
Lensahn – In der Kreisliga Ost geht es nach einem turbulenten Wochenende munter weiter. Am Dienstag und Mittwoch finden Nachholspiele statt, wo Gegensätze aufeinandertreffen. Formstark gegen formschwach heißt es gleich dreimal, sodass die Rollenverteilung vermeintlich klar ist. Dennoch sind die Mannschaften gewarnt, denn sonst könnte es einen bitteren Abend geben.
TSV Lensahn – SpVgg Putlos (Di., 19.30 Uhr)
Bereits am Dienstagabend treffen sich zwei Mannschaften aus dem Kreis Ostholstein zu einem Derby. Der TSV Lensahn empfängt die SpVgg Putlos und die Formkurve könnte kaum unterschiedlicher sein. Die Mannschaft von Daniel Safadi ist seit nun sechs Spielen unbesiegt und holte 16 von möglichen 18 Punkten. Nach der Winterpause verlor man bisher noch nicht, blieb gegen Aufstiegskandidaten zuletzt ungeschlagen. Gegen die Spitzenteams wie Eutin 08 II oder auch Dobersdorf war man erfolgreich und holte sieben von neun Punkten. Man kann mit der Spitzenklasse also durchaus mithalten, doch auch gegen die Teams aus der unteren Tabellenhälfte muss die Aufgabe gemeistert werden. In der gesamten Saison gab es gegen diese durchaus vermeidbare Niederlagen, wie noch in der Hinrunde in Großenbrode. Zuletzt wurden allerdings auch diese vermeintlichen „Pflichtaufgaben“ gemeistert, was zeigt, wie stark der TSV derzeit in Form ist. Die große Stärke ist sicherlich die Offensive, die mit 65 erzielten Toren die zweitbeste der Kreisliga ist. Die Ratje-Brüder haben mit zusammen 29 Treffern einen großen Anteil daran gehabt, nun kam ein weiterer Spieler hinzu, der das Angriffsspiel auf ein ganz neues Level brachte. Haruna Jammeh kam aus Ungarn, wo er in der ersten Liga spielte und bereits zeigte, dass er genau weiß, wo das Tor steht. Wenig überraschend brauchte er in Ostholstein kaum Anlaufzeit, bis er seine Qualitäten auf den Platz brachte. Neun Tore erzielte Jammeh in den ersten sechs Spielen, somit jubelt der Winterneuzugang im Schnitt alle 50 Minuten. 1,5 Tore erzielt er pro Spiel, hält er diese Quote, kommt er in einer gesamten Saison auf 45 Saisontreffer. Zuletzt schnürte er einen Doppelpack in Eutin, nun möchte er am Dienstagabend nachlegen, denn bisher traf er in jedem Spiel, in dem er für den TSV Lensahn auf dem Feld stand.
Gegenüber steht dem aktuellen Team der Stunde, das sich auf dem siebten Tabellenplatz wiederfindet, das aktuelle Tabellenschlusslicht. Putlos holte sechs Zähler in 22 Spielen, sodass der Abstieg in die Kreisklasse A kaum noch abzuwenden ist. Die direkten Duelle gegen den Tabellennachbarn wurden in kürzester Zeit zweimal verloren, sodass der 14. Platz mittlerweile 16 Punkte entfernt liegt. Die Mannschaft von Jens Martens hat trotz der tabellarischen Situation noch Ambitionen. Man möchte die Sieglosserie beenden und nach 21 Spielen wieder gewinnen. Der erste und einzige Dreier in dieser Saison datiert vom ersten Spieltag, als man den SV Großenbrode mit 2:0 bezwang. Es folgten drei Remis und 19 Niederlagen, zudem kassierte man 85 Gegentreffer. Die Vorzeichen vor dem Derby auf dem Kunstrasenplatz in Lensahn sprechen also für viele Tore, zumindest auf einer Seite. Die Tormaschine empfängt die Schießbude, die in den sechs Spielen nach der Winterpause im Schnitt mehr als vier Gegentore pro Spiel kassierte. In dieser Saison treffen sich die beiden Mannschaften zum zweiten Mal, denn im August kam es zum Hinspiel am vierten Spieltag. Damals tat sich Lensahn ziemlich schwer. Ohne Finn-Ole Ratje mühte sich der TSV an der Strandstraße, wo man dennoch kurz nach der Pause durch Luca Bruhse (48.) in Führung ging. Vier Minuten vor dem Ende glich Philipp Kruse (86.) allerdings aus, sodass der Punktgewinn zum Greifen nah war. Tief in der Nachspielzeit gab es dann allerdings einen Elfmeter, den Max Rosenthal (96.) zum 2:1-Auswärtssieg verwandelte. Nun sind die Vorzeichen andere und Lensahn möchte sicherlich einen verbesserten Auftritt hinlegen als noch vor knapp acht Monaten der Fall war.
