Kellerduell im Volkspark: HSV will gegen Schlusslicht die Wende schaffen – ein letztes Mal Zuschauer

Flutlicht, Abstiegskampf und große Personalsorgen

Mario Vuskovic (Hamburger SV). Foto: Lobeca/Ralf Homburg
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Hamburg – Neun Punkte gegen vier, Tabellenplatz 15 gegen 18: Wenn der Hamburger SV am Freitagabend (20.30 Uhr) Borussia Mönchengladbach empfängt, steht zum Auftakt des 9. Spieltags der Bundesliga ein Kellerduell auf dem Programm. Beide Traditionsvereine haben schwierige Wochen hinter sich. Während die Rothosen nach drei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge wieder ein Erfolgserlebnis brauchen, reist das Schlusslicht vom Niederrhein mit einem kleinen Aufwärtstrend in den Volkspark. Mehr als 50.000 Zuschauer werden erwartet – zum 70. Mal hintereinander bei einem Pflichtspiel des HSV.

Drei Niederlagen und die Hoffnung auf den Volkspark

Nach drei Bundesliga-Siegen in Folge schien der HSV seinen schwierigen Saisonstart überwunden zu haben. Doch zuletzt gab es beim SC Paderborn eine 0:1-Niederlage, dazu kamen zwei Niederlagen gegen Eintracht Frankfurt innerhalb von fünf Tagen. Zunächst schieden die Hamburger mit 1:3 aus dem DFB-Pokal aus, anschließend verloren sie auch das Bundesliga-Duell in Frankfurt mit 1:3.

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Mit neun Punkten aus acht Spielen steht die Mannschaft von Trainer Merlin Polzin auf dem 15. Tabellenplatz. Der Vorsprung auf den Relegationsrang beträgt zwei Zähler.

Vor dem Heimspiel setzt Polzin auf die eigenen Stärken und die Unterstützung der Zuschauer. „Wir wissen, was wir im Volkspark zu leisten imstande sind. Das werden wir am Freitag komplett abrufen“, erklärte der 35-Jährige.

Personalsorgen bleiben groß

Die Hamburger müssen weiterhin auf Nicolai Remberg, Mario Vuskovic, Fabio Vieira und Bilal Nadir verzichten. Bei drei anderen Spielern besteht dagegen noch Hoffnung.

„Bei Yussuf Poulsen, Nicolas Capaldo und Sebastiaan Bornauw ist es so, dass sie teilweise mit der Mannschaft trainieren konnten und teilweise noch im Reha-Prozess sind. Sie arbeiten mit der medizinischen Abteilung und dem Trainerteam extrem engagiert daran, dass es bis Freitag klappen könnte. Es wird eine Punktlandung, wir haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass wir es hinbekommen“, sagte Polzin auf der Pressekonferenz.

Die Entscheidung über einen Einsatz des Trios soll nach dem Abschlusstraining fallen. Für Vuskovic ist es die letzte Partie vor dem Ablauf seiner Dopingsperre am 15. November.

Gladbach kommt langsam in Fahrt

Noch schwieriger ist die Situation bei Borussia Mönchengladbach. Nach sechs Niederlagen zum Saisonauftakt holten die Fohlen zuletzt ihre ersten vier Punkte. Auf den 3:2-Auswärtssieg beim VfB Stuttgart folgte ein torloses Unentschieden gegen den SC Paderborn. Dazwischen zog Gladbach durch ein 2:0 gegen den Karlsruher SC in die nächste Runde des DFB-Pokals ein.

Der Trainerwechsel von Eugen Polanski zu Alexander Blessin hat zumindest erste positive Ergebnisse gebracht. Die Borussia bleibt allerdings mit vier Punkten und 22 Gegentoren Tabellenletzter.

Besonders beeindruckt zeigt sich Polzin von Gladbachs jungem Offensivspieler Wael Mohya. „Ich spreche nicht so gern über Einzelspieler des Gegners, aber es macht einfach viel Freude, einem Spieler wie Wael Mohya zuzusehen. Seine Spielfreude ist beeindruckend.“

Der 17-Jährige hat in dieser Bundesliga-Saison bereits zwei Tore erzielt und einen weiteren Treffer vorbereitet.

Gladbach muss in Hamburg unter anderem auf Torhüter Moritz Nicolas, Hugo Bolin, Nicolas Kühn und Tim Kleindienst verzichten. Bei Kevin Diks und Franck Honorat besteht dagegen Hoffnung auf eine Rückkehr in den Kader.

