Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf

Komplikationen zwingen Veranstalter zum improvisieren

Mit dem SV Azadi Lübeck ging auch eine Lübecker Mannschaft beim Turnier in Gleschendorf an den Start. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Gleschendorf – Am heutigen Sonnabend (11.7.) stand auf der Sportanlage in Gleschendorf ein Vorbereitungsturnier auf dem Programm. Acht Mannschaften gingen dabei in zwei Gruppen ins Rennen, um sich dort jeweils den ersten Platz und somit den Titel zu sichern. Doch eigentlich war es anders geplant. Der Gastgeber, die SG Scharbeutz/Pönitz, musste improvisieren. Dies nicht nur aufgrund von kurzfristigen Absagen zweier Teilnehmer, sondern auch, weil plötzlich zwei wichtige Personalien fehlten. Am Ende eines warmen Turniertages sollten sich zwei Mannschaften durchsetzen, die im gesamten Turnier überzeugten und sich daher den Titel verdienten.

Veranstalter muss nach Absagen umplanen

Das Teilnehmerfeld für das diesjährige Turnier der SG Scharbeutz/Pönitz stand bereits einige Wochen vor dem heutigen Tag. Zehn Teams sollten in zwei Fünfergruppen ins Rennen gehen und dabei die beiden Gruppensieger ausspielen, die zum Tagesabschluss das Finale um den Titel bestreiten würden. Dabei sollte eine Partie 30 Minuten dauern, doch man wurde gezwungen, umzuplanen. Dies lag an zwei kurzfristigen Absagen von gleich zwei Teilnehmern. Mit dem TSV Gremersdorf II und der Auswahlmannschaft „DANA-Cup 2“ sollten gleich zwei Mannschaften, die in der Gruppe B an den Start gehen sollten, nicht an den Start gehen. Die Veranstalter stellte dies vor Herausforderungen, denn keine 48 Stunden vor dem Turnierstart musste noch einmal improvisiert werden. Jan-Hendrik Froh, Organisator des Turniers und seit dieser Saison Cheftrainer der SG, gab einen Einblick in die letzten Stunden vor dem Turnier: „Sie verliefen sehr stressig, mit, etwas überspitzt gesagt, schlaflosen Nächten, weil es organisatorisch sehr viel Arbeit bedeutet, auch das ganze Umstrukturieren, wenn dann auch noch aus einer Gruppe zwei Mannschaften rausgegangen sind. Gott sei Dank war der TSV Pansdorf II etwas personell angeschlagen, sodass wir unter super Zusammenarbeit mit Steven gesprochen und gesagt haben: Kommt in die Gruppe, das ist dann auch etwas fairer, als wenn ihr gegen die Landesligisten spielt mit dem dezimierten Kader. So hat es sich dann angeboten.“

Schiedsrichter fehlen

Doch bei den Absagen der beiden Mannschaften sollte es nicht bleiben, denn auch am Turniertag wurde man organisatorisch herausgefordert. Zum Turnierstart fehlten die Schiedsrichter, die den Scharbeutzern eigentlich zugesichert worden waren. Man musste kurzfristig Spieler beziehungsweise andere Verantwortliche des Veranstalters installieren, die als Spielleiter fungierten. Froh sagte zu dieser Problematik: „Leider Gottes ist es mit den Schiedsrichtern etwas in die Hose gegangen, sodass wir keine gestellt bekommen haben, obwohl es uns zugesichert wurde. Aber das ist ein Lernprozess, beim ersten Mal geht nicht alles glatt und da werden wir im nächsten Jahr noch einmal einen Tick besser und dann freuen wir uns auf dieses.“ Die fehlenden Schiedsrichter waren für die Teilnehmer durchaus ein Problem. So hatten die „Ersatz-Schiris“ nicht nur keine Unterstützung an der Seitenlinie, sondern wurden auch in teils sehr umkämpften Duellen ins kalte Wasser geworfen. Dabei gab es wenig überraschend auch die ein oder andere Entscheidung, die für Diskussionen sorgte. Dazu gab es im Nachgang kritische Stimmen aus verschiedenen Lagern. So hätte sich der TSV Travemünde im brisanten Duell mit dem TSV Pansdorf II einen richtigen Schiedsrichter gewünscht. Doch auch andere Trainer fanden kritische Worte diesbezüglich: „Es war im Großen und Ganzen gut organisiert, nur ein Kritikpunkt war die Thematik mit dem Schiedsrichter. Einer hat abgesagt und einer musste im Laufe des Turniers nach Hause, das sollte und darf so nicht sein.“

