HSV nach Vormittags-Schock ohne sechs beim Winter-Auftakt – Turbulenzen bei An- und Abreise im Volkspark

Rothosen suchen Personal auf allen Ebenen – Meffert freigestellt

Zum Trainingsauftakt im Sommer begrüßte Stefen Kuntz noch Merlin Polzin beim HSV. Foto: Lobeca/Ralf Homburg

Hamburg – Aufregender Jahresbeginn beim Hamburger SV: Am Freitagvormittag gab der Club bekannt, dass Vorstandsvorsitzender Stefan Kuntz seinen Vertrag zum Silvesterabend auflöste (HL-SPORTS berichtete) und am Nachmittag startete die Mannschaft in die Vorbereitung auf die Rest-Saison in der Bundesliga. Dabei fehlten einige Akteure, auch wegen anstehender Wechsel. Drei Tage Training, Montag frei und ab Dienstag läuft die Vorbereitung auf das Auswärtsspiel beim SC Freiburg (10.1.). Bis dahin wird im Volkspark eine Menge zu tun sein.

Peretz nach Southampton – Meffert noch nicht in Kiel

Über Neujahr kündigte sich bereits ein Abgang im Tor an. Daniel Peretz verlässt die Rothosen nach nur einem halben Jahr Leihe. Der FC Bayern München, bei dem der 25-Jährige unter Vertrag steht, entschied den Keeper zum FC Southampton nach England in die 2. Liga auszuleihen. Der Rekordmeister war mit den Einsatzzeiten nicht zufrieden. Der Israeli kam beim HSV nur auf zwei Einsätze im DFB-Pokal. Eine offizielle Bestätigung des Wechsels steht noch aus. Die Hamburger suchen bereits nach Ersatz. Der Keeper fehlte am Freitag auf dem Platz. Grund dafür war allerdings nicht der angestrebte Abflug aus Hamburg, sondern die Ankunft aus dem kurzen Winterurlaub. Wegen des überraschenden Schneetreibens gab es Probleme mit dem Rückflug.

Auch die Bekanntgabe von Holstein Kiel über die Verpflichtung von Jonas Meffert gab es bisher noch nicht. Beide Seiten stecken in Verhandlungen. Der 31-Jährige will an die Förde, sieht bei den Hamburgern keine Option auf dauerhafte Spielzeit. Viermal durfte der Mittelfeldspieler in der Bundesliga unter Merlin Polzin mitwirken, dreimal im DFB-Pokal. Der gebürtige Kölner kam im Sommer 2021 für eine Ablösesumme von 500.000 Euro von der KSV. Der Wechsel dürfte nur noch Formsache sein. Der HSV stellte ihn frei und bestätigte sein Fehlen zum Trainingsauftakt wegen Gespräche bezüglich seiner Zukunft.  

Private Gründe für Vertragsauflösung: Kuntz lobt Fans

Und dann der traurige Knaller am heutigen Tag nach Neujahr. Vorstandsvorsitzender Kuntz ist nicht mehr da. Der 63-Jährige bat um Vertragsauflösung wegen familiärer und persönlicher Gründe. In seinem Statement über den Club hieß es von ihn: „Manchmal gibt es wichtigere Dinge als Fußball. Das ist nun bei mir der Fall. Mehr möchte ich dazu nicht sagen und bitte darum, dies zu respektieren. Dem HSV danke ich für tolle anderthalb Jahre. Ich wünsche den Teams und der gesamten Geschäftsstelle weiterhin das Beste.“ “BILD“ berichtet, dass es einen schweren Krankheitsfall im engeren Familienkreis gibt. Eigentlich sollte der Vertrag mit Kuntz beim HSV verlängert werden.

