
Göhl – Die SG Göhl/Oldenburg steckt in einem Umbruch. Nach dem Abstieg aus der Verbandsliga gab es einen kompletten Neuaufbau in der Zweiten. Mit einem neuen Trainer sowie einer neuen Mannschaft geht man in die Kreisliga. Wie die Vorbereitung lief und was man sich für die Saison vornimmt, verriet der Cheftrainer gegenüber HL-SPORTS.
Aus SGOG wird SGGO
Der Abstieg aus der Verbandsliga Ost kam für die SG Oldenburg/Göhl nicht überraschend. Es war das Resultat einer enttäuschenden Saison und vieler Fehler, die gemacht wurden. Nicht nur, dass man am Ende der Spielzeit mehr als 40 Spieler eingesetzt hatte und eine echte erste Elf eigentlich nicht existierte, sondern auch die zahlreiche Unterstützung der Ersten und A-Jugend konnte den Gang in die Kreisliga nicht mehr abwenden. Die Defensive war die große Schwäche mit 87 Gegentoren. Insgesamt war man mit 18 Punkten nicht verbandsligatauglich, sodass der Umbruch nötig war. Die erste Veränderung war, dass der neue federführende Verein der SV Göhl ist. Daher geht man nun als SG Göhl/Oldenburg an den Start. Die sportliche Verantwortung übernimmt Mario Markmann als Cheftrainer gemeinsam mit Assistent Tim Röben-Müller. Markmann war zuletzt Coach der A-Jugend, die in der Oberliga spielt. Zuvor war er unter anderem beim TSV Siems Trainer der Frauen.
Extrem junge Truppe
Personell sind viele Spieler der alten SGOG in die Dritte gerückt. Vor allem die erfahrenen Spieler wie Pascale Janner. Stattdessen zog der neue Coach die nahezu komplette U19 hoch, sodass eine ganz junge Truppe in der Kreisliga an den Start gehen wird. Dass die A-Jugend fußballerisch stark ist, kann man nicht abstreiten, denn man wurde Sechster in der A-Jugend-Oberliga. Spieler wie Mika Wölk und Mattis Markmann, Sohn von SGGO-Coach Mario, haben die Mannschaft mit zusammen 13 der 26 Treffer getragen. Doch beide spielen sich derzeit immer mehr in der ersten Herren in den Fokus, sodass beide wohl erst einmal keine Optionen für die Kreisliga sind. Stattdessen gehören Spieler wie Ben Ehrich als Kapitän, Ricardo Ott im Tor oder aber Lukas Röhrle zum Kader des Kreisligisten. Es ist eine extrem junge Mannschaft, in der die erfahrenen Spieler fehlen. Spieler-Co-Trainer Röben-Müller könnte solch einer sein, doch ansonsten ist kaum ein Spieler weit über 20 Jahre alt. Es ist allerdings davon auszugehen, dass es auch in diesem Jahr Unterstützung aus der Ersten geben wird und Spieler wie Ricardo Sarau, die Erfahrung mitbringen, helfen können. Sarau war bereits beim vergangenen Test dabei.
Keine Pause für A-Jugendliche
In der diesjährigen Vorbereitung gab es zwei Testspiele. Beim TSV Klausdorf II hat sich Göhl/Oldenburg deutlich mit 5:0 durchgesetzt. Röben-Müller war dabei doppelt erfolgreich. Zudem trafen Röhrle, Jannik Fuhrmann und Marco Doormann. Der Kader der SGGO ist sehr klein, was sich bei insgesamt zwölf Spielern im Test am Aubrook bereits verdeutlichte. Am vergangenen Freitag stand das Pokalspiel gegen Eutin 08 II an, wo man zwar 1:4 verlor, doch viel Positives zeigte. Allerdings auch Schwächen, denn die Gegentore fielen meist nach individuellen Fehlern. Zudem fehlt der Truppe die Kraft, denn man wirkte gegen Eutin frühzeitig sehr platt. Dies könnte bei einem kleinen Kader durchaus ein Problem werden. Keine 24 Stunden nach dem Pokalspiel stand ein Test gegen den SV Wendisch Evern an. Der ambitionierte Bezirksligist aus Lüneburg zeigte im ersten Durchgang bereits der jungen SGGO die Grenzen auf, sodass es nach 45 Minuten bereits 0:8 stand. Am Ende gab es eine 0:9-Klatsche, sodass die Generalprobe mit Blick auf das Ergebnis in die Hose ging. Mario Markmann gab einen Einblick in die Vorbereitung: „Auch wenn die Vorbereitung bisher stark von Urlaub, Festivals, Arbeit und Ferienjobs geprägt war, hatten wir eine für die Situation ordentliche Trainingsbeteiligung. Das erste Ziel war erst einmal, den großen Umbruch zu organisieren. Dabei mussten wir die unterschiedlichen Situationen der Spieler berücksichtigen. Die A-Jugendlichen kommen aus einer erfolgreichen Zeit und hatten in der Oberliga noch bis Anfang Juli Spielbetrieb und nur zwei Wochen Pause bis zum Start der Vorbereitung. Während die Herrenspieler eine schwierige Saison hinter sich haben und teilweise monatelang keinen ordentlichen Trainingsbetrieb hatten.
In dieser Phase stecken wir jetzt und arbeiten an einer einheitlichen Philosophie und parallel an der Fitness sowie einer neuen Spielweise.“
Offensiv ausgerichtet
In der neuen Liga wird die SG Göhl/Oldenburg potenziell zu den spielstärkeren Mannschaften gehören. Die jungen Kicker werden sicherlich einen spielerischen Ansatz verfolgen, denn körperlich werden sie voraussichtlich in vielen Spielen das Nachsehen haben. Dies könnte in einer robusten und eher körperlichen Liga durchaus Schwierigkeiten machen. Gleichzeitig zeigte Eutin 08 II in den vergangenen Jahren, dass man auch als spielstarke, junge Truppe bestehen kann. Zur Spielweise sagte Markmann: „Wir werden versuchen, die Spielweise, die die Jungs aus den letzten Jahren der Jugend kennen, möglichst auch in der kommenden Saison umzusetzen, das heißt: viel Ballbesitz, hohes Pressing. Wir wollen als Team auftreten und möglichst offensiv Fußball spielen und für Spaß und Tore stehen.“
Zurück zum eigenständigen Team
Zum Start in die neue Kreisligasaison trifft man auf den SV Kirchbarkau (H). Anschließend geht es zur SG Dersau/Kalübbe (A), bevor man Eutin 08 II (H) im Derby empfängt und wenige Tage später das nächste Derby beim TSV Gremersdorf (A) vor der Brust hat. Es ist ein schwieriger Start, der nicht ohne ist, denn man trifft voraussichtlich auf mindestens drei Mannschaften, die sich eher in der oberen Tabellenhälfte wiederfinden. Damit es eine erfolgreiche Saison gibt, möchte man einige Punkte verbessern. Der Trainer verriet, wo es zur Vorsaison Verbesserungspotenzial gibt: „Für die Herren war die letzte Saison eine Katastrophe und deswegen gilt es, aus den Fehlern, die in allen Bereichen gemacht wurden, zu lernen und alles besser zu machen. Vor allem wollen wir aber wieder als ‚Zweite‘ ein eigenständiges Team entwickeln.“










