
Lübeck/Kiel – Dass aus Schleswig-Holstein so einige hochtalentierte junge Fußballerinnen den Weg bis an die Spitze Deutschlands schaffen, zeigen nicht wenige Beispiele, obwohl derzeit kein Bundesliga-Fußball im Land angeboten wird. So trugen die Nationalspielerinnen Laura Freigang (Eintracht Frankfurt) von 2011-2014 und Selina Cerci (TSG Hoffenheim) von 2014-2015 das Trikot von Holstein Kiel. Die gebürtige Lübeckerin und Junioren-Nationalspielerin Anna-Lena Stolze ist beim 1. FC Köln unter Vertrag. In naher Zukunft könnte ein neuer Name aus der Hansestadt dazukommen. Emma Meletzki, 15 Jahre jung, zeigt eine vielversprechende Entwicklung und spielt derzeit bei den Juniorinnen von Holstein Kiel. Grund genug, dass sich HL-SPORTS zum persönlichen Interview mit dem selbstbewussten und sympathischen Teenager traf.
Rasanter Fortschritt
Meletzki berichtete von ihren Anfängen, durch den älteren Bruder auf den Bolzplatz getrieben, machte ihr das Fußballspielen auf Anhieb Spaß. So trat sie vor noch nicht einmal fünf Jahren beim TSV Siems ein und erlebte dort die ersten Momente des Vereinsfußballes. Danach ging alles recht schnell, als Kämpferin erarbeitete sie sich schnell den Respekt von Mit- und Gegenspielern und wurde nach nur einem Jahr zum Stutzpunkttraining eingeladen. Es folgten die nächsten jährlichen Meilensteine, Landesauswahl U14, Landesauswahl U16.
Holstein Kiel als logischer Schritt
Der Wechsel nach Kiel, wo Meletzki mittlerweile fest in der U17 in der Regionalliga spielt, war dann der logische nächste Schritt auf dem Weg zu einer Fußballkarriere. Die deutlich jüngere durfte dabei bereits in der vergangenen Saison im Landespokalfinale der U17 mitwirken. Im zentralen Mittelfeld kann die kampf- und laufstarke Spielerin dem Spiel ihren Stempel aufdrücken. Vorbilder? Mit Toni Kroos eher ein ruhiger Vertreter auf dieser Position. „Gerade zu Beginn konnte ich technische Defizite durch viel Einsatz und Willen ausgleichen“, verrät Meletzki. Ihr großes Ziel bleibt die Bundesliga, als Zwischenziel die Nominierung zum DFB-Auswahltraining nach Duisburg. Gleichzeitig setzt sie sich nicht zu sehr unter Druck und vernachlässigt auch vorbildlich keineswegs die Schule, besucht das Gymnasium. Ein späteres mögliches Ziel hat sie auch bereits: „Ich möchte gerne Psychologie studieren.“ Den Traum Bundesliga würde der BvB-Fan am liebsten dann auch in schwarz-gelb realisieren. Die Frauenmannschaft aus Dortmund kämpfen derzeit mit der U21 des 1. FC Köln um den Aufstieg in die 2. Bundesliga.
Familiäre „Belastungen“ durch eine Vollzeitfußballerin
Den Aufwand, den Meletzki für diesen großen Traum betreibt, sind immens und man muss großen Respekt davor haben. Denn drei Trainings pro Woche in Kiel bedeuten drei lange Fahrten, die Ihr Vater derzeit auf sich nimmt, anderweitig Überstunden absolviert, um dann an den Trainingstagen früher losfahren zu können. „Ich bin da unendlich dankbar, dass meine Familie mir das so ermöglicht“ bekennt Meletzki. Ab dem Frühjahr besteht die Überlegung, einzelne Tage mit dem Zug zu absolvieren und so für Entlastung zu sorgen, wobei der zeitliche Aufwand dadurch nicht kleiner wird. Als ob das ganze noch nicht genug wäre, genießt Meletzki noch ein Zweitspielrecht, bei den Jungs des TSV Pansdorf, kann sich dort zusätzliche Einheiten holen und die notwendige körperliche Robustheit antrainieren. Die Unterschiede zwischen Jungs und Mädchen beschreibt Meletzki: „Jungs sind schneller und körperlich stärker, dafür manchmal lauter und nicht so fokussiert wie Mädchen.“ Akzeptanzprobleme habe es nie gegeben, sicherlich auch aufgrund der hervorragenden Leistungen auf dem Feld. HL-SPORTS bedankt sich für ein angenehmes Interview und hofft, dass sie von Verletzungen verschont bleibt, um durch den gezeigten Ehrgeiz und Fokus ihr großes Ziel in ein paar Jahren zu erreichen.
Bildquellen
- Meletzki: pt
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?
Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.