Bei Instagram verabschiedete sich der frühere Nationaltrainer der Türkei und U21-Auswahl von Deutschland etwas emotionaler. Dort schrieb er: „Es war mir eine große Ehre, Teil dieses besonderen Vereins zu sein. Die Zeit beim HSV war intensiv, emotional und geprägt von echten Werten. Gemeinsam haben wir den Aufstieg in die Bundesliga geschafft und auch das erste halbe Jahr dort gemeinsam erlebt – ein Erfolg, der für mich immer mit diesem besonderen Club und seinen Menschen verbunden bleibt. Besonders die einzigartige Fankultur, die klare Haltung auch in schwierigen Themen, die gelebte Erinnerungskultur und das große soziale Engagement haben mich tief beeindruckt – weil sie vieles widerspiegeln, wofür auch ich stehe. Eure Leidenschaft und Unterstützung machen diesen Verein einzigartig. Ich bin dankbar für alles, was wir gemeinsam erlebt haben, und werde diese Zeit immer im Herzen tragen. Alles Gute für die Zukunft – der HSV wird immer ein Teil von mir bleiben. Euer Stefan.“

Huwer aktuell einziger Vorstand

Aufsichtsratsvorsitzender Michael Papenfuß meinte in einem Interview auf der Vereinshomepage, dass er den HSV sehr gut aufgestellt sieht und nun keine Hektik in der Suche nach einem Nachfolger aufkommen würde. Mit Dr. Eric Huwer steht nur noch ein Vorstand zur Verfügung. Ursprünglich waren es mal drei Personen, die in der Führungsriege saßen. Seit geraumer Zeit fand man die Idee einer Doppelspitze beim Bundesliga-Aufsteiger allerdings besser.

Der Blick auf Claus Costa wird somit ab sofort größer. Der Sportdirektor muss die möglichen Winterwechsel nun alleine durchbringen. Dafür ist der 41-Jährige allerdings genau der Richtige und seit 2019 beim Hamburger SV – erst als Leiter der Scoutingabteilung und seit knapp zwei Jahren in seiner aktuellen Position.

Zwei Nationalspieler im Visier

Kommen womöglich noch weitere Abgänge nach Peretz und Meffert hinzu? Damit ist derzeit nicht zu rechnen. Dafür sollen es allerdings vier neue Spieler werden, die für die bevorstehende Rückrunde auf dem Wunschzettel stehen: Zwei Angreifer, einen Verteidiger sowie ein neuer Ersatztorwart. Costa sucht diese nun.

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Einer könnte Almugera Kabar von Borussia Dortmund sein. Der 19-Jährige ist auf der Außenbahn in der Defensive und der Offensive einsetzbar. 2023 wurde der in Bremen geborene Europa- und Weltmeister mit der U17-Auswahl von Deutschland. Beim BVB kommt der Linksfuß derzeit nicht zum Zug. Nach fünf Bundesliga-Einsätzen in der Vorsaison wartet er in dieser Spielzeit auf ein Zeichen. Seit vergangenen September wirkt er in der Regionalliga-Mannschaft. Erst im Februar davor bekam Kabar einen Profivertrag bei den Schwarz-Gelben. Nun wird über einen Verkauf gesprochen. Laut “transfermarkt.de“ steht sein Marktwert seit drei Monaten bei 3 Millionen Euro. Weil der Linksverteidiger allerdings derzeit nur in der Reserve spielt, dürfte eine derartige Ablösesumme utopisch sein.

Damion Downs scheint ebenfalls ein Kandidat zu sein. Der Angreifer ist in Southampton unglücklich über seine Reservistenrolle. Zuletzt stand er in den Begegnungen der Championship nicht mal mehr im Kader. Für den 21-jährigen US-Nationalspieler soll es mehrere Angebote geben. Hamburg ist in Warteposition.

Winter-Wonderland im Volkspark mit Fehlzeiten

Beim Trainingsstart um 15 Uhr hatte Cheftrainer Polzin fast die gesamte Bandbreite des Teams dabei. Nach einem Brunch sowie eine Besprechung ging auf den Rasen. Der war durch den Schnee weiß. Nicht dabei waren Miro Muheim, Nicolas Capaldo und Alexander Rössing-Lelesiit. Alle drei hatten wie Peretz Verkehrsprobleme aus dem Urlaub zurückzukehren. Giorgi Gocholeishvili meldete sich krank. Dafür war Anssi Suhonen nach seiner halbjährigen Leihe bei Östers IF zurück. Am Sonnabend geht es weiter.

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  • Kuntz, Polzin: Lobeca/Ralf Homburg
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