Klaus Alves ist tot – Das Herz vom Riesebusch schlägt nicht mehr

Fußball-Ikone ist mit 83 Jahen friedlich eingeschlafen

Klaus Alves ist im Alter von 83 Jahren verstorben. Foto: Lobeca
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Bad Schwartau – Der Fußball in der Region trauert um Klaus Alves. Das Urgestein des VfL Bad Schwartau ist in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag im Alter von 83 Jahren verstorben. Mit ihm verliert der Verein vom Riesebusch nicht nur einen ehemaligen Torwart, Funktionär und Organisator, sondern eine Identifikationsfigur, die den Fußball in Ostholstein und Lübeck über Jahrzehnte geprägt hat.

Geboren am 13. Mai 1942, stand Alves schon früh zwischen den Pfosten. Seine aktive Laufbahn führte ihn unter anderem zum Eichholzer SV, 1. FC Phönix Lübeck und zum VfB Lübeck. In der Oberliga-Zeit erlebte er große Spiele – darunter die Partie am 20. April 1963 auf der Lohmühle gegen den Hamburger SV vor 18.000 Zuschauern. Gegen Uwe Seeler und Co. hielt er, was zu halten war. Es war die Ära vor Einführung der Bundesliga, als Namen wie HSV, Werder Bremen oder Eintracht Braunschweig regelmäßig Gegner waren.

Auch international sammelte er Erfahrungen: Alves gehörte der Nationalmannschaft der Bundeswehr an und arbeitete unter Trainer Dettmar Cramer. Einsätze gegen Griechenland, Ägypten und die Türkei gehörten zu seinen besonderen Erinnerungen.

Fast ein halbes Jahrhundert VfL

Sein sportliches Zuhause fand Klaus Alves jedoch in Bad Schwartau. Seit dem 1. September 1977 war er Mitglied beim VfL Bad Schwartau. Erst als Spieler, später in nahezu allen denkbaren Funktionen: Abteilungsleiter, Spielausschuss-Obmann, Passwart, Technischer Leiter der Senioren, Ehrenamtsbeauftragter. Rund 25 Jahre Vereinsarbeit kamen zusammen – hinzu die Jahrzehnte als Aktiver und Begleiter.

Er war Netzwerker, Vermittler, Antreiber. Wenn es um Passangelegenheiten, Vereinswechsel oder organisatorische Fragen ging, lief vieles über ihn. Sponsorenpflege, Gespräche mit Politik und Verband, die Zukunft der Sportstätte am Riesebusch – Alves mischte überall mit.

Für sein Engagement wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem DFB-Ehrenamtspreis. Er war Ehrenpräsident der VfL-Fußballabteilung und wurde im Lübecker Rathaus geehrt. Anerkennung war ihm wichtig – nicht für sich allein, sondern stellvertretend für alle Ehrenamtlichen.

Aus glücklichen Zeiten: Rosi Laudi und „Mr. VfL“ Klaus Alves. Foto: Lobeca

HSV-Fußballschule als Herzensprojekt

Ein besonderes Anliegen war ihm die HSV-Fußballschule auf dem Riesebusch. Über viele Jahre holte er das Camp nach Bad Schwartau, betreute rund 80 Kinder pro Durchgang und sorgte mit großer Leidenschaft für Organisation und Rahmenbedingungen. Für ihn war es Nachwuchsarbeit und Begeisterung zugleich.

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Noch im Sommer 2025 hatte er seinen Rückzug aus der ersten Reihe angekündigt. Nach gesundheitlichen Herausforderungen wollte er kürzertreten, den Sponsorenkreis weiter begleiten und bei Bedarf helfen. „Einmal VfL, immer VfL“ – dieser Satz war für ihn keine Floskel.

Zwischen Rivalität und Verbundenheit

Seine Laufbahn war auch geprägt von der Rivalität zwischen Phönix Lübeck und VfB Lübeck. Er wechselte zwischen beiden Vereinen, erlebte Diskussionen, Emotionen und sportliche Höhen und Tiefen. Ab- und Wiederaufstiege gehörten ebenso dazu wie Niederlagen in entscheidenden Spielen um die Deutsche Amateurmeisterschaft. Alves nahm es sportlich – Fußball war für ihn Leidenschaft, aber immer auch Gemeinschaft.

Über 45 Jahre verbrachte er einen Großteil seines Lebens am Riesebusch. Selbst als er sich offiziell zurückzog, blieb er Ansprechpartner, Ratgeber und Begleiter der 1. Herren, die er stets als „Herzensangelegenheit“ bezeichnete.

Rückhalt im Privaten

An seiner Seite stand über Jahrzehnte seine Lebensgefährtin Rosi Laudi. Sie unterstützte ihn bei Veranstaltungen, half bei der Verpflegung der Kinder, hielt ihm im Hintergrund den Rücken frei. Familie, Enkelkinder und der Norden waren sein Lebensmittelpunkt – Spanien blieb Winterdomizil auf Zeit, doch zurück zog es ihn immer wieder nach Bad Schwartau.

Klaus Alves hat den regionalen Fußball erlebt, wie ihn nur wenige kennen: als Oberliga-Torwart, als Militär-Nationalspieler, als Vereinslenker, als Ehrenamtler, als Organisator und als Herz einer Fußballabteilung.

Mit seinem Tod verliert der VfL Bad Schwartau sowie die Region einen seiner prägenden Köpfe. Der Riesebusch verliert eine Stimme, die über Jahrzehnte mahnte, motivierte und zusammenführte.

Der Fußball in der Region verliert einen seiner großen Ehrenamtler.

Bildquellen

  • Alves: Lobeca
  • Alves: Lobeca
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