HSV-Kapitän Aaron Hunt jubelt leider vergebens
Foto: Lobeca/Gettschat
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Hamburg – Für HSV-Kapitän Aaron Hunt war das 2:1 gegen Dynamo Dresden eine kleine Achterbahnfahrt der Emotionen. Erst musste er eine Stunde auf seinen Einsatz warten, dann traf er per Kopf ins Netz und der Video-Assistent erkannte ihm den Treffer ab. Insgesamt spielte der „Kölner Keller“ viermal mit zwischen Hamburg und Dresden.

Es begann in der 68. Minute, als Sonny Kittel zum Ausgleich traf. Schiri Fritz gab das Tor nicht, bekam über Headset die Info vom Video-Assistenten, dass alles korrekt war – Treffer zählte doch. 71. Minute: Martin Harnrik netzte zum 2:1 für die Gastgeber ein, doch auch hier wurde überprüft. Dabei war es eine Millimeterentscheidung durch den „Tor-Richter“ – kein Tor, weiter 1:1. Dann die Nachspielzeit. Hamburgs Coach Dieter Hecking wechselte im zweiten Durchgang drei Mal. Mit Hunt kam Struktur in die Mannschaft zurück, die insbesondere nach dem Rückstand planlos war und verunsichert wirkte. Jairo Samperio belebte ebenfalls die Offensive und wirkte wie ein frischer Duft im Volkspark. Den Königswechsel jedoch platzierte Hecking mit David Kinsombi in der 84. Minute. Der Allrounder ließ das Stadion zehn Minuten später jubeln. Doch auch hier wurde „Köln“ ins Boot geholt. Allerdings wusste hinterher niemand, warum. Der Treffer zählte und die Rothosen hatten die Tabellenführung zurückerobert. Ende gut, alles gut.

Das 1:1 durch Sonny Kittels Schlenzer ins lange Eck. Foto: Lobeca/Gettschat

Hunt sagte danach: „Insgesamt war es kein einfaches Spiel. Nach vorne haben wir schon ein bisschen schwergetan. Nach hinten raus wurde es dann auf jeden Fall besser, weil wir dann mehr Wucht entwickelt haben. Am Ende vielleicht ein wenig glücklich mit dem Schlusspfiff, aber auch hochverdient aufgrund der zweiten Halbzeit.“ Zum Thema Videobeweis hatte der Kapitän ebenfalls eine Meinung: „Nach einem Tor kann man sich ja jetzt nicht mehr sicher sein. Da ist immer ein mulmiges Gefühl dabei und nimmt die Emotionen raus. Und beim letzten Tor weiß ich gar nicht, was da überprüft wurde. Das war ein ganz sauberes Tor – vielleicht aus Gewohnheit. Ich bin kein Fan vom Video-Beweis. Man bekommt es selbst als Spieler mit, wie sehr das nervt – man muss abwarten, ob das Tor zählt und für die Fans ist das auch jedes Mal ein Stimmungskiller. Es nervt auf jeden Fall! Ich mag es nicht.“

„Big Point“ nannte der 33-Jährige den Dreier gegen die Sachsen, die sich teuer verkauften und mutig nach vorne spielten. „Wir lagen zurück und sind wiedergekommen. Wir wissen, dass wir es besser können, haben Dresden zu wenig unter Druck gesetzt und sie so stark gemacht. Das war einer unserer Fehler.“

Die Tabellenführung ist wieder in Hamburger Hand und das ist der Schlüssel für den Aufstieg. „Es ist sehr wichtig, dass wir gerade unsere Heimspiele gewinnen – egal wie. Im vergangenen Jahr haben wir hier sehr viele Punkte liegengelassen. Diese Saison spielen den größten Teil zuhause sehr gut, sind noch ungeschlagen und absolut wichtig für uns“, so Hunt weiter.

HSV-Cheftrainer Dieter Hecking in Unterhaltung mit Schiri Marco Fritz. Foto: Lobeca/Gettschat

HSV-Trainer Hecking lobte Dynamo und sprach ebenfalls davon, dass die Gäste mutig spielten und sieht sie als „eine der besseren Teams der Liga“. Mit den ersten Minuten seiner Mannschaft war er zufrieden. Das System musste dennoch nach 25 Minuten umgestellt werden. Harnik ackerte, Bobby Wood, der in dieser Saison das erste Mal von Beginn an ran durfte. „Es war eine der schwächeren ersten Halbzeiten von uns hier zuhause. Wir kamen aus der Pause raus und liegst sofort 0:1 hinten. Das muss man erst einmal verdauen und Wucht aufbauen. Das hat die Mannschaft super gemacht und eine Welle nach der anderen aufgebaut. Zwei Tore, die du machst, werden nicht gegeben und das ist nun auch egal, aber auch das muss eine Mannschaft erst einmal verarbeiten. Sie war beseelt das Spiel zu gewinnen und man hatte das Gefühl, dass wir das noch hinbekommen. Wir haben das erste Mal ein Spiel gedreht und das ist auch eine Qualität. Das brauchst du, wenn du erfolgreich sein willst. Der Sieg war zum Schluss glücklich, aber nicht unverdient. Innerhalb von zwei Spieltagen haben wir es geschafft, in der Nachspielzeit das Tor zu machen. Das zeigt, dass meine Mannschaft immer gewinnen will und von daher bin ich sehr zufrieden.“

Für Hamburgs Torhüter Daniel Heuer Fernandes war es schmerzhaft. Er knallte mit Baris Atik zusammen. Der Dresdner musste verletzt raus. Heuer Fernandes konnte zwar weitermachen, aber trug ein schwere Schienbeinprellung davon.

14.Spieltag (22.-25.11.)
Bochum – Osnabrück 1:1
Aue – St. Pauli 3:1
Hamburg – Dresden 2:1
Bielefeld – Sandhausen 1:1
Wiesbaden – Kiel 3:6
Stuttgart – Karlsruhe (So.)
Regensburg – Heidenheim
Fürth – Nürnberg
Hannover – Darmstadt (Mo.)

Tabelle: 1. Hamburg (29 Punkte), 2. Bielefeld (29), 3. Aue (23), 4. Stuttgart (23) … 11. St. Pauli (15) … 15. Nürnberg (14), 16. Hannover (14), 17. Dresden (12), 18. Wiesbaden (10)

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