Trainer glänzt mit Fair-Play

Wie es bei solch einer Situation auch gehen kann, zeigte Christian Strungat, Trainer der „DANA-Cup“-Allstars. Beim Stand von 0:0 gelang seiner Mannschaft gegen die SG Sarau/Bosau der Führungstreffer, allerdings aus einer klaren Abseitsposition. Während seine Spieler diesen bejubelten, wies der Trainer den Schiedsrichter darauf hin. Es war der „Fair-Play-Moment“ des Tages, wofür auch der gegnerische Coach Tony Böhme lobende Worte fand: „Vielen Dank auch noch mal an den DANA-Cup-Trainer Christian Strungat, dass er das Abseitstor beim 1:0 für sie zugegeben hat. Das war eine Klasse-Aktion.“ Strungat selbst organisierte in der Vergangenheit das Turnier und sagte über die Schiedsrichter-Thematik: „Ich habe es in den letzten Jahren ausgerichtet und nun an den FC Scharbeutz abgegeben. Ich habe es grundsätzlich ohne Schiedsrichter gemacht, damit viel mehr laufen gelassen wird und es diese ständigen Diskussionen nicht gibt. Dies hat eigentlich immer gut funktioniert. Heute gab es irgendwie einen Fehler, dementsprechend kann ich hier nur sagen: Dankeschön an diejenigen, die sich hier hingestellt haben und eingesprungen sind. Es sind alles keine Schiedsrichter, sondern Fußballer und alle haben ihr Bestes gegeben. Die ganze Turnierorganisation war völlig in Ordnung und war super gemacht.“

christian strungat @ Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf
Christian Strungat bewies echte Fairness. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Azadi reist namhaft an – Wer ist die „Dana-Cup“-Auswahl?

Die Gruppe A wurde auf dem Rasenplatz der Sportanlage in Gleschendorf ausgespielt. Diese war durchaus hochklassig besetzt, denn mit dem SV Azadi Lübeck und der SVG Pönitz gingen gleich zwei Aufsteiger der Landesliga Holstein ins Rennen. Während die Pönitzer mit Spielern wie Kevin und Evan Keinz, Justin Toth oder aber Jarne Schulz an den Start gingen, sollten auch die Lübecker namhafte Leistungsträger schicken. So reiste der Meister der Verbandsliga Süd aus der abgelaufenen Saison mit Spielern wie Sahid Wahab, David Senghore, Evgenij Bieche oder Torjäger Marco Pajonk an. Mit dieser Besetzung waren die Lübecker durchaus favorisiert in der Gruppe. Doch neben der SG Sarau/Bosau, die in diesem Sommer einige Neuzugänge vorgestellt hat, welche bereits andeuteten, welche hohe Qualität sie mitbringen, sollte auch eine ganz spannende, junge Mannschaft um den Gruppensieg kämpfen. Eine „DANA-Cup“-Auswahl war ebenfalls dabei und sollte für Furore sorgen. Doch was genau steckt hinter dieser? Trainer Strungat klärte auf: „Vor sechs Jahren haben wir damit mal angefangen: ‚Freunde kicken mit Freunden‘. Dann haben wir die Jungs zusammengeführt. Sie kommen aus unterschiedlichen Vereinen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, wo wir gute Fußballer, wo die Teamchemie einfach stimmt, in einem ehrenamtlichen Projekt unter verschiedenen Vereinen zum DANA-Cup oder Gothia-Cup führen. Dieses Jahr geht es zum DANA-Cup, die letzten fünf Jahre zum Gothia-Cup.“ Doch für wen genau ist dieses Projekt? „Das ist nur für junge Spieler. Wir haben angefangen, als die Jungs 14 bis 15 Jahre alt waren, und dann hat es Dynamik aufgenommen und aus einem Team wurden mal zwei, dann aus zwei drei Teams. Dieses Jahr fahren wir zum DANA-Cup mit zwei Teams und es ist eine U19. Wir haben als diese gemeldet und dies wird dann das letzte Mal und somit der Abschluss sein, weil dann sind die Jungs zu alt, weil sie in den Herrenbereich rücken.“

svg ponitz dana up @ Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf
Landesligaaufsteiger SVG Pönitz machte den Auftakt ins Turier. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Kopf an Kopf-Rennen um die Spitze

