Hamburg – Fünftes Spiel, fünfter Sieg. Der Hamburger SV hat einen eigenen Rekord aufgestellt. Im dritten Jahr Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga verteidigten die Rothosen nach einem 3:1 (0:1) gegen Schlusslicht Würzburger Kickers die Tabellenführung und baute diese sogar aus. Derzeit sind es fünf Punkte Vorsprung vor Holstein Kiel (1:3 gegen Greuther Fürth).

Manuel Wintzheimer (HSV). Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

„Frecher Aufsteiger“ fordert HSV eine Hälfte

Dabei sah das zwar in der ersten Halbzeit nicht so gut aus. Die Kickers führten nach einem Treffer von Lars Dietz kurz vor der Pause, weil er und Vorlagengeber Dominic Baumann nach einer Ecke sträflich freistanden. Die Hamburger Defensive hatte ihre Probleme mit dem „frechen Aufsteiger“, wie in HSV-Coach Daniel Thioune danach lobte. Spielerisch war zum Aue-Spiel vor drei Tagen ein deutlicher Unterschied zu spüren. Jedoch hatte man zu keiner Zeit der Partie das Gefühl, dass die Gastgeber als Verlierer vom Platz gehen würden – auch nicht nach dem 0:1-Pausenrückstand.

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Der Wille zum Erfolg, dank 19 Jahren

Nach dem Seitwechsel kam Amadou Onana bei Hamburg und der schwächere Jung machte Platz. Der 19-Jährige räumte im Mittelfeld auf und ab und gab viele offensive Impulse. Ebenso wie der unermüdliche Manuel Wintzheimer, der den Ausgleich von Simon Terodde vorbereitete. Der war es auch, der das 2:1 besorgte und ist der Stürmer, den schon der 1. FC Köln im Bundesliga-Unterhaus zu schätzen wusste. Dieses Mal waren es Onana und Khaled Narey, die Terodde in Position brachten. Allerdings war sein Drehschuss eine Augenweide. Würzburg war K.o. und Tim Leibold legte in der Nachspielzeit noch ein Ding ins Netz. Und noch etwas: fünf Spiel und sechs Tore! Terodde macht genauso viel Spaß.

Tim Leibold (HSV) vor Frank Ronstadt (Würzburger Kickers) Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Thiounes cleveres Händchen

Thioune war mit der ersten Halbzeit nicht einverstanden, aber verstand es genau an der richtigen Position zu schrauben. Die Moral nach einem Rückstand (der erste in dieser Saison, sorgte nicht für Wackeleien) zurückzukommen, war da und am Ende hatte man die Souveränität wiederhergestellt.

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Derby-Woche steht an

Jetzt kommt das Derby gegen FC St. Pauli. Am Freitag ist es soweit. Ob allerdings Fans dabei sein dürfen ist derzeit fraglich. Am Montag soll es dazu eine Entscheidung geben.

Kickers „falsch positiv“

Für die Würzburger war es im Vorfeld der Partie unruhig. Drei positive Corona-Tests wurden ermittelt. Zwei Co-Trainer und Douglas mussten in Quarantäne. Schnelltests wurden gemacht. Hier waren alle getesteten Personen negativ. Dennoch blieb Douglas außen vor. „Der FC Würzburger Kickers ist heute nach dem Bundesliga-Spiel beim Hamburger SV (1:3) vom zuständigen Labor mündlich darüber in Kenntnis gesetzt worden, dass die übermittelnden Ergebnisse der turnusmäßigen Tests von Freitag nicht positiv sondern „falsch positiv“ waren“, schreibt der Club auf seiner Internetseite. Und weiter: „Der FC Würzburger Kickers bittet um Verständnis, dass der Verein zu diesem Thema aktuell keine weitere öffentliche Stellungnahme abgeben wird und der DFL in der Aufarbeitung des Vorgangs vollstes Vertrauen schenkt.“ Das Thema mit „falsch positiven“ Tests könnte an einen Fall bei Drittligist VfB Lübeck erinnern. Damals war ein Test am Donnerstag positiv und Freitag negativ. Das Lübecker Labor hatte damals mitgeteilt, dass es bei den Tests keine Fehler gegeben habe, da diese kontrolliert wurden. Wie sich das bei den drei Würzburger Proben verhält, wird wohl nun zu prüfen sein.

Der 5. Spieltag (23. – 25.10.2020)

Regensburg – Braunschweig 2:1
Nürnberg – Karlsruhe 1:1
Hamburg – Würzburg 3:1
Darmstadt – St. Pauli 2:2
Hannover – Düsseldorf 3:0
Kiel – Fürth 1:3
Heidenheim – Osnabrück (So.)
Bochum – Aue
Sandhausen – Paderborn

Die Tabelle

1. Hamburger SV513 : 515
2. Holstein Kiel56 : 410
3. Hannover 96510 : 49
4. SSV Jahn Regensburg56 : 49
5. FC Erzgebirge Aue46 : 57
6. FC St. Pauli510 : 96
7. SpVgg Greuther Fürth57 : 66
8. 1. FC Nürnberg57 : 76
9. SV Sandhausen44 : 66
10. VfL Osnabrück33 : 25
11. SV Darmstadt 9847 : 75
12. VfL Bochum 184844 : 45
13. 1. FC Heidenheim 184645 : 64
14. Karlsruher SC54 : 54
14. SC Paderborn 0744 : 54
16. Fortuna Düsseldorf55 : 94
17. Eintracht Braunschweig54 : 94
18. FC Würzburger Kickers53 : 111

Bildquellen

  • lobeca_39853_norbert_gettschat_20201024: Lobeca/Norbert Gettschat