FC Bayern: Julian Nagelsmann plant nicht mit Fiete Arp

Segeberger muss zurück, doch wohin ist das?

Fiete Arp mit dem FC Bayern München II zu Gast beim VfB Lübeck. Foto: Lobeca/Michael Raasch

München – Die Koffer dürften für Jann-Fiete Arp bald gepackt sein, denn der gebürtige Segeberger hat noch einen Vertrag beim FC Bayern München zu erfüllen. Bei Holstein Kiel endet seine Zeit nach einem Jahr Leihe. Dabei ist die Rückkehr an die Isar alles andere als einfach für das frühere HSV-Talent.

Wie geht es weiter?

Arp hat noch einen Vertrag bis zum Sommer 2024 beim Deutschen Meister, doch eines scheint klar: Trainer Julian Nagelsmann plant mit dem 22-Jährigen nicht. Die Option bei den Bayern-Amateuren zu spielen, dürfte in der Regionalliga nichts sein. Für die Münchner zu kostspielig, für den Stürmer ein weiteres Jahr verlorene Zeit. Schade für das einstige HSV-Juwel, der als zehnjähriger schon für die Rothosen spielte, seinen Heimatverein SV Wahlstedt verließ. Mit 17 Jahren erzielte er 17 Minuten nach seiner Einwechslung das 2:1-Siegtor für den HSV unter Trainer Markus Gisdol in der Bundesliga gegen Hertha BSC. Und gleich danach traf er nochmal – gegen VfB Stuttgart eine Woche später zum 3:1-Erfolg. Ein neuer Stern über der Elbe war entdeckt. Er war der jüngste Torschütze des Hamburger SV in der Bundesliga-Geschichte und erster Bundesliga-Torschütze, der nach 2000 geboren wurde.

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13 Minuten Einsatzzeit

Insgesamt lief er viermal für die U16-Nationalmanschaft auf, ein Jahr später brachen bei Arp alle Dämme: 18 Einsätze im deutschen Trikot der U17-Auswahl und 19 Tore. Danach wurde der Angreifer mit der U17-Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet. Der Norddeutsche durfte danach noch fünfmal im U19-Team und war dort zweimal erfolgreich. 2019 der Wechsel zu den Bayern. Profi-Training, ein 13-minütiger Einsatz im DFB-Pokal gegen 1. FC Düren und dann zur Reserve in der 3. Liga. In zwei Spielzeiten kam er dort auf 41 Einsätze (8 Tore, 3 Vorlagen), Abstieg, Leihe zu Holstein Kiel und jetzt wieder zurück.

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Spiel auf Zeit

Interessenten gibt es derzeit offenbar keine. Die beiden Ex-Bundesliga-Profis Jürgen Milewski (HSV) und Jens Jeremies (FC Bayern), bei dem Arp unter Vertrag steht, sind mutmaßlich auf der Suche nach einer Lösung. 5 Millionen Jahresgehalt ist für Arp der Jackpot gewesen, doch für die sportliche Entwicklung vermutlich eine Katastrophe. Eine Sackgasse? Nach Medienberichten kommt eine Vertragsauflösung beim Rekordmeister wohl nicht in Frage. Das würde die Münchner eine Stange Geld kosten, doch Arp wäre wieder frei verfügbar, könnte einen Neustart wagen. In Hamburg würde man ihn sicherlich gerne wieder sehen, ihm den „Fehltritt“ sogar wohl verzeihen. Stattdessen? Keine Chance bei Nagelsmann, neue Leihe zu einem anderen Verein? Dann würde Arp den Abschied von der Isar nur um ein Jahr verzögern, dann wenn er bereits 23 Jahre jung ist. Doch was dann? Es ist ein Spiel auf Zeit, die nicht wiederkommt.

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