Das goldene Tor durch Robert Glatzel. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Der erste Heimsieg in der Saison 2022/2023 ist in der Tasche des Hamburger SV. Am Sonnabend gewannen die Rothosen vor 43.094 Zuschauern im Volksparkstadion gegen den 1. FC Heidenheim mit 1:0 (1:0) in der 2. Bundesliga durch einen Treffer von Robert Glatzel in der ersten Halbzeit.

Die 1. Halbzeit: Druck, Druck, Druck und Glatzel

Der HSV begann wie erwartet offensiv und gab durch Glatzel (6.) den ersten Schuss im Strafraum auf FCH-Keeper Müller ab, der diesen festhielt. Eine Minute später war Königsdörffer mit dem nächsten Versuch dran, dieser zischte allerdings am linken Pfosten vorbei. Die Heidenheimer konzentrierten sich auf Konter und hatten nach einer Ecke von Beste (10.) die erste Torannäherung. Hamburgs Schlussmann Heuer Fernandes war gerade so eben mit den Fingern noch dran und entschärfte die Situation. Auf der anderen Seite flankte Heyer direkt auf Glatzels Kopf (18.) bei dessen Abschluss nicht viel fehlte. Die Hausherren schnürten die Ostwürttemberger langsam in ihrer eigenen Hälfte ein. Wieder ging es schnell über den Flügel, doch Glatzel (26.) rauschte nur ganz knapp an einer scharfen Hereingabe von Königsdörffer am Fünfmeterraum vorbei. Heidenheim machte inzwischen mit einigen Fouls auf sich aufmerksam und versuchte so, den HSV-Spielfluss zu stören. Die bis dahin größte Chance der Hausherren vergab Glatzel (35.). Zuvor hatte Mainka ein Laufduell gegen Kittel verloren, der zurücklegte. Glatzel hätte sich die Ecke aussuchen können, schoss jedoch aus zehn Metern daneben. Der FCH wurde nur gefährlich bei Ecken. In der 42. Minute war es dann soweit. Muheim hatte viel Zeit und Platz für eine Flanke aus dem Halbfeld auf Robert Glatzel, der zur Führung einköpfte. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte hatte Königsdörffer noch eine Chance, wurde allerdings von zwei Heidenheimern im letzten Moment gestoppt. Mit einem verdienten 1:0 ging es in die Kabine.

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Robert Glatzel vergibt mit dem Fuß. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Nach der Pause: Heidenheimer tonangebend im Volkspark

Im zweiten Durchgang erwischte der 1. FC Heidenheim den besseren Start, kam in der 52. Minute zu einer super Möglichkeit. Der eingewechselte Sessa setzte sich auf der rechten Seite durch, doch sein Schuss aus spitzem Winkel wurde gerade so eben noch geblockt. Gegenüberliegend war Königsdörffer (55.) durch, umspielte Müller und schob ins Tor ein. Doch beim Pass stand der Hamburger Stürmer allerdings klar im Abseits und der Treffer zählte nicht. Es ging nun hin und her: Beck (58.) mit einem Schuss im Strafraum, geblockt. Und dennoch verflachte die Begegnung etwas. Viele Unterbrechungen, viel Taktik, wenige Highlights. Heidenheim blieb dabei gefährlicher im Angriff. Besonders das Flügelspiel war interessant mit anzusehen. Der HSV war nicht weg, hatte durch Königsdörffer und Glatzel (68.) Doppelchancen, beide blieben ohne Erfolg. Der FCH führte rund 20 Minuten vor Schluss bei den Ecken mit 8:1 (am Ende 15:2) und die waren nicht ungefährlich. Es war insgesamt eine umkämpfte zweite Hälfte, in der der Tabellenzweite von der Brenz nun den Ton angab. Der eingewechselte Benes (86.) gab noch einmal einen neuen HSV-Impuls mit einem Schuss aus halblinker Position – knapp am langen Pfosten vorbei. Für das Zitterende hätte Bilbija (92.) sorgen können, doch er setzte einen Konter frei vor Müller links neben den Kasten. Die Gäste versuchten in den letzten Minuten noch einmal alles, doch es reichte für die Rothosen zum ersten Heimsieg in dieser Saison.

