
Kiel – Die Länderspielpause nähert sich dem Vollzug. So rückt auch der Endspurt in der 2. Bundesliga immer näher. Für Holstein Kiel geht es dabei nur um eines: Punkte. Der Klassenerhalt ist unverzichtbar. Momentan stehen die Störche auf dem Abstiegsrelegationsplatz. Doch wie stehen die Chancen in den verbleibenden sieben Ligaspielen?
Das Restprogramm von Holstein Kiel
28. Spieltag: Preußen Münster (H)
Den Anfang macht das Ende der Tabelle. Am 28. Spieltag kommt Preußen Münster an die Förde. Das Schlusslicht holte lediglich einen Sieg aus den vergangenen 13 Ligapartien. Auch nach dem Trainerwechsel vor dem vergangenen Spieltag blieb der Effekt aus und die Preußen verloren mit 1:3 gegen den 1. FC Magdeburg. Hinzu kommt das harte Restprogramm, das von den Platzierungen der Gegner her das schwierigste der Abstiegskandidaten darstellt. Mit Schalke, Elversberg, Darmstadt und Hannover trifft das Team von Alois Schwartz noch auf vier Gegner aus der Top-fünf. Für Holstein also Kategorie Pflichtsieg.
29. Spieltag: Fortuna Düsseldorf (A)
Die Fortuna steckt in einer schwierigen Saison, durfte zuletzt immerhin etwas Auftrieb genießen. Auf zwei Siege in Serie folgten jedoch zwei Pleiten, darunter ein 0:1 in Braunschweig sowie eine deutliche 2:5-Klatsche im eigenen Stadion gegen die Hertha. Auswärts beim Tabellenelften wird es aber keinesfalls einfach für die Kieler.
30. Spieltag: 1. FC Kaiserslautern (H)
Eine Woche später folgt der nächste anspruchsvollere Gegner. Mit dem 1. FC Kaiserslautern kommt ein Team in den Norden, dass in dieser Saison bereits einige Ups and Downs durchlebte. Neun Punkte holten die Roten Teufel in den vergangenen sechs Auftritten. Der Tabellensiebte steht zudem ein wenig im Niemandsland. Der Abstieg ist kein Thema, aber auch nach oben hin stehen die Chancen wenig erfolgsversprechend. Hoffnung dürfte Kiel das Heimrecht machen, der FCK ist enorm heimstark (28 Punkte aus 14 Spielen).
31. Spieltag: Hertha BSC (A)
Die wohl härteste Nuss kommt auf die Walter-Elf am 31. Spieltag zu. Dann gastiert man bei Hertha BSC. Die alte Dame steht bislang hinter ihren Erwartungen, geht aber mit zehn Zählern aus den vergangenen vier Duellen mit ordentlich Rückwind in den Ligaendspurt. Das langersehnte Ziel des Aufstiegs ist in Berlin noch keineswegs abgehakt.
32. Spieltag: Eintracht Braunschweig (H)
Besonders wichtig für Holstein werden da eher die anschließenden drei Begegnungen. Zum einen empfängt man Eintracht Braunschweig. Die Eintracht ist momentan nur einen Zähler weg vom Relegationsplatz und auch das restliche Programm hat es in sich. Mit Kiel und Dresden duelliert man sich nur zweimal mit Gegnern aus den letzten sieben Teams in der Tabelle. Auch hier gibt es für die Gastgeber bedeutende Zähler zu holen.
33. Spieltag: 1. FC Magdeburg (H)
Den Abschluss im Holstein-Stadion macht der 33. Spieltag, wenn der 1. FC Magdeburg zu Gast ist. Der aktuelle Platz 17 durfte nach fünf sieglosen Spielen zuletzt wieder einen Dreier bejubeln. Doch auch beim FCM wird das Restprogramm kein Spaziergang. Wenige Kellerkinder und Aufstiegsaspiranten wie Hertha oder Paderborn sind mit dabei. Im Idealfall sollten die Störche hier bereits den Sack zu machen. Doch Obacht: Magdeburg ist das sechstbeste Auswärtsteam der Liga.
34. Spieltag: Dynamo Dresden (A)
Im großen Finale möchten die Kieler ungern unter Druck stehen. Auswärtsspiele im Rudolf-Harbig-Stadion sind bekanntlich kein Zuckerschlecken. Die Zahlen drücken das so deutlich allerdings nicht aus: Dynamo holte auswärts bislang nur einen Zähler weniger und steht in der Heimtabelle auf Rang 15 auch nicht überragend da. Falls es in diesem Aufeinandertreffen für beide Teams noch um alles geht, ist die Favoritenrolle zurzeit nicht auszumachen. Die verbleibenden Gegner der Dresdner befinden sich überwiegend im Tabellenmittelfeld, Hertha, Braunschweig und eben Kiel bilden jedoch Ausreißer in beide Richtungen.
Das Restprogramm der „Versetzungsgefährdeten“
HL-SPORTS hat das Restprogramm aller Mannschaften der unteren Tabellenhälfte in der zweiten Spielklasse mal etwas genauer unter die Lupe genommen und dabei die durchschnittliche Platzierung der jeweiligen Gegner pro Team errechnet. Das Ergebnis gestaltet sich wie folgt:
VfL Bochum: 12
Fortuna Düsseldorf: 9,9
Dynamo Dresden: 10,3
Eintracht Braunschweig: 8,7
SpVgg Fürth: 8,7
Arminia Bielefeld: 8,9
Holstein Kiel: 12
1. FC Mageburg: 8,9
Preußen Münster: 8,1
Fazit
Betrachtet man die äußerst enge Tabellensituation und die Restprogramme der Abstiegskandidaten, sollte Holstein Kiel sich eher geringe Sorgen um einen potentiellen Abstieg machen. Trotz des Relegationsplatzes ist es nur ein Punkt bis Rang zwölf. Darüber hinaus haben die Störche von allen Anwärtern (Bochum auf der zehn ausgeklammert) – zumindest auf dem Papier – den einfachsten Weg im Endspurt. Vor allem wird es auf die direkten Duell im Tabellenkeller ankommen – fünf von sieben Gegnern der KSV stehen unter den letzten Acht. Entscheidet Holstein davon mindestens drei für sich, dürfte es sehr gut aussehen mit dem Klassenerhalt. Klarzustellen ist hierbei: In dieser 2. Bundesliga kann jeder jeden schlagen und vermeintliche Vorteile auf dem Papier können am Ende auch völlig wertlos sein.
Bildquellen
- Kiel: Lobeca/Jasper Lorenz
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