
Travenbrück – Im ersten Jahr nach dem Aufstieg in die Kreisliga, sorgte der Tralauer SV direkt für Furore. Sie waren kein gewöhnlicher Aufsteiger, sondern einer der die Liga mit ansehnlichem, unterhaltsamem und fairem Fußball begeisterte. Dies möchte man nun auch im zweiten Jahr schaffen und das vergangenen bestätigen.
Furioses erstes Kreisligajahr
71 Punkte standen nach der ersten Kreisligasaison nach dem Aufstieg auf dem Konto des Tralauer SV. Eine Anzahl, die oftmals auch für den Aufstieg reicht, doch im vergangenen Jahr nicht. Die Kaltenkirchener TS II und der SSC Hagen Ahrensburg II waren dafür dann doch zu stark und dennoch ist man keineswegs unzufrieden. Viel mehr weiß man, wo man herkam und blieb realistisch. Es ist etwas gewachsen in der kleinen Gemeinde Travenbrück, denn nicht nur die erste Herrenmannschaft weiß zu begeistern, sondern auch strukturell gab es Veränderungen. Die heimische Sportanlage wurde, beziehungsweise wird noch immer saniert und auch neue Sponsoren fanden den Weg zum TSV. Es könnte für diesen derzeit also kaum besser laufen. Mit Blick auf die sportliche Ausbeute der vergangenen Saison stehen nicht nur mehr als zwei Punkte im Schnitt pro Spiel auf dem Konto, sondern auch die drittmeisten erzielten Tore (95). Dies lag durchaus an einem sehr erfolgreichen Sturmduo, bestehend aus Kevin Öz (24 Tore) und Max Vamboldt (15 Tore). Beide bildeten das erfolgreichste Duo der Liga. Die Defensive kam dabei allerdings keineswegs zu kurz. 29 Gegentreffer waren die wenigsten der Liga. Dies zeigt, dass die Mannschaft sehr komplett ist und zudem auch eine der spielstärksten der Klasse war.
Vorbereitung verlief schwierig
Nun steht das zweite Kreisligajahr an und dies ist bekanntermaßen das schwierigere. Doch, ob dies auch bei Tralau der Fall sein wird, ist nur schwer vorzustellen. Die Qualität ist unumstritten vorhanden und auch geblieben. Man hat keinen einzigen Abgang zu verkraften gehabt und zudem mit Tom Düwiger (JFV Lübeck) du Yannek Mut (Groß Grönau), sogar zwei spannende Neuzugänge präsentiert. Die Vorbereitung in diesem Jahr gestaltete sich für die Stormarner allerdings schwieriger als man es erwartet hatte. Cheftrainer Roman Ismagilov gab einen Einblick in die Probleme: „Die gesamte Vorbereitung gestaltete sich bisher sehr kompliziert. Durch unsere große Platzsanierung war bis kurz vor Trainingsstart überhaupt nicht klar, wo und wie wir in die Vorbereitung gehen können. Quasi auf den letzten Drücker sind der SV Hammoor und der Rümpler SV eingesprungen und haben uns mit ihren Trainingsmöglichkeiten großartig unterstützt. Dafür sind wir sehr dankbar. Zusätzlich wurde unser Kader durch die Urlaubszeit und Prüfungsvorbereitungen maximal gefordert.“
In welcher Verfassung sind die Spieler?
