
Eutin – Der sechste Spieltag der Kreisliga Südost ist bereits Geschichte, doch er bot einiges. Ein Spektakel in Gremersdorf. Eine erneute Enttäuschung in Eutin sowie ein Spiel in Tensfeld, das für große Emotionen sorgte. Zudem gab es auch einen 12:0-Kantersieg in Dersau. Die SG Insel Fehmarn wusste ebenfalls zu überzeugen und feierte den nächsten Sieg.
TSV Gremersdorf – TSV Lensahn 4:3 (3:1)
Das Topspiel des sechsten Spieltags stieg am Sonnabend am Bankendorfer Weg. Der TSV Gremersdorf empfing Tabellenführer TSV Lensahn. Die Heimmannschaft ging mit einer Serie von fünf ungeschlagenen Spielen in die Partie. Noch keine einzige Niederlage musste der Verbandsligaabsteiger diese Saison hinnehmen, dabei gab es bereits Duelle gegen Bösdorf/Malente (2:2), Göhl/Oldenburg (3:1) und den SC Cismar (3:0). Der Meister von 2025 ist somit auch in diesem Jahr wohl wieder eine klare Spitzenmannschaft. Nun stand das Aufeinandertreffen mit einem der Top-Favoriten der Liga an, wo man trotz der Serie nicht unbedingt als Favorit ins Spiel ging. Lensahn verstärkte sich hochkarätig und zeigte nach der Klatsche zum Start in Grömitz, welche Qualität im Team steckt. Vier Siege, allesamt deutlich bei einem Torverhältnis von 22:3, sollten die Ambitionen der Mannschaft aus dem Jahnstadion unterstreichen. So kam es zum Duell beste Defensive gegen stärkste Offensive, welches einiges bot.
Ratje-Brüder erneut nur auf der Bank
Personell gab es mit Blick auf die Startaufstellungen beim Heimteam keine Überraschungen. Lensahn dagegen sollte erneut ohne die Ratje-Brüder beginnen, die bereits in der Vorwoche gegen Eutin nur auf der Bank Platz nahmen und dort über die volle Spielzeit geblieben sind. Daher standen Haruna Jammeh und Connor Prüss im Fokus, letzterer erzielte in der Vorwoche einen Fünferpack. Heimtrainer Christian Ippig identifizierte allerdings eine klare Schwachstelle: „Ein Spitzenspiel, das diesem Begriff auch gerecht wurde. Wir hatten die rechte Seite der Lensahner als Schwachstelle ausgemacht und deshalb auch Rene Klein auf die linke offensive Seite gestellt. Mit Unterstützung des Windes und der Sonne konnten wir immer wieder Druck über diese Seite ausüben. Die erste Chance ergab sich über diese Seite. Den Schuss von Jonas Kock konnte Keeper Sverre Kripke noch aus dem Winkel fischen.“ Nach einem erneuten Angriff über die besagte Seite bekam Gremersdorf nach einem Handspiel von Mostafa Zorgan einen Elfmeter. Rene Klein (21.) übernahm und sollte zur Führung der Gremersdorfer treffen. Geschockt zeigten sich die Gäste davon allerdings nicht, denn nur acht Minuten später antwortete Lasse Köppen (29.) mit einem direkten Freistoß. Ippig sagte: „Obwohl wir Standards bis zum 25 m vor dem eigenen Tor verhindern wollten, führte ein Standard zum 1:1. Unser Keeper Fabian Mandt ging davon aus, dass Haruna Jammeh den Freistoß schießen würde und stellte die Mauer darauf ein. Geschossen hat dann der Linksfuß Lasse Köppen, der erkannte, dass die Mauer falsch stand und direkt zum 1:1 verwandelte.“
Gremersdorf gelingt der Doppelschlag
Das Spiel wurde seinen Erwartungen gerecht, denn es dauerte erneut nicht lange, bis der Ball erneut im Netz zappelte. Felix Severin (35.), der beim Sieg gegen Cismar zuletzt noch fehlte, sollte die Platzherren nach einer Flanke von Gabbey per Kopf erneut in Führung bringen. Es war ein gutes Spiel, das die Mannschaft von Christian Ippig ablieferte, und noch vor der Pause sollte sogar das 3:1 fallen. Lennart Petersen (41.) erhöhte, nachdem zunächst Klein an Kripke scheiterte.
