
Hamburg – Der Hamburger SV hat im Heimspiel gegen den FC Augsburg einen wichtigen, wenn auch hart erkämpften Punkt im Kampf um den Klassenerhalt geholt. Nach 90 intensiven Minuten trennten sich beide Teams im Volksparkstadion mit 1:1 (0:1). In einer Partie mit Chancen auf beiden Seiten, Aluminiumtreffern und einer Roten Karte für Muheim war das Remis am Ende leistungsgerecht. In der Bundesliga hilft das beiden Clubs, denn die Konkurrenz im Keller verlor.
Die 1. Halbzeit: Augsburg effizienter, HSV mit wenig Durchschlagskraft
Die Partie begann auf Augenhöhe, doch die Gäste aus Augsburg wirkten früh strukturierter in ihren Aktionen. Bereits in den ersten Minuten kamen Gregoritsch und Rieder zu ersten Abschlüssen, während der HSV vor allem über Königsdörffer und Otele versuchte, Nadelstiche zu setzen. Nach einer Viertelstunde übernahm Augsburg zunehmend die Kontrolle. Der HSV tat sich schwer, Lücken im kompakten Defensivverbund der Gäste zu finden. In der 22. Minute fiel dann die Führung für den FCA: Nach einer Flanke von Wolf landete der Ball am zweiten Pfosten über Umwege bei Arthur Chaves, der aus kürzester Distanz zum 1:0 einschob. Die Hamburger hatten im Anschluss Mühe, klare Chancen herauszuspielen. Erst kurz vor der Pause wurde es gefährlicher. Otele (39.) prüfte FCA-Keeper Dahmen mit einem starken Abschluss, kurz darauf zog Glatzel (44.) aus aussichtsreicher Position knapp rechts vorbei. Insgesamt ging die Führung der Gäste zur Pause jedoch in Ordnung.
Nach der Pause: HSV antwortet, dann wird es dramatisch
Der HSV kam mit deutlich mehr Zug aus der Kabine. Bereits kurz nach Wiederanpfiff verpasste Königsdörffer (50.) den Ausgleich nur um Zentimeter. Zehn Minuten später fiel dann der verdiente Treffer: Vuskovic eroberte den Ball im Mittelfeld, Muheim leitete weiter auf Glatzel, der klug auf Ransford Königsdörffer (60.) ablegte. Der Angreifer vollendete aus 15 Metern kompromisslos zum 1:1 ins linke Eck. Nur wenig später hätten die Rothosen in Führung gehen können. Nach einer Ecke köpfte Vuskovic (63.) den Ball jedoch nur an den Pfosten. Dann wurde es kompliziert für die Gastgeber: In der 64. Minute sah Kapitän Miro Muheim nach einer Notbremse gegen Kade die Rote Karte. Von da an übernahm Augsburg in Überzahl das Kommando. Die Gäste drängten auf die erneute Führung und kamen mehrfach gefährlich vor das Tor. Gregoritsch (74.) traf nur den linken Pfosten, kurz zuvor hatte bereits ein Kopfball des Österreichers nur knapp das Ziel verfehlt. Die Hamburger verteidigten leidenschaftlich, blieben sogar in Unterzahl gefährlich. In der Schlussphase hatte sogar der HSV die große Chance auf den Sieg. Zunächst verhinderte Dahmen mit einer starken Parade gegen Grönbaek (83.) das 2:1, dann sorgte ein kurioser Rückpass auf Dahmen (83.) fast für ein Eigentor der Gäste, als der Ball an die Latte sprang. Ein möglicher Handelfmeter drei Minuten später für Hamburg wurde nach VAR-Prüfung zurückgenommen. So blieb es am Ende beim 1:1.
Wichtiger Punkt im Tabellenkeller
Für beide Teams ist das Remis ein kleiner Schritt Richtung Klassenerhalt. Der Hamburger SV wahrt damit den Vorsprung auf die Abstiegszone und hat trotz Unterzahl Moral bewiesen. Gegen einen direkten Konkurrenten ist der Punktgewinn vor allem nach dem 0:1-Rückstand und der Roten Karte als positiv zu bewerten.
