
Hamburg – Englische Woche für den Hamburger SV: Nur drei Tage nach der 1:2-Niederlage beim SC Freiburg empfangen die Rothosen am Dienstagabend (20.30 Uhr) den amtierenden Vizemeister der Bundesliga und aktuellen Tabellenvierten Bayer 04 Leverkusen im Volksparkstadion. Vor dem Heimspiel sprach HSV-Trainer Merlin Polzin in der Pressekonferenz über die Personallage, die Lehren aus Freiburg und den Matchplan gegen den spielstarken Gegner.
Glatzel wieder voll dabei – Einsatz noch offen
Gute Nachrichten gibt es von Robert Glatzel. Der Mittelstürmer ist nach seinem Muskelfaserriss seit Montag wieder vollständig ins Mannschaftstraining eingestiegen. Sein letzter Einsatz datiert vom 2:1-Heimsieg gegen den VfB Stuttgart am 12. Spieltag. Ob es gegen Leverkusen bereits für einen Einsatz reicht, ließ Polzin noch offen: „Daniel Elfadli steht bekanntlich gesperrt nicht zur Verfügung. Warmed Omari hat die nächsten Schritte machen können. Es reicht für ihn aber noch nicht wieder für den Kader, ebenso wie für Anssi Suhonen und Yussuf Poulsen. Ansonsten können wir fast aus dem Vollen schöpfen, da einige der zuletzt erkrankten Spieler zurückkehren. Robert Glatzel ist seit heute wieder voll im Training und steht theoretisch wieder zur Verfügung. Um eine hundertprozentige Spielfähigkeit zu gewährleisten, ist aber sicherlich noch etwas Trainingspensum mit der Mannschaft vonnöten. Daher werden wir abwägen, ob es für das Spiel morgen schon wieder Sinn macht.“
Analyse nach Freiburg: Fokus auf das eigene Auftreten
Die Niederlage im Breisgau (HL-SPORTS berichtete) wurde intern aufgearbeitet, ohne den Blick allein auf einzelne Entscheidungen, auch des Schiedsrichters zu richten. Polzin betonte: „In der Nachbereitung des Spiels war es uns als Trainerteam sehr wichtig, dass die getroffenen Entscheidungen zwar maßgeblich zum Spielausgang beigetragen haben, wir uns darauf in der Analyse aber nicht konzentrieren wollen. Denn so sieht unser Mindset und so sieht unsere Kultur innerhalb der Mannschaft und des HSV nicht aus.“
Klar sei jedoch auch, dass der Auftritt in der Anfangsphase nicht den eigenen Ansprüchen genügte. „Uns haben viele Dinge in Freiburg nicht gefallen – vor allem die erste halbe Stunde des Spiels. Wir haben nicht mit allem, was in uns steckt, gegen den Ball gearbeitet.“
Leverkusen als Gradmesser
Mit Leverkusen wartet eine Mannschaft, die offensiv zu den stärksten der Liga zählt. Polzin ordnete die Aufgabe entsprechend ein: „Der aktuelle Vizemeister ist bei uns zu Gast. Es ist eine Mannschaft, die im Sommer mit hohen Summen zahlreiche Transfers tätigen konnte und im Hinblick auf die vergangenen Jahre und auch ihre Erfolge ganz weit von uns entfernt ist. Es ist eine absolute Top-Mannschaft mit ganz viel Power im Offensivspiel. Sie haben die stärkste Offensive nach dem FC Bayern.“ Gleichzeitig betonte der HSV-Coach den besonderen Reiz solcher Partien: „Das ist der Lohn für die Arbeit in der vergangenen Saison, genau auf diese Spiele haben wir uns gefreut.“
Mutiger Auftritt im Volkspark gefordert
Für das Heimspiel setzt Polzin auf einen aktiven und intensiven Ansatz: „Es geht darum, morgen Abend alles rauszulassen. Wir wollen ab der ersten Minute voll da sein und freuen uns entsprechend auf den Anpfiff des Schiedsrichters. Ich möchte, dass wir morgen im Volksparkstadion wieder zeigen, wofür wir stehen: Wir wollen aggressiv und eklig verteidigen und in den Momenten mit dem Ball sowie in Drucksituationen mutig sein.“
Ob mit oder ohne Glatzel: Der HSV will dem Favoriten Paroli bieten und die nächste große Aufgabe der Englischen Woche annehmen.
