HSV-Analyse nach zehn Spielen: Kein Mix, aber Frust! – „Wir sind selbst schuld!“

Sportdirektor und Trainer suchen nach Erklärungen

Pfiffe für die HSV-Mannschaft von den eigenen Fans. Foto: Michael Schwarz

Hamburg – Das 1:1-Unentschieden des Hamburger SV am vergangenen Sonnabend im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf kratzte schon sofort an den Nerven – und zwar von Fans, Verein und den Verantwortlichen. Wiederholt hat die Mannschaft ihre optische Überlegenheit nicht in mehr als einen Punkt ummünzen können. Das Ergebnis spiegelt sich mit Platz sieben wider. Die Tabelle lügt einfach nicht, denn der HSV ist nur noch Mittelmaß in der 2. Bundesliga.

Mutzel sieht es (noch) positiv

Ganz wahr haben möchte man das im Volkspark anscheinend nicht, denn schon in der Pressekonferenz des Trainers Tim Walter nach dem 10. Spieltag und auch einen Tag später in der Medienrunde mit Sportdirektor Michael Mutzel war man zwar nicht erbaut von der bisherigen Ausbeute, doch er sieht es positiv und sagte: „Aus unserer Sicht ist es positiv, dass wir ein Stück weit selbst schuld waren. Es war nicht so, dass die Gegner uns her gespielt haben und wir keine Chance hatten. Wir waren ganz oft feldüberlegen, haben aber einfach zu wenig daraus gemacht.“

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Chancen müssen (auch mal) rein…

Die Qualität der Mannschaft und mangelnde Konzentration wies vor allem Coach Walter direkt nach der Partie gegen die Düsseldorfer zurück. Dafür wusste er, dass sein Team 123 Kilometer gelaufen ist und sich viele Chancen erspielte. Nur zu dumm, dass das Erspielen von Torchancen keine Garantie für Punkte ist. Der Ball muss dann auch schon mal rein… Laut dem 45-Jährigen sieht das im Training alles gut aus, doch es wirkt aktuell so, dass mit dem Anpfiff im richtigen Punktspiel ein Vorhang fällt und die Blockade im Kopf da ist – und das Woche für Woche.

Tolle Serie, ohne wirklichen Ertrag

Sieben Spiele hintereinander sind die Rothosen ungeschlagen in der 2. Bundesliga. Eine schöne Serie, doch es sprang dabei nur ein Sieg heraus. „Wir müssen einfach effektiver werden und dann reicht es ja vielleicht mit weniger Laufaufwand für einen Sieg“, hofft Mutzel. Im Volkspark „hofft“ man also auf bessere Zeiten. Worte, die die Fans sicherlich gerne hören.

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Pfiffe nach Abpfiff

Die hatten nach dem Schlusspfiff am Sonnabend eigentlich die Schnauze voll. Die Mannschaft musste Richtung Nordtribüne und so richtig Lust hatte augenscheinlich niemand dazu. Vermutlich, weil jeder wusste, dass es Pfiffe geben würde. Und so kam es dann auch. Walter machte den Eindruck, dass er das als nicht so schlimm empfand. Zitat: „Es gab ja nicht nur Pfiffe, sondern auch sehr guten Support.“ Er lobte die „tatkräftige Unterstützung“, meinte wohl die während des Spiels, doch was danach war, bleibt auch den Anhängern im Kopf.

Walter in der Hecking-Thioune-Spirale

Der HSV ist nach wie vor einfach auszurechnen. Vorne drauf, hinten löchrig. Und irgendwann kommt dann eben so ein Konter durch und führt zu Gegentoren. Dieses Problem gab es schon unter Dieter Hecking und Daniel Thioune und jetzt bei Walter fällt es noch mehr ins Gewicht. Grund: Das Spielsystem. Mutzel meint: „Die Absicherung ist gar nicht so schlecht, das Problem ist nur diese gravierenden Fehler. Wenn ein Spieler so einen krassen Fehler macht, dann ist es schwer so zu stehen, dass nichts passiert, wenn man mutig nach vorne spielen will. Grundsätzlich ist es einfach schwierig die Balance zu finden, wenn man viel Ballbesitz hat. Ich bin grundsätzlich mit der Art und Weise, wie wir spielen, zufrieden, nur uns fehlen ein paar Punkte, das ist klar.“ Man suche noch nach dem richtigen Mix.

„Es liegt an uns“

Woran das alles liegt, ist Mutzel klar: „Es liegt an uns. Es ist nicht viel und wir haben alle Bock die Spiele zu gewinnen.“ Doch weder Sportdirektor noch Cheftrainer schaffen es nicht diese Dinge abzustellen.

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