Keine Energie bei RB Leipzig: Teutonia Ottensen fliegt aus DFB-Pokal – Club-Boss schießt gegen FC St. Pauli

Ausflug nach Sachsen endet mit 0:8-Lehrstunde für Hamburger Regionalligisten

RB Leipzig-Stürmer Timo Werner bezwang Torwart Yannick Zummack von Teutonia 05 Ottensen dreimal im DFB-Pokal. Foto: Lobeca/Ines Hähnel

Leipzig – Einen besonderen Moment erlebte der FC Teutonia 05 Ottensen am Dienstag. Im DFB-Pokal hieß der Gegner RB Leipzig. Am Ende stieg der Hamburger Stadtteilclub mit einer 0:8 (0:4)-Niederlage wieder in den Bus aus der WM-Arena von 2006.

Gastgeber überweisen Einnahmen

Die Partie musste beim Bundesligisten ausgetragen werden, da die Hamburger kein anderes Stadion fanden, respektive in Dessau, wo sie hätten spielen sollen, in der Vorwoche der Rasen von Unbekannten mit einer chemischen Substanz zerstört wurde. Der DFB entschied, dass in Leipzig gespielt wird. Finanziell für die Norddeutschen im Übrigen kein Verlust, denn der amtierende Pokalsieger überweist die kompletten Einnahmen der Begegnung (13.084 Zuschauer) an den Gegner.

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Präsi wettert gegen Kiezclub

Ottensen-Präsident Liborio Mazzagatti wetterte im TV gegen den „Nachbarn“ FC St. Pauli. Der hatte den Teutonen eine klare Absage erteilt, die öffentlich wurde. Daraufhin nahm der Zweitligist Stellung: „So ist es zutreffend, dass wir das Millerntor nicht als Bühne für das Spiel zwischen Teutonia und Leipzig zur Verfügung stellen wollen, denn das Millerntor steht als ein Symbol für einen „anderen Fußball“ – und ist somit denkbar ungeeignet für diese Partie.“ Klarer Schuss gegen RB Leipzig und Teutonia 05, der in Hamburg nicht unumstritten ist.

„Wenn ich meine Meinung sagen würde, dann würden sie mich nicht mehr einladen“

Mazzagatti im „ZDF“: „Ideologie als Begründung vorzuschieben, ist eines Profi-Vereins nicht würdig. Man kann das verstehen, aber hier spricht ein kleiner Verein, der Nachbar vom FC St. Pauli. Das ist das größte Spiel unserer Vereinsgeschichte und das wollten wir gerne in Hamburg austragen und das wurde uns nicht ermöglicht. Da sind wir enttäuscht.“ Bei „Sky“ legte er nicht mehr nach, sagte nur: „Wenn ich meine Meinung sagen würde, dann würden sie mich nicht mehr einladen.“

Werner-Show: Innerhalb 19 Sekunden zwei Tore

Zum Spiel ist nicht viel Spannendes zu erzählen. Insgesamt feuerte Leipzig 41 Mal (21 Torschüsse davon vor der Pause) auf das Hamburgs Torwart Yannick Zummack, der dabei achtmal hinter sich griff. Timo Werner (19., 20., 43.), Andre Silva (40., 53.), Emil Forsberg (56.), Christopher Nkunu (77.) und Dani Olmo (90.) trafen für die „Roten Bullen“. Nationalspieler Werner brauchte zwischen seinen ersten beiden Treffern zu Beginn der Partie ganze 19 Sekunden. Teutonia versuchte es siebenmal vor des Gegners Kasten. Den ersten Torschuss gab Ole Wohlers direkt nach seiner Einwechslung nach der Pause ab. Die größte Chance hatte Maik Lukowicz in der 68. Minute, als Pascal Steinwender ihn mustergültig zwei Meter vor RB-Keeper Janis Blaswich bediente. Der Ball flog dann über das Gehäuse und die rund 300 mitgereisten Teutonen-Anhänger mussten den Torjubel abbrechen.

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Nur drei Nordclubs noch dabei

Im DFB-Pokal sind somit nur noch drei Nordclubs vertreten: Hamburger SV, FC St. Paul und VfB Lübeck. Am Mittwoch (31.8.) treffen im letzten Spiel der 1. Runde FC Viktoria Köln und FC Bayern München aufeinander. Die Auslosung zur nächsten Runde (Termine 18./19.10.) ist am kommenden Sonntag.

Alle Partien der 1. Runde auf einen Blick

FC Kaan-Marienborn – 1. FC Nürnberg 0:2
TSG Neustrelitz – Karlsruher SC 0:8
Dynamo Dresden – VfB Stuttgart 0:1
TSV 1860 München – Borussia Dortmund 0:3
Viktoria Berlin – VfL Bochum 0:3
SV Straelen – FC St. Pauli 3:4
Jahn Regensburg – 1. FC Köln 6:5 n.E.
VfB Lübeck – Hansa Rostock 1:0
SV Elversberg – Bayer Leverkusen 4:3
FC Einheit Wernigerode – SC Paderborn 0:10
FV Illertissen – FC Heidenheim 0:2
SpVgg Bayreuth – Hamburger SV 1:3 n.V.
Kickers Offenbach – Fortuna Düsseldorf 1:4
FC Carl Zeiss Jena – VfL Wolfsburg 0:1
Stuttgarter Kickers – SpVgg Greuther Fürth 2:0
BSV Rehden – SV Sandhausen 0:4
Bremer SV – FC Schalke 04 0:5
FC Engers 07 – Arminia Bielefeld 1:7
TSV Schott Mainz – Hannover 96 0:3
SV Rödinghausen – 1899 Hoffenheim 0:2 n.V.
FC Kaiserslautern – SC Freiburg 1:2 n.V.
SV Oberachern – Borussia Mönchengladbach 1:9
BW Lohne – FC Augsburg 0:4
Eintracht Braunschweig – Hertha BSC 10:9 n.E.
Waldhof Mannheim – Holstein Kiel 5:3 n.E.
Erzgebirge Aue – FSV Mainz 05 0:3
Chemnitzer FC – FC Union Berlin 1:2 n.V.
FC Ingolstadt – SV Darmstadt 98 0:3
Energie Cottbus – Werder Bremen 1:2
FC Magdeburg – Eintracht Frankfurt 0:4
Teutonia Ottensen – RB Leipzig 0:8
Viktoria Köln – Bayern München (31.8., 20.45 Uhr)

Die Teams in der 2. Runde

VfB Stuttgart
Karlsruher SC
1.FC Nürnberg
Borussia Dortmund
VfL Bochum
FC St. Pauli
Jahn Regensburg
VfB Lübeck
SV Elversberg
SC Paderborn
1.FC Heidenheim
Hamburger SV
Fortuna Düsseldorf
VfL Wolfsburg
Stuttgarter Kickers
SV Sandhausen
FC Schalke
Arminia Bielefeld
Hannover 96
TSG Hoffenheim
SC Freiburg
Borussia Mönchengladbach
FC Augsburg
Eintracht Braunschweig
Waldhof Mannheim
Mainz 05
Union Berlin
Darmstadt 98
Werder Bremen
Eintracht Frankfurt
RB Leipzig
Viktoria Köln/Bayern München

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