Hooligans randalieren im Norden: Verletzte und Festnahmen

Schalke-Anhänger „wüten“ am Wochenende – Innenminister schlägt Alarm

Polizeieinsatz bei Fußballspielen. Archiv-Foto: Lobeca/Michael Raasch

Hamburg – Der FC Schalke 04 war am vergangenen Sonnabend zu Gast bei Hansa Rostock. Der 2:0-Sieg der „Knappen“ geriet allerdings schnell in den Hintergrund, da ihre Fans sehr unangenehm an Ostsee auffielen. Sie lieferten sich rund um das Spiel Krawalle mit den heimischen Anhängern.

1.200 Beamte im Einsatz

Zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung vor, während und nach der sportlichen Begegnung waren rund 1.200 Beamte der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern und der Bundespolizei im Einsatz.

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Flaniermeile gesperrt

Bereits vor dem Spiel kam es gegen 11.45 Uhr im Bereich des Leuchtturmes in Warnemünde zu körperlichen Auseinandersetzungen zwischen ca. 300 Personen beider Fangruppen. Beim Eintreffen der Polizeikräfte waren die Personengruppen nicht mehr am Ereignisort, jedoch konnten Am Strom etwa 200 Personen aus dem Fanlager des FC Schalke 04 festgestellt werden. Im Zuge der polizeilichen Maßnahmen wurden die Personalien aufgenommen und verschiedene Beweismittel gesichert. Hierdurch kam es zeitweise zu Sperrungen der Straße. Anschließend begaben sich die angereisten Schalkefans mit Reisebussen auf polizeiliche Anordnung hin wieder auf den Heimweg. Dabei wurden sie durch Einsatzkräfte bis zur Landesgrenze begleitet. Die polizeilichen Ermittlungen, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, dauern an.

Steinwürfe auf Polizei

Nach einem ruhigen Spielverlauf kam es kurz vor Spielende im Bereich hinter der Südtribüne zu Steinwürfen auf absichernde Polizeikräfte. Dabei wurde ein Beamter verletzt. Hier wurde eine Strafanzeige unter anderem wegen Körperverletzung erstellt. Ein Tatverdächtiger wurde durch die Polizeikräfte gestellt und identifiziert. Weitere Ausschreitungen erfolgten nach dem Spielende auf dem Stadionvorplatz. Ersten polizeilichen Erkenntnissen zufolge wurden Steine und pyrotechnische Erzeugnisse geworfen, so dass ein Funkstreifenwagen der Landespolizei in Brand geriet. Ein zweites Polizeifahrzeug wurde in Mitleidenschaft gezogen. Durch schnelles Agieren der Polizeibeamten konnten der Brand zügig gelöscht und zwei Tatverdächtige gestellt werden. Diesbezüglich wurde eine weitere Strafanzeige wegen Landfriedensbruchs aufgenommen. In diesem Zusammenhang wurden drei Polizeibeamte verletzt. Ein Beamter wurde zur medizinischen Behandlung ins Klinikum verbracht.

Innenminister mahnt Vereine

Die Ausschreitungen vor und nach dem Fußballspiel nannte Mecklenburg-Vorpommerns Innenminister Torsten Renz besorgniserregend und nicht hinnehmbar: „Verletzte Einsatzkräfte und brennende Polizeifahrzeuge haben nichts mehr mit gelebter Fankultur zu tun. Das sind keine Fans, das sind Straftäter, die sportbegeisterte und friedliebende Fußballfans diskreditieren. Die Landespolizei M-V wird weiterhin konsequent gegen solche Störungen vorgehen. Auch, wenn außerhalb des Stadions die Polizei zuständig ist, erwarte ich vom Verein und den Fanvertretern, dass sie sich ganz klar von diesen Aktionen distanzieren und gemeinsam mit der Polizei die Ereignisse analysieren und auch entsprechende Sanktionen für die kommenden Spiele prüfen.“

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Acht verletzte Polizisten

Den acht Einsatzkräften, die infolge der Ausschreitungen verletzt wurden, wünscht Renz eine baldige und vollständige Genesung. „Erneut wurden beim Fußballeinsatz Polizistinnen und Polizisten verletzt. Zum Glück handelt es sich nicht um lebensgefährliche Verletzungen“, so der Innenminister.

Szenenwechsel Hamburg

Einen Tag später gastierte der 1. FC Nürnberg beim Hamburger SV. Passend dazu kam den Schalker Rowdies, dass eine Fanfreundschaft zwischen ihnen und den Franken besteht. Das Motto dürfte also folgendes gewesen sein: Auf in die nächste Hansestadt und weiter randalieren.

23 Festnahmen in Entenwerder

Auch hier ging es kräftig zur Sache und die Polizei musste mit mehreren Mannschaftswagen für Ordnung sorgen. Ein Notruf sorgte dafür, dass die Beamten nach Entenwerder ausrückten, um eine mögliche Schlägerei zwischen Schalker und HSV-Anhängern zu verhindern. Rund 60 Personen waren daran beteiligt, davon wurden 23 in Gewahrsam genommen.

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