Lensahn kommt zurück
Zur Pause war es also eine relativ komfortable Führung der Heimelf, die allerdings auch wusste, dass es gegen diese Offensive aus dem Jahnstadion noch lange nicht die Vorentscheidung war. Ippig sagte: „In der Halbzeit hatten wir besprochen, dass wir die erste Viertelstunde auf jeden Fall das Ergebnis bewahren wollen und auf lange Bälle mit der Windunterstützung gefasst sein müssen.“ Doch es trat genau dies ein. So gab es keine 180 Sekunden nach Wiederbeginn den Anschlusstreffer durch Haruna Jammeh (48.), der nach einem langen Ball über Mandt zum 2:3 hob. Im Anschluss lief Lensahn an und setzte den Gegner ordentlich unter Druck. Sowohl Thorben als auch Finn-Ole Ratje waren mittlerweile auf dem Feld, sodass alle vier Offensivspieler spielten. 17 Minuten vor dem Ende gab es dann einen Freistoß für den TSV, den Connor Prüss (73.) zum 3:3 verwandelte.
Klein wird zum Held
Somit war wieder alles auf Null und es blieb bis zum Ende spannend. Es gab Möglichkeiten auf beiden Seiten, sodass es ein offener Schlagabtausch war. Es bot sich die Riesenchance für Lensahn, die Miche Rüddiger auf der Linie rettete. Es ging in die Nachspielzeit und dann passierte es tatsächlich. Petersen brachte die Flanke und Rene Klein (93.) schnürte den Doppelpack mit dem Kopf, sodass er zum Held wurde. Der Verbandsligaabsteiger bleibt damit ungeschlagen und setzt ein dickes Ausrufezeichen an die Liga. Der siegreiche Coach sagte: „Dieses Spiel hat allen Zuschauern Spaß gemacht. Auch die Schirileistung passte dazu, wie mir auch viele Lensahner Zuschauer bescheinigten. Fazit: Am Ende sind wir total glücklich über den Sieg. Einer sehr guten ersten Halbzeit folgte eine nicht so gute zweite Halbzeit, weil wir Lensahn durch eine Unaufmerksamkeit viel zu früh ins Spiel haben kommen lassen. Aber die Moral der Jungs ist überragend, sodass wir das Spiel doch noch auf unsere Seite ziehen konnten. Einfach Wahnsinn, ein Riesenkompliment an die Jungs.“
SG Dersau/Kalübbe – TSV Lütjenburg 12:0 (6:0)
Der Saisonstart war für die SG Dersau/Kalübbe nicht so, wie man es sich vorgestellt hat. Es gab nur einen Sieg aus fünf Spielen sowie zu viele Gegentore, sodass die „Keiler“ im Kampf um den Aufstieg erst einmal deutlich ins Hintertreffen geraten sind. Nun sollte es gegen den noch punktlosen TSV Lütjenburg den zweiten Dreier der Saison geben. Die Gäste erlebten einen katastrophalen Start. Alle fünf Spiele wurden verloren, dabei gab es insgesamt 27 Gegentore. Es ist die Bilanz eines Absteigers. Qualitativ musste sich die Mannschaft von der Kieler Straße eingestehen, dass es für die Kreisliga wohl nur schwer reichen wird. Die Niederlage im Kellerduell gegen den bis zu diesem Spiel ebenfalls punktlosen SV Rickling machte dies nochmals deutlich. Dennoch möchte man es durchziehen, denn Aufgeben ist für den TSV keine Option.
