Regionalliga Nord. Foto: objectivo

Lübeck – Mittlerweile steht der 10. Spieltag auf dem Programm und so gehört der Saisonstart längst der Vergangenheit an. Nun besitzt die Tabelle eine gewisse Aussagekraft, vor allem an der Spitze. Dort deutet sich mehr und mehr das erwartete Fernduell zwischen dem VfB Lübeck und Weiche Flensburg an, mit scheinbar lösbaren Heimaufgaben der beiden Kontrahenten am Wochenende. Aber das soll in dieser Liga auch nach einem absolvierten Saisondrittel nicht viel heißen.

SC Weiche Flensburg – Blau-Weiß Lohne (Sa., 13.30 Uhr)

Es bleibt dabei: Weiche ist eine Macht – in den Auswärtsspielen. Beim 4:1 bei St. Pauli sicherte sich der Tabellendritte den vierten Sieg im vierten Spiel auf fremden Platz. „Das alles Entscheidende, was ich die gesamte Woche über der Mannschaft gepredigt habe, war, dass Mentalität im Spiel war“, meinte Trainer Thomas Seeliger nach dem klaren Erfolg beim Nachwuchsteam. Er hatte „Biss, Galligkeit und unbedingten Willen“ gesehen. Nun gilt es, diese Attribute auch auf eigenen Platz an den Tag zu legen. Zumal der Spitzenreiter VfB Lübeck die Tür angesichts eines 1:1 beim HSV II am Donnerstag doch ein wenig geöffnet hat. In Lohne läuft es auswärts noch nicht wirklich rund. Dem Gegner fehlen in gewisser Weise sogar die Erfahrungen: Erst zwei seiner insgesamt acht Spiele absolvierte Blau-Weiß bislang in der Fremde. Dabei gewann der Neuling aber immerhin einen Zähler. Als klarer Außenseiter treten die Lohner gleichwohl an. Daran vermögen auch die „Heim-Probleme“ des Gastgebers nichts zu ändern.

- Anzeige -

Kickers Emden – VfV Borussia 06 Hildesheim Ausfall

Die Partie fällt wegen Unbespielbarkeit des Platzes aus.

BSV Rehden – Atlas Delmenhorst (Sa., 15 Uhr)

„Wir haben alles versucht, nur das Tor ist nicht gefallen“, meinte Kristian Arambasic nach dem 1:2 in Lohne. Der BSV-Trainer machte seinem Team also keine Vorwürfe angesichts der ersten Niederlage nach zuvor zwei Siegen in Folge. Dabei hätten sich die Rehdener mit einem weiteren Erfolg absetzen können vom Tabellenkeller. Der sitzt dem 13. nun aber nach wie vor im Nacken. Mit drei Punkten mehr auf dem Konto tritt dagegen Atlas Delmenhorst (8.) in Rehden an. Das jüngste 4:2 gegen Teutonia versorgte den Gast also mit jenem Polster, das dem BSV angesichts seiner Niederlage versagt blieb. Aber was heißt das schon in einer Regionalliga, die sich bislang noch nicht umfänglich sortiert hat? Das Duell in den Waldsportstätten sollte jedenfalls als ziemlich offen gelten.

TSV Havelse – SV Werder Bremen II (So., 14 Uhr)

Der Gastgeber tritt als 18. zum Duell mit dem Bremer Nachwuchsteam an. Man konnte sich wohl nicht sicher sein, dass der Drittligaabsteiger sofort zur Spitzengruppe der Liga zählen würde. Der Platz im Tabellenkeller kommt allerdings auch recht überraschend. „Uns brechen die individuellen Fehler momentan das Genick. Aber wie die Jungs gefightet haben bis zum Schluss, zeigt die Einstellung und Moral der Truppe“, kommentierte TSV-Trainer Trainer Philipp Gasde das 2:2 gegen Phönix Lübeck am letzten Spieltag. Immerhin hatte die Punkteteilung eine Niederlagenserie von drei Spielen beendet. Vielleicht geht es nun also bergauf, an der Mentalität mangelt es dem Team ja nicht. Der Gast aus Bremen kommt als Neunter, mit einer ausgeglichenen Bilanz (4-0-4). Die letzte Partie ging angesichts eines 1:2 beim VfB Lübeck zwar verloren. Dabei wussten die Grün-Weißen aber durchaus zu überzeugen. „Gerade bei den Standards waren uns die Lübecker durch ihre Körperlichkeit überlegen, doch meiner jungen Mannschaft gebührt ein großes Kompliment: Sie hat nicht aufgesteckt und es immer weiter versucht“, meinte Werder-Coach Konrad Fünfstück. Sein Team dürfte in der Favoritenrolle antreten.

