HSV: Das ist zu wenig! Fünf Spiele noch, aber vier Siege müssen mindestens her…

Ein Kommentar von Chefredakteur Roland Kenzo

Simon Terodde (HSV). Foto: Lobeca/Michael Schwarz

Die 1:2-Niederlage des Hamburger SV vom vergangenen Donnerstag beim SV Sandhausen lag allen Beteiligten schwer im Magen. Es war die zweite Pleite in Folge und rechnet man das 3:3-Unentschieden in Hannover, nach einer 3:0-Führung dazu, sogar die gefühlt dritte Schlappe des Zweitligisten. Der will in die Bundesliga hoch? Mit der Leistung von Sandhausen kann man das vergessen. Aus eigener Kraft kann der HSV schon jetzt den Direktaufstieg nicht mehr schaffen.

Motor stottert gewaltig

Trainer Daniel Thioune sprach in der Pressekonferenz nach der Partie davon, dass es „von uns viel zu wenig“ war. Und er setzte sogar noch einen drauf: „Es war eine verdiente Niederlage ohne Aussicht auf Punkte.“ Das hat gesessen und glücklich sah er während der 90 Minuten sowieso nicht aus. Die Sandhäuser hatten alles im Griff. Der HSV dagegen nichts. Da half auch der Anschlusstreffer des eingewechselten Manuel Wintzheimer nichts. Mit ihm kam Leben ins Team, doch das war zu spät. Selbstverständlich muss sich das Trainerteam fragen, was im Team los ist und warum gerade jetzt in der entscheidenden Phase der Saison – fünf Spieltage vor Schluss – wieder einmal der Motor gewaltig stottert und sogenannte Leistungsträger einfach nicht auf Touren kommen. Ein David Kinsombi, der sonst viel Potenzial hat, trug eher das Hemd der Rothosen auf dem Platz spazieren. Doch nicht nur er präsentierte sich orientierungslos, auch alle anderen. „Gruselig“ war da schon ein nettes Wort für dieser Darbietung. Noch direkter: Es war schlecht!

- Anzeige -

Hamburger Arroganz

Die Pomadigkeit, die die Rothosen in Begegnungen teilweise an den Tag legen, ist dabei sicherlich ein Punkt und vor allem gar nicht zu ertragen. Ob man Gegner wie den SV Sandhausen, der als Tabellenvorletzter ein komplettes Spiel gegen einen Aufstiegskandidaten bestimmt, einfach nicht ernst nimmt, ist dabei die Frage, die sich alle rund um den Volkspark stellen müssen. Schon die erste peinliche Pleite bei Schlusslicht Würzburger Kickers vor zwei Monaten hätte alle wachrütteln müssen. Stattdessen lieferte man mit guten Partien gegen Kiel, Bochum und Heidenheim wieder standesgemäß ab. Doch damit war es dann auch wieder gut.

Zu wenig!

Der HSV ist dabei, das dritte Mal in Folge einen Aufstiegsplatz aus der Hinrunde (zweimal Rang eins und einmal Platz zwei) mit einer schlechten Rückrunde zu verspielen. Dabei versuchten sich inzwischen mehrere Trainer. Dabei scheiterten erfolgreiche Typen wie Hannes Wolf und Dieter Hecking in den Vorsaisons. Nun steht Thioune in der Verantwortung. Die Lorbeeren aus den ersten 17 Saisonspielen sind vergilbt. Dabei hat der 46-Jährige stets betont, dass man erst am 34. Spieltag auf die Tabelle schaut. Aktuell kommt einfach zu wenig aus allen Ecken. Hysterie ist sicher fehl am Platz, doch Kritik ist angebracht – bei allen. Davon gibt es derzeit – wie auf dem Platz – einfach zu wenig…

Die Konkurrenz drückt

Viel Zeit bleibt nicht, denn nicht nur, dass die Hamburger am Sonntag schon bei Jahn Regensburg erneut gefordert sind und sich dort um 180 Grad gedreht präsentieren müssen, muss man jetzt nach hinten schauen. Fortuna Düsseldorf steht mit nur einem Punkt Rückstand auf Platz vier. Der 1. FC Heidenheim hat zwei Zähler Rückstand, dabei ein Spiel mehr auf dem Konto, doch Holstein Kiel hat noch drei Nachholbegegnungen und liegt mit vier Punkten hinter dem HSV.

Vier Siege müssen mindestens her

Versucht man die kommenden Spieltage realistisch vorauszusagen, braucht das Thioune-Team aus den verbleibenden fünf Begegnungen mindestens vier Siege und selbst das könnte am Ende vielleicht gar nicht reichen. Was das bedeutet wäre uns allen klar: Platz vier! Auf den scheint der HSV in der 2. Bundesliga ein Dauer-Abo abgeschlossen zu haben. Der Druck ist somit immens groß, doch den hat sich die Mannschaft selbst zuzuschreiben.

Anzeige
AOK
Anzeige
Anzeige

Was muss in Regensburg passieren?

Die ersten Elf stellt der Trainer auf, doch die Einstellung kommt von den Spielern. Die muss sich ändern. Der Kampf muss angenommen werden, denn sonst werden die Hamburger erneut scheitern. Kein Mut, kein Kampf – von nichts kommt auch nichts!

In diesem Sinne

Euer Roland Kenzo

Der 31. Spieltag (23. – 26.4.2021)

Karlsruhe – Würzburg (Fr.)
Braunschweig – Aue
Paderborn – Düsseldorf (Sa.)
Osnabrück – Kiel
Nürnberg – Heidenheim
Sandhausen – Hannover (So.)
Regensburg – Hamburg
St. Pauli – Fürth
Darmstadt- Bochum (Mo.)

Die Tabelle

1.VfL Bochum 18483056 : 3360
2.SpVgg Greuther Fürth2956 : 3454
3.Hamburger SV2958 : 3750
4.Fortuna Düsseldorf2944 : 3749
5.1. FC Heidenheim 18463044 : 3848
6.Holstein Kiel2639 : 2546
7.FC St. Pauli3048 : 4644
8.Karlsruher SC2739 : 3342
9.SC Paderborn 073040 : 3640
10.Hannover 962947 : 4139
11.SV Darmstadt 983050 : 5039
12.FC Erzgebirge Aue2937 : 4137
13.1. FC Nürnberg2937 : 4236
14.SSV Jahn Regensburg2930 : 3934
15.Eintracht Braunschweig3027 : 4930
16.SV Sandhausen2831 : 4828
17.VfL Osnabrück3027 : 5027
18.FC Würzburger Kickers3031 : 6220

Bildquellen

  • Simon Terodde: Foto: Lobeca/Michael Schwarz
Gefällt Dir unsere journalistische Arbeit?

Dann unterstütze uns hier mit einem kleinen Beitrag. Danke.