HSV-Chef Marcell Jansen schwimmt beim Thema „Professor“ und „Doktor“ Wüstefeld

Pressekonferenz nach Rücktritt des Finanzvorstandes im Volkspark

Marcell Jansen (HSV). Foto: Michael Schwarz

Hamburg – Am frühen Donnerstagabend trat Marcell Jansen vor die Medien, um über den Rücktritt von Finanzvorstand Thomas Wüstefeld zu sprechen. Der HSV-Präsident und Aufsichtsrat der Fußball AG sagte: „Es war die beste Entscheidung für den HSV.“

Zweifel an Titeln nun noch größer

Schon am vergangenen Sonnabend kam Wüstefeld auf Jansen zu und teilte dem Kontrollchef des Zweitligisten seine Rücktrittsentscheidung mit. „Er hatte um Verschwiegenheit gebeten, weil er dem engeren Kreis das persönlich mitteilen wollte“, so Jansen. Dabei beschäftigte sich das Gremium schon vor dem Düsseldorf-Spiel mit Wüstefeld. Die Themen, die in der Öffentlichkeit kursierten, wurden größer. Der Aufsichtsrat musste handeln. Dazu gehörte beispielsweise auch der Professor- und Doktor-Titel Wüstefelds, die zuletzt angezweifelt wurden. Jansen: „Treffen hat es gegeben, Unterlagen waren auch dabei, aber ich selbst war nicht dabei und habe keinen juristischen Background. Mein Handy hätte bestimmt gleich geklingelt, wenn es nur weißes Blatt Papier gewesen war.“ Gerade bei diesem Punkt schwamm Jansen hin und her, wollte als Aufsichtsratsboss nichts von dem Inhalt der Unterlagen wissen. „Das wollten wir nun im Gremium klären, aber dazu ist es nun ja nicht mehr gekommen“, erklärte der 36-Jährige. Die Medienvertreter bohrten mehrfach nach, doch eine klare Antwort gab Jansen nicht wirklich zu dem Thema. Der verwies darauf, dass es die Aufgabe „von Herrn Wüstefeld sei“, das zu klären.

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Ex-Vorstand schießt gegen Aufsichtsrat

Wüstefeld selbst äußerte sich in der „BILD“ zu seinem Rücktritt: „Der entscheidende Grund ist, dass ich seit Längerem aus dem Aufsichtsrat nicht mehr die notwendige Unterstützung spüre und auch von meiner Seite das gegenseitige Vertrauen nicht mehr gegenüber allen Mitgliedern des Aufsichtsrates besteht. Aus meiner Sicht ist ein Teil des Rates eindeutig durch außenstehende und eigene Interessen gesteuert. Anders kann ich mir nicht erklären, wie hochvertrauliche Informationen an bestimmte externe Personenkreise durchgestochen wurden, welche nachweislich nur dem Vorstand und dem Aufsichtsrat bekannt waren.“ Jansen hatte von diesen Aussagen nach eigener Angabe keine Kenntnis, äußerte sich dazu in der Pressekonferenz nicht. Allerdings merkte er an: „Es kann aber nicht gehen, dass viele Themen so nicht gehen, wie sie gelaufen sind, dass Informationen den Organismus verlassen, Dokumente und Dinge durchgesteckt werden, um dem HSV zu schaden.“

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Boldt nun alleiniger Chef

Bis zum Winter wird es keine Veränderungen im HSV-Vorstand geben. Das bedeutet, dass Sportvorstand Jonas Boldt nun vorerst das Zepter im Volkspark allein in der Hand hält. Unterstützt wird er durch alle Gremien des Vereins. Wie viele Vorstände dann für den Hamburger SV tätig sein werden und welche das sind, ist noch unklar. Jansen: „Wir wollen die Pause nutzen, um die Weichen zu stellen und nicht die schnellste, sondern die beste Entscheidung für den HSV zu treffen.“

Weg für Kühne nun frei

Jansen zeigte sich offen für die 120 Millionen Euro-Offerte von Investor Klaus-Michael Kühne. „Herr Kühne hat öffentlich gesagt, dass er dem HSV helfen möchte, dass er keine Machtansprüche stellt. In diesem Rahmen wären wir ja bescheuert, wenn wir das nicht annehmen werden, was Herr Kühne in Aussicht stellt, ohne etwas dafür zu fordern. Darum freuen wir uns auf die weiteren Gespräche im Sinne der Raute“, so der Club-Boss abschließend.

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