Standards als Hamburger Hoffnung

Ein Blick auf die Statistik zeigt eine mögliche Stärke der Gastgeber. Drei der bislang sieben Hamburger Saisontore fielen nach Standardsituationen. Das entspricht einem Anteil von 43 Prozent und ist der höchste Wert aller Bundesligisten.

Gladbach wiederum kassierte bereits fünf Gegentore nach ruhenden Bällen – gemeinsam mit Mainz 05 der höchste Wert der Liga.

Auch die bisherige Bilanz spricht leicht für den HSV. In 102 Bundesliga-Duellen gab es 40 Hamburger Siege, 34 Erfolge der Borussia und 28 Unentschieden. Die vergangenen fünf Heimspiele gegen Gladbach verlor der HSV nicht. Allerdings endeten beide Begegnungen der vergangenen Saison torlos.

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Polzin setzt auf die jungen Spieler

Aufgrund der zahlreichen Ausfälle haben mehrere Nachwuchsspieler zuletzt ihre Chancen erhalten. Louis Lemke, Otto Stange, Shafiq Nandja und Alexander Rössing-Lelesiit gehören zu den Talenten, denen Polzin eine Perspektive bieten möchte.

„Es soll ein Hamburger Weg sein, dass die Jungs spüren, dass sie mit guten Leistungen ihre Bundesliga-Minuten sammeln können“, erklärte der Trainer. Dabei stehe allerdings immer der sportliche Erfolg im Vordergrund.

Auch in der Offensive erwartet Polzin weitere Fortschritte. Vor allem die erste Halbzeit des Pokalspiels gegen Frankfurt bezeichnete er als die beste seiner Mannschaft in dieser Saison. Entscheidend sei nun, die Leistungen konstanter abzurufen und wieder Punkte zu sammeln.

Ein besonderer Tag für den HSV

Das Heimspiel findet einen Tag nach dem 90. Geburtstag statt, den HSV-Legende Uwe Seeler am 5. November gefeiert hätte. Polzin erinnerte an die Bedeutung des früheren Nationalspielers für den Verein.

„Als HSV-Trainer, dem der Verein sehr am Herzen liegt, kann ich sagen, dass er uns allen sehr fehlt. Er wird für immer der größte HSVer aller Zeiten bleiben.“

Am Sonnabend feiert Polzin selbst seinen 36. Geburtstag. Drei Punkte gegen Gladbach wären für den Trainer ein vorgezogenes Geburtstagsgeschenk.

Bundesliga setzt weitere Spieltage an

Unterdessen stehen auch die genauen Termine für die Spieltage 12 bis 18 fest. Der HSV reist am Sonnabend, 5. Dezember, um 15.30 Uhr zu Union Berlin. Am Freitag, 11. Dezember, folgt um 20.30 Uhr das Heimspiel gegen den FC Schalke 04. Das letzte Ligaspiel des Jahres bestreiten die Hamburger am Sonnabend, 19. Dezember, um 15.30 Uhr bei der SV Elversberg.

Das neue Jahr beginnt mit drei Heimspielen innerhalb von 13 Tagen. Zunächst empfängt der HSV am Sonntag, 10. Januar, um 17.30 Uhr Bayer Leverkusen. Am Mittwoch, 13. Januar, geht es um 20.30 Uhr zum SC Freiburg. Es folgt das Heimspiel gegen den FC Augsburg am Sonnabend, 16. Januar, um 15.30 Uhr zum Abschluss der Hinrunde.

Der Rückrundenauftakt steigt am Sonnabend, 23. Januar, um 18.30 Uhr im Volksparkstadion gegen Borussia Dortmund.

Der 9. Spieltag (6. – 8. November)

Hamburg – Mönchengladbach (Fr., 20.30 Uhr)
Dortmund – Elversberg (Sa., 15.30 Uhr)
Leipzig – Augsburg
Mainz – München
Paderborn – Frankfurt
Stuttgart – Bremen (18.30 Uhr)
Köln – Leverkusen (So., 15.30 Uhr)
Freiburg – Union Berlin (17.30 Uhr)
Hoffenheim – Schalke (19.30 Uhr)

Die Tabelle

Pl.MannschaftSp.Diff.Pkt.
1.München8+1918
2.Dortmund8+818
3.Freiburg8+816
4.Leipzig8+1115
5.Bremen8+315
6.Leverkusen8+213
7.Elversberg8013
8.Frankfurt8-511
9.Mainz8010
10.Augsburg8+39
11.Stuttgart8-19
12.Hoffenheim8-29
13.Köln8-39
14.Paderborn8-39
15.Hamburg8-129
16.Berlin8-127
17.Schalke8-56
18.Mönchengladbach8-114

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