte Drittel zu kommen. So ging es ohne Tore in einem eher zähen Derby in die Pause. Nach dieser sollte der TSV dann allerdings die Oberhand haben. Christian Ippig sagte: „Die zweite Hälfte dominieren wir, während die SGGO zunehmend auch konditionell abbaute, kamen wir immer besser ins Spiel und konnten uns diverse Chancen herausspielen.“ Felix Severin (64.) sollte letztlich nach einem Steilpass zur Führung treffen. Diese war verdient, doch die Antwort folgte prompt – Tim Röben (70.), der auffälligste Spieler der Gäste, sollte aus 20 Metern zum Schuss kommen und traf sehenswert in den Winkel.

Die Schlussphase brach an und für den TSV sollte vor allem ein Spieler in den Fokus rücken. Mittelfeldmann Lennart Petersen (81.) lief seinem Gegenspieler davon und traf zur erneuten Führung, auch wenn Gästekeeper Ott noch seine Finger dran hatte. Ein Konter nach eigener Ecke, den erneut Petersen (84.) verwandelte, sollte den Gästen endgültig den Stecker ziehen.

So gab es den zweiten Saisonsieg für Gremersdorf, der am Ende auch absolut verdient war. Der siegreiche Coach sagte: „Ich muss die gesamte Mannschaft einfach loben, wie konzentriert und „erwachsen“ sie heute nach dem durchwachsenen Beginn gespielt hat. Dies macht echt Spaß.“ Gästetrainer Mario Markmann sagte: „Ich denke, wir haben ein eher lahmes Derby gesehen. Es war ein überwiegend ausgeglichenes Spiel, in dem wir zwar mehr Ballbesitz hatten und zeitweise das Spiel auch im Griff hatten, aber nichts daraus gemacht haben. Bei uns fehlte vor dem Tor die Durchschlagskraft. Wir hatten gute Aktionen, aber es fehlte dann die Qualität beim letzten Pass. Der Gegner hat es mit viel Einsatz verteidigt und wir hätten insgesamt mehr investieren müssen. Nachdem sich eigentlich ein typisches Unentschieden-Gekicke entwickelt hatte, lassen wir dem Gegner im letzten Drittel des Spiels in einigen Aktionen zu viel Raum und sie kommen zu gefährlichen Situationen, aus denen sich dann unnötige Gegentore ergeben.
So kassieren wir wieder eine bittere Niederlage.“

SG Bösdorf/Malente – FT Preetz 2:2 (2:2)

Die SG Bösdorf/Malente hatte Grund zu feiern am Sonnabend. Es stand das eigene Sommerfest an und passend dazu sollte mit der FT Preetz eine Mannschaft gastieren, die genauso wie man selbst noch ohne Niederlage war. Während die SG sieben Punkte aus drei Spielen holte und zuvor den TSV Dannau mit 7:1 dominierte, sollten die Gäste fünf Punkte auf dem Konto haben. Ein Sieg stand zwei Remis gegenüber, wobei man vor allem beim 1:1 in Großenbrode dem Sieg deutlich näher war. SG-Coach Benjamin Berger warnte bereits Anfang der vergangenen Woche vor der FT, noch bevor Dannau zu Gast war. Ein anderes Kaliber sollte kommen, für das man sich die nötige Gier und die Leichtigkeit holen wollte.

Im ersten Durchgang war die FT Preetz das spielbestimmende Team. Mit mehr Ballbesitz und Durchschlagskraft stellten sie den Gastgeber vor Herausforderungen: „Preetz kam mit Wucht und Geschwindigkeit in die letzte Reihe, was uns Probleme bereitet hat“, verriet Berger. Dennoch gelang seiner Mannschaft der Führungstreffer, nachdem Fabian Riemann für Jan-Ole Wiebcke (18.) auflegte. Kurz darauf sollte allerdings direkt der Ausgleich folgen, wobei die Hausherren im Zentrum trotz Überzahl es nicht schafften, den Angriff zu unterbinden. Ugurcan Er (22.) traf. Es ging in Bösdorf allerdings Schlag auf Schlag, denn die erneute Führung ließ nur zwei Minuten auf sich warten. Jannes Radzuhn eroberte den Ball an der gegnerischen Eckfahne, setzte sich gut durch und bediente seinen Bruder Matti Radzuhn (24.), der ins lange Eck traf.

Danach sollte die FT allerdings erneut eine schnelle Antwort parat haben, denn Bösdorf/Malente war nicht wach, was der Gegner nutzte. „Das haben sie wirklich geil gespielt“, musste Berger anerkennen. Jon Warkotsch (30.) traf. Es war der Pausenstand, der insgesamt das Spiel allerdings nur bedingt widerspiegelte. Preetz war die bessere Mannschaft, machte allerdings wieder einmal zu wenig aus den Chancen. So gab es mehrere Alutreffer. Der Heimelf fiel an sich wenig ein, zeigte sich aber sehr effizient. Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild etwas, auch weil der Trainer der Heimmannschaft Anpassungen vornahm: „In der Halbzeit haben wir die Fehler angesprochen und waren in der zweiten Hälfte besser im Spiel, aber nicht zwingend genug. Es gab hier und da ein paar Chancen, aber leider belohnen wir uns nicht. Wir haben nicht viel mit dem eigenen Ball gemacht, das nervt mich etwas, aber das arbeiten wir auf und besprechen wir.“ Eine ausgeglichene zweite Hälfte sollte keine weiteren Treffer mehr bringen, auch wenn beide noch Gelegenheiten hatten. Manstein lief zweimal auf den Torhüter zu, doch brachte den Ball nicht im Tor unter. So blieb es beim 2:2, womit beide Teams ihre Ungeschlagen-Serie ausbauen. Insbesondere die Gäste ärgerten sich allerdings über eine erneute Punkteteilung, denn es war die dritte im vierten Spiel. Bösdorf dagegen hat nun zwei Siege und zwei Remis und bereitet sich auf den Tabellenführer vor. Am Sonnabend gastiert nämlich die SG Insel Fehmarn.