HSV äußert sich zum “Kuntz-Skandal“
Natürlich ging es in der Pressekonferenz auch um Stefan Kuntz und die Vorwürfe, die am vergangenen Sonntag durch “BILD“ ans Tageslicht kamen. Die Trennung zwischen dem Ex-Vorstand und dem Club war eine Folge von Beschuldigungen gegen den 63-Jährigen. Offiziell gab es die Begründung „familiäre Gründe“. Die Berichterstattung vom vergangenen Wochenende behauptete nun, dass es sexuelle Belästigung ging. Der HSV äußerte sich erst nicht und Kuntz selbst gab eine Stellungnahme ab: „Klar ist: Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück!“ Das veröffentlichte er über die Sozialen Medien. Am Montag dann doch ein Brief aus dem Volkspark für die Öffentlichkeit.
Zusammengefasst heißt es darin: Der Aufsichtsrat der HSV Fußball Management AG hat zu aktuellen Medienberichten und einem Social-Media-Beitrag von Kuntz Stellung genommen. Demnach wurden dem Gremium im Dezember 2025 Vorwürfe eines schwerwiegenden Fehlverhaltens gegen Kuntz bekannt, woraufhin mit externer anwaltlicher Unterstützung unverzüglich eine Aufklärung eingeleitet wurde. Nach sorgfältiger Prüfung und der Einschätzung, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, entschied der Aufsichtsrat, eine schnellstmögliche Trennung anzustreben, wobei der Schutz der betroffenen Personen oberste Priorität hatte. Kuntz stimmte der Trennung zum 31.12.2025 in Kenntnis der Vorwürfe und in anwaltlicher Begleitung zu, nutzte jedoch trotz mehrfacher Angebote keine Gelegenheit zur Stellungnahme gegenüber dem Aufsichtsrat. Vor diesem Hintergrund weist der Aufsichtsrat die Darstellung einer „Verleumdungskampagne“ zurück und betont, dass der HSV Fehlverhalten dieser Art unabhängig von der Hierarchieebene nicht duldet und sich klar zu Toleranz, Respekt und dem Schutz der Persönlichkeitsrechte bekennt. Mehr dazu nach der Leverkusen-Partie.
Polzin sagt in der Pressekonferenz dazu: „Natürlich haben wir in der Mannschaft darüber gesprochen und es ist auch ein Thema. Mein Credo ist aber, dass wir uns auf das fokussieren, was wir auch beeinflussen können. Das ist die Arbeit auf dem Platz und im Videoraum. Das haben wir maximal und professionell getan, um morgen eine Chance zu haben, um es vom Ergebnis und der Leistung besser zu machen als am vergangenen Wochenende.“
Und das Wetter?
Die Begegnung gegen die Leverkusener soll übrigens ohne extreme Hindernisse ablaufen. Das Wetter scheint man in Hamburg in den Griff bekommen zu haben. Vereinspressesprecher Phillip Langer meinte: „Wir müssen schauen, wie sich die Situation in den nächsten Stunden und am heutigen Abend entwickelt. Aktuell ist der Stand, dass wir spielen können.“
Was traut ihr der Deutschen Nationalmannschaft bei der Handball-EM zu?
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Der 17. Spieltag (13.–15.1.2026)
Stuttgart – Frankfurt (Di., 18.30 Uhr)
Dortmund – Bremen (20.30 Uhr)
Mainz – Heidenheim
Hamburg – Leverkusen
Wolfsburg – St. Pauli (Mi., 18.30 Uhr)
Leipzig – Freiburg (20.30 Uhr)
Hoffenheim – Mönchengladbach
Köln – München
Augsburg – Berlin (Do., 20.30 Uhr)
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 16 | 63 : 12 | 44 |
| 2. | Borussia Dortmund | 16 | 29 : 15 | 33 |
| 3. | RB Leipzig | 15 | 30 : 19 | 29 |
| 4. | Bayer 04 Leverkusen | 16 | 34 : 24 | 29 |
| 5. | VfB Stuttgart | 16 | 29 : 23 | 29 |
| 6. | TSG Hoffenheim | 15 | 29 : 20 | 27 |
| 7. | Eintracht Frankfurt | 16 | 33 : 33 | 26 |
| 8. | Sport-Club Freiburg | 16 | 27 : 27 | 23 |
| 9. | 1. FC Union Berlin | 16 | 22 : 25 | 22 |
| 10. | Bor. Mönchengladbach | 16 | 22 : 24 | 19 |
| 11. | 1. FC Köln | 16 | 24 : 26 | 17 |
| 12. | SV Werder Bremen | 15 | 18 : 28 | 17 |
| 13. | Hamburger SV | 16 | 17 : 27 | 16 |
| 14. | VfL Wolfsburg | 16 | 24 : 36 | 15 |
| 15. | FC Augsburg | 16 | 17 : 32 | 14 |
| 16. | FC St. Pauli | 15 | 13 : 26 | 12 |
| 17. | 1. FC Heidenheim | 16 | 15 : 36 | 12 |
| 18. | 1. FSV Mainz 05 | 16 | 15 : 28 | 9 |







