
Lübeck – In der Kreisliga Süd war wieder einiges los. Nach dem Kellerduell am Freitagabend in Stockelsdorf sowie dem Topspiel am Pöbelberg gab es auch am Sonntag eine Menge Spektakel. Es gab enge Duelle, Überraschungen und deutliche Siege.
Fortuna St. Jürgen – Ratzeburger SV II 2:4 (1:0)
Der SV Fortuna St. Jürgen hat drei Siege in Serie eingefahren und sich somit vorerst etwas aus dem Tabellenkeller befreien können. Der Knoten schien geplatzt, sodass man am Sonntagmittag gegen den Aufsteiger Ratzeburger SV II als Favorit ins Spiel ging. Die Lauenburger verloren in der Vorwoche deutlich mit 0:8 gegen Wentorf, sodass es ganz klar darum ging, ein anderes Gesicht zu zeigen. Personell sah es wesentlich besser aus, was auch an der Unterstützung der Verbandsligamannschaft lag. Im ersten Durchgang ließen Tore lange Zeit auf sich warten und auch Chancen waren insgesamt eher Mangelware. Bis in die 45. Minute stand auf beiden Seiten die Null, doch mit Pausenpfiff sollte Luca-Finn Müller (45.) zur Fortuna-Führung treffen. Diese hielt bis in die letzten 20 Minuten, doch dann war es Jan-Hendrik Braasch (71.), der ausglich. Eine spannende Schlussphase brach an, in der alles offen war, doch Fabian Schleicher (80.) zur erneuten Führung der Heimmannschaft traf. St. Jürgen war wieder auf Kurs, doch der Torschütze sollte nur drei Minuten später auf der anderen Seite den Ball im eigenen Tor unterbringen. Die Führung hatte also nur kurzen Bestand. Nun kippte das Spiel allerdings komplett auf Seiten der Ratzeburger, die nur eine Minute später sogar in Führung gingen. Pelle Vogel (84.), der zur Pause in die Partie kam, sollte das 3:2 besorgen. Nun war die Zweitvertretung auf Kurs Auswärtssieg. Fortuna ging volles Risiko, warf alles rein, doch sollte in der Nachspielzeit durch den jungen Alexander Laval (95.) das vierte Gegentor bekommen. Er machte den Deckel drauf und bescherte seinem Team den wichtigen Dreier.
Nikolay Frech (Fortuna St. Jürgen): „Leider müssen wir uns heute dem Ratzeburger SV mit 2:4 geschlagen geben. Ratzeburg trat mit einigen Verstärkungen aus der ersten Mannschaft an und war in der ersten Halbzeit mit Ball etwas besser, ohne sich dabei jedoch klare Torchancen zu erspielen. Wir hingegen nutzten unseren ersten richtigen Torschuss kurz vor der Pause direkt zur 1:0-Führung. Auch aus der Halbzeit kamen wir gut heraus und konnten uns im zweiten Durchgang steigern. Nach dem zwischenzeitlichen 1:1 gelang uns sogar die erneute Führung zum 2:1. Leider verloren wir anschließend innerhalb von nur zwei Minuten die Kontrolle über das Spiel und kassierten zwei Gegentore, durch die Ratzeburg die Partie drehen konnte. Als wir zum Ende hin noch einmal alles nach vorne warfen, fingen wir uns einen Konter zum 2:4-Endstand. Unterm Strich ist das Ergebnis für uns natürlich ärgerlich. Wir haben heute nicht unseren besten Tag erwischt und müssen die Niederlage akzeptieren. Jetzt heißt es: Mund abwischen, weitermachen und den Blick nach vorne richten. Nächste Woche bekommen wir die nächste Chance, drei Punkte einzufahren.“
Paul Dietz (Ratzeburger SV II): „Sehr gute Antwort unserer Mannschaft nach den letzten beiden Spielen. Wir kommen sehr gut ins Spiel und lassen drei Großchancen liegen, Fortuna trifft dann mit der ersten Chance zum Halbzeitpfiff. Anfang der zweiten Halbzeit geht es dann für 15 Minuten wie im Handball hin und her mit Chancen auf beiden Seiten. Wir können heute qualitativ sehr gut nachlegen und ziehen das Spiel auf unsere Seite und kommen trotz erneuten Rückstand wieder zurück. Ein sehr gutes Spiel von uns, wir erspielen uns sehr viele Chancen, müssen eigentlich zwei, drei mehr machen und machen es dadurch unnötig spannend. Viel Erfolg an Fortuna, eine gute Mannschaft, die ihre Punkte noch sammeln wird.“
TSV Zarpen – Krummesser SV 2:2 (1:2)
Nachdem es zuletzt beim TSV Zarpen mehrere Wochen nichts mehr zu holen gab und der Trend klar nach unten zeigte, begrüßte man nun den Krummesser SV im Otto-Dechert-Stadion. Die Lauenburger sind bereits aus der vergangenen Saison bekannt, denn dort folgte der KSV den Stormarnern über die Aufstiegsspiele in die Kreisliga. Leichte Spiele waren es für den TSV dabei allerdings nicht und so sollte es auch an diesem Tag nicht sein. Die Gäste starteten schwungvoll in die Partie. Nach frühen ersten Abschlüssen und Ecken sollte Torjäger Bekir Kaskici (4.) freistehend einnicken zur Führung. Es war der Blitzstart, doch danach wurde es ganz bitter, denn unmittelbar nach dem Tor musste Cesur Kaya bereits verletzt raus. Die Verletzungssorgen der gesamten Saison nehmen beim KSV einfach nicht ab. Im Anschluss wurde Zarpen immer spielbestimmender, während sich die Gäste in gewohnter Manier tief gegen den Ball positionierten. Das ging lange Zeit gut, auch wenn sich die Chancen für Zarpen häuften. Zehn Minuten vor der Pause fiel dann allerdings nach einer Unachtsamkeit der Ausgleich durch Nico Henkel (35.). Nun musste Krummesse wieder mutiger werden, doch zunächst ging es auch für Lukas Frank nicht mehr weiter. Der zweite Wechsel bereits vor der Pause wurde vollzogen. Mit Pausenpfiff sollte dann die Schnelligkeit von Daniel Wollert (44.) ins Szene gesetzt werden, der anschließend zur erneuten Führung traf. Mit 2:1 aus Sicht der Gäste ging es also in die Pause. Nach dem Seitenwechsel sollte zunächst Zarpen Druck machen, doch nach etwa 65 Minuten wurde es wieder Krummesse, die Gefahr erzeugten. Zwei Pfostentreffer bewahrten die Heimelf vor dem dritten Gegentor. Zarpen lief in der Schlussphase an, doch der Abwehrblock des Gegners stand gut. In der 82. Minute sollte dieser dann allerdings doch durchdrungen werden. Staffan Sachau (82.) erzielte das 2:2. Dieses war zugleich auch der Endstand.
