HSV vs. St. Pauli: Blumen für den Gegner – Wer gewinnt den „heißen Tanz“?

Trainer tauschen Nettigkeiten vor Stadtderby aus

Daniel Kofi Kyereh (FC St. Pauli) im Zweikampf mit Sonny Kittel (HSV). Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Hamburg – Am Freitag trifft der Hamburger SV im Stadtderby auf den FC St. Pauli (Anpfiff: 18.30 Uhr). Die Rothosen empfangen den Tabellenführer der 2. Bundesliga zum Duell. Das Hinspiel endete 3:2 für die Kiezkicker. 2.000 Fans dürfen im Volksparkstadion dabei sein, darunter 200 Anhänger der Braun-Weißen.

Walter gut gelaunt

Beim Gastgeber herrschte am Donnerstag super Stimmung. Tim Walter war in der Pressekonferenz zu Späßen aufgelegt. Nicht verwunderlich, hat seine Mannschaft doch erst vor zwei Tagen das Viertelfinale im DFB-Pokal durch einen Sieg im Elfmeterschießen in Köln erreicht. „Ich freue mich auf das Spiel, wir sind alle heiß“, sagte er.

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HSV-Coach Tim Walter verlor im Hinspiel 2:3. Foto: Lobeca/Kalle Meincke

Gastgeber mit Energie

Dabei hat der HSV etwas gutzumachen, denn nach der Pleite am Millerntor will er gewinnen. „Ich merke, dass die Mannschaft voller Energie ist, denn Spiele wie am Dienstag in Köln oder jetzt am Freitag das Derby sind genau das, wovon man als Fußballer nicht genug bekommen kann. Diese Tatsache ist viel wichtiger als etwaige Müdigkeit nach den 120 Minuten vom Dienstagabend. Wille, Bereitschaft und Mut für dieses besondere Spiel sind zu 100 Prozent da, die Jungs müssen es jetzt nur noch auf dem Platz rauslassen und einen guten Tag erwischen. Die Energie dafür haben wir auf jeden Fall“, so der 46-Jährige.

Derby nächstes Highlight

Zum Gegner meinte er: „Der FC St. Pauli steht ja nicht zufällig da, wo er steht, dort wird schon viel richtig gemacht. Aber wir haben den vollen Fokus auf uns, da bleibt wenig Platz, um auf andere zu schauen. Denn wir sind zu 100 Prozent von unserem Weg überzeugt, auf dem wir als Trainerteam der Mannschaft jeden Tag die Inhalte vermitteln, ein paar erfahrene Spieler vorangehen und viele junge Spieler permanent extrem viel lernen und sich verbessern. Darum geht es für uns. Wir wollen mehr, wir wollen uns weiterentwickeln, wir wollen mehr Highlights wie diese Spiele gegen den 1. FC Köln oder jetzt gegen den FC St. Pauli.“

Cheftrainer Timo Schultz freute sich über den Hinspielsieg seines FC St. Pauli. Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Gegenseitiger Respekt

Dabei war er geschmeichelt, dass der gegnerische Trainer Timo Schultz ein bekennender „Fan des Walter-Fußballs“ ist. Walter darauf: „Vielen Dank. Das ist immer Bauchpinselei und ich kann das nur zurückgeben. Wir wollen unser Spiel durchziehen und alles andere interessiert mich nicht. Es ist für Freitag nicht entscheidend.“ Der Freitagsplan bei den Hausherren: vormittags anschwitzen, dann gemeinsames Essen und dann „gehen die Jungs nochmal nach Hause“ und man trifft sich vor dem Spiel wieder. Guido Burgstaller (14 Saisontreffer), bester Torschütze in der 2. Liga aktuell, wird versuchen seine Quote auszubauen. Der HSV-Coach hat dagegen folgendes Rezept: „Es geht nur, wenn wir als Team zusammenarbeiten.“

Wer gewinnt das Hamburger Stadtderby in der 2. Liga?