Vadim König (TSV Lensahn): „Nach dem intensiven Spiel am Samstag gegen den Tabellenführer wartet am Dienstag bereits die nächste Herausforderung auf uns. Diesmal kommt der Gegner vom anderen Ende der Tabelle – was aber keineswegs bedeutet, dass es für uns auch nur ein Stück leichter wird. Sie können befreit aufspielen und werden alles daransetzen, ihre Saison so erfolgreich wie möglich abzuschließen. Wer glaubt, dass dieses Spiel ein Selbstläufer wird, wird schnell eines Besseren belehrt werden. Ich bin jedoch überzeugt, dass wir alle mit der richtigen Einstellung in die Partie gehen und alles dafür tun werden, das Spiel erfolgreich für uns zu gestalten.“
VfR Laboe – SV Großenbrode (Mit., 19 Uhr)
Nach einer Formkrise mit nur einem Sieg aus den ersten sechs Spielen nach der Winterpause kam der VfR Laboe zuletzt zurück in die Spur. Es gab drei Partien, in denen man ungeschlagen blieb und sieben von neun Punkten einfuhr. Somit wurde, nachdem der VfR sich immer mehr dem 14. Platz näherte, der Vorsprung wieder vergrößert. Vor allem die Defensive hat sich zuletzt enorm stabilisiert, denn es gab nur einen Gegentreffer in den besagten jüngsten ungeschlagenen Spielen. Seit 250 Spielminuten sind sie ohne Gegentor. Beim kommenden Gegner, dem SV Großenbrode, sah es zuletzt etwas anders aus. Der Start in die Rückrunde war eindrucksvoll, denn es gab vier Siege aus fünf Spielen. Somit kletterte der Aufsteiger in der Tabelle und verschaffte sich etwas Luft. Zuletzt zeigte der Trend allerdings wieder etwas nach unten. Dreimal musste sich die Mannschaft von Peter Thomm geschlagen geben, wobei es zu viele Gegentreffer gab. 13 Stück kassierte man, die größtenteils zu leicht gefallen sind.
Die personelle Situation zuletzt war sehr angespannt. Die Bank am Sonntag war dünn, sodass der Cheftrainer sogar selbst 45 Minuten die Schuhe schnüren musste. Dort gab es eine 0:3-Heimniederlage, wo man zu einfache Gegentore kassierte und trotz vieler Halbchancen wenig klare Gelegenheiten kreierte. Nun kehrt mit Yannic Slowy nach Gelbsperre ein Angreifer zurück, sodass die Hoffnung auf den Auswärtsdreier auf dem Stoschplatz groß ist. Dabei gilt es vor allem, auf die schnellen Außenspieler des VfR Laboe zu achten, denn diese sind die Waffe der Mannschaft von Volkmar Meyer. Dass man die Kieler allerdings schlagen kann, das zeigte das Hinspiel für den SVG. Vor knapp sechs Wochen gab es einen 3:2-Heimerfolg. Nach einem 1:2-Rückstand schnürte Defensivmann Eike Jappe einen Doppelpack und behielt somit für seine Mannschaft die drei Punkte in Ostholstein.
Peter Thomm (SV Großenbrode): „Meine Verletzungssorgen werden natürlich nicht leichter und dazu kommen nun auch noch berufsbedingte Probleme an einem Mittwochabend, wenn man um 19 Uhr in Kiel spielt. Das macht es alles nicht leichter. Ich habe noch einige Fragezeichen. Wir fahren nach Laboe und ich finde, sie waren im Hinspiel, das ist noch gar nicht so lange her, eine spielerisch richtig tolle Truppe, haben guten Fußball gespielt und deswegen bleibt es offen. Es gilt auch hier: Wir fahren dorthin und schauen mal, was geht.“
TSV Lütjenburg – SG Bösdorf/Malente (Mi., 19.30 Uhr)
Die SG Bösdorf/Malente ist richtig gut in Form. Nachdem man nicht gut aus dem Winter kam und nur einen Sieg aus drei Spielen holte, wobei die Defensive mit zehn Gegentoren instabil wirkte, hat sich die SG zuletzt wieder stabilisiert. Es folgten fünf Spiele, die allesamt gewonnen wurden. Gegen Schönkirchen gewann die Mannschaft von Benjamin Berger mit 3:1. Es war ein heißer Kampf, den man spät auf seine Seite zog. In Laboe zeigte man sich endlich auch mal in der Fremde stark und vor allem stabil. Es gab einen 2:0-Auswärtssieg, der aufgrund einiger vergebener Chancen noch hätte höher ausfallen können. Es folgte knapp 48 Stunden später das unbequeme Gastspiel in Raisdorf, wo man sich zunächst noch etwas schwertat, doch im Anschluss nichts anbrennen ließ und den souveränen 2:0-Auswärtssieg einfuhr. Vor allem defensiv war der Auftritt der SG Bösdorf/Malente sehr abgeklärt. Den Trainer freute dabei vor allem die Null, die hinten erneut stand. In Dobersdorf trat man mit einer breiten Brust auf, war dennoch sehr kompakt. Wieder wurde gewonnen, wieder stand hinten die Null, sodass sich die Serie fortsetzte. Der Tabellenzweite kam zu kaum klaren Chancen. Die Mannschaft steigerte sich zuletzt mit jeder Woche und am vergangenen Sonnabend setzte man ein dickes Ausrufezeichen. Die Heimstärke wurde untermauert und gegen die SG Dersau/Kalübbe ein souveräner und vor allem eindrucksvoller 4:0-Sieg eingefahren. Es war ein Auftritt, der von vorne bis hinten stimmte, denn defensiv ließ man kaum etwas zu und vorne gab es neben vier Toren auch noch einige weitere Chancen. Dies war das kleine Manko beim Derbysieg.
