Hansa Rostock gegen VfB Lübeck: Vorfreude und Abschied

Gastgeber-Team hat nichts geplant – Rolf Landerl mit emotionalen Worten

Trainer: Rolf Landerl (VfB Lübeck) und Jens Härtel (Hansa Rostock). Foto: Lobeca

Rostock – Am kommenden Sonnabend steht der letzte Spieltag in der 3. Liga auf dem Plan. Dabei kommt es zum Nordduell zwischen F.C. Hansa Rostock und VfB Lübeck. Anpfiff ist im Ostseestadion um 13.30 Uhr (live auf unserem Twitter-Kanal) vor 7.500 Fans. Für die Hausherren geht es um den Aufstieg in die 2. Bundesliga und für die Gäste heißt es Abschied aus dem Profifußball nehmen. Die Grün-Weißen stehen bereits als Absteiger fest.

Wer gewinnt das Nordduell in der 3. Liga?

  • F.C. Hansa Rostock (84%, 373 Votes)
  • VfB Lübeck (11%, 49 Votes)
  • Unentschieden (5%, 24 Votes)

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Die Ausgangslage an der Tabellenspitze

Den Mecklenburgern würde ein Unentschieden reichen, dann wären sie nach knapp zehn Jahren wieder in Liga zwei. Verliert Hansa muss man auf jeden Fall zum Spiel FC Ingolstadt gegen 1860 München schauen. Im bayerischen Duell sitzen den Rostockern die Verfolger im Nacken. Ingolstadt muss gewinnen und auf eine Niederlage des FCH hoffen, dann wären sie zweiter und Hansa Rostock müsste in die Relegation. Geht dieses Spiel gegen die „Löwen“ unentschieden aus, wäre der FCI in der Relegation. Gewinnt 1860 wären die Münchner auf Rang drei und müssten gegen den Tabellen-16. der 2. Liga noch weiter um den Aufstieg kämpfen.

…und beim VfB?

Der VfB Lübeck steht als Absteiger fest. Aktuell stehen die Schleswig-Holsteiner auf Rang 19, würden bei einer Niederlage an das Ende der Tabelle rutschen. Dafür müsste allerdings SpVgg Unterhaching beim 1. FC Magdeburg gewinnen. Gewinnt der VfB und der FC Bayern München II verliert gleichzeitig gegen den Halleschen FC kommt es auf die Tordifferenz an. Die Chance auf Platz 18 ist vorhanden.

Soufian Benyamina (VfB Lübeck) im Zweikampf mit Jan Löhmannsröben (Hansa Rostock) beim Hinspiel. Foto: Lobeca/Michael Raasch

Gegner mit falschen Entscheidungen

Rostocks Cheftrainer Jens Härtel war am vergangenen Montag Zeuge, als die Lübecker ihr Heimspiel gegen FSV Zwickau verloren. Auf der Pressekonferenz am Donnerstag vor dem kommenden Showdown sagte er dazu: „Sie sind schlecht ins Spiel reingekommen, haben verdient den Ausgleich gemacht und wenn es die Rote Karte nicht gibt, hätten sie das Spiel auch gewonnen. In den vergangenen Wochen haben die Jungs aus Lübeck eine richtig gute Leistung gebracht. Vor dem Tor haben sie nicht immer die richtigen Entscheidungen getroffen und deswegen sind sie jetzt an dem Punkt, wo sie jetzt sind.“

„Lübeck hat nichts mehr zu verlieren, aber auch nichts zu gewinnen“

Härtel sagte weiter: „Es liegt an uns, wie wir in das Spiel gegen sie reinkommen. Es ist Wirkung und Wechselwirkung. Auf der einen Seite haben die Lübecker nichts mehr zu verlieren und auf der anderen Seite auch nichts mehr zu gewinnen. Es ist auch nicht immer so einfach, wenn es feststeht, dass du dein Saisonziel nicht erreicht hast. Sie werden auf Fälle versuchen das Spiel bei uns in Rostock vernünftig zu gestalten. Der Trainer in Lübeck ist am längsten da und er wird sich ordentlich mit seiner Mannschaft verabschieden wollen. Für uns ist das eine extrem unangenehme Aufgabe, aber wir haben alles selbst in der Hand und wir sollten das über die Ziellinie bringen.“

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„Das darf uns nicht passieren“

Das Hinspiel verlor das Härtel-Team noch 0:1. „Wir haben uns heute nochmal ein paar Szenen angeschaut, was wir nicht bzw. die Lübecker gut gemacht haben, damit uns das nicht passiert“, sagte der 51-Jährige, der auf der Bank über die Zwischenresultate von der Konkurrenz informiert sein wird. Die Kulisse spielt dabei keine große Rolle für ihn. Er erwartet von seinem Team, „dass sie das hinkriegen“.

