Holstein Kiel: Tim Walter hat noch keinen Sieg und findet Situation „extrem gefährlich, richtig, richtig gefährlich“

Spätes Gegentor nach langer Unterzahl – Störche nun Tabellenletzter

Frust pur bei Kiels Jonas Therkelsen und seinem Trainer Tim Walter. Archivfoto: Lobeca/Mascha Holm
Anzeige

Heidenheim – Holstein Kiel bleibt in der 2. Bundesliga weiter ohne Sieg. Am 5. Spieltag unterlagen die Störche beim 1. FC Heidenheim mit 0:1 (0:0). Nach einer Gelb-Roten Karte spielte die Mannschaft von Trainer Walter fast die gesamte zweite Halbzeit in Unterzahl. Lange hielt Kiel dem zunehmenden Druck stand, ehe der Gastgeber entschied. Mit drei Punkten aus fünf Begegnungen steht Holstein auf dem letzten Tabellenplatz.

Die 1. Halbzeit: Ugoh mit der ersten großen Möglichkeit

Die Kieler liefen Heidenheim früh an und hatten zunächst mehr vom Ball. Die erste Großchance gehörte ebenfalls den Gästen. Ugoh setzte sich im Strafraum durch und scheiterte aus spitzem Winkel an FCH-Torhüter Dähne (9.). Heidenheim stand kompakt und überließ den Störchen über weite Strecken den Ball. Kiel fand allerdings nur selten einen Weg durch die Defensive. Auf der anderen Seite wurde der FCH im Verlauf der ersten Hälfte gefährlicher. Costly (35.) bereitete die erste ernsthafte Prüfung für Timon Weiner, der einen Abschluss aus spitzem Winkel parierte. Ohne Treffer ging es in die Pause.

Nach der Pause: Therkelsen muss vom Platz

Heidenheim kam deutlich offensiver aus der Kabine. Unmittelbar nach Wiederbeginn vergab Vogt aus kurzer Distanz, anschließend verhinderte Weiner gegen Christian Conteh den Rückstand. In der 50. Minute folgte die für Kiel folgenschwere Szene. Der bereits verwarnte Jonas Therkelsen wollte nach einer Ecke den Ball wieder in den Strafraum bringen, übersah dabei den heranstürmenden Mikkel Kaufmann und traf diesen mit hohem Bein an der Brust. Schiedsrichter Hasmann zeigte dem Kieler die zweite Gelbe Karte – Holstein musste fortan zu zehnt weiterspielen. Walter reagierte sieben Minuten später und brachte Madsen für Balzi. Trotz Unterzahl blieb Kiel zunächst im Spiel. Nach einer Ecke köpfte Zec (59.) den Ball an den Arm eines Heidenheimers, einen Strafstoß gab es nicht. Mit zunehmender Spielzeit wurde der Druck der Gastgeber größer. Costly (61.) lief nach einem Pass von Conteh frei auf Weiner zu, setzte den Ball jedoch knapp am Tor vorbei. Wenig später verfehlte Conteh (67.) das Kieler Gehäuse nur knapp. In der 71. Minute rettete Weiner stark. Nach einer Ecke kam Kaufmann zum Kopfball, doch der Kieler Schlussmann reagierte mit einem Reflex und verhinderte die Heidenheimer Führung. Kiel kam nur noch selten zu Entlastung. Harres versuchte es in der 76. Minute aus der Distanz, stellte Dähne damit aber nicht vor größere Probleme. Walter brachte anschließend Tolkin und Regt für Parduzi und Kapralik. In der 83. Minute war der Widerstand der Störche schließlich gebrochen. Eine Ecke wurde von Kaufmann am kurzen Pfosten verlängert. Am langen Pfosten stand Jonas Föhrenbach frei und köpfte zum 1:0 ein. Kiel wechselte unmittelbar danach noch Wiese für Ugoh ein. Der Nachwuchsspieler kam damit zu seinem Debüt. Die Störche bekamen tief in der Nachspielzeit tatsächlich noch die große Möglichkeit zum Ausgleich. Eine Flanke von de Regt erreichte am langen Pfosten Harres, dessen Kopfball aus kurzer Distanz jedoch knapp am Tor vorbeiging. Kurz darauf war Schluss.

Anzeige
Anzeige
Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige
VfB Lübeck
Anzeige
Anzeige

Walter dünnhäutig nach Niederlage

Tim Walter betitelte den Platzverweis in der Pressekonferenz als einen „Bärendienst eines Spielers“. Auf Nachfrage der Journalisten gab es erneut einen Zwist zwischen ihnen um dem Störche-Coach. Der untermauerte die aktuelle Situation für seine Mannschaft zumindest mit den Worten „extrem gefährlich, richtig, richtig gefährlich“.

Holstein bleibt damit nach fünf Spieltagen bei drei Punkten und wartet als einziges Team der Liga weiterhin auf den ersten Sieg. Am kommenden Sonnabend empfängt Kiel um 13 Uhr den VfL Osnabrück.

Der 5. Spieltag (11. – 13.9.)

Darmstadt – Bielefeld 2:1
Nürnberg – Hannover 2:1
Bochum – Fürth 1:1
Magdeburg – Kaiserslautern 3:0
Braunschweig – Dresden 2:2
St. Pauli – Wolfsburg 1:0
Heidenheim – Kiel 1:0
Karlsruhe – Cottbus 0:3
Osnabrück – Hertha BSC 1:3

Die Tabelle

1.Hertha BSC5+915
2.Nürnberg5+913
3.Heidenheim5+212
4.Magdeburg5+29
5.Wolfsburg5+38
6.Kaiserslautern5+18
7.Cottbus5+17
8.Bochum507
9.St. Pauli506
10.Osnabrück5-36
11.Fürth5-25
12.Karlsruhe5-55
13.Braunschweig504
14.Bielefeld5-24
15.Hannover5-34
16.Darmstadt5-44
17.Dresden5-54
18.Kiel5-33
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.

- Anzeige -

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein