
Dannau – Am Dienstag- und Mittwochabend standen in der Kreisliga Ost gleich mehrere Nachholspiele auf dem Programm. So waren am Dienstag sowohl der SC Cismar als auch Eutin 08 II gefordert. Beide Mannschaften fuhren Siege ein und blieben sogar ohne Gegentor. Am Folgetag setzte sich die starke Form der Mannschaften aus dem Kreis Ostholstein fort, denn mit dem SV Großenbrode und TSV Lensahn feierten zwei weitere Teams Siege. Vor allem für den Aufsteiger war der Heimdreier von enormer Bedeutung.
Raisdorfer TSV – Eutin 08 II 0:2 (0:1)
Nach der Niederlage im Spitzenspiel gegen die SG Dobersdorf/P’hagen hingen die Köpfe der Spieler von Eutin 08 II ziemlich tief. Die Enttäuschung war groß, denn man blieb bereits im vierten Spiel in Folge ohne Sieg. Die Pleite verringerte zudem die Chancen auf die Meisterschaft, sodass es ein herber Rückschlag war. Ein Vorteil für die Mannschaft vom Steinredder war allerdings, dass man nicht lange warten musste, bis man Wiedergutmachung betreiben und ein anderes Gesicht zeigen konnte. Am Dienstagabend reisten die Ostholsteiner nach Raisdorf-Schwentinental, genauer gesagt zum Gerd-Scheerenberger-Platz. Hier sollte die vorletzte Auswärtspartie anstehen, die mit Blick auf die Tabelle zwar als vermeintliche Pflichtaufgabe galt, doch bei einem genaueren Blick ein undankbarer, potenzieller Stolperstein sein könnte. Als Tabellenvorletzter steckt Raisdorf selbst mitten in einer Phase, in der jeder Punkt gebraucht wird. Daher herrschte auch bei ihnen durchaus Druck. Zudem ist es auf dem Rasen in Raisdorf alles andere als einfach, den Ball laufen zu lassen, denn dieser ist in einem schlechten Zustand. Daher sollte es für die spielstarke Mannschaft von Jasper Frahm eine undankbare Aufgabe werden. Personell gab es drei Veränderungen zum 1:2 gegen den Spitzenreiter. Im Tor begann Lauri Bünning, zudem rückten auch Rick Jacobsen und Max Golovcanski ins Team.
Gutzeit trifft, trotz Alu-Pech
Es war zu merken, dass Eutin 08 hier unbedingt eine Reaktion zeigen wollte. Sie starteten schwungvoll und kamen nach wenigen Minuten bereits zur ersten Riesenchance. Es war wie erwartet der Fall, dass die Gäste das Spiel klar bestimmten. Sie gaben klar den Ton an und hatten auch das Chancenplus. So traf Gutzeit das Aluminium und verpasste hauchdünn die verdiente Führung. Im Gegenzug wäre allerdings beinahe der RTSV erfolgreich gewesen. Dieser hatte die Großchance, doch scheiterte am stark reagierenden Lauri Bünning. Die erste halbe Stunde war rum und noch ließen Tore auf sich warten, wobei die Chancen durchaus da waren. In der 37. Minute sollte es dann allerdings Grund zum Jubeln für die Rosenstädter geben. Sie schalteten über Leon van den Eeckhaut schnell um, der spielte den Ball in die Tiefe zu Monty Gutzeit (37.), der den Ball im Tor unterbrachte. Noch vor der Pause gab es weitere Gelegenheiten, sodass der zweite Treffer in der Luft lag. Jakubenko bekam den Ball aus drei Metern nicht im Tor unter und Florian Schumacher köpfte das runde Leder ans Aluminium. So stand es „nur“ 1:0 für die Oberliga-Reserve. Nach dem Seitenwechsel wollte die Frahm-Elf an der Leistung anknüpfen und nicht erneut eine Führung aus der Hand geben. Jakubenko erzielte kurz nach Wiederbeginn den zweiten Treffer, doch es lag eine Abseitsposition vor. Rund 20 Minuten vor dem Ende gab es dann einen Freistoß, der zweite Ball landete bei Lennard Jakubenko (72.), der zum 2:0 traf. In der Schlussphase ließen die Eutiner nichts mehr anbrennen, sodass nach vier Spielen endlich mal wieder dreifach gepunktet wurde. Es war ein wichtiger Sieg, sodass man nun nochmal eine Serie starten und die letzten beiden Spiele ebenfalls gewinnen möchte. Gelingt dies, dann ist mindestens die Vizemeisterschaft möglich. Im Titelrennen muss man auf Patzer von Dobersdorf hoffen, die zeitgleich mit den 08ern in Raisdorf sich durch ein 1:1 die Punkte mit Schönkirchen teilten.