Zum Start in die Gruppe traf die junge DANA-Cup-Auswahl auf die SVG Pönitz. Die jungen Talente der Region waren dabei über die vollen 45 Minuten die bessere Mannschaft. Bereits nach einer Minute ging man in Führung, doch Pönitz glich aus. Dennoch musste sich die Mannschaft von Christian Born mit 1:3 geschlagen geben. Zwar war es personell nicht einmal ansatzweise die Stammbesetzung, doch überzeugend war der Auftakt der SVG dennoch nicht. Ganz anders sah es bei der U19 aus, die mit Spielern unter anderem des SV Eichede, TuS Dassendorf oder aber des VfB Lübeck überzeugte und sich enorm bissig zeigte. Im Parallelspiel startete der SV Azadi Lübeck gegen die SG Sarau/Bosau und wenn diese beiden Teams sich in der Vergangenheit begegneten, dann wurde es meist sehr hitzig und umkämpft. Diesmal hielt es sich allerdings in Grenzen. Azadi war klar spielbestimmend und forderte SG-Keeper Bossmann zu zwei außergewöhnlichen Paraden. Er ragte heraus, ließ Torjäger Pajonk mehrfach verzweifeln. Die Qualität des Stürmers sollte sich allerdings doch noch durchsetzen, denn aus kurzer Distanz schob er zum Siegtreffer ein. Somit gewannen auch die Lübecker ihr Auftaktspiel. Direkt im Anschluss traf Sarau auf das „DANA-Cup“-Team. Dabei war die A-Jugend-Auswahl spielbestimmend, doch auch die Ostholsteiner setzten Nadelstiche. Nach dem vermeintlichen Führungstor zeigte sich Trainer Strungat außergewöhnlich fair und machte auf eine Abseitsstellung aufmerksam. Der Siegtreffer gelang dennoch, sodass es für die Youngstars den zweiten Sieg gab. Der SV Azadi legte allerdings ebenfalls nach und gewann souverän gegen die SVG Pönitz mit 3:0.

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tony bohme @ Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf
Sarau/Bosau-Trainer Tony Böhme schnürte die Schuhe selbst beim Turnier. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Spanndes Endspiel

Somit spielten die SG Sarau/Bosau und die SVG Pönitz um den dritten Platz in der Gruppe. Dabei kam bei der SG auch Trainer Tony Böhme zum Einsatz. Dieser sagte: „Es hat Spaß gemacht. Natürlich merkt man ab einem gewissen Alter, wenn man nicht mehr so oft mitmacht, dass es nicht mehr so ganz reicht. Aber gerade gegen Pönitz hätte ich fast noch mal einen gemacht, aber das darf ich mir die nächsten Wochen wahrscheinlich von den Jungs anhören, wie blind ich vor der Hütte bin, aber es macht Spaß, die Jungs ziehen gut mit und es war heute eine gute Trainingseinheit.“ Im Duell der beiden letztjährigen Ligakonkurrenten gab es eine 1:1-Punkteteilung, wodurch Sarau sich aufgrund des Torverhältnisses den dritten Rang sicherte. Böhme sagte zum Turnierauftritt seiner Mannschaft: „Man muss sagen, wir sind mit einem wirklich kleinen Kader angerückt. Trotzdem waren dort vernünftige Spiele dabei, die Jungs, die da waren, haben es gut gemacht. Mit Azadi und der DANA-Truppe waren auch gute Teams dabei, haben guten Fußball gespielt, deswegen war es vollkommen in Ordnung.“ Spannend sollte es im Duell „DANA-Cup“ gegen den SV Azadi werden. Beide waren punktgleich, doch das Torverhältnis sprach minimal für die Lübecker. Daher brauchten die Talente den Sieg. Die Lübecker hatten mehr Spielanteile, doch mühten sich. Lange Zeit blieb es torlos, doch in den letzten Minuten gab es Elfmeter. Die Strungat-Elf ging spät in Führung, sodass der Titel zum Greifen nah war. Der Landesligaaufsteiger warf alles nach vorne, sodass sich der Konter bot, der zum 2:0 verwandelt wurde. Somit ging der Sieg und damit auch der Titel an die Auswahlmannschaft.

