„Haben auf jeden Fall ein Signal gesendet“ – Holstein Kiel entführt glückliche drei Punkte aus der Hauptstadt

Alte Dame zwischen Pech und Unvermögen

Jonas Therkelsen (Holstein Kiel) erzielte das goldene Tor in Berlin. Archivfoto: Lobeca/Mascha Holm

Berlin – Bei Holstein Kiel läuft aktuell alles zusammen in der 2. Bundesliga. Am Sonnabend gastierten die Störche als Außenseiter bei Hertha BSC und sahen sich einer starken alten Dame entgegen. Mit ordentlich Rückenwind – im Gegensatz zu den Berlinern – aus den vergangenen Wochen sollte auch diesmal das Spiel zugunsten der KSV kippen. Während Hertha einiges an Chancen liegen ließ, nutzten die Gäste einen Standard zum goldenen Treffer und damit zum 1:0-Auswärtssieg in Berlin.

Drückende Überlegenheit

Doch der Start verlief alles andere als gut für Holstein. Nach einer Minute brachte Brekalo (2.) die Berliner bereits in Führung – vermeintlich, denn der Treffer wurde aufgrund einer vorherigen Abseitsstellung einkassiert. Doch auch im Anschluss spielte nur die Hertha. Die Distanzschüsse von Seguin (12.) und dem auffälligen Reese (15.) gingen nur knapp am Tor vorbei. Nach 37 Minuten scheiterte der BSC-Kapitän an Weiner. Einen Aufreger hatte die Nachspielzeit der ersten Hälfte noch zu bieten: Nachdem Ivezic im Strafraum Gechter abräumte, zeigte der Schiedsrichter sofort auf den Punkt. Doch wieder gab es einen Einwand, erneut war es eine vorherige Abseitsstellung, wobei diese weit vor der Foulspielszene erfolgte. Zum Unmut der Gastgeber ging es torlos in die Kabinen.

Ein Einwurf schockt Berlin

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Bild unverändert, die Hauptstädter dominierten das Spielgeschehen. Schuler (56.) spitzelte den Ball knapp neben das Tor. Wenig später macht Cuisance (61.) es eigentlich besser und überwand Keeper Weiner, auf der Linie verhinderte Abwehrmann Ivezic in höchster Not das Gegentor. Und so kam es, wie es kommen musste. Rosenboom brachte einen langen Einwurf in den Herthaner Strafraum, wo Harres den Ball mit dem Rücken zum Tor auf Jonas Therkelsen (63.) zurücklegte. Der schoss das Leder wuchtig ins kurze Eck – die Kieler Führung aus dem Nichts. Eine gute Viertelstunde vor Schluss köpfte Gechter (74.) aus sechs Metern am Tor vorbei, bevor Kownacki (88.) es noch schlimmer machte: Aus zwei Metern musste der Stürmer den Ball eigentlich nur noch in den freien Kasten befördern, setzte seinen Kopfball aber tatsächlich daneben. Die letzte große Chance, es blieb beim 1:0 aus Kieler Sicht.

„Haben uns das nötige Glück erarbeitet“

„Wie man so schön sagt: Das war das erwartet schwere Spiel. Unser Plan war es, die individuelle Klasse des Gegners so gut es geht aus dem Spiel zu nehmen. Wir haben viel probiert, aber das ist gegen so eine Mannschaft wie Hertha extrem schwierig, weil sie einfach überragende Qualität und starke Individualisten haben“, erklärte Holstein-Coach Tim Walter. „Am Ende haben wir uns das nötige Glück vielleicht auch über die letzten Wochen erarbeitet. Wir machen das Tor nach einem Standard – Glückwunsch an Bremse an der Stelle – und müssen danach unglaublich viel leiden. Wir haben viel verteidigt, viel geblockt, aber bei der Qualität des Gegners kannst du nicht alles wegverteidigen.

Walter gab zu: „Heute war es sicher ein glücklicher Sieg, aber Glück hat bekanntlich nur der Tüchtige. Und ich weiß, wie viel meine Mannschaft investiert, wie hart sie arbeitet – im Training wie im Spiel. Deshalb freuen wir uns extrem über die drei Punkte. Uns ist aber auch klar, dass der Weg weiter steinig bleibt. Gerade nach den Ergebnissen der Konkurrenz war es wichtig, nachzulegen – und das haben wir geschafft. Damit haben wir auf jeden Fall ein Signal gesendet.“ Die Chancen auf den Klassenerhalt stehen nun äußerst gut an der Förde.

Der 31. Spieltag

Düsseldorf – Dresden 3:1
Kaiserslautern – Braunschweig 0:2
Karlsruhe – Hannover 1:3
Hertha – Kiel 0:1
Münster – Bielefeld 2:3
Darmstadt – Elversberg 3:3
Bochum – Fürth (So., 13.30 Uhr)
Paderborn – Schalke 
Nürnberg – Magdeburg

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