Steffen Uhl zerlegt Lütjenburg
So wurde in Dersau ein neuer Anlauf genommen, doch dort erlebte das Team von Michael Müller einen neuen Tiefpunkt. Die Heimmannschaft überraschte mit der Startelf, denn Torjäger Dustin Riedel nahm trotz Rückkehr in den Kader nur auf der Bank Platz. Im Tor startete erneut Felix Köbis, der in der Vorwoche gegen Kirchbarkau keine gute Figur machte, sodass Simon Ehrk nur auf der Bank blieb. Bereits früh sollte die SG Dersau/Kalübbe in Führung gehen. Steffen Uhl (7./14.) eröffnete den Torrausch mit einem Doppelpack. Diesmal ging es von Beginn an nach vorne, denn man hatte deutlich mehr den Ball als sonst. Noch vor der 30. Minute stellten Gustaf Ramus (19.), sowie erneut Uhl (22.) und Philip Ohler (24.) auf 5:0. Der vierte Uhl-Treffer des Tages (42.) machte noch vor der Pause das halbe Dutzend voll. Es deutete sich eine Klatsche für Lütjenburg an, denn nach dem Seitenwechsel sollte die SG weiter den Weg nach vorne suchen. Timon Biss (61.) und Uhl (62.) zum fünften Mal sollten auf 8:0 erhöhen. Ramus (71.) sowie Joker Dustin Riedel (81.) machten es zweistellig. Die Mannschaft von Holger Böttcher schoss sich den Frust der vergangenen Wochen von der Seele und machte einfach weiter. Timon Biss (84.) schnürte den Doppelpack, bevor Joker Hinnerk Jalas (90.) den Schlusspunkt setzte. So war es ein 12:0-Heimsieg für Dersau/Kalübbe. Man hofft auf den Befreiungsschlag, bevor am Sonnabend Eutin 08 II zu Gast ist. Lütjenburg bleibt am Tabellenende und empfängt am kommenden Freitag mit Großenbrode eine Mannschaft, die sich ebenfalls eher im Tabellenkeller wiederfindet.
SG Insel Fehmarn – FSG Saxonia 3:1 (3:0)
Die erste Niederlage der Saison ärgerte die SG Insel Fehmarn erneut. Es war nach einem eindrucksvollen Start ein Dämpfer gegen die SG Bösdorf/Malente, wo es trotz zweimaliger Führung am Ende keinen Sieg gab. Es war ein Spiel, in dem viele Spieler angeschlagen waren und es personell durchwachsen aussah. Nun stand das zweite Heimspiel in dieser Saison an und erneut sollten die drei Punkte auf der Insel bleiben. Zu Gast war die FSG Saxonia, ein Team, das sich in den ersten Wochen der Saison als sehr unbequem und nur schwer zu schlagen erwies. Einzig gegen Eutin 08 II verlor das Team aus dem Kreis Plön, doch es gab in den beiden Wochen zuvor auch erst die einzigen beiden Siege. Dannau (4:1) und die FT Preetz (2:1) wurden bezwungen. Nun wollte das Team von Tobias Becker nachlegen, doch war dabei personell etwas geschwächt. Mattis Kringel fehlte vorne im Sturm, genauso wie Andrej Knaub und auch Innenverteidiger Jonas Griese, der gegen Preetz die Defensive enorm stabilisierte. Somit gab es leichte taktische Anpassungen. Erneut wurde auf eine Dreierkette gesetzt, wie bereits bei den beiden Siegen. Die Umstellung von der Viererkette zu dieser sollte sich als perfekter Schachzug erweisen. Diesmal war es allerdings kein 3-4-3 wie zuletzt, sondern eine Doppelspitze bestehend aus Jannis Voigt und Lucas Fink.