Filip Bilbija hätte alles klar machen können. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Das Fazit: Arbeits- und Zittersieg

Es geht doch! Der HSV hat in der ersten Hälfte ein überzeugendes Offensivspiel abgeliefert, hätte die eine oder andere Chance besser zu Ende spielen müssen, doch was man von Heidenheim sah, war nichts dagegen. Der Tabellenzweite kam mit zwei Siegen im Rücken und ohne Gegentor an die Elbe, war allerdings harmlos im ersten Durchgang. Das änderte sich nach der Pause, denn dann mussten die Hamburger sehr viel verteidigen. Das machten sie klasse und blieben ohne Gegentreffer. Dabei war es dieses Mal gar nicht Torwart Heuer Fernandes, der die drei Punkte festhielt, sondern der komplette Abwehrverbund. Die zwei Gesichter des Hamburger SV waren zu sehen, eines mit Offensivdrang und eines mit Arbeitswillen.

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Moritz Beste behauptet sich gegen Sonny Kittel und Moritz Heyer. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Die Stimmen nach der Partie

Frank Schmidt (Heidenheim): „Insgesamt habe ich zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Aufgrund der Chancen lagen wir zur Pause verdient zurück und konnten sogar froh sein, dass wir nicht noch mehr Tore kassiert haben. In der zweiten Halbzeit sind wir maximal ins Risiko gegangen und wollten viel mehr am Spiel teilnehmen. Das ist auch gelungen, wir hatten viele Durchbrüche über die Außenbahnen, haben aber aus diesen Situationen viel zu wenig Torgefahr erzeugt. Deswegen kann man zu keinem anderen Fazit kommen, dass der Sieg für den HSV – gerade aufgrund der ersten Halbzeit – absolut verdient ist.“

Tim Walter (Hamburg): „Gegen einen wirklich starken Gegner haben wir vor allem in der ersten Hälfte richtig gut gespielt. Nach der Pause mussten wir dann viel wegverteidigen, sind mehr über das Konterspiel gekommen. Insgesamt hat mir der Auftritt meiner Mannschaft gut gefallen, wir hätten das Ding aber früher klarmachen können. Doch die Jungs haben alles reingeworfen, und genau das benötigen wir in solchen Spielen. Das Team und die Fans haben den Heimsieg heute mit viel Willensstärke gemeinsam eingefahren.“

Der 3. Spieltag (5.-7.8.)

Fürth – Karlsruhe 1:1
Sandhausen – Düsseldorf 1:0
Hamburg – Heidenheim 1:0
Paderborn – Hannover 4:2
Regensburg – Nürnberg 0:0
Rostock – Bielefeld 2:1
Magdeburg – Kiel (So., 13.30 Uhr)
Braunschweig – Darmstadt
Kaiserslautern – St. Pauli

Die Tabelle

1.SSV Jahn Regensburg35 : 07
2.SC Paderborn 07310 : 46
3.1. FC Heidenheim 184634 : 16
4.Hamburger SV33 : 16
5.Fortuna Düsseldorf34 : 36
5.SV Sandhausen34 : 36
7.F.C. Hansa Rostock33 : 26
8.FC St. Pauli25 : 44
9.1. FC Kaiserslautern24 : 34
9.1.FC Nürnberg34 : 34
11.1. FC Magdeburg24 : 43
12.SV Darmstadt 9822 : 33
13.Holstein Kiel24 : 42
14.SpVgg Greuther Fürth33 : 52
15.Hannover 9635 : 81
16.Karlsruher SC33 : 91
17.DSC Arminia Bielefeld32 : 70
18.Eintracht Braunschweig20 : 50

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