FC St. Pauli wieder Nummer eins in Hamburg – Ausschreitungen überschatten Zweitliga-Knaller gegen Schalke

Kiezkicker mit nächstem Heimsieg

Marcel Hartel war beim FC St. Pauli der Mann des Spiels. Foto: Lobeca/ Andreas Hanning

Hamburg – Am vergangenen Sonnabend empfing der FC St. Pauli den FC Schalke 04. Das Topspiel der 2.Bundesliga hielt, was im Vorfeld versprach. Die „Boys in Brown“ gewannen die Partie vor ausverkauftem Haus mit 3:1 (1:1). In einer hitzigen Begegnung war es besonders in der zweiten Hälfte ein weitestgehend ausgeglichenes Spiel. Mit diesem Sieg zogen die Kiezkicker in der Tabelle am Hamburger SV vorbei.

Marcel Hartel (FC St. Pauli) feiert das 1:0 vor der Süd mit Pyro. Foto: Lobeca/Andreas Hanning

Ereignisreiche erste Hälfte

St. Pauli-Coach Fabian Hürzeler veränderte seine Mannschaft kaum. Nur Manolis Saliakas spielte für Phillip Treu. Am vollen Millerntor erarbeiteten sich die Braun-Weißen Chancen im Minutentakt. Die Möglichkeiten von Elias Saad, Johannes Eggestein und Co. vereitelte Schalke-Keeper Michael Langer fast alle. Wenn dieser allerdings geschlagen war, warf sich immer wieder noch ein anderer Schalker davor und verhinderte Schlimmeres. Zudem rettete der Pfosten ebenfalls einmal für die Knappen. Nach einem Handspiel von Lino Tempelmann im Sechzehner der Gäste, verwandelte St. Paulis Kapitän Marcel Hartel (21.) per Elfmeter zum 1:0. Nur acht Minuten später durften jedoch auch die Gelsenkirchener jubeln. Wie aus dem Nichts fand eine flache Hereingabe von Thomas Ouwejan den Fuß von Sebastian Polter (28.). Eiskalt und gewohnt effektiv erzielte die Mannschaft von Thomas Reis den Ausgleich. Die Kiezkicker ließen sich von diesem Rückschlag nicht beeindrucken und spielten weiter drückend überlegend nach Vorne. Ein Tor blieb den Hamburgern vorerst verwehrt. In einer hitzigen ersten Hälfte fehlte es St. Pauli nur an Kaltschneutzigkeit.

Boukhalfa mit der Entscheidung

Die Hausherren kamen in der zweiten Hälfte unverändert aus der Kabine. Weder personell noch spielerisch hatte sich etwas beim Kiezclub getan. Zuerst war es Saad der noch zu ungenau zielte, danach war es wieder einmal Kapitän Marcel Hartel (57.) , der mit einem Distanzschuss aus 20 Metern den alten Abstand wieder herstellte. Es war eine traumhafte Kombination, die die Gastgeber jubeln ließ. Eggestein sammelte eine Vorlage und bewies, warum er ebenfalls ein Kandidat für das Sturmzentrum in den nächsten Wochen sein könnte. Schalke kam nun zu Chancen. Pauli-Keeper Nikola Vasilj musste in der zweiten Halbzeit jedoch nicht hinter sich greifen. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Carlo Boukhalfa (92.). Sein abgefälschter Schuss machte den Deckel drauf und bescherte St. Pauli den zweiten Sieg in Folge.

St. Paulis Torschützen unter sich: Marcel Hartel und Carlo Boukhalfa. Foto: Lobeca/Andreas Hanning

Kiezkicker sind ein Spitzenteam

Damit ist der FC St. Pauli wieder voll im Aufstiegsrennen vertreten. Noch ungeschlagen und mit der besten Defensive der Liga geht der Kiezclub mit breiter Brust an die nächste Aufgabe, einem weiteren Topspiel. Am kommenden Sonnabend hei0ßt der Gegner Hertha BSC. Ob man die ungeschlagene Serie beim Aufsteiger fortführen und man vielleicht sogar einen Dreier mit nach Hause nehmen kann, ist nicht ausgeschlossen. Eins ist jedoch sicher, St. Pauli kommt ins Rollen und ist in der Lage, jedes Team in der 2. Liga zu schlagen.

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Cheftrainer Fabian Hürzeler beglückwünscht den Torschützen Carlo Boukhalfa (FC St. Pauli). Foto: Lobeca/Andreas Hanning

Die Stimmen zum Spiel

„Im Großen und Ganzen bin ich zufrieden mit der Leistung“, so Hürzeler auf der Pressekonferenz. „Wir haben mit dem Ball weiter gut Fußball gespielt. Das war auch die Lösung“ fuhr der Coach fort. Besonders für einen Spieler freute sich der Trainer sehr: „Mich freut es extrem, dass Carlo sich belohnt hat.“

Schalke-Coach Reis zeigte sich enttäuscht: „Wir hatten aber Phasen, wo wir den Ausgleich machen können, es uns aber nicht gelingt.“ Unzufrieden mit der Leistung seines Teams war der Trainer der Knappen, insbesondere nach der Pause trotzdem nicht. „Dann machen wir den Ausgleich und nach der Pause kommen wir mit einer guten Energie raus…“, so Reis.

Die Polizei muss in den Gästeblock – Schalke-Fans randalieren und greifen Anhänger des FC St. Pauli an. Foto: Lobeca/Andreas Hannig

Chaos bei Schalke auf und neben dem Platz

Ein Paar der Schalker Fans versuchten nach Abpfiff in den Ultra-Block des FC St. Pauli zu gelangen. Dabei wurden fünf Sicherheitsleute verletzt. Die Nerven liegen beim FC Schalke 04 nicht nur auf dem Platz völlig blank. Außerhalb des Stadions gingen die Auseinandersetzungen weiter. Die Hamburger Polizei wurde mit Flaschen beworfen. Mehrere „Fans“ der Königsblauen wurden festgenommen.

Der 7. Spieltag (22.-24.9.)

Magdeburg – Paderborn 1:1
Osnabrück – Hamburg 2:1
Fürth – Karlsruhe 4:3
Wiesbaden – Elversberg 0:2
Braunschweig – Nürnberg 2:2
St. Pauli Schalke 3:1
Kiel – Hertha (So., 13.30 Uhr)
Düsseldorf – Hannover
Kaiserslautern – Rostock

Die Tabelle

1.Fortuna Düsseldorf613 : 413
2.FC St. Pauli711 : 413
3.Hamburger SV715 : 913
4.1. FC Magdeburg717 : 1312
5.Holstein Kiel610 : 1112
6.Hannover 96616 : 711
7.1. FC Kaiserslautern610 : 1010
8.SV 07 Elversberg710 : 1310
9.F.C. Hansa Rostock68 : 99
10.1. FC Nürnberg711 : 139
11.Karlsruher SC712 : 138
12.SpVgg Greuther Fürth712 : 148
13.SV Wehen Wiesbaden76 : 88
14.SC Paderborn 0778 : 138
15.FC Schalke 04712 : 157
16.Hertha BSC612 : 116
17.Eintracht Braunschweig75 : 115
18.VfL Osnabrück78 : 184
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