Ackermann schnürte lupenreinen Hattrick
Die SG Insel Fehmarn sollte eine richtig gute erste Halbzeit spielen. Man war spielbestimmend und zeigte, was die Mannschaft von Andre Hack in dieser Saison so stark macht. Hinten ließen die Insulaner nichts zu, während vorne einige gute Chancen erspielt wurden. Eine davon sollte nach einer knappen Viertelstunde bereits den Weg ins Tor finden. Fabian Ackermann (14.) traf. Es war der gute Start für die Heimelf. Diese sollte kurz vor der Pause durch einen Doppelschlag auf 3:0 stellen, erneut war es Ackermann (38./41.). Der junge Neuzugang schnürte den lupenreinen Hattrick und brachte seine Mannschaft bereits zur Pause auf Kurs in Richtung viertem Saisonsieg. David Beljan sagte zu den ersten 45 Minuten: „Die erste Halbzeit haben wir überragend gespielt. Wir wussten, dass Saxonia nur lange Bälle spielt, wir standen sehr gut und haben gar nix zugelassen. Die Tore haben wir schön herausgespielt. Was zu bemängeln ist, ist wieder mal die Chancenauswertung. Wenn es zur Halbzeit 6:0 steht, dann darf sich niemand beschweren.“
Fehmarn passt sich zu sehr an
So machte man dem Spiel doch noch nicht ganz den Deckel drauf. Die zweite Halbzeit war nicht nach dem Geschmack der Verantwortlichen von der Sonneninsel. Beljan sagte: „Zweite Halbzeit haben wir keinen guten Fußball gespielt. Da haben wir uns an Saxonias Spielstil angepasst, auch da wieder Chancen ohne Ende, kassieren dann ein dummes Gegentor, weil wir im Mittelfeld nicht in den Zweikampf gehen.“ Rafel Schürmann (81.) ließ die Gäste kurz hoffen, doch es brannte für die Ostholsteiner nichts mehr an. Diese feierten einen verdienten 3:1-Erfolg. „Wir haben drei Punkte mit einer angeschlagenen Truppe geholt. Riesenkompliment an die Mannschaft. Nächste Woche geht’s nach Oldenburg/Göhl, da freuen wir uns drauf.“
Eutin 08 II – SV Kirchbarkau 1:4 (1:2)
Nach einem absoluten Fehlstart mit nur einem Sieg aus den ersten fünf Spielen sowie vier Niederlagen sollte Eutin 08 II einen neuen Anlauf nehmen, um zurück in die Spur zu finden. Die vielen Gegentore mussten abgestellt und vorne mehr Chancen erspielt werden. Nur, wenn dies gelingt, wäre ein Sieg möglich. Zu Gast war der SV Kirchbarkau, der mit drei Siegen aus den ersten fünf Spielen gut in die Saison gefunden hat, doch alle Punkte zu Hause holte. Auswärts gab es zwei Niederlagen, beide gegen Spitzenteams aus Ostholstein. Nun ging es zum vermeintlich dritten, denn der Vizemeister galt vor dieser Saison als ebenfalls eines. Personell sah es gut aus beim Gast, der mit Jesse Schlüter nicht nur einen Unterschiedsspieler, sondern auch Ex-Eutiner in seinen Reihen hat. Auf Seiten von Eutin gab es die Rückkehr von zwei Leistungsträgern, denn Monty Gutzeit und Lennard Jakubenko kehrten zurück. Auch Jesper Görtz sollte wieder von der Partie sein, sodass die Offensive deutlich besser besetzt war.
Eutin jubelt, doch nur kurz
Die erste Halbchance gehörte tatsächlich auch den Hausherren, die nach guter Aktion von Max Heusser über Umwege zu Gutzeit kamen, dessen Schuss allerdings geblockt wurde. Sechs Minuten später sollte es dann auf der anderen Seite erstmals gefährlich werden, als Finn Busse eine Flanke hereinbrachte, die immer länger wurde und an die Latte ging. Im Gegenzug kam dann Eutin über einen Konter, der schließlich bei Jesper Görtz (12.) landete, welcher eiskalt zur Führung traf. Die Ostholsteiner gingen endlich mal wieder in Führung und verzeichneten ein kleines Erfolgserlebnis, doch dieses war nur von ganz kurzer Dauer. Im direkten Gegenzug kam der Ball nämlich nach rechts zu Theo Schröder (13.), der den Ball vors Tor bringen wollte. Die Flanke wurde allerdings immer länger und fand direkt den Weg ins Tor. 08-Keeper Max Castells machte dort keine gute Figur, sodass die Führung keine 60 Sekunden hielt. Im Anschluss war es ein sehr ungewohntes Bild. Eutin war ziemlich abwartend und Kirchbarkau machte das Spiel. Die Gäste hatten überraschend lange Ballbesitzphasen, während der Heimelf der Zugriff fehlte. Trainer Florian Schumacher sagte zur ersten Hälfte: „Der Start ist okay und wir gehen mit einem Konter 1:0 in Führung, bekommen direkt im Gegenzug eine missglückte Flanke, die hinten reinfällt. Danach verlieren wir die Ordnung, überlassen Kirchbarkau das Spiel und sind nicht eng genug an den Leuten dran. Dann bekommen wir einen Freistoß, wo wir unnötig foulen und dann den Freistoß nicht gut verteidigen. Kirchbarkau hat den Ball gut laufen lassen und hat den Platz genutzt, welchen sie hatten.“ Ein Freistoß von fast an der Grundlinie ging halbhoch in den Sechzehner, wo Sascha „Chicken“ Böttcher (33.) den Ball letztlich entscheidend berührte und über die Linie drückte.