„Nie einfach, den Schalter umzulegen“
HSV-Coach Merlin Polzin nach der Partie: „Wir hatten uns vorgenommen, mit viel Energie ins Heimspiel zu starten, und hatten gleich zu Beginn eine gute Aktion. Im Anschluss waren wir dann aber im eigenen Ballbesitz zu fahrig und haben zu riskant gespielt. Damit haben wir die Augsburger ins Spiel geholt. Trotz des Rückstands hatten wir zum Ende der ersten Hälfte mehr und mehr Aktionen im gegnerischen Strafraum, die durchaus noch gefährlicher hätten werden können. Wir haben dann in der Halbzeit eine Top-Reaktion gezeigt – sowohl mit Blick auf das Trainerteam, federführend durch Loic, als auch durch die Mannschaft. Das war außergewöhnlich. Denn es ist nie einfach, den Schalter umzulegen, wenn du dir viel vorgenommen hast, aber dann merkst, dass du nicht so richtig im Spiel bist. Es zeichnet die Mannschaft aus, dass es weniger um das geht, was war, sondern um das, was wir in Zukunft beeinflussen können. Wir sind verdient zum Ausgleich gekommen – mit einem sehenswerten Treffer – und hatten die Chance auf das 2:1 nach einer Ecke. Mit der Roten Karte mussten wir dann etwas leiden, haben es aber noch einmal geschafft, das Spiel auf unsere Art und Weise zu gestalten. Es ist ärgerlich, dass nicht noch mehr drin war, aber wir wollen angesichts von 30 Minuten Unterzahl gegen einen Gegner mit Qualität und Intensität wie Augsburg auch nicht zu gierig sein. Wir nehmen diesen Punkt auf unserer Reise zum Erreichen unseres Ziels mit.“
Der 28. Spieltag (4.–5.4.2026)
Leverkusen – Wolfsburg 6:3
Freiburg – München 2:3
Bremen – Leipzig 1:2
Mönchengladbach – Heidenheim 2:2
Hoffenheim – Mainz 1:2
Hamburg – Augsburg 1:1
Stuttgart – Dortmund 0:2
Berlin – St. Pauli (So., 15.30 Uhr)
Frankfurt – Köln (17.30 Uhr)
Die Tabelle
| 1. | FC Bayern München | 28 | 100 : 27 | 73 |
| 2. | Borussia Dortmund | 28 | 60 : 28 | 64 |
| 3. | RB Leipzig | 28 | 55 : 36 | 53 |
| 4. | VfB Stuttgart | 28 | 56 : 38 | 53 |
| 5. | TSG Hoffenheim | 28 | 55 : 41 | 50 |
| 6. | Bayer 04 Leverkusen | 28 | 58 : 39 | 49 |
| 7. | Eintracht Frankfurt | 27 | 50 : 51 | 38 |
| 8. | Sport-Club Freiburg | 28 | 41 : 47 | 37 |
| 9. | 1. FSV Mainz 05 | 28 | 35 : 43 | 33 |
| 10. | FC Augsburg | 28 | 34 : 51 | 32 |
| 11. | Hamburger SV | 28 | 32 : 41 | 31 |
| 12. | 1. FC Union Berlin | 27 | 31 : 46 | 31 |
| 13. | Bor. Mönchengladbach | 28 | 35 : 48 | 30 |
| 14. | SV Werder Bremen | 28 | 31 : 49 | 28 |
| 15. | 1. FC Köln | 27 | 38 : 47 | 26 |
| 16. | FC St. Pauli | 27 | 24 : 44 | 24 |
| 17. | VfL Wolfsburg | 28 | 38 : 63 | 21 |
| 18. | 1. FC Heidenheim | 28 | 29 : 63 | 16 |