SV Rickling – SG Insel Fehmarn 0:10 (0:8)

Zwei Gegensätze trafen am Sonntagnachmittag aufeinander. Der SV Rickling verlor die ersten beiden Spiele bei einem Torverhältnis von 2:14 und musste sich früh am Tabellenende wiederfinden. Die Defensive war nicht stabil genug und die schwierige personelle Situation machte es nicht leichter. Nun war die SG Insel Fehmarn zu Gast, die das absolute Gegenstück zum Aufsteiger ist. Zwei Siege und 17:3 Tore ließen die Mannschaft von Andre Hack von ganz oben grüßen. Das Aufeinandertreffen der beiden Gegensätze sollte eigentlich bereits unter der Woche stattfinden, doch es wurde sich auf eine Spielverlegung geeinigt. Es ist das Spiel mit der weitesten Distanz zwischen den beiden Heimspielstätten, weshalb die Ansetzung auf einem Dienstag schon Fragen aufkommen ließ. Nun fand es wenige Tage später statt und dennoch standen pro Tour fast zwei Stunden Autofahrt für die SG Insel an. Müde kam diese allerdings nicht wirklich an, denn die Mannschaft brannte, den dritten Sieg einzufahren und sich die Tabellenspitze zurückzuholen. In der Anfangsphase hielt die Heimmannschaft noch gut dagegen, doch dann ging es für sie dahin. Bereits zur Pause sollte es 8:0 für die Gäste stehen, die jede kleine Nachlässigkeit des Gegners gnadenlos ausnutzten. Justin Simon (13./35.), Tjelk Jacob (15./17./26./40.) sowie Fabian Plöger (32.) und Fabian Ackermann (41.) trafen und machten den Sack früh zu. Trotz guter Anfangsphase war die Heimelf gegen den jungen und spielstarken Gegner anschließend maßlos überfordert. Trainer Oliver Pekrun sagte: „Das Ergebnis spiegelt leider nur 30 Minuten wider, in denen wir alles zugelassen haben und die Gegenwehr komplett aufgegeben haben. Bis zum 0:1 sind wir gut in die Partie gekommen und haben den nötigen Einsatz gezeigt, um es Fehmarn schwerzumachen. Nach dem Gegentor war alles weg. Dann hat uns der Gegner überrollt und unsere Nachlässigkeit ausgenutzt.

Im zweiten Durchgang änderte sich das Bild etwas. Die Gegenwehr wurde wieder mehr. Pekrun sagte: „Mit Beginn der zweiten Hälfte war es wieder besser und erst zum Ende der Partie, als die Kräfte schwanden, da wir ab der 62. Minute mit einem Mann weniger auskommen mussten, fielen noch zwei Treffer. Fehmarn hat es gut gespielt, aber wir haben sie auch 30 Minuten dazu eingeladen.“ Gleichzeitig muss man aber auch sagen, dass es nach der Pause noch einige Chancen für die Ostholsteiner gab, das Ergebnis noch weiter auszubauen. So hatte Jacob drei Minuten nach Wiederbeginn die große Chance allein vorm Torhüter und auch die anschließende Ecke war brandgefährlich. Einen direkten Freistoß von Plöger, den Keeper Niklas Zebold hielt, ließ die SG ebenfalls liegen. Es wurden nach der Pause viele Möglichkeiten ausgelassen, auch nach der Gelb-Roten Karte für Tom Dähnrich nach einem Foulspiel. Im 4-4-1 agierend, wollte Rickling dagegenhalten und sie versuchten noch mit aller Kraft gegenzuhalten. In den Schlussminuten sollte es dann allerdings doch noch zweistellig werden. Jacob setzte sich gut durch, spielte den Ball zu Plöger (85.), der das neunte machte. Drei Minuten später sollte der erfahrene Stürmer vom Elfmeterpunkt den 10:0-Endstand erzielen. Zuvor wurde Niklas Specht im Sechzehner gefoult. So gab es den dritten deutlichen Sieg in Folge für die SG Insel, die wieder nach ganz oben springt. David Beljan sagte zum Auswärtsdreier: „Wir haben 10:0 in Rickling gewonnen nach einer langen Auswärtsfahrt. Die erste Hälfte war top, aber zweite Halbzeit ein lauer Sommerkick. Wir haben drei Punkte. Weiter geht es am Wochenende in Bösdorf.“

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