Es fehlt die Durchschlagskraft im letzten Drittel
So lief Eutin erneut einem Rückstand hinterher, wie so oft in den vergangenen Wochen. Offensiv fiel der Zweitvertretung nichts ein, während hinten mehrfach in Not gerettet wurde. So ging es mit einem 1:2, das leistungsgerecht war, in die Pause. In dieser richtete Schumacher einige Worte an seine Mannschaft und passte taktisch einige Dinge an. Die Gäste wollten genauso weitermachen, doch stellten sich auf einen Gegner ein, der mit Tempo aus der Kabine kam. Dies war auch der Fall, denn Eutin wurde nun mutiger und übernahm die Spielkontrolle. Vor allem Flügelspieler Oleksandr Chupryna sollte mit seinem Tempo eine wichtige Rolle spielen, doch so richtig zwingend wurde es nicht. Sein Trainer sagte: „In der Halbzeit haben wir dann einige Sachen umgestellt und waren besser im Spiel, spielen das dann aber nur bis 20 Meter vorm Tor gut aus. Leider treffen wir oftmals dann die falschen Entscheidungen.“
Erneut wird es deutlich
Es gab viele Standards für Eutin, woraus allerdings wenig Gefahr entstand. So sollte mit dem 3:1 durch Luis Schröder (62.) die Messe so gut wie gelesen sein. Ein einfacher Spielzug hebelte die Abwehr der Rosenstädter aus, sodass auch Castells nichts machen konnte. Im Anschluss plätscherte das Spiel so dahin, doch einen Treffer sollte es dennoch noch geben. Einen Freistoß brachte Luis Schröder (88.) aufs Tor, ohne wirklich Zug, doch der Keeper der Eutiner ließ den Ball durchrutschen zum 1:4. Es war bezeichnend für die aktuelle Form der Hausherren, die so erneut eine deutliche Niederlage hinnehmen mussten. Der Trend zeigt weiter klar nach unten für Eutin. Der Trainer war logischerweise nicht einverstanden mit dem Auftritt und bemängelte fehlende Mentalität: „Natürlich sind wir gerade in einem Negativlauf, aber gerade dann erwarte ich mehr Mentalität und eine bessere Einstellung, wo man den Willen hat, sich rauszuarbeiten. Dazu kommen dann individuelle Fehler. Diese müssen wir endlich abstellen.“
SV Rickling – SV Großenbrode 1:1 (1:0)
Es war ein Kellerduell, das am Sonntagnachmittag im Kreis Segeberg stattfand. Der SV Rickling empfing den SV Großenbrode und beide Mannschaften holten aus den ersten Spielen einen Sieg. Während Großenbrode in Dannau gewinnen konnte, gab es für den SVR beim TSV Lütjenburg in der Vorwoche den lang ersehnten ersten Dreier nach dem Aufstieg, der hochverdient war. Die Chancenverwertung war ein Manko, denn man hätte das Ergebnis noch weiter ausbauen können, doch im Großen und Ganzen war Oliver Pekrun zufrieden. Dieser saß nun allerdings nicht mehr auf der Bank, denn aus privaten und beruflichen Gründen erklärte er seinen Rücktritt. Der bisherige Co-Trainer Sebastian Latendorf übernahm somit die Rolle des neuen Chefs. Gegen den SV Großenbrode sollte seine Mannschaft erst einmal eine gute Anfangsphase der Gäste überstehen. Diese war allerdings nur von kurzer Dauer, denn im Anschluss kippte das Spiel. Peter Thomm sagte: „Die ersten fünf Minuten kamen wir noch gut ins Spiel, aber dann hat sich aus dem Nichts der Schalter umgelegt und wir waren, so ehrlich muss man einfach sein, richtig schlecht. Wir können einfach froh sein, dass Rickling die Tore nicht gemacht hat.“ Ein Eigentor sollte die Hausherren dann allerdings in Führung bringen. Im direkten Gegenzug kam Großenbrode dann allerdings zur Riesenchance auf den Ausgleich, doch man scheiterte am Torhüter.