VfB Lübeck – FC St. Pauli II (So., 14 Uhr)

Manchmal muss auch ein Punkt reichen: Beim 1:1 im Auswärtsspiel gegen den HSV II verteidigte der VfB Lübeck am Donnerstag die Tabellenführung. Die zweite Punkteteilung des noch ungeschlagenen Spitzenreiters galt angesichts eines starken Gegners als ordentliches Ergebnis. Ein weiteres Remis sollte sich der Gastgeber nun aber besser nicht leisten. Die Aufgabe gegen St. Pauli II dürfte auch als etwas leichter gelten. Zum Selbstläufer wird aber auch dieses Duell nicht werden. Hinter den Hamburgern liegt zwar ein 1:4 in Flensburg. Aber das war zu hoch ausgefallen, zudem zieht man bei St. Pauli seine Lehren aus dieser Niederlage. „Für uns wird es wichtig sein, dass wir unsere kleinen Fehler abstellen, weil wir in Summe zu einfach zu viele Gegentore kassieren. Es werden sich uns nicht viele Chancen bieten, sodass wir aus diesen Möglichkeiten zum Torerfolg kommen müssen“, betont St. Pauli-Coach Elard Ostermann vor der Partie in Lübeck.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK

Teutonia 05 Ottensen – SpVgg Drochtersen/Assel (So., 14 Uhr)

Bei der Teutonia beschäftigt man sich gerade nicht mit den ambitionierten Zielen. Der Mitfavorit belegt mit nur drei Siegen aus seinen acht Partien lediglich den 14. Tabellenplatz, ist einstweilen also im Tabellenkeller angekommen. „Wir können die Tabelle lesen, und sie spricht eine klare Sprache“, sagt Liborio Mazzagatti, Sportlicher Leiter der Teutonia. In Ottensen sucht man derzeit nach den Ursachen für den durchwachsenen Start. Es besteht jedenfalls kein Zweifel am Potenzial des Teams. Ob der Gastgeber den Bock also gegen die Spielvereinigung umstoßen kann? Der Gast startete deutlich besser und tritt als Tabellenzweiter bei der Teutonia an. Hinter D/A liegt allerdings auch eine Enttäuschung: Zuletzt ging das Heimspiel gegen den Aufsteiger Bremer SV mit 1:2 verloren.

Eintracht Norderstedt – 1. FC Phönix Lübeck (So., 14 Uhr)

Seit drei Spielen wartet der Gastgeber mittlerweile auf einen dreifachen Punktgewinn (0-2-1). Dabei schmerzte neben der schlechten Leistung beim 1:3 bei Kiel II am vergangenen Wochenende vor allem eine Personalie: Kapitän Jan Lüneburg wird nach einem Muskelfaserriss im Oberschenkel bis Ende Oktober ausfallen. Die Voraussetzungen vorm Derby könnten also besser sein. Allerdings: Der Gast – als 16. noch deutlich hinter der Eintracht (10.) platziert – wartet bereits seit vier Spielen auf einen Sieg (0-2-2). In diesem Duell stehen also beide Mannschaften vor der Chance zu einem Befreiungsschlag.

Bremer SV – Hannover 96 II (So., 15 Uhr)

Der Bremer SV weiß immer wieder zu überraschen, zuletzt mit einem 2:1 in Drochtersen. Als Tabellenfünfzehnter gilt der Gastgeber derzeit zudem als stärkster Aufsteiger. Aber ob das reicht gegen ein seit drei Spielen ungeschlagenes 96 II, das als Siebter zum Panzenberg reisen wird? „Die Stimmung ist natürlich immer besser, wenn man erfolgreich ist“, sagt Hannovers Trainer Daniel Stendel. Er geht allerdings mit Respekt an die Auswärtsaufgabe und erwartet eine konzentrierte Leistung seines Teams: „Der Gegner bevorzugt ein einfaches Spiel, verteidigt kompakt und setzt auf die Umschaltaktionen. Wir müssen in der Defensive deshalb hellwach sein.“

Spielfrei: SSV Jeddeloh

Die Tabelle

1.VfB Lübeck819 : 520
2.SV Drochtersen/​Assel922 : 1318
3.SC Weiche Flensburg816 : 818
4.SSV Jeddeloh920 : 1318
5.Hamburger SV II1022 : 1616
6.VfV Borussia 06 Hildesheim916 : 1016
7.Hannover 96 II916 : 1313
8.SV Atlas Delmenhorst814 : 1313
9.SV Werder Bremen II811 : 1212
10.FC Eintracht Norderstedt917 : 1511
11.Holstein Kiel II1013 : 1611
12.FC St. Pauli II815 : 1610
13.BSV SW Rehden811 : 1210
14.FC Teutonia 05 Ottensen813 : 1510
15.Bremer SV912 : 1810
16.1. FC Phönix Lübeck98 : 178
17.TuS BW Lohne813 : 187
18.TSV Havelse88 : 146
19.BSV Kickers Emden96 : 283

Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.