Hamburg – Die Hansestadt dominiert die 2. Bundesliga. Während die Hinrunde der Saison 2020/2021 an den Hamburger SV ging und man dort diesen Titel „feierte“, sieht es für die Rückrunde so aus, dass diese an den Stadtnachbarn vom Kiez gehen könnte. Der FC St. Pauli führt diese Tabelle mit 28 Punkte an – vor VfL Bochum (24 Zähler). Nach den ersten 17 Saisonspielen lag man noch auf Platz 15 und hatte zwei Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Sechs Punkte Rückstand auf Relegationsplatz

Das Phänomen St. Pauli könnte sogar so weit gehen, dass die Braun-Weißen in den Aufstiegskampf eingreifen. Bis zum HSV (derzeit Rang drei) sind es nur sechs Punkte. Das Schultz-Team vom Heiligengeistfeld hat allerdings ein Spiel mehr auf dem Konto.

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Nur zwei „Ausrutscher“

Dennoch: machbar ist das, denn aus zwölf Rückrunden-Begegnungen gab es für die Paulianer neun Siege und ein Unentschieden. Einen Derby-Fluch kann man an der Reeperbahn in diesem Jahr auch nicht ausmachen. Nach dem 1:0-Sieg gegen die Rothosen gab man nur vier Punkte ab. Ein torloses Remis in Karlsruhe und ein 0:2 zuhause gegen den SC Paderborn waren die einzigen „Ausrutscher“ von Ziereis & Co.

Vorne klingelts, hinten sicher

Vorne sorgen die beiden Sommereinkäufe Daniel-Kofi Kyereh, Guido Burgstaller (beide 9 Saisontore) für Jubel und werden durch den Winterneuzugang Omar Marmoush unterstützt. Der Leihspieler vom VfL Wolfsburg traf bereits sieben Mal für den FC St. Pauli. Ebenfalls ausgeliehen ist Torhüter Dejan Stojanovic. Der 27-Jährige kam ebenfalls im Winter (vom FC Middlesbrough/England/2. Liga) und seitdem er am Millerntor das Gehäuse hütet, läuft es ebenfalls besser als in der Hinrunde. Er kassiert nur 13 Gegentreffer. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger Robin Himmelmann (wechselte im Winter zu KAS Eupen nach Belgien) und Svend Brodersen (sein Platz ist auf der Ersatzbank).

Aufstieg?

Cheftrainer Timo Schultz will trotzdem vom Aufstieg nicht viel wissen, sagte nach dem 4:0-Überfallsieg gegen Würzburger Kickers dazu: „Wenn wir die Saison auf 38 Spieltage verlängern können, könnten wir gerne drüber reden. Aber so müssten ja schon, wenn die Mannschaften oben gegeneinander spielen, trotzdem beide verlieren und wir müssten tatsächlich alles gewinnen. Wir bleiben schön bei uns. Das macht gerade richtig Spaß mit den Jungs zu arbeiten, sich die Spiele anzugucken. Ich bin dann als Trainer ja auch ein Stückweit Fan – und das war schon gut heute. Der Spirit, den wir momentan in der Truppe drin haben, ist schon wirklich gut.“

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HSV-Helfer oder selbst angreifen

Dabei könnte seine Mannschaft sogar dem Stadtrivalen HSV helfen. Warum? Fünf Spiele hat der FC St. Pauli noch, wenn es schon selbst nicht reichen sollte, dann aber vielleicht für Punkte gegen Gruther Fürth am kommenden Sonntag oder Holstein Kiel zwei Wochen danach. Ansonsten hat man mit Fortuna Düsseldorf den direkten Tabellennachbarn vor der Brust. Und in den letzten beiden Saisonspielen geht es noch gegen Hannover 96 und zu Jahn Regensburg. 15 Punkte, die die 2. Liga noch ganz schön durcheinanderwürfeln könnten.

Schiefe Tabelle

Das Tabellenbild ist durch die Corona-Quarantäne der Teams aus Kiel, Sandhausen und Karlsruhe schon eh schief genug. Während die „Störche“ erst 26 Begegnungen absolviert haben, steht Tabellenführer VfL Bochum schon bei 29 Spielen.

Der 30. Spieltag (20./21.4.2021)

Aue – Nürnberg (Di.)
Fürth – Braunschweig
Würzburg – Darmstadt
Düsseldorf – St. Pauli (Mi.)
Paderborn – Osnabrück
Heidenheim – Bochum
Hannover – Regensburg
Hamburg – Karlsruhe (29.4.)
Kiel – Sandhausen (4.5.)

Nachholspiele

Sandhausen – Hamburg (Do., 22.4.)

Die Tabelle

1.VfL Bochum 18482954 : 3357
2.SpVgg Greuther Fürth2853 : 3451
3.Hamburger SV2857 : 3550
4.1. FC Heidenheim 18462944 : 3648
5.Holstein Kiel2639 : 2546
6.Fortuna Düsseldorf2842 : 3746
7.FC St. Pauli2948 : 4444
8.Karlsruher SC2739 : 3342
9.SC Paderborn 072938 : 3439
10.FC Erzgebirge Aue2837 : 4037
11.Hannover 962844 : 4036
12.SV Darmstadt 982947 : 4936
13.SSV Jahn Regensburg2829 : 3634
14.1. FC Nürnberg2836 : 4233
15.Eintracht Braunschweig2927 : 4630
16.VfL Osnabrück2925 : 4826
17.SV Sandhausen2729 : 4725
18.FC Würzburger Kickers2930 : 5920

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