Eutin macht Vizemeisterschaft klar – Großenbrode feiert Derbysieg

SG Bösdorf/Malente holt Remis gegen Absteiger

Eutin 08 II sicherte sich die Vizemeisterschaft durch einen 4:0-Heimsieg. Foto: Niklas Runne

Eutin – Der letzte Spieltag in der Kreisliga Ost steht in den Geschichtsbüchern und die letzten Entscheidungen sind gefallen. Nach der gesicherten Meisterschaft der SG Dobersdorf/P’hagen am Dienstagabend legte Eutin 08 II mit der Vizemeisterschaft nach und geht in die Aufstiegsspiele. Im Tabellenkeller wurde der zweite Absteiger neben der SpVgg Putlos gefunden, Gleiches gilt auch für den 14. Platz, der allerdings ungefährdet ist.

SG Bösdorf/Malente – Raisdorfer TSV 2:2 (1:2)

Für die SG Bösdorf/Malente ging es zum Saisonabschluss nur noch darum, die Spielzeit mit einem positiven Gefühl zu beenden. Es sollte ein Dreier im letzten Heimspiel her, damit die Serie zu Hause nicht reißt. Zu Gast war der Raisdorfer TSV und für diesen ging es zum Abschluss nochmal um alles. Ein Sieg war Pflicht, um die Klasse zu halten, gleichzeitig musste man auf eine Niederlage des TSV Lütjenburg hoffen, der allerdings das abgestiegene Schlusslicht Putlos empfing. Bösdorf/Malente wollte nichts herschenken und so war die Anfangsphase ziemlich hektisch. Dragan Mitrovic meldete die Gäste mit einem ersten Abschluss nach zehn Minuten an, doch dieser ging ein deutliches Stück vorbei. Im Anschluss wurde Bösdorf zwingender. Argurian Zogaj scheiterte aus spitzem Winkel am Torhüter. Sieben Minuten danach machte es dann Lucas Paulauskas (23.) besser, sodass die Heimelf in Führung ging. Diese hielt allerdings nicht lange, denn Frederik Kramer (29.) bestrafte einen individuellen Fehler von Torhüter Jesko Saggau. Im Anschluss kam Raisdorf zu Chancen, sodass Daniel Hilbert (43.) einen Gegenstoß nach Fehlpass der SG vollendete. Somit ging der Tabellenvorletzte mit einer Führung in die Pause und der Blick ging nach Lütjenburg. Dort führte der TSV allerdings bereits mit 2:0, sodass die Tendenz klar Richtung Abstieg der Raisdorfer zeigte. Im zweiten Durchgang in Malente war es die Heimelf, die unbedingt die Antwort wollte. Sie war spielbestimmend und glich spät aus. Mattis Boysen (85.) köpfte nach Saggau-Ecke ein und rettete seine Mannschaft vor der zweiten Heimniederlage in dieser Saison. Das 2:2 war der Endstand und für die Gäste war damit klar, dass der Gang in die Kreisklasse A angetreten werden muss.

Benjamin Berger (Bösdorf/Malente): „Eine anstrengende Saison ist nun vorbei. Wir gehen verdient in Führung, haben den Ball viel laufen lassen und Raisdorf immer wieder vor Probleme gestellt. Dann kassieren wir das 1:1 und 1:2 durch zwei individuelle Fehler im Spielaufbau, das ist so eine Sache, die wir in der nächsten Saison auf jeden Fall angehen müssen. In der zweiten Halbzeit laufen wir immer wieder an, aber haben kein gutes Spiel gemacht. Das war katastrophal im eigenen Ballbesitz, erste Halbzeit genau das Gegenteil, da haben wir viel Ballbesitz gehabt, haben den Gegner laufen lassen. Wir spielen uns gute Chancen zusammen, kommen aber nicht zu einer klaren, hundertprozentigen und erzielen dann nach Eckball von Marek Saggau durch einen Kopfball von Mattis Boysen das absolut verdiente 2:2. Wir fahren nun 54 Punkte ein, toppen das Ergebnis aus dem Vorjahr und gehen nun mit einem guten Endresultat in die Sommerpause und werden das nun in aller Ruhe aufarbeiten und unsere Lehren ziehen, damit wir in der neuen Saison auf jeden Fall besser und gestärkt rausgehen.“