Sieger zieht ein sportliches Fazit

Azadi-Trainer Jasim sagte über den Turnierauftritt seiner Mannschaft: „Im Großen und Ganzen hatten wir hier gute Gegner und konnten gute Dinge ausprobieren, die wir sonst nicht machen können. Drei Spiele, zwei gewonnen, eines kurz vor Schluss verloren. Im Großen und Ganzen waren die ersten beiden Spiele ganz in Ordnung.“ Der Coach des Gruppensiegers zog ebenfalls ein Fazit: „Das war überragend. Die Jungs stehen so das erste Mal auf dem Platz, es gab viele Neuzugänge, die dabei sind. Man hat gesehen, dass sie heute in vielen Teilen schon gut funktioniert haben. Zum Schluss hat die Kraft nachgelassen und wir sind etwas fahrlässig mit den Torchancen umgegangen, aber das Ergebnis war tatsächlich zweitrangig. Die Jungs sollten sich kennenlernen, gerade für nächste Woche, weil dort das Augenmerk drauf liegt. Sie sollen Leistungsfußball spielen, aber ohne Druck. Sie sollen einfach Spaß haben und Freundschaften bilden, dass sie auch für die Zukunft, wenn sie wieder aufeinandertreffen auf den Plätzen, sich statt anzupöbeln in den Armen liegen nach dem Spiel, auch wenn sie gegeneinander spielen.“

tsv travemunde pansdorf ii @ Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf
Der TSV Travemünde und TSV Pansdorf II lieferten sich ein umkämpftes Duell. Foto: Lobeca/Niklas Runne

Pansdorf II und Travemünde kämpfen um den Gruppensieg

Auf dem Kunstrasenplatz wurde die Gruppe B ausgespielt. Zum Start traf der Gastgeber, die SG Scharbeutz/Pönitz, auf den TSV Pansdorf III. Dabei setzte sich die Drittvertretung deutlich mit 4:1 durch und legte den Grundstein für ein gutes Turnier. Dies wollte auch der TSV Pansdorf II, der direkt im Topspiel auf den TSV Travemünde traf. Es war ein ausgeglichenes Spiel, in dem beide Teams phasenweise Vorteile hatten. Lennard Prüßmann traf nach Liehr-Einwurf per Kopf, doch der Verbandsligaaufsteiger glich aus. Mit Schlusspfiff trafen die Monte-Kicker zum vermeintlichen 2:1, doch dieses zählte zum Ärger des Kreisligisten nicht. So starteten beide Teams mit einer Punkteteilung. Im direkten Anschluss sollte sich Pansdorf II mit 4:1 gegen Scharbeutz durchsetzen, Travemünde gewann knapp gegen die Pansdorfer Drittvertretung. Somit wurde es spannend vor den letzten beiden Spielen. Die Mannschaft von Christian Jetz legte mit 3:1 gegen den Gastgeber vor, sodass der Vizemeister der vergangenen Kreisliga-Südost-Saison gewinnen musste. Dies war gegen die eigene Dritte der Fall, sodass die Mannschaft von Steven Tion den Turniersieg in Gruppe B sicherte.

Fazit

Nach nicht ganz sechs Stunden Fußball sollte das Turnier in Scharbeutz doch noch ein gutes Ende finden. Jan-Hendrik Froh zog ein Fazit: „Erst einmal freue ich mich, dass so viele wirklich gute und hochklassige Mannschaften hier den Weg zu uns gefunden haben, was für einen A-Klassisten sicherlich nicht selbstverständlich ist. Des Weiteren haben wir wirklich gute und intensive Spiele gesehen. Ich hätte mir vielleicht drei oder vier Grad weniger gewünscht, damit der ein oder andere Zuschauer mehr den Weg hierher gefunden hätte, aber ansonsten war es im Großen und Ganzen für uns als kleiner Verein ein rundum gelungener Tag. Vielen Dank auch noch mal an unseren Sponsor ‚Tonis Essbar‘, der das Ganze möglich gemacht hat. Wir hoffen jetzt, dass wir es Jahr für Jahr hinbekommen.“ Zur Leistung seiner eigenen Mannschaft setzte er fort: „Ich bin ganz ehrlich, wir haben dies heute nicht als richtigen Test gesehen, sondern tatsächlich, um den Verein vielleicht auch etwas mehr auf die Karte zu bringen und auch dieses tolle Gelände hier zu präsentieren. Es ist ein wirklich wunderschönes Gelände und deshalb stand das sportliche Abschneiden für uns so ein bisschen im Hintergrund.“

froh @ Gelungene Generalprobe für den „Dana-Cup“ – U19-Kicker glänzen in Gleschendorf
Jan-Hendrik Froh zog ein Turnierfazit. Foto: Lobeca/Niklas Runne

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