Trainer schwärmt von starker Mannschaftsleistung
Jasper Frahm (Eutin 08 II): „Es war ein schwieriges Spiel, aber man hat es der Mannschaft angesehen, dass sie richtig Bock darauf hatte, endlich wieder einen Dreier einzufahren. Es war eine hochkonzentrierte Mannschaftsleistung von Minute 1 bis 95, das war wirklich richtig stark. Es hätte auch deutlich höher ausgehen können, wenn nicht sogar müssen, aber es ist auch nicht immer ganz so einfach, auf unfassbar schwierig bespielbarem Untergrund Torchancen zu nutzen. Wenn ich daran denke, dass wir in den ersten 20 bis 25 Minuten noch zwei Aluminium-Treffer hatten und wir auch einmal alleine auf den Torwart zugelaufen sind, wo der Ball aber bis zur Brust hochspringt und nicht verwertet werden konnte, hätte es höher ausgehen müssen. Dennoch erzielen wir nach einer schnellen Umschaltaktion das 1:0. Auf der anderen Seite muss man auch gestehen, durch den hügeligen Platz sind sie auch ein-, zweimal durchgekommen bei uns in der ersten Halbzeit. Einmal rettet Lauri Bünning im Eins-gegen-Eins, der ein insgesamt hervorragendes Spiel gemacht hat, und einmal rettet auch auf unserer Seite das Aluminium. So hätte es zur Halbzeit schon 4:1 oder 5:1 stehen können. Nichtsdestotrotz gingen wir mit dem 1:0 in die Halbzeit und man merkte der Truppe an, dass sie weiter fokussiert war, das Ergebnis weiter auszubauen und hinten nichts zuzulassen. Das haben wir eins zu eins umgesetzt, haben super die Räume bespielt, auch dort unglücklich mit der Chancenverwertung. Nichtsdestotrotz verwandelt Jakubenko nach einem Freistoß einen zweiten Ball zur verdienten 2:0-Führung. Wir haben es dann konzentriert zu Ende gespielt, sodass es eine richtig gute Mannschaftsleistung war. Darauf kann man stolz sein, es war der erste Step in die richtige Richtung und nun gilt es, etwas Kräfte zu sammeln, sich ein bisschen zu regenerieren und dann bereiten wir uns auf das kommende Spiel vor.“
SpVgg Putlos – SC Cismar 0:12 (0:5)
Der SC Cismar war zu Gast bei der bereits abgestiegenen SpVgg Putlos. Mit nur einem Saisonsieg deutete sich dies über die vergangenen Wochen bereits an, dass die Mannschaft von der Strandstraße den Gang in die Kreisklasse A antreten würde. Vor dem Ostholstein-Duell ging man beim Heikendorfer SV II mit 0:13 unter und kassierte die deutlichste Niederlage in dieser Saison. Es war ein defensiv erschreckender Auftritt einer am 1. Mai stark dezimierten Mannschaft. Nun sah es personell etwas besser aus. Zu Gast war der SC Cismar, der nur einmal in 2026 verlor. Die Grömitzer tun sich allerdings in der Fremde schwer und gewannen vor der Partie am vergangenen Dienstag nur eine Partie in der Fremde nach dem Winter. In der Vergangenheit tat man sich zudem gegen die SpVgg oftmals sehr schwer, so war es auch im Hinspiel ein hartes Stück Arbeit. Personell nahmen einige Spieler auf der Bank Platz, die eigentlich zur ersten Elf gehören. So blieben Ranko Novak, Lennard Siebrecht, Luis Treutler, Jamie Birkner oder auch Bennet Kern zunächst draußen. Dennoch schickte Sascha Pretzel eine starke Mannschaft aufs Feld, die an diesem Abend deutlich gewinnen sollte.
Cismar startete mit Schwung und ging früh in Führung. Eine Ecke kam scharf aufs Tor, Dominik Siemes faustete den Ball allerdings genau auf den Kopf von Vincent Kern (2.), der früh traf. Schlechter hätten die Putloser nicht starten können und kurz darauf folgte bereits das 0:2. Einen langen Ball von Ben Nachbarschulte konnte die Heimelf nicht konsequent genug klären, sodass der Ball bei Munzel landete, der nur noch zu Kern (9.) rüberlegen musste. Fünf Minuten später zeigte Linus Kluge auf Außen eine gute Aktion, die SpVgg klärte erneut nicht richtig, sodass Linus Munzel (14.) nun auf 3:0 erhöhte. Die Partie war nach nicht einmal einer Viertelstunde entschieden, doch Cismar machte weiter. Nothnagel leitete ein, dann war es Kern (17.), der den lupenreinen Hattrick schnürte. Im Anschluss beruhigte es sich etwas, dennoch sollte noch vor der Pause ein weiterer Treffer fallen. Der Ball wurde durchgesteckt nach rechts, dann setzte sich Kluge durch und legte rüber zum einschießenden Munzel (34.). So stand es zur Pause 5:0 und es drohte eine erneute heftige Klatsche für das Schlusslicht.