SV Großenbrode – SG Insel Fehmarn 2:0 (1:0)

Die SG Insel Fehmarn war in den vergangenen Wochen das Team der Stunde. Mit acht ungeschlagenen Partien im Rücken ging es in das letzte Spiel der Saison und dort wartete noch einmal ein ganz besonderes Spiel. Es ging nur wenige Kilometer aufs Festland, denn das Derby gegen den SV Großenbrode stand an. Dieser war bereits vorzeitig gerettet, sodass der Aufsteiger ohne großen Druck dieses Derby bestreiten konnte. Fehmarn war favorisiert, bot aber einen Auftritt, der kaum zu fassen war. Man war im Vergleich zu den vergangenen Wochen kaum wiederzuerkennen und lieferte die wohl schwächste Saisonleistung ab, wie Co-Trainer Fynn Severin verriet. Yannic Slowy (9.) sorgte für die frühe Führung der Hausherren. Fehmarn fand nie so richtig zu seinem Spiel, sodass man gegen den Aufsteiger wenig Gefahr ausstrahlte. Hinten gab es im zweiten Durchgang einen Elfmeter, sodass Großenbrode die große Chance hatte, nachzulegen. Slowy (60.) trat an und verwandelte eiskalt. Es war das 2:0 und somit die Vorentscheidung. Damit beendete die Elf von Peter Thomm die Serie des Gegners und feierte nochmal einen positiven Abschluss. Man sicherte sich den zwölften Platz und geht in ein zweites Kreisligajahr.

Peter Thomm (SV Großenbrode): „Wir sind das Spiel offensiv angegangen. Nach vorne wollten wir verteidigen, das haben wir sehr gut gemacht. Der Matchplan ging von vorne bis hinten auf und Fehmarn kam gar nicht richtig zum Zug. Sie hatten eine Torchance, das war nach einem Freistoß, der an den Pfosten ging, ansonsten hatten sie nicht wirklich einen Plan, weil wir einfach die Räume schön eng gemacht haben. Wir standen nicht tief hinten drin und haben nach vorne verteidigt. So gehen wir durch Yannic Slowy verdient mit 1:0 in Führung. Wir haben uns nach der Halbzeit nicht einlullen lassen, sondern befreit aufgespielt. Dann gab es Elfmeter für uns, den Slowy ganz trocken oben in den Giebel verwandelt. Es war ein absolut verdienter Sieg, mit ein bisschen mehr Spielglück geht es 3:0 oder 4:0 aus. Für uns natürlich gut, das Saisonziel mit dem Klassenerhalt ist natürlich erreicht und jetzt geht es in die Planung für die neue Saison.“

Fynn Severin (SG Insel Fehmarn): „Das war glaube ich die schlechteste Saisonleistung, ich würde sogar sagen, dass sie noch schlechter war als bei der 1:7-Niederlage in Lütjenburg. Von Anfang an haben wir uns den Schneid abkaufen lassen, haben Angst gehabt und Großenbrode hat es mit einfachen Mitteln gut gemacht. Das 1:0 fällt unglücklich nach einem Fehler bei uns in der Innenverteidigung und das 2:0 ist ein Foulelfmeter, nachdem wir es nicht hinbekommen haben, den Ball hinten heraus oder über den Torwart zu spielen oder ins Seitenaus zu klären. Wir verlieren dann den Ball und im Zentrum kamen wir zu spät und mussten foulen. Es war von vorne bis hinten nichts und auch alle Einwechslungen sind im Nichts verpufft. Glückwunsch an Großenbrode zum verdienten Derbysieg. Sie wollten es mehr, haben da mehr Bock drauf gehabt.“

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Eutin 08 II – SC Cismar 4:0 (1:0)

