
Kiel – Sieben Spiele, vier Unentschieden und kein Sieg. Holstein Kiel hat in der 2. Bundesliga die Rote Laterne für sich beansprucht. An der Förde brennt der Baum. Den Störchen droht der Absturz. Die Fans sind sauer. Ein Schuldiger scheint gefunden, nicht zum ersten Mal. Tim Walter verantwortet als Cheftrainer das Missgeschick der Schleswig-Holsteiner. Er steht heftig unter Beschuss – jetzt auch aus den eigenen Reihen.
„Als Trainer kann man sich nicht mehr wünschen“
Nach der 0:1-Niederlage bei Eintracht Braunschweig sagte Walter nach dem Spiel: „Es tut mir für meine Mannschaft leid, die alles versucht umzusetzen. Sie bringt ganz viel auf den Platz, aber das Glück ist uns nicht hold.“ Der Cheftrainer legte sogar noch nach, meinte: „Die Art und Weise, wie wir agieren, ist genau das, was ich von ihnen erwarte. Als Trainer kann man sich nicht mehr wünschen – außer, dass wir uns mehr belohnen und Spiele gewinnen wollen.“ Für ihn ist der Abstiegskampf noch „sehr weit weg“.
Hertha als Schicksalsspiel?
Seine zweite Amtszeit in Kiel könnte schon am kommenden Wochenende ein vorzeitiges Ende finden. Am Freitag kommt Hertha BSC. Die Berliner sind Tabellenführer mit sieben Siegen aus sieben Begegnungen. Nur ein Wunder kann Walter retten. Ohne Sieg dürfte der 50-Jährige vermutlich seine Koffer packen.
Rebbe widerspricht seinem Trainer
So lässt sich nämlich die Reaktion von Kiel-Boss Olaf Rebbe deuten. Der bestätigte eine Krisensitzung nach der Partie mit der Mannschaft. Zudem sagte er den „Kieler Nachrichten“: „Die Art und Weise, wie wir in Braunschweig aufgetreten sind, ist absolut nicht das, was wir uns vorgenommen haben und man von uns erwarten kann.“ Klar war er auch für die kommende Woche: „Es ist doch vollkommen klar, dass es letztlich um Punkte geht. Und dass gewisse Mechanismen greifen, wenn wir diese nicht holen. Ich werde da aber keine konkreten Endspiel-Floskeln formulieren, sondern die nächsten Tage ganz nah an der Mannschaft sein, um gemeinsam mit Trainerteam und Staff die Mannschaft für dieses wichtige Spiel einzustimmen.“
Der 7. Spieltag (9. – 11. Oktober)
Heidenheim – Kaiserslautern 0:0
Braunschweig – Kiel 1:0
Darmstadt – Cottbus 3:1
Magdeburg – Hannover 3:0
Osnabrück – Dresden 1:1
Nürnberg – Wolfsburg 4:4
St. Pauli – Karlsruhe 2:0
Hertha BSC – Fürth 2:1
Bochum – Bielefeld 0:1
Die Tabelle
| 1. | Hertha BSC | 7 | +11 | 21 |
| 2. | Nürnberg | 7 | +10 | 17 |
| 3. | Heidenheim | 7 | +2 | 14 |
| 4. | Magdeburg | 7 | +5 | 13 |
| 5. | Wolfsburg | 7 | +7 | 12 |
| 6. | Kaiserslautern | 7 | +2 | 12 |
| 7. | St. Pauli | 7 | +2 | 10 |
| 8. | Cottbus | 7 | -1 | 8 |
| 9. | Bielefeld | 7 | -1 | 8 |
| 10. | Osnabrück | 7 | -3 | 8 |
| 11. | Braunschweig | 7 | 0 | 7 |
| 12. | Bochum | 7 | -2 | 7 |
| 13. | Hannover | 7 | -5 | 7 |
| 14. | Darmstadt | 7 | -6 | 7 |
| 15. | Fürth | 7 | -3 | 6 |
| 16. | Dresden | 7 | -6 | 5 |
| 17. | Karlsruhe | 7 | -8 | 5 |
| 18. | Kiel | 7 | -4 | 4 |


