HSV will mit Spaß, Freude und Gänsehaut gegen SC Freiburg nach Berlin ins Finale

(K)ein Traum für Tim Walter und Christian Streich

HSV-Jubel nach dem Viertelfinale gegen den KSC. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – „Wir wollen jedes Spiel gewinnen!“ Die Herangehensweise und Philosophie sind bei Tim Walter immer gleich, wie er einen Tag vor dem Halbfinale im DFB-Pokal gegen den SC Freiburg (Anpfiff Dienstag, 20.45 Uhr / live im TV bei ARD und Sky) als erstes in der Pressekonferenz mitteilte. Der Cheftrainer des Hamburger SV will mit seiner Mannschaft nach Berlin ins Finale am 21. Mai. Ein Spiel ist man nur noch davon entfernt und die Rothosen wären nach fast 35 Jahren vielleicht sogar wieder einmal an der Reihe. So lange ist es nämlich her, dass der HSV im Endspiel von Berlin stand – damals gewann man gegen die Stuttgarter Kickers mit 3:1 und holte den Pokal zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte. Die Gäste standen noch nie im Finale um den Cup.

Freiburger müssen gegen ein volles Haus bestehen

„Wir wollen mutig sein und bei uns bleiben“, sagt er, wie vor fast jedem Spiel, seitdem der 46-Jährige beim HSV ist. „Freiburg ist auf dem Weg in die Champions League, wir kämpfen so ein Stück weit um den Aufstieg und wollen uns neu erfinden. Man sollte immer relativieren, dass der Gegner eine Liga höher spielt und wir als Zweitligist nominell schon der Herausforderer sind“, stellt er klar. „Es ist für den Gegner erstmal hier schwer vor 57.000 Fans zu bestehen. Sie haben eine sehr intensive und aggressive Herangehensweise ans Spiel und das können wir auch. Das eine ist die Papierform und das andere ist die Wahrheit auf dem Platz. Wir haben unheimlich viel Lust auf das Spiel“, meint Walter. Halbfinale und volle Hütte bedeuten für alle Gänsehaut pur.

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Kittel und Reis in der Startelf?

Die Personalsituation hat sich im Hinblick auf die Verletzten nicht geändert, denn Maximilian Rohr, Elijah Krahn und Tim Leibold stehen nicht zur Verfügung. Ludovit Reis (nach Gelbsperre in der Liga) wäre wieder verfügbar. Die große Frage wird sein, ob Walter das „Winning Team“ nach dem 3:0 gegen den KSC wechselt. Tut er es nicht, müsste Sonny Kittel vorerst wieder auf der Bank Platz nehmen. Reis wäre ebenfalls nicht in der Startelf. Der Trainer ließ sich hierbei allerdings nicht in die Karten schauen.

Daniel O`Shaughnessy (KSC) bekommt den Ball im Elfmeterschießen des DFB-Pokal nicht an HSV-Keeper Daniel Heuer Fernandes vorbei. Foto: Lobeca/Norbert Gettschat

HSV zuletzt vor drei Jahren im Halbfinale

Große Motivationssprüche braucht es nicht für dieses Spiel. Zuletzt standen die Hamburger 2019 im Halbfinale, damals gegen RB Leipzig (1:3). „Es wichtig, dass die Fans mit Spaß und Freude hierherkommen und uns bedingungslos unterstützen. Wir versuchen in jedem Spiel alles zu geben. Dass das nicht immer klappt, ist auch im Leben so. Wir versuchen das morgen auch und ich hoffe, dass uns diejenigen im Stadion und alle Anhänger des HSV ins ganz Deutschland unterstützen. Sie sollen zufrieden und stolz auf ihre Farben sein“, sagt Walter. Der Gegner stand erst einmal im Halbfinale, 2013 gegen den VfB Stuttgart (1:2).

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Der Traum auf beiden Seiten

Der Traum von Berlin lebt in Hamburg, anscheinend allerdings nicht in Freiburg. SCF-Trainer Christian Streich sagt in seiner ganz normalen Art: „Ich bin nicht fürs Träumen da, ich habe mit meinen Kollegen etwas zu arbeiten. Ich war schon lange nicht mehr in Hamburg, habe aber immer gerne gegen den HSV gespielt, weil es ein großer Verein ist, mit dem ich schon seit meiner Kindheit viel verbinde. Ich bin gerne dort, weil es so anders ist als bei uns und ich viele schöne Erinnerungen habe an Spiele gegen den HSV und St. Pauli. Es ist immer etwas Besonderes, dort zu spielen.“ Ihm fallen Yannik Keitel, Kevin Schade und Manuel Gulde aus. Und dann spricht der 56-Jährige doch davon: „Wir möchten uns diesen Traum, den wir uns bis jetzt hart erkämpft haben, ermöglichen. Es darf keiner glauben – nur, weil wir mal ein Spiel mit 3:0 gewonnen haben, dass wir klar überlegen sind. Es wird ein sehr enges und schwieriges Spiel. Wir fahren mit Demut nach Hamburg.“

HSV dreimal, SCF einmal im Elfmeterschießen – Bilanz spricht für Hamburg

Beide Trainer haben Elfmeterschießen bisher nicht im Training geübt und es steht auch nicht auf der jeweiligen Agenda vor der Begegnung. Dabei hat man damit hüben wie drüben schon in diesem Wettbewerb Erfahrung gesammelt. Der Weg des SC Freiburg führte ausschließlich auswärts über Würzburger Kickers (1:0), VfL Osnabrück (5.4. n.E.), TSG Hoffenheim (4:1) und VfL Bochum (2:1 n.V.) ins Volksparkstadion. Der HSV schaltete auswärts Eintracht Braunschweig (2:1), 1. FC Nürnberg (5:3 n.E.), 1. FC Köln (5:4 n.E.) und zuhause Karlsruher SC (5.4. n.E.) aus. Die Bilanz spricht übrigens für die Hausherren: 14 Mal gewannen die Hamburger gegen die Breisgauer, nur acht Niederlagen gab es. 14 Mal trennte man sich in der Bundesliga unentschieden. Und im DFB-Pokal? Auch hier stehen die Rothosen bisher im direkten Vergleich gut da: Im Oktober 1983 gelang ein 4:1-Auswärtssieg in der 2. Runde. Ziemlich genau 24 Jahre später stand ein 3:1-Heimsieg (ebenfalls in der 2. Runde) auf der Anzeigetafel. Die Tore für den HSV erzielten damals Piotr Trochowski, Ivica Olic und Rafael van der Vaart.

Wer schafft es nach Berlin?

Während am Dienstag (19.4.) der Hamburger SV auf den SC Freiburg trifft, kommt es einen Tag später am 20. April zum Ost-Duell zwischen RB Leipzig und 1. FC Union Berlin (20.45 Uhr, ARD und Sky) und kämpfen um den Finaleinzug.

Bildquellen

  • HSV: Lobeca/Norbert Gettschat
  • HSV, Pokal: Lobeca/Norbert Gettschat
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