Cismar macht das Dutzend voll
Der zweite Durchgang sollte genauso beginnen wie der erste. Ein Diagonalball fand Kluge, den Putlos an diesem Abend überhaupt nicht im Griff hatte, und in der Mitte traf Vincent Kern (47.) zum vierten Mal. Sechs Minuten später tauchte Munzel (53.) allein vorm Tor auf und schnürte den Dreierpack. Nun fielen die Hausherren komplett in ihre Einzelteile, denn nur drei Minuten später flog ihnen ein eigener Abstoß um die Ohren, den Tom Andres per Kopf abfing und Kern (56.) fand, der per Lupfer über den Keeper seinen fünften Treffer des Tages erzielte. Es war ein Sahnetag für den eigentlichen Innenverteidiger. Die Grömitzer hörten allerdings an diesem Tag einfach nicht auf. Angriff um Angriff rollte auf die Hintermannschaft der SpVgg zu und einen Umschaltmoment, bei dem die Rückwärtsbewegung der Platzherren nicht stimmte, nutzte Bennet Kern (61.) zum neunten Treffer. Aus einem Einwurf kam der Ball sieben Zeigerumdrehungen später zu Ben Nachbarschulte (68.), der zum 10:0 einköpfte. In der Schlussphase machten Robin Lippegaus (80.) und Jamie Birkner (86.) das Dutzend voll, sodass die Grömitzer mit 12:0 an der Strandstraße gewannen. Putlos war hinten maßlos überfordert und vorne ideen- und harmlos, sodass das Ergebnis auch in der Höhe am Ende nicht unverdient zustande kam.
Fokus direkt aufs nächste Spiel
Daniel Temme (SC Cismar): „Das Ergebnis spiegelt das Spiel mehr als wider. Es hätten auch noch einige Tore mehr sein müssen. Wir wollten unbedingt gegen Putlos gewinnen, da wir uns die letzten Jahre immer sehr schwer getan haben. Wir sind durch die frühen Tore gut in die Partie gekommen und haben uns schöne Tore und Torchancen rausgespielt! So war es am Ende ein Auswärtssieg, den wir gestern genossen haben. Am Samstag wartet mit Großenbrode ein anderer Gegner, gegen den wir in der Hinrunde verloren haben. In unserem letzten Heimspiel wollen wir nochmal drei Punkte einfahren.“
SV Großenbrode – TSV Klausdorf II 3:1 (1:0)
Am Mittwochabend kam es in Großenbrode zu einem Sechs-Punkte-Spiel. Der Tabellenvierzehnte empfing den Dreizehnten, doch beide Mannschaften trennte nur das Torverhältnis. Ansonsten herrschte Punktgleichheit, sodass Spannung garantiert war. Der SV Großenbrode als im Vorfeld Tabellendrittletzter musste nach sieben Niederlagen in Serie nochmal richtig zittern. Die starke Form nach dem Winter, mit mehreren ungeschlagenen Spielen hintereinander, verschaffte ihnen noch Luft, doch die jüngste Ergebniskrise ließ den Aufsteiger wieder tief fallen. Zu Gast im Nachholspiel war der TSV Klausdorf II und dieser spielt eine Rückrunde zum Vergessen. Lange Zeit sah es nicht danach aus, dass die Zweitvertretung so tief in den Tabellenkeller rutschen würde, doch eine katastrophale Rückrunde sorgte für den Absturz. Der Tiefpunkt war dabei sicherlich das 1:10 auf heimischem Platz gegen die SG Insel Fehmarn, doch auch die Pleite am 1. Mai beim Tabellenvorletzten Raisdorfer TSV. Dadurch musste man sogar nochmal mehr nach unten schauen, denn die direkten Abstiegsränge rückten näher. Umso wichtiger wäre der Sieg in Großenbrode gewesen, doch dies galt eben auch für den SVG. Personell kehrte bei diesem der ein oder andere Spieler wieder zurück, sodass Trainer Peter Thomm wieder mehr Optionen hatte. Dies machte sich auf dem Feld bemerkbar.
