Miro Muheim gegen Immanuel Pherai im Training des Hamburger SV. Archivfoto: Lobeca/Henning Rohlfs

Hamburg – Drei Tage Training unter Steffen Baumgart und der Hamburger SV ist aus seiner Lethargie erwacht. Es geht vorwärts und das heißt bei dem 52-Jährigen “volle Kraft voraus“. Er testet jede Kleinigkeit und lässt durch spielen filtern, wer am Sonntag seine Startelf gegen Aufsteiger SV Elversberg sein wird. Zwei Stunden ging es am Mittwoch zur Sache und fast die gleiche Dauer am Tag darauf. Eins-gegen-eins, Zwei-gegen-zwei und Fünf-gegen-fünf bis Zehn-gegen-zehn über den ganzen Platz. Da klingt Energie durch Volkspark.

Verlieren verboten

Es muss vor allem so sein, denn Baumgart will einen frischen Eindruck präsentieren. Es wird seine Heim-Premiere und die muss sitzen. Das Hinspiel verlor der HSV mit 1:2. Das darf nicht noch einmal passieren. Der neue Coach hat jetzt schon Druck, denn es zählen für ihn nur Siege. Für Experimente haben die Rothosen keine Zeit. Besonders die Defensive muss er auf Vordermann bringen. Doch er hat ein Ass im Ärmel.

Schafft Steffen Baumgart den Aufstieg mit dem HSV?

  • Schafft er (57%, 477 Votes)
  • Es wird schwer (20%, 169 Votes)
  • Schafft er nicht (17%, 143 Votes)
  • Ist mir egal (6%, 47 Votes)

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Der verlängerte Arm des (neuen) Trainers ist wieder da

Kapitän Sebastian Schonlau ist wieder voll einsatzfähig, durfte sein Comeback bereits im Auswärtsspiel beim F.C. Hansa Rostock feiern. Danach sagte der 29-Jährige: „Es gibt zwei Sichtweisen auf dieses Spiel. Für mich war es schön, wieder voll dabei zu sein, wieder bei der Mannschaft zu sein, auch wenn es am Ende nur fünf Minuten auf dem Feld waren. Das 2:2 ist am Ende aber nicht schön. Erste Halbzeit war es deutlich kontrollierte, zweite Halbzeit hatten wir nicht mehr viele Ballbesitzphasen, in denen wir es geschafft haben, den Gegner hinten reinzudrücken, den Ball zu halten und auf Kontrolle zu spielen. Wir wussten, dass Rostock viel mit langen Bällen arbeitet. Da sind sie wuchtig und gut. Davon haben wir einfach zu viele zugelassen.“

HSV-Offensive unte sich: Ludovit Reis gegen Bakery Jatta im Trainingszweikampf. Archivfoto: Lobeca/Henning Rohlfs

Kampf um den Platz neben Schonlau

Er kann der Abwehr die nötige Stabilität geben, muss sich allerdings auf seinen Nebenmann in der Verteidigung vollkommen verlassen können. Die Entscheidung fällt zwischen Dennis Hadzikadunic und Stephan Ambrosius. Eine andere Option hat auch Baumgart nicht. Zuletzt bekleckerten sich die bisherigen Innenverteidiger mit Guilherme Ramos in den vergangenen Partien nicht mit Ruhm. Ambrosius sah meist unglücklich bei den Gegentoren aus, war oft zu weit weg von seinem Gegenspieler. Ramos hielt es vor allem in Rostock beide Male nicht für nötig mit Volldampf hinterherzulaufen. Arbeitsverweigerung? Oder einfach Müdigkeit? Er ist gelb-gesperrt und Hadzikadunic war in Rostock gelbrot-gesperrt.

Die Torwart-Frage

Im Tor ist das anders, beide fit, beide spielfähig. Daniel Heuer Fernandes oder Matheo Raab? Letztgenannter dufte in den beiden Nordduellen ran, kassierte sechs Gegentreffer. Eines kann man ihm ankreiden davon. Ihn in Rostock spielen zu lassen war richtig, denn sonst hätte man dem 25-Jährigen die Motivation geraubt. Geklappt hat es mit Siegen jeweils trotzdem nicht. Die Chancen für “Ferro“ steigen also wieder die Nummer eins zu sein. Wie der Zweikampf aussieht, wird sich am Sonntag auf dem Spielberichtsbogen zeigen. Fehler dürfen sich beiden allerdings nicht erlauben. Die Zeitrechnung beginnt für sie ebenfalls bei null, wie für jeden anderen Spieler auch.

Torwart Daniel Heuer Fernandes (Hamburger SV). Archivfoto: Lobeca/Henning Rohlfs

Alle wieder fit

Und der neue Trainer hat gegenüber seinen Vorgänger Tim Walter einen Vorteil: Alle Spieler sind auf einmal wieder fit. Miro Muheim meldete sich am Donnerstag genauso zurück wie Masaya Okugawa. Und schon wieder hat man beim HSV die Qual der Wahl…

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