Fünf Siege, davon viermal zu Null, sind somit die Ausbeute, die Bösdorf/Malente nochmal vom Aufstieg träumen lässt. Zuletzt wurden zwei direkte Konkurrenten, die beide vor der SG standen, souverän bezwungen, sodass man sich vor niemandem mehr verstecken muss. Tabellarisch zog die Berger-Elf mit dem Tabellenvierten Dersau/Kalübbe gleich und der zweite Platz liegt nur zwei Punkte entfernt. Es könnte eine Englische Woche genau nach dem Geschmack des aktuellen Tabellenfünften werden, denn man kann selbst den Lauf fortsetzen und gleichzeitig nehmen sich Dobersdorf und Dersau zeitgleich gegenseitig die Punkte. Man gastiert in Lütjenburg, wo die Ausgangslage sehr klar ist. Der TSV steht auf dem 14. Platz und das neue Jahr verlief für Lütjenburg bisher alles andere als gut. Aus den jüngsten sieben Spielen gab es sechs Niederlagen. Zuletzt traf die Mannschaft von Nils Bollesen auf drei Spitzenmannschaften, doch man zeigte sich keineswegs chancenlos. In Schönkirchen verlor man 1:2 und auch jüngst zu Hause gegen Dobersdorf gab es eine 0:1-Pleite. Beide Spiele waren eng, zuletzt verschoss man sogar einen Elfmeter und verpasste dadurch zumindest einen Punkt. Fünf Punkte liegt der TSV aktuell vor dem ersten direkten Abstiegsplatz, wo Raisdorf im Moment steht. Man hat allerdings zwei Spiele mehr, sodass man hoffen muss, dass der RTSV diese nicht für sich entscheidet. Ein Sieg gegen Bösdorf/Malente würde für den TSV allerdings womöglich die Sorgen erst einmal beseitigen und den Klassenerhalt so gut wie sichern. Im Hinspiel gab es einen 3:0-Sieg für Bösdorf, wo alle Tore nach der Pause fielen. Für Trainer Berger ist es zudem der Lieblingsgegner, denn auch in der vergangenen Saison, noch als Trainer für die SpVgg Putlos, bezwang er den kommenden Gegner. 2:0 und 0:0 war die Ausbeute, sodass er nicht nur sieben von neun Punkten gegen die Mannen von der Kieler Straße holte, sondern auch kein einziges Gegentor kassierte.
Benjamin Berger (Bösdorf/Malente): „Den Sieg am Samstag zu Hause gegen die SG Dersau-Kalübbe haben die Jungs ausgiebig und völlig zurecht gefeiert. Jeder weiß aber auch, dass der Fokus nun auf Mittwochabend gerichtet ist. Ein Derbysieg ist schön, aber letztendlich gibt es dafür auch nur drei Punkte – deswegen wollen wir gegen den TSV Lütjenburg nachlegen und unseren Lauf fortsetzen. Der TSV hat super Einzelspieler und ist an einem guten Tag schwer zu bespielen. Sie stehen mit ihrer letzten Linie tief und versuchen, durch lange Bälle hinter die Kette zu kommen. Dem sind wir uns bewusst und wollen die Spielanlage brechen. Wir wollen weiterhin die Null hinten halten und vorne eiskalt sein. Ich glaube, dass wir aktuell eine gute Balance haben und möchten die Gegentorminuten weiter ausbauen. Wir müssen aber zielstrebig und konzentriert sein. Wenn wir das umsetzen, mache ich mir keine Sorgen.“