„Desolate Mannschaftsleistung“
Im Anschluss blieb es dabei, dass die Ostholsteiner einen schwachen Auftritt hinlegten. Es gelang ihnen nicht, den Aufsteiger so zu bespielen, wie es sich Trainer Thomm gewünscht hätte, und hinten fehlte die Sicherheit. So hatte man Glück, dass der SV Rickling nicht nachlegte. Die Chancenverwertung blieb beim Gastgeber weiterhin ein großes Problem, das sich diesmal auch rächen sollte. Yannic Slowy traf zum Ausgleich für Großenbrode. Das 1:1 war der Endstand, womit beide Teams wohl eher weniger leben können. Vor allem der SVG haderte mit dem Auftritt, denn Thomm war überhaupt nicht einverstanden mit dem Auftritt: „Es war eine desolate Mannschaftsleistung und alles in allem hat man glücklich einen Punkt geholt. Nun gilt es, den Mund abzuwischen und weiterzumachen, nichtsdestotrotz müssen wir das intern aufarbeiten und daran arbeiten, dass wir nächste Woche wieder ein anderes Gesicht zeigen, weil das wirklich schlecht war.“
TuS Tensfeld – SG Bösdorf/Malente 4:3 (1:2)
Der TuS Tensfeld kam zuletzt immer mehr in Fahrt. Nach schwierigen ersten Spielen, wo es nur einen Punkt zu holen gab, sollten zwei Siege folgen. Beide in der Fremde, sodass sich für das dritte Heimspiel der Saison einiges vorgenommen wurde. Zu Gast war mit der SG Bösdorf/Malente allerdings eine Mannschaft, die in den ersten fünf Spielen ungeschlagen blieb und sogar die Chance hatte, an die Tabellenspitze zu springen. Beiden Mannschaften war die Schwere dieser Aufgabe ganz klar bewusst, doch die Gäste zogen ihr gewohntes Spiel auf. Sie wollten den Ball und kontrollierten das Geschehen. So gelang der SG auch der Blitzstart. Nach einem hohen Ballgewinn ging es über die linke Seite in Person von Jonas Lüdtke. Dieser legte für Ole Hoffmann (3.) ab, der zur Führung traf. Der junge Hoffmann war bereits in der Vorwoche gegen Fehmarn mit seinem Siegtor der Matchwinner und in Tensfeld sollte er sogar gleich doppelt nachlegen. Wieder ging es über links und erneut war er in der Mitte zur Stelle (22.). SG-Coach Benjamin Berger sagte über den ersten Durchgang: „Wir führen absolut verdient mit 2:0, haben das Spielgeschehen völlig im Griff und haben eine Torchance von Broetzmann, der eineinhalb Meter am Tor vorbeigeht, zugelassen, ansonsten kam nichts weiter von Tensfeld. Bis auf einmal der Schiedsrichter vogelwild kurz vor der Halbzeit auf einmal auf den Elfmeterpunkt zeigt. Angeblich soll Kim Kaun dort ein Foulspiel gemacht haben. Da frage ich mich, wenn der Ball im Aus ist, wie man da auf eine Elfmeterentscheidung kommt. Das ist mir ein Rätsel.“ Michel Hintze (45.) verwandelte den Elfmeter eiskalt.
