HSV verliert Nordderby – eine Standardsituation macht den Unterschied

Trotz guter Leistung nichts Zählbares: Hamburgerinnen unterliegen in Bremen

Pauline Machtens (Hamburger SV). Foto: Lobeca/Wolf Gebhardt
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Hamburg – Der Hamburger SV hat am 4. Spieltag der Frauen-Bundesliga das Nordderby bei Werder Bremen mit 0:1 (0:0) verloren. Vor 26.814 Zuschauern lieferten sich beide Mannschaften lange eine ausgeglichene Partie. Kurz nach der Pause erzielte Isabella Jaron (49.) nach einer Ecke den einzigen Treffer des Abends. Die Hamburgerinnen stehen damit bei zwei Punkten und auf Tabellenplatz zehn.

Die 1. Halbzeit: HSV hält gut dagegen

Cheftrainer Rodolfo Cardoso nahm gegenüber dem Unentschieden gegen RB Leipzig eine Veränderung in der Startelf vor. Carla Morich begann für Melanie Brunnthaler und feierte damit ihr Startelfdebüt in der Bundesliga. Zudem kehrten Vicky Schulz und Lotta Wrede in den Kader zurück. Die Hamburgerinnen hatten früh ihre erste Möglichkeit. Linberg setzte sich über die rechte Seite durch und bediente Karczewska (4.), deren Abschluss von der Bremer Torhüterin pariert wurde. Auf der anderen Seite verfehlte Shimada wenig später das Hamburger Tor knapp. Der HSV hatte nach einer Viertelstunde 58 Prozent Ballbesitz und hielt gegen die Gastgeberinnen gut dagegen. Bremen erhöhte ab Mitte der ersten Hälfte den Druck, die Hamburger Defensive ließ jedoch kaum gefährliche Abschlüsse zu. Morich setzte später Wrede (28.) ein, deren Distanzschuss allerdings nicht genügend Druck entwickelte. So blieb es in einer umkämpften und ausgeglichenen ersten Hälfte beim 0:0.

Nach der Pause: Jaron trifft für Bremen

Werder erwischte den besseren Start in den zweiten Durchgang. Jaron setzte sich über rechts durch und brachte den Ball an den kurzen Pfosten, wo Dhont (47.) aus kurzer Distanz an HSV-Torhüterin Szemik scheiterte. Zwei Minuten später fiel die Entscheidung. Nach einer Ecke von Vanzeir kam Jaron (49.) fünf Meter vor dem Tor zum Kopfball und brachte Bremen mit 1:0 in Führung. Der HSV suchte anschließend den Ausgleich. Die große Möglichkeit dazu hatte Böhler (69.) nach einer Ecke von Linberg. Ihr Kopfball war auf dem Weg in die Ecke, doch Bremens Torhüterin verhinderte den Treffer. Im weiteren Verlauf feierte Wrede nach einem halben Jahr Verletzungspause ihr Comeback. Gemeinsam mit Morich sorgte sie für weitere Offensivaktionen der Hamburgerinnen. Auch in der siebenminütigen Nachspielzeit drängte der HSV noch einmal nach vorne, der Ausgleich gelang allerdings nicht mehr.

Cardoso sieht positive Entwicklung

Die Enttäuschung über das Ergebnis war bei den Hamburgerinnen groß. Morich sah die entscheidende Szene als ausschlaggebend: „Werder hat heute eine Standardsituation gereicht, um das Spiel zu gewinnen. Da müssen wir wacher sein und das besser verteidigen. Die Atmosphäre war sehr stark, und es ist ein tolles Gefühl, solche Spiele zu spielen. Ich habe lange nicht mehr von Anfang an gespielt, deshalb war es für mich besonders schön, die Stimmung aufzusaugen. Wir haben heute gezeigt, dass wir uns spielerisch weiterentwickeln. Daran wollen wir in den nächsten Spielen anknüpfen.“

Auch Pauline Machtens haderte mit dem Ausgang: „Es tut sehr weh, dass wir hier nichts Zählbares mitnehmen konnten, vor allem weil wir ein gutes Spiel gemacht haben. Leider haben wir die ersten Minuten nach der Halbzeitpause ein bisschen verschlafen. Das hat Bremen eiskalt ausgenutzt. Uns fehlt noch ein bisschen der Mut, ins Eins-gegen-eins zu gehen und uns auch durchzusetzen.“

Svea Stoldt sagte: „Wir sind sehr enttäuscht. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und vor allem nach letzter Woche eine deutliche Steigerung gezeigt. Leider haben wir uns dafür nicht belohnt. Wir haben alles reingehauen, aber am Ende hat es heute nicht gereicht. Trotzdem nehmen wir die positiven Dinge aus dem Spiel mit in die nächste Woche. Es hat die letzte Konsequenz vor dem Tor gefehlt. Wir haben gut verteidigt und nur wenige Chancen zugelassen.“

Cardoso richtete den Blick trotz der Niederlage nach vorne: „Natürlich ist man enttäuscht, wenn am Ende eine Standardsituation das Spiel entscheidet. Wir waren gut im Spiel, aber in der ein oder anderen Situation hat der letzte Pass und die Entschlossenheit gefehlt, das Tor zu machen. Trotzdem haben wir uns im Vergleich zum Leipzig-Spiel fußballerisch weiterentwickelt. Wenn wir so weiterarbeiten, werden die Punkte kommen. Wir dürfen jetzt den Kopf nicht hängen lassen. Natürlich ist es bitter, das Derby zu verlieren, aber ich sehe eine positive Entwicklung der Mannschaft.“

Werder-Trainerin Fritzy Kromp lobte derweil den Auftritt des Gegners: „Der HSV hat heute aus meiner Sicht eines ihrer besten Saisonspiele gezeigt. Wir haben erstmal nicht so gut ins Spiel gefunden, waren ob der Kulisse auch etwas nervös. Wir waren vielleicht der glückliche aber am Ende der verdiente Sieger. Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“

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Am kommenden Sonntag (20. September) geht es für den HSV im Volksparkstadion weiter. Um 14 Uhr ist der 1. FC Nürnberg zu Gast.

Der 4. Spieltag (11. – 14.9.)

Bremen – Hamburg 1:0
Leipzig – Nürnberg 2:1
Köln – Berlin 3:0
Stuttgart – Wolfsburg 0:2
Frankfurt – Hoffenheim 4:2
Freiburg – Mainz 3:0
Leverkusen – München 2:3

Die Tabelle

1.Wolfsburg4+1012
2.München4+912
3.Frankfurt4+510
4.Köln4+69
5.Bremen4+39
6.Freiburg4+17
7.Stuttgart407
8.Leverkusen4+16
9.Leipzig4-34
10.Hamburg4-22
11.Nürnberg4-72
12.Hoffenheim4-50
13.Berlin4-80
14.Mainz4-100

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