Foto: Lobeca/Gettschat
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Barmenia Roland Kahl

Hamburg – Mit einem 2:1 (0:0)-Sieg gegen Dynamo Dresden setzte sich der Hamburger SV wieder an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Kinsombi traf in der Nachspielzeit in einem Spiel, in dem der Video-Assistent drei Treffer der Rothosen überprüfte. Bielefeld trennte sich von Sandhausen 1:1 und darum sprang der HSV wieder an die Spitze. 

Beim HSV fehlten Jung, Kinsombi, Jatta (rotgesperrt) und Hinterseer (Prellung). So kam Wood zu seinem ersten Startelfeinsatz in dieser Saison. Bei Dresden tauschte man drei Mal durch. Die Vorzeichen waren klar: der zuhause ungeschlagene Tabellenzweite empfing den Vorletzten der 2. Liga – oder: das beste Heimteam bat die schlechteste Auswärtsmannschaft zum Tanz. 

Und Musik war sofort drinnen. 30 Sekunden waren nach dem Anpfiff gespielt, da setzte sich Wood gegen zwei Dresdner durch und brachte Moritz im Strafraum in Position. Der verfehlte nur um Zentimeter den rechten Pfosten. Harnik (4.) war der Nächste, der die Chance auf die Führung hatte. Er brachte nach einem Ballgewinn von Dudziak das Leder aus spitzem Winkel nicht an Dynamos Schlussmann Broll vorbei. Gerade, als man nach den Gästen fragen wollte, schoss Ehlers (11.) und Heuer Fernandes parierte zur Ecke. Kurz danach versuchte es Kreuzer aus neun Metern, doch ein Hamburger Bein war noch dazwischen. So war die Partie mit klarem Übergewicht der Rothosen zumindest bei den Torchancen ausgeglichen. Weiter ging es mit Harnik, der von Müller (16.) zuerst im Strafraum zu Fall gebracht wurde – aber zu wenig für einen Elfmeter – und zwei Minuten später aus spitzem Winkel abzog – drüber. Inzwischen waren die Sachsen im Volkspark mental angekommen und der Anfangssturmlauf der Hausherren war vergessen. Nach einer halben Stunde rasselten Atik und Hamburgs Heuer Fernandes zusammen. Beide mussten lange behandelt werden, wobei es für den Dresdner nicht weiterging. Er rutschte unnötig in den HSV-Torwart hinein und verletzte sich selbst dabei. Das war nach dem guten Beginn schon eines der Highlights in der ersten Hälfte. Da war ein Kopfball-Streicher von Harnik (38.) nach einem Freistoß von Leibold noch die Ausnahme. Allerdings erwischte er die Kugel nicht richtig, sodass Broll keine Probleme damit hatte. Eine Minute später versuchte es Leibold aus dem Halbfeld mit einer Flanke auf Harnik, der dieses Mal viel Druck hinein bekam, aber direkt auf Broll köpfte. Da holte Dudziak (43.) einen Volleyschuss raus, den Broll gerade so über die Latte lenkte. Harnik war der einzige Lichtblick, denn kurz vor der Pause drehte er sich im Dynamo-Strafraum und tanzte so drei Gegenspieler aus – nur sein Schuss wurde abgeblockt. Pause im Volkspark – 0:0.

Ohne Veränderungen ging es in den zweiten Durchgang, der hoffentlich etwas besser werden sollte. Wurde er, allerdings vorerst für die Gäste. Sie gingen in Führung. Einen satten Schuss von Klingenburg parierte Heuer Fernandes. Seine Vorderleute verteidigten den Abpraller nicht gut und Dresdens Kapitän Kreuzer (47.) zirkelte den Ball ins lange Eck zum 1:0 für Dynamo. Danach herrschte beim HSV Ratlosigkeit. Konfus im Aufbau und Stockfehler in der Defensive. Dresden war dem zweiten Treffer näher, als die Hausherren dem Ausgleich. Hecking erkannte das und brachte Hunt und Samperio für den enttäuschenden Wood und Moritz, der allerdings noch einer der aktivsten Rothosen war. Das brachte etwas mehr Elan. Kittel (63.) wurde in Szene gesetzt, doch zu Spitz war der Winkel, sodass Broll auf Kosten sechsten Ecke der Hamburger rettete. Im Gegenzug konterte Dresden gefährlich, allerdings ohne Abschluss. In der. 66. Minute dufte der Video-Assistent einmal wieder ran. Leibold lupfte auf Kittel, der den Ball im Netz unterbrachte. Der Schiri-Assistent hob die Fahne, doch die Entscheidung aus Köln kam schnell: Tor und damit Ausgleich für den HSV. Kurz danach spielte Dudziak in den Rücken der Dynamo-Abwehr, wo Kittel den Ball nicht richtig traf. Und wieder zappelte er im Netz. Harnik traf und noch einmal entschied Köln. Dieses Mal auf kein Tor. Der Hamburger Stürmer stand Millimeter im Abseits. Da waren 70 Minuten gespielt. Es war eine emotionale Achterbahn für beide Lager. Danach spielten beide Teams mit offenem Visier und suchten die Entscheidung. Es war nun richtig Dampf auf dem Kessel und für die Torhüter gab es eine Menge zu tun. Und zu, dritten Mal traf der HSV ins Netz, doch Hunts Treffer in der 84. Minute zählte nicht, weil Leibold vor seiner Flanke im Abseits war. Es gab fünf Minuten Nachspielzeit. Zeit, die der HSV noch hatte, um den sechsten Heimsieg einzufahren. Und es klappte, denn Kinsombi (93.) köpfte zum Dreier ein. Und auch hier wurde der Video-Assistent gefragt. Der gab den Treffer. Sieg für den HSV!

Statistik: 

Hamburger SV – Dynamo Dresden 2:1 (0:0)

Tore: 0:1 Kreuzer (47.), 1:1 Kittel (66.), 2:1 Kinsombi. (93.) 

Zuschauer: 51.586

Hamburg: Heuer Fernandes, van Drongelen, Narey, Dudziak (84. Kinsombi), Kittel, Wood (60. Samperio), Moritz (60. Hunt), Leibold, Harnik, Letschert, Fein 

Dresden: Broll, Nikolaou, Burnic, Kreuzer, Jeremejeff, Kone (85. Löwe), Müller, Atik (35. Klingenburg), Hamalainen, Kulke (65. Wahlqvist), Ehlers