HSV in Hannover: Nachlegen ist angesagt – und Alidou ist erstmal geerdet

Leibold-Ersatz mit Fragezeichen

HSV-Jubel von Ludovit Reis, Anssi Suhonen und Miro Muheim. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Der 16. Spieltag in der 2. Bundesliga ist bereits am Freitagabend gestartet. Bremen und Darmstadt, aus der Tabellenregion des Hamburger SV, spielten schon am Freitagabend. Kiel und St. Pauli sind erst am heutigen Sonnabend (4.12.) gefordert und den Abschluss machen die Rothosen bei den „Roten“ von Hannover 96 am Sonntag um 13.30 Uhr.

Kritik an Hannover 96

Maskenpflicht und 2G-Regel gelten an der Leine und trotz des Bund-Länder-Beschlusses von Donnerstag dürfen 7.500 Zuschauer mehr ins Stadion als die Obergrenze von 15.000 Fans. Die Hannoveraner haben sogar eine Erlaubnis für 24.500 Zuschauer, doch um die Sicherheitsabstände einhalten zu können, einigte man sich auf die etwas geringere Anzahl. Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin Martina Wenker kritisierte diese Erlaubnis, sprach gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (DPA), dass es „absolut nicht in diese extrem schwierige Zeit der Pandemie passen würde“, überhaupt so viele Menschen zuzulassen.

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Walter äußert sich zu Corona

Beim „großen“ HSV sieht es Cheftrainer so: „Die Lage in der Welt und in Deutschland ist ganz schwierig. Es sind inzwischen 90 bis 95 Prozent der Spieler im deutschen Profifußball geimpft. Wir sind damit Vorreiter, sehr vorsichtig und wir halten uns an die Vorschriften und Regeln. Das ist alles, was wir tun können. Wir müssen den Weg, den die Politik entscheidet, mitgehen und deswegen sind wir froh, dass wir Fußball spielen können, egal vor wie vielen Zuschauern.“ Dabei kritisierte er und seine Mannschaftskapitän Sebastian Schonlau zuletzt die Pfiffe der eigenen Fans im Spielaufbau gegen den FC Ingolstadt 04. Dort wünschen sich beide mehr Unterstützung.

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Man kennt sich

Gegner Hannover sieht Tim Walter als „angeschlagenen Boxer, der sehr gefährlich ist“. „Wir gehen unsere Sache mit voller Überzeugung an und haben aber auch genügend Selbstvertrauen getankt und so gehen wir die Aufgabe an“, so der Coach, der seit zwölf Spielen ungeschlagen ist. Sein Gegenüber ist dieses Mal Christoph Dabrowski, Interimstrainer bei den Niedersachsen. Den kennt er aus dem Fußball-Lehrer-Lehrgang. „Ich wünsche ihm viel Glück bei seiner Aufgabe, allerdings wollen wir am Wochenende natürlich gewinnen“, sagt Walter. Verlieren die Hamburger nicht, wären sie 13 Mal hintereinander ungeschlagen.

Muheim wohl dabei, Alidou „in Heaven“

Miro Muheim (Ersatz des verletzten Tim Leibold) ist noch mit einem Fragezeichen behaftet. Der Linksverteidiger ist zwar im Mannschaftstraining, doch Adduktoren-Probleme plagen den Schweizer. Walter: „Wir hoffen, dass er spielt und machen uns deswegen keine Gedanken.“ Einer wird vermutlich auf jeden Fall spielen und das Faride Alidou. Der 20-Jährige blitzte in den vergangenen Partien auf, traf zweimal ins gegnerische Tor und befindet sich mit seinem Verein in Vertragsverhandlungen. Das Vertrauen spürt der Nachwuchsmann, der von den Fans schon auf Händen getragen wird. Doch das birgt Gefahren, wie das Beispiel Fiete Arp zeigte, der von der Elbe zum FC Bayern München wechselte und nun ausgeliehen bei Holstein Kiel nur ein einziges Mal über 90 Minuten spielen durfte, sonst nur als Ergänzungsspieler zählt. Walter ist bei Alidou entspannt und meint: „Er macht im Training nicht den Eindruck, dass er weniger macht. Er hört mir zu, will lernen und gibt immer Gas. Was das Drumherum mit ihm macht kann man nicht beeinflussen. Er hat weniger als 350 Einsatzminuten und da sollte man bedenken, dass er noch viel Entwicklungspotenzial hat.“ Auch Schonlau äußerte sich schon zu diesem „Hype“ um den Youngster und sagte in der „MOPO“: „Das geht mir deutlich zu schnell.“ Damit erdeten Alidou gleich wieder alle, der nach verschiedenen Medien-Informationen auf der Liste von Hertha BSC, Eintracht Frankfurt, 1. FC Köln, TSG Hoffenheim, 1. FSV Mainz 05 und Borussia Mönchengladbach stehen soll. Gefragter Mann also, doch noch ist nichts entschieden… Erst einmal geht’s nach Hannover, zum Drittletzten der 2. Liga, der aktuell keinen Cheftrainer hat.

Bildquellen

  • Reis, Suhonen, Muheim: Lobeca/Norbert Gettschat
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