Für Eutin 08 II war die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag relativ klar. Solange man nicht gegen den SC Cismar verliert, wird das Minimalziel, die Vizemeisterschaft, erreicht. Einzig bei einer Niederlage müsste man zittern, denn dann müsste man nach Preetz schauen, wo die SG Dersau/Kalübbe einen mittelgroßen Torabstand aufholen müsste. Für die Eutiner ging der Blick allerdings nicht wirklich zur Konkurrenz, denn man wollte selbst den Dreier einfahren und seine Hausaufgaben erledigen. Der SC Cismar ist allerdings keineswegs ein Lieblingsgegner für die Zweitvertretung, denn in den vergangenen Jahren gab es keinen Sieg gegen die Grömitzer. Personell fehlte den Gästen mit Florian Nothnagel ein wichtiger Mittelfeldspieler, der sich gegen Dobersdorf am Dienstag verletzte. Eutin konnte im Kader wieder auf Winterneuzugang Jesper Görtz setzen, doch dieser nahm zunächst auf der Bank Platz. Eutin tat sich im ersten Durchgang noch etwas schwer und zeigte sich sichtbar nervös. Dadurch hatte man noch Schwierigkeiten, Zugriff zu bekommen. Dennoch war es ein starker Abschluss mit links von Leon van den Eeckhaut, der zur Führung traf. Insgesamt waren es allerdings wenige klare Chancen in den ersten 45 Minuten. Wenn, dann war es Eutin, das sich näherte, wie zum Beispiel durch Torschützenkönig Gutzeit. Im zweiten Durchgang war es dann ein etwas anderes Bild. Die Heimelf hatte mehr Zugriff und Cismar, die sich eigentlich eine Menge vorgenommen hatten gegen den Tabellenzweiten, fuhren ein paar Gänge runter, sodass letztlich die nötigen Prozente fehlten, um die Partie offen zu behalten. Das Anlaufverhalten der 08er wurde angepasst und so bekam man mehr Konsequenz ins Offensivspiel. Jannik Sarnow bediente Max Golovcanski (52.), der zum 2:0 lupfte. Dies war schon die Vorentscheidung, denn Eutin legte nach. Ein Steckball setzte Torjäger Monty Gutzeit (55.) in Szene, der zum 3:0 eiskalt traf. Im Anschluss wurde verpasst, das Ergebnis noch weiter zu verdeutlichen. Cismar sah in Person von Linus Kluge noch die Rote Karte, bevor Jorge Bruckmann (90.) den Schlusspunkt setzte. Somit festigten die Rosenstädter den zweiten Platz und gehen somit in die Aufstiegsspiele.

Jasper Frahm (Eutin 08 II): „Am Ende geht das Spiel 4:0 für uns aus, welches wir unter dem Strich auch hochverdient gewonnen haben. Wir sind zwar etwas nervös in die Partie gekommen, haben Schwierigkeiten gehabt, Zugriff zu bekommen, weil wir recht schlecht verschoben haben, dennoch haben wir unsere Offensivstärke gleich genutzt mit Leon van den Eeckhaut, der einen super Abschluss mit links oben links rein verwandelte zur Führung. Wir gehen mit dieser in die Halbzeit und sind dann auch fokussiert geblieben. Die Jungs waren heiß darauf, dieses Spiel zu gewinnen und das hat man ihnen auch angemerkt. Insgesamt war es aber auch kein hochklassiges Kreisligaspiel. Man hat es Cismar angemerkt, dass es ein lockeres Auslaufen der Saison war, nichtsdestotrotz durften wir sie nicht unterschätzen, weil sie wirklich eine starke Rückrunde gespielt haben und sind dann auch konzentriert in die zweite Halbzeit gegangen. Dort sind wir etwas disziplinierter angelaufen und auch konsequenter in den Angriffen geworden. Nach dem 3:0 haben wir viele hochkarätige Chancen gehabt, die wir leider nicht genutzt haben. Auf der anderen Seite ist Cismar sogar in Unterzahl geraten nach einem groben Foulspiel und am Ende konnten wir noch eine der vielen Torchancen nutzen durch Jorge Bruckmann, der mit dem 4:0 das Endergebnis erzielt hat. Wir sind natürlich sehr froh, sehr glücklich, dass wir uns auch so aus der regulären Saison verabschieden konnten. Wir haben unser Minimalziel erreicht, sind erneut Vizemeister geworden und haben uns somit für die Relegationsspiele qualifiziert. Darauf sind wir sehr stolz und ich bin glücklich, dass wir es mit dieser Truppe erneut geschafft haben. Nun gilt es, die genaue Terminierung der Spiele abzuwarten und werden uns dann konzentriert und fokussiert auf die Spiele vorbereiten. Nichtsdestotrotz freuen wir uns darüber, auch die drei Punkte eingefahren zu haben.“