Vorbereitungsspiele absolvierte der Tralauer SV in diesem Sommer sechs Stück. Dabei gab es unterschiedliche Auftritte, was der personellen Lage geschuldet war. Beim traditionellen Mares-Cup des Bargfelder SV belegte man „nur“ Platz Sechs. In der Vorrunde gab es zunächst noch zwei Siege, bevor im Anschluss allerdings das entscheidende Spiel um den Gruppensieg, der den Finaleinzug bedeutet hätte, gegen den Verbandsligisten SG Elmenhorst/Tremsbüttel verloren wurde. Im Platzierungsspiel unterlag man Rethwisch mit 3:5 im Elfmeterschießen. Zudem gab es einen deutlichen 5:1-Testspielsieg beim SSV Pölitz, sowie zuletzt eine 5:7-Pleite beim Aufstiegsaspiranten Eichholzer SV II. Man tut sich schwer zu sagen, wie der aktuelle Stand bei der Mannschaft ist. Um diese Prognose abzugeben, braucht es laut dem Trainer noch etwas Geduld: „Die Testspiele mussten teilweise mit einer Mixmannschaft aus erster Herren, zweiter Herren und Gastspielern bestritten werden. Dadurch waren die Spiele leider nicht viel mehr als intensive Konditionseinheiten, weil wir große taktische Inhalte kaum einstudieren konnten. Zusammenfassend ist es aktuell noch sehr schwer, eine verlässliche Prognose zur Mannschaft abzugeben. Es ist noch völlig offen, in welcher Verfassung viele unserer Spieler nach der Urlaubszeit zurückkommen. Deshalb wird sich vermutlich erst in den ersten Punktspielen zeigen, wo wir wirklich stehen.“
Wachstum des Vereins als Hauptziel
Die Kreisligasaison startet für Tralau mit zwei Auswärtsspielen. Sie reisen zunächst zur SG Bargteheide/Hammoor und anschließend zum SV Wahlstedt. Im ersten Heimspiel gastiert der TuS Hoisdorf, bevor die Stormarner zum Aufsteiger SV Eintracht Segeberg reisen. Es folgen Duelle mit der FSG Alsterland (H) und beim SV Sülfel (A). Der Start ist vielleicht nicht der schwerste mit Blick auf die Gegner, doch er ist undankbar. Einzig Hoisdorf ist aus der Vorsaison bekannt, ansonsten sind es in den ersten sechs Spielen, fünf Gegner, die noch relativ unbekannt sind. Mittelfristig hat man für die kommende Saison durchaus ein Ziel ausgerufen, doch primär steht mehr als nur eine gute Platzierung in der Kreisliga Südwest im Fokus: „In den vergangenen Jahren ist der sportliche Erfolg den Vereinsstrukturen ein Stück weit vorausgeeilt. Mit der Platzsanierung haben wir jetzt den ersten wichtigen Schritt gemacht, um den Verein langfristig besser aufzustellen. Sportlich wollen wir auch in der neuen Saison wieder im oberen Tabellendrittel angreifen. Unser Hauptaugenmerk liegt aber weiterhin auf einem gesunden Wachstum des Vereins und dem weiteren Ausbau unserer Strukturen. Man darf nicht vergessen, dass wir nach 17 Jahren erst seit kurzer Zeit wieder in der Kreisliga vertreten sind und im Vergleich zu vielen anderen Vereinen mit deutlich bescheideneren Mitteln arbeiten. Deshalb ist es wichtig, uns nachhaltig in der Liga zu etablieren und die Entwicklung Schritt für Schritt fortzusetzen.“
Tralau möchte weiter begeistern
In der vergangenen Saison hat der Aufsteiger von 2025 durchaus die Zuschauer mit munterem Fußball begeistert. Offensiv war man eigentlich immer für Tore gut und vor allem zu Hause lief es richtig gut. Den Fans bescherte man tolle Spieltage, denn es gab nicht nur gerade einmal zwei Niederlagen, sondern auch nur acht Gegentore auf der heimischen Sportanlage. Man war in Heimspielen nur kaum zu schlagen. Nun möchte man erneut für Furore sorgen und begeistern. Der Cheftrainer sagt dazu: „Die Zuschauer dürfen sich auch in der kommenden Saison auf ehrlichen, fairen und offensiven Fußball freuen. Wir wollen unserer Spielidee treu bleiben und mutig nach vorne spielen, ohne dabei unsere mannschaftliche Geschlossenheit zu verlieren. Wir möchten unbeschwerten, engagierten und ambitionierten Fußball zeigen und damit die Menschen für unseren Verein begeistern.“ Zur Vorsaison soll es dabei durchaus noch Entwicklungen geben. Diese sind: „In der vergangenen Saison haben wir in einigen Spielen unnötig Punkte liegen lassen, weil uns in entscheidenden Momenten noch die nötige Reife und Cleverness gefehlt haben. Das ist mit einem jungen Kader aber ein völlig normaler Entwicklungsprozess. Genau aus solchen Spielen wollen wir lernen, um in engen Partien die richtigen Entscheidungen zu treffen und konstanter zu punkten. Wenn uns das gelingt, werden wir den nächsten Schritt in unserer Entwicklung machen.“