Big-Points für Großenbrode
Großenbrode war spielbestimmend und ging bereits früh in Führung. Henner Kühlsen (8.) erzielte sein zweites Saisontor. Im Anschluss gab es weitere Chancen für den Aufsteiger, doch der zweite Treffer blieb noch aus. Klausdorf agierte viel mit langen Bällen, wodurch sie nur selten zu gefährlichen Situationen kamen. Die Ostholsteiner köpfte diese nämlich entweder raus oder aber Torwart Ziegler war zur Stelle. So ging es mit der knappen, aber verdienten 1:0-Führung in die Pause. Anschließend war zu erwarten, dass die U23 vom Aubrook den Druck erhöhen würde, sodass die Heimmannschaft insgesamt nun etwas tiefer stand. Klausdorf agierte weiterhin mit dem Mittel des langen Balls, doch es gab kaum Durchkommen. Großenbrode stand sicher und setzte nun durch Umschaltmomente Nadelstiche. Diese waren gefährlich und führten zu weiteren Treffern. Tom Deiterding (54.) und der zur zweiten Hälfte eingewechselte Maurice Molles (77.) stellten auf 3:0 und entschieden dieses Kellerduell. Zwar traf Dennis Kahlert (91.) noch zum 1:3, doch dies war nicht mehr als Ergebniskosmetik. Die Ostholsteiner feierten einen wichtigen Dreier auf dem heimischen Platz, wodurch man nun in der Tabelle den Gegner hinter sich lässt. Mit sechs Punkten Vorsprung auf den ersten direkten Abstiegsrang sollte der Klassenerhalt so gut wie sicher sein, doch im Endspurt warten nun noch die Partien gegen den SC Cismar und die SG Insel Fehmarn.
Das sagt der Coach:
Peter Thomm (SV Großenbrode): „Wir gehen ganz wichtig und waren auch die spielbestimmende Mannschaft mit 1:0 in Führung. Wir haben auch Chancen, machen die nicht rein und Klausdorf hat ganz viel mit langen Bällen versucht, die haben wir aber im Großen und Ganzen weggeköpft, geklärt oder unser Torwart war zur Stelle. Sie hatten eine wirkliche Chance in der ersten Halbzeit, vergeben diese. Wir kommen aus der Halbzeit raus, stehen einen Tick tiefer und Klausdorf hat es weiter versucht mit vielen langen Bällen und wir haben gekontert. Wir schießen zwei Tore, die verdient waren, müssen aus meiner Sicht sogar mit zwei, drei Toren höher gewinnen, aber wir haben die drei Punkte in diesem Sechs-Punkte-Spiel geholt und jetzt freuen wir uns, doch am Samstag geht es schon weiter in Grömitz.“
TSV Lütjenburg – TSV Lensahn 0:1 (0:1)
Mit 4:0 gewann der TSV Lensahn am vergangenen Wochenende zu Hause gegen den VfR Laboe. Es war ein Sieg in einem Spiel, das zwischenzeitlich auch hätte kippen können, doch insgesamt ging der Dreier klar in Ordnung. Winterneuzugang Haruna Jammeh machte mit einem Doppelpack wieder einmal den Unterschied. Nun sollte nachgelegt und der nächste Sieg in 2026 eingefahren werden. Es ging zum TSV Lütjenburg, bei dem zuletzt ein kleiner Aufwärtstrend zu erkennen war. Vier Punkte gegen Bösdorf/Malente und den SC Cismar verschafften ihnen etwas Luft und verhinderten den Absturz auf einen direkten Abstiegsrang. Individuell ist das Team von der Kieler Straße sicherlich keine Mannschaft, die gegen den Abstieg in die Kreisklasse A kämpft, doch in dieser Saison läuft man den eigenen Erwartungen einfach zu sehr hinterher. Nun wollte man gegen Lensahn punkten, doch ihnen stand das Team der Stunde gegenüber. Keine Mannschaft performte in 2026 so sehr wie die Mannen von Daniel Safadi. Dementsprechend war auch Vorsicht für Lütjenburg geboten, denn gegen die offensivstarken Ostholsteiner braucht es eine Menge Stabilität und Sicherheit. Personell fehlte bei diesen allerdings mit Thorben Ratje ein wichtiger Teil der Dreierspitze. Der schnelle Stürmer musste gegen Laboe angeschlagen vom Feld und nahm am Mittwochabend zunächst nur auf der Bank Platz. Lasse Köppen begann stattdessen.
Jammeh macht den Unterschied
Der heimische TSV Lütjenburg war gut besetzt, sodass Lensahn durchaus gefordert wurde. Es war kein Selbstgänger, was klar zu sehen war. Der Plan der Platzherren ging auf, denn sie hielten in den ersten 30 Minuten gut dagegen. In der 34. Minute musste Safadi dann erstmals wechseln, denn für Köppen ging es nicht mehr weiter. Ersetzt wurde dieser durch Oskar von Weydenberg. Zwei Minuten später fand Lensahn dann mal eine Lücke, sodass Haruna Jammeh (36.) seine individuelle Qualität ausspielte und zur Führung traf. Die Heimelf, bei der Christian Witt nach Sperre zurückkehrte, war erstmals geknackt. Im Anschluss musste Lütjenburg mehr Druck machen, doch die Gäste standen sicher. So brachte man die knappe Führung über die Zeit und feierte das zehnte ungeschlagene Spiel.