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Kiezkicker in Quarantäne

Am Millerntor stellte sich Schultz nach dem Pokalsieg den Fragen vor dem Derby. Dem FC St. Pauli steht Igor Matanovic wegen einer Corona-Infektion nicht zur Verfügung. Ob Spielmacher Daniel-Kofi Kyereh (kam Donnerstagvormittag vom Afrika-Cup zurück) dabei ist, war noch nicht klar. Sein Coach: „Wir werden mal gucken, in welcher Verfassung er ist.“

Guido Burgstaller (FC St. Pauli) ist mit 14 Saisontreffern bester Zweitliga-Knipser. Foto: Lobeca/Marcus Kaben

Kittel und Glatzel als Schlüssel

Der 44-Jährige weiß, auf wen er beim Gegner besonders achten muss. „Sonny Kittel ist ein außergewöhnlich guter Fußballer mit einer super Schusstechnik. Er blüht im Spielsystem von Tim Walter auf, weil sie den Ball viel mehr am Boden haben und er nicht mehr am Flügel spielen muss. So hat er noch mehr Kontakte. Er ist sicherlich ein Spieler, auf den wir ganz besonders aufpassen müssen. Wenn man das Augenmerk auf nur einen Spieler legt, dann explodieren auf einmal andere. Robert Glatzel wiederum ist ein kompletter Stürmer, der im letzten Jahr schon unter Beweis gestellt hat, dass der HSV ihn nicht umsonst für eine beträchtliche Summe verpflichtet hat. In meinen Augen ist er einer der stärksten Kopfballspieler der Liga. Er ist einer der Spieler, der die meisten Zweikämpfe führt, vor allem in der Luft und davon gewinnt er auch recht viele. Seine Torgefahr hat er in den letzten Spielen unter Beweis gestellt. Da werden unsere Innenverteidiger auf der Hut sein müssen“, so Schultz.

Bleibt Hamburg braun-weiß?

Eine Wiederholung des Derbysieg ist keine Normalität, das weiß man auch auf dem Kiez. Schultz, der von einem „ganz heißen Tanz“ ausgeht: „Für die Vergangenheit können wir uns nichts kaufen. In der 2. Liga sieht die Bilanz aber ganz gut aus, nimmt man aber alle Derbys, dann ist der Stadtnachbar deutlich vor uns. Das Spiel geht wieder von vorne los, es ist am Freitag wieder ein eigenes Kapitel, eine eigene Geschichte, die geschrieben werden kann.“

Der 20. Spieltag (21. – 23.1.)

Hamburg – St. Pauli (Fr., 18.30 Uhr)
Düsseldorf – Nürnberg
Paderborn – Bremen (Sa., 13.30 Uhr)
Rostock – Heidenheim
Ingolstadt – Darmstadt
Aue – Schalke (20.30 Uhr)
Karlsruhe – Sandhausen (So., 13.30 Uhr)
Hannover – Dresden
Regensburg – Kiel

Die Tabelle

1.FC St. Pauli1939 : 2537
2.SV Darmstadt 981943 : 2236
3.1. FC Heidenheim 18461925 : 2533
4.SV Werder Bremen1935 : 2532
5.Hamburger SV1932 : 1931
6.FC Schalke 041935 : 2431
7.SSV Jahn Regensburg1938 : 2831
8.SC Paderborn 071933 : 2230
9.1. FC Nürnberg1928 : 2330
10.Karlsruher SC1933 : 3026
11.SG Dynamo Dresden1921 : 2623
12.Hannover 961915 : 2723
13.Holstein Kiel1924 : 3122
14.Fortuna Düsseldorf1923 : 2820
15.F.C. Hansa Rostock1921 : 3220
16.SV Sandhausen1920 : 3917
17.FC Erzgebirge Aue1917 : 3215
18.FC Ingolstadt 041915 : 3910

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