Aus dem Hinspiel: Markus Kolke (Hansa Rostock) fängt eine Flanke vor Tommy Grupe (VfB Lübeck). Foto: Lobeca/Michael Raasch

Emotionaler Rolf Landerl

Nach der Hansa-Runde ging der VfB Lübeck „auf Sendung“. Für Rolf Landerl war es die letzte Pressekonferenz auf der Lohmühle. Der Cheftrainer der Grün-Weißen verlässt den Verein nach fünf Jahren nach dem Sonnabend-Spiel Richtung Österreich. Dabei dankte er einigen Weggefährten, die ihn in der Vergangenheit bei den Grün-Weißen begleitet haben. Dabei wurde der 45-Jährige emotional (das seht ihr im PKFF-Video).

Mit der Familie verarbeitet

Genauso wie am Montag nach dem Abstieg. „Ich bin nach Hause gefahren und meine Frau und meine Tochter haben noch auf mich gewartet. Wir haben dann gemeinsam nochmal dieses letzte Spiel Revue passieren lassen und dieses verarbeitet. Meine beiden jüngeren Söhne haben schon geschlafen und waren ermüdet nach dem Kampf, denn sie haben das Spiel auch angeschaut. Für meine angeschlagenen Nerven brauchte ich dann schon zwei, drei Bier, damit ich einschlafen konnte“, berichtete er von diesem niederschlagenden Abend.

„Es fehlte an Details“

Ein Saisonfazit zog der Österreicher ebenfalls schon einmal: „Über den größten Teil der Saison waren es ordentliche Auftritte. Es hat einige Male an Details gefehlt. Das darf man sich als Aufsteiger nicht erlauben. Wir haben aber viele Spiele die richtige Mentalität und den Fight aufgebracht. Das war gut.“ Landerl hat die vergangenen Tage gebraucht, um den sportlichen Misserfolg zu verarbeiten – „das wird mir mit dem nötigen Abstand auch mehr und mehr gelingen. Eines ist klar: ich war zwei Jahre Spieler und fünf Jahre Trainer hier und davon bin ich jeden Tag mit großer Freude hierhergekommen. Für mich persönlich endet ein schönes Kapitel, zum Schluss nun mit einer Niederlage, aber das gehört dazu.“

Ist der VfB nun Spielverderber?

Gewinnen die Lübecker in Rostock könnten sie zum Spielverderber werden. Landerl: „Ich bin voll motiviert und ich werde alles dafür tun, dass ich meine Burschen ebenso einstelle. Wir wollen so viele Punkte wie möglich sammeln – das gilt inklusive zum 38. Spieltag. Handbremsen runter und volle Kraft voraus. Uns hindert niemand daran.“

Der 38. Spieltag (22. Mai um 13.30 Uhr)

Wiesbaden – Dresden
Bayern II – Halle
Ingolstadt – 1860
Rostock – Lübeck
Mannheim – Uerdingen
Meppen – Duisburg
Kaiserslautern – Verl
Magdeburg – Unterhaching
Zwickau – Saarbrücken
Türkgücü – Köln

Die Tabelle

1.SG Dynamo Dresden3760 : 2972
2.F.C. Hansa Rostock3751 : 3270
3.FC Ingolstadt3753 : 3968
4.TSV 1860 München3768 : 3266
5.1. FC Saarbrücken3766 : 4959
6.SV Wehen Wiesbaden3757 : 5256
7.SC Verl3765 : 5454
8.SV Waldhof Mannheim3749 : 5451
9.1. FC Magdeburg3741 : 4450
10.Viktoria Köln3751 : 5850
11.Hallescher FC3750 : 5849
12.FSV Zwickau3744 : 4548
13.Türkgücü München3744 : 5446
14.MSV Duisburg3751 : 6543
15.1. FC Kaiserslautern3746 : 5142
16.KFC Uerdingen3737 : 4940
17.SV Meppen3735 : 6038
18.FC Bayern München II3747 : 5737
19.VfB Lübeck3740 : 5634
20.SpVgg Unterhaching3739 : 5631
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