Daniel Temme (SC Cismar): „Eigentlich sind wir gut in die Partie gekommen. Wir haben den Ball gut laufen lassen, aber keinen guten Ball in die letzte Zone gespielt. Nach dem ersten Gegentor war bei uns die Luft raus und es gab kein großes Aufbäumen mehr. So ist das Spiel dann vor sich hin gelaufen. Am Ende verlieren wir auch verdient das letzte Spiel der Saison, was natürlich nicht schön ist. Dennoch sind wir mit der Art und Weise, welche Entwicklung unsere junge Mannschaft genommen hat, sehr zufrieden, wenn nicht sogar stolz! Der Kader bleibt zusammen und an dieser guten Entwicklung wollen und werden wir ansetzen und weitermachen! Jetzt geht es Donnerstag erst einmal für 17 Leute nach Kroatien und in fünf Wochen wieder los mit der Vorbereitung. Bis dahin Kopf frei kriegen und Beine hoch.“

TSV Lensahn – SG Dobersdorf/P’hagen 1:5 (1:4)

Der TSV Lensahn blieb zuletzt zweimal sieglos und beendete somit seine Ungeschlagen-Serie von zehn Spielen. Die personellen Sorgen waren einfach nicht zu kompensieren, sodass es gegen Schönkirchen und Raisdorf nur einen Punkt gab. Nun stand das Saisonfinale auf dem heimischen Platz an und zu Gast war der Meister. Die SG Dobersdorf/P’hagen wollte nochmal dreifach punkten und reiste trotz langer Aufstiegsparty motiviert an. Bereits früh fielen die ersten beiden Treffer. So traf zunächst Timo Federwisch (3.) für den Meister, bevor Finn-Ole Ratje (5.) sehenswert ausglich. 22 Minuten später war es dann Alexander Klaus (27.), der zur erneuten Führung traf, bevor Kjell Gonda (30.) in seinem letzten Spiel seiner Karriere nachlegte. Mit dem verwandelten Elfmeter von David Ohle (36.) schien die Partie bereits vorzeitig entschieden. Im zweiten Durchgang legte erneut Klaus (52.) zum 5:1 nach, was gleichzeitig auch der Endstand war. Anschließend war es nämlich nur noch ein lockerer Abschlusskick, bei dem der ein oder andere Spieler nochmal Spielminuten sammeln durfte, bevor die letzte Kreisligapartie der SG Dobersdorf/P’hagen ein Ende fand. Es gab nochmal drei Punkte, wodurch man die Spielzeit nun mit 70 Zählern beendet.

Vadim König (TSV Lensahn): „In einem erwartungsgemäß lockeren Sommerkick ging es für beide Mannschaften tabellarisch um nichts mehr. Entsprechend nutzten wir die Partie auch dazu, allen Spielern, die nur leicht angeschlagen waren, eine Pause zu gönnen. Dobersdorf erwischte dabei den deutlich besseren Start und spielte die ersten beiden Treffer stark heraus. In diesen Situationen haben wir schlichtweg gepennt und waren nicht wach genug. Zwischenzeitlich konnte Finn-Ole mit einem wunderschönen Treffer zum 1:1 ausgleichen und sorgte damit für einen echten Hingucker. Letztlich wurde die Begegnung aber bereits in der ersten Halbzeit entschieden. Viel mehr gibt es zu diesem Spiel nicht zu sagen. Herzlichen Glückwunsch an Dobersdorf zur absolut verdienten Meisterschaft. Für uns geht es nun erst einmal in die Pause. Am 30.06. starten wir wieder in die Vorbereitung auf die kommende Saison.“

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