Berger findet deutliche Worte
Tensfeld bot keinen guten Durchgang, wie Trainer Christoph Hinz fand: „Die erste Halbzeit haben wir komplett verschlafen und Bösdorf führt zur Pause absolut verdient. Dass wir durch den Elfmeter noch auf 1:2 rankommen, war für uns natürlich wichtig.“ In der Pause sprachen beide Trainer einige Punkte an. Die Gäste wollten mit Ball klarer werden, während Tensfeld mehr Kontrolle und Zugriff haben wollte. Sie waren besser im Spiel, doch ein Freistoßtor von Kim Kaun (66.) stellte den Zwei-Tore-Abstand wieder her. Es schien, als wäre es die Vorentscheidung, doch diese war es nicht. Es sollte eine Aufholjagd der Heimelf geben, die Berger hadern ließ. Nicht allerdings, weil seine Mannschaft diese sportlich aus der Hand gab, sondern weil der Schiedsrichter aus Sicht des B-Lizenz-Inhabers massiv ins Spiel eingriff: „Wir haben auch in der zweiten Halbzeit von Beginn an das Spiel im Griff. Tensfeld kam ein bisschen besser aus der Halbzeit, aber wir hatten das Spiel vollkommen im Griff, bis auf einmal der Schiedsrichter Gelb-Rot gegen Kim Kaun zeigt, für ein angebliches Foul, was völliger Blödsinn ist. Kaun grätscht den Ball in die gegnerische Hälfte, ein Tensfeld-Spieler stürzt über ihn und er fliegt mit Gelb-Rot von der Koppel. Ich bin sprachlos und fassungslos. In meiner gesamten Karriere habe ich selten ein so schlechtes Schiedsrichtergespann gesehen und das war nachher der ausschlaggebende Grund. Jede Aktion wurde nur noch gegen uns gepfiffen in den letzten 15 bis 20 Minuten. Es war eine Szene, wo ich echt angepisst bin, wie ein Schiedsrichter sich als Selbstdarsteller auf dem Platz verhalten kann. Dann zeigt er die fünf Minuten Nachspielzeit an und in der 97. Minute macht Tensfeld das 4:3. Es ist nicht in Worte zu fassen, was dieser Schiedsrichter heute für einen Einfluss auf das Spiel genommen hat. Da kann man meinen Jungs keinen Vorwurf machen. Wir haken das Spiel auch sofort ab, weil wir können uns nichts vorwerfen. Wenn man so verpfiffen wird, dann ist es halt so, dass du ohne Punkte nach Hause fährst. Wir hätten die Punkte absolut verdient gehabt, weil wir das Spiel bis zum Platzverweis komplett unter Kontrolle hatten.“
Zwei Gefühlswelten
Tensfeld sollte also in den letzten Minuten tatsächlich das Spiel komplett auf seine Seite ziehen. Luka-Noel Pietzsch (88.) sowie Bennet Nagel (90./96.) trafen. Es herrschte Ekstase in der Kuhlee, doch gleichzeitig auch Fassungslosigkeit beim Gast. Dieser sah im Anschluss eine weitere Gelb-Rote Karte. Trainer Benjamin Berger, dem die Optionen im Mittelfeld fehlten, sodass er selbst die Schuhe schnürte, flog vom Feld. Das 4:3 war der Endstand, sodass Bösdorf erstmals verlor und Tensfeld den dritten Sieg in Serie holte. Der siegreiche Coach sagte: „Was die Jungs dann in der zweiten Halbzeit gezeigt haben, war schon besonders. Wir haben das Spiel immer mehr an uns gerissen und vor allem einen unglaublichen Willen gezeigt. Die Mannschaft hat bis zur letzten Minute daran geglaubt, dieses Spiel noch zu drehen, und sich am Ende mit dem 4:3 belohnt. Genau für solche Momente spielt man Fußball. Die Emotionen nach dem Schlusspfiff waren einfach Wahnsinn. Trotzdem wissen wir auch, dass wir uns so eine erste Halbzeit nicht jedes Wochenende erlauben können.








