
Hamburg – Drei Siege in Folge, Platz neun in der Tabelle und ein Trainer, der bei der Auswahl seiner Startelf die Qual der Wahl hat: Der Hamburger SV reist in der Bundesliga mit reichlich Selbstvertrauen zum SC Paderborn. Am Sonnabend um 15.30 Uhr wollen die Rothosen ihre Erfolgsserie beim Aufsteiger fortsetzen. HSV-Coach Merlin Polzin erwartet allerdings eine anspruchsvolle Aufgabe und warnt davor, sich auf den jüngsten Erfolgen auszuruhen.
Drei Spieler kehren zurück
Personell gibt es vor dem Auswärtsspiel überwiegend positive Nachrichten. Polzin kann wieder auf mehrere zuletzt angeschlagene Spieler zurückgreifen und sagt: „Wir haben zwei klare Ausfälle für das Wochenende: Nicolai Remberg und Mario Vuskovic aus den jeweils bekannten Gründen. Ansonsten gibt es viele erfreuliche Nachrichten: Patson Daka, Albert Sambi Lokonga und Bakery Jatta haben im Training viel mitgemacht und stehen entsprechend für das Wochenende wieder zur Verfügung.“
Bei Nicolas Capaldo und Jordan Torunarigha gingen die Rothosen im Training vorsichtshalber kein Risiko ein. Capaldo wurde am Donnerstag individuell im Innenbereich belastet, Torunarigha nach leichten Beschwerden aus dem Training genommen.
Wiedersehen mit Pit Reimers
In Paderborn trifft der HSV auch auf einen alten Bekannten. Pit Reimers, der lange für die Hamburger tätig war, arbeitet inzwischen als Co-Trainer beim kommenden Gegner. Polzin erwartet eine Mannschaft, die sich intensiv mit der Spielweise der Hamburger auseinandergesetzt hat. Für den HSV werde es darauf ankommen, die eigene Linie beizubehalten und gerade in den entscheidenden Spielsituationen aggressiv zu bleiben. Dabei holte sich der 35-Jährige auch einen Rat von Horst Hrubesch. „Horst hat mir die Tage noch einmal gesagt, was in Paderborn wichtig ist. Auch seinen Rat werden wir natürlich berücksichtigen, um dort erfolgreich zu sein“, so Polzin.
Konkurrenzkampf macht Polzin die Entscheidung schwer
Besonders zufrieden ist der HSV-Chefcoach mit der Situation innerhalb seiner Mannschaft. Zahlreiche Spieler präsentieren sich derzeit in guter Form und drängen auf Einsatzzeiten. „Für uns ist das eine herausragende Situation, in der wir uns befinden: Wir haben viele Jungs, die aktuell performen und der Mannschaft helfen, erfolgreich zu sein. Für mich als Trainer und für uns als Mannschaft ist das eine ganz tolle Situation. Die Konkurrenzsituation macht etwas mit der Mannschaft. Sie sorgt dafür, dass du besser, schärfer und aufmerksamer trainieren musst, um dir deine Spielzeit zu verdienen.“ Eine besondere Rolle spielen dabei die Einwechselspieler. Schon bei den jüngsten Erfolgen in Hoffenheim und gegen Stuttgart konnten die Hamburger ihre Partien in der Schlussphase entscheidend beeinflussen. „Es ist von unfassbarem Wert, sich erarbeitet zu haben, dass die gegnerische Mannschaft weiß, dass der HSV gegen Ende eines Spiels noch einmal zulegen und Partien zu seinen Gunsten drehen kann. Das ist ein ganz besonderes Gefühl: Alle haben das Gefühl, dass die Jungs von der Bank das Spiel finishen werden. Alle haben Bock und machen es mir sehr schwer, zu entscheiden, wer beginnen wird.“
Trotz Siegesserie bleibt der HSV auf dem Boden
Die jüngste Erfolgsserie soll an der grundsätzlichen Herangehensweise nichts ändern. Polzin erinnerte daran, dass seine Mannschaft auch nach den ersten drei Saisonspielen ruhig geblieben sei: „Mir war nach den ersten drei Spielen ganz wichtig, dass wir nicht den Kopf verlieren oder die Nerven blank liegen. Wir sind dort total klar geblieben mit Blick auf unsere inhaltlichen Ziele und unsere Herangehensweise. Und das machen wir jetzt auch nach den drei gewonnenen Spielen plus dem gewonnenen Testspiel gegen Kopenhagen.“ Die Analyse des jüngsten 1:0-Erfolgs gegen Stuttgart (HL-SPORTS berichtete) verlief deshalb wie gewohnt. Neben den gelungenen Aktionen wurden auch taktische und individuelle Verbesserungsmöglichkeiten besprochen.
Nadir überzeugt als Remberg-Ersatz
Eine weitere Frage betrifft die Besetzung des zentralen Mittelfelds. Nach dem Ausfall von Remberg hatte Polzin gegen Stuttgart auf Bilal Nadir gesetzt. „Wir werden Rambo nicht ersetzen können, weil er ein ganz spezieller Spieler und Typ ist. Das wird jetzt anders werden. Warum die Entscheidung gegen Stuttgart auf Bilal gefallen ist, haben alle im Stadion und an den TV-Bildschirmen gesehen: Er ist ein Spieler, der über sehr viel Qualität am Ball verfügt und gleichzeitig auch diese Gier hat, nachzujagen und in den Zweikämpfen sehr präsent zu sein.“ Polzin sieht im Zentrum mehrere Spieler mit unterschiedlichen Qualitäten. Entscheidend sei, welche Profile am besten zusammenpassen.
Mit dieser Auswahl und drei Siegen im Rücken geht der HSV die nächste Bundesliga-Aufgabe an. Gegner Paderborn steht vor dem Spieltag mit fünf Punkten auf dem 16. Tabellenplatz.
Der 7. Spieltag (23. – 25. Oktober)
Stuttgart – Mönchengladbach (Fr., 20.30 Uhr)
Leipzig – Elversberg (Sa., 15.30 Uhr)
Augsburg – Berlin
Mainz – Bremen
Köln – Schalke
Paderborn – Hamburg
Dortmund – Frankfurt (18.30 Uhr)
Hoffenheim – Leverkusen (So., 15.30 Uhr)
Freiburg – München (17.30 Uhr)
Die Tabelle
| Pl. | Mannschaft | Sp. | Diff. | Pkt. |
|---|---|---|---|---|
| 1. | München | 6 | +17 | 14 |
| 2. | Dortmund | 6 | +7 | 14 |
| 3. | Freiburg | 6 | +9 | 13 |
| 4. | Leverkusen | 6 | +7 | 13 |
| 5. | Mainz | 6 | +4 | 10 |
| 6. | Elversberg | 6 | +1 | 10 |
| 7. | Leipzig | 6 | +5 | 9 |
| 8. | Bremen | 6 | 0 | 9 |
| 9. | Hamburg | 6 | -9 | 9 |
| 10. | Augsburg | 6 | +4 | 8 |
| 11. | Frankfurt | 6 | -6 | 8 |
| 12. | Köln | 6 | -3 | 7 |
| 13. | Stuttgart | 6 | -2 | 6 |
| 14. | Hoffenheim | 6 | -3 | 6 |
| 15. | Schalke | 6 | -3 | 5 |
| 16. | Paderborn | 6 | -4 | 5 |
| 17. | Union Berlin | 6 | -12 | 5 |
| 18. | Mönchengladbach | 6 | -12 | 0 |