Tobias Clasen (TSV Zarpen): „Ein sehr ärgerlicher Punkt für uns. Von den Möglichkeiten her kann man ein Unentschiedenspiel schon herauskristallisieren, obwohl wir einfach viel mehr vom Ball hatten. Wir hatten viel mehr gute Aktionen und Krummesse hat sich mehr auf lange Bälle beschränkt und zu gucken, was aus den Situationen heraus passiert. Das machen sie gut. Erste Halbzeit pennen wir total und kriegen nach Ecke das 0:1 durch Bekir, obwohl wir genau das angesprochen haben, dass wir enger an den Leuten sein müssen. Nach dem 1:1 kommen wir wieder besser ins Spiel, haben mehrere Standardmöglichkeiten und Situationen, wo wir das 2:1 machen können. Stattdessen bekommen wir das 1:2 gegen uns. In der Halbzeit sprechen wir einige Dinge an, die besser werden mussten und es dann auch waren. Wir waren immer dran, gefährlich zu werden, aber nicht zu gefährlich waren. Wir machen das 2:2, das völlig verdient war. Der Punkt für beide Mannschaften, die sich kämpferisch und läuferisch sehr aufgerieben haben, ist in Ordnung. Für uns ist es natürlich aus unseren Augen ein bisschen zu wenig. Wir hätten gerne den Dreier eingefahren, aber wir müssen den Punkt nehmen und sind zufrieden, dass wir wenigstens nicht verloren haben.“
Andre Bargholt (Krummesser SV): „Schöner Fight bei schwierigen Platzverhältnissen! Unser Matchplan hat recht vernünftig geklappt und wir haben den Kampf angenommen. Zarpen hatte mehr Ballbesitzphasen und viele gute Chancen nach Eckbällen, aus dem Spiel heraus lag das Chancenplus auf unserer Seite. Das Unentschieden geht am Ende in Ordnung. Leider mussten wir viermal verletzungsbedingt wechseln, was uns möglicherweise die drei Punkte gekostet haben könnte. An dieser Stelle alles Gute unserem IV Lukas Frank, der mit einem Schleudertrauma ins Krankenhaus musste.“
TSV Travemünde – Lübeck 1876 1:0 (0:0)
Der TSV Travemünde wollte nach zwei Siegen in Folge den Oktober mit einem weiteren Erfolg beenden. Gegen Lübeck 1876 hieß das Ziel ganz klar, die drei Punkte einzufahren. Dazu setzte Trainer Christian Jetz auf eine sehr offensive Ausrichtung, schickte eine hohe Anzahl an Offensivspielern ins Rennen. Man stellte sich auf einen abwartenden Gegner ein, der es mit langen Bällen versuchte. Dieser hatte, wie bereits in den vergangenen Wochen, mit großen personellen Sorgen zu kämpfen. Zahlreiche Spieler fielen aus beziehungsweise waren weit von hundert Prozent entfernt. Dementsprechend sollte es eine schwierige Aufgabe werden. Mit Feldspieler Diyar Akan im Tor machte die Elf von der Travemünder Allee allerdings ein für ihre Mittel gutes Spiel. Sie forderten den Favoriten, der sich durchaus mühte. Travemünde hatte große Schwierigkeiten, ihr Spiel auf den Platz zu bekommen und kreierte zu wenige Chancen. Lange Zeit stand die Null auf beiden Seiten, doch dann sollte Trainer Jetz ein goldenes Händchen haben. Alexander Kanehl kam zur Pause für den glücklosen Rockrohr und der Joker sollte stechen. 15 Minuten vor dem Ende brachte der Offensivmann den Ball mit einem direkten Freistoß aus 30 Metern im Tor unter. Eine Antwort blieb aus, auch wenn sich die große Chance noch bot, sodass die Monte-Kicker den Heimsieg einfuhren und erneut ohne Gegentor blieben. Dennoch war es kein gutes Spiel der Hausherren. Die 76er dagegen kämpften aufopferungsvoll und machten es mit ihren Mitteln ordentlich. Offensiv ging zwar auch wenig, doch die Null stand bis in die Schlussphase, was für sie spricht.
Christian Jetz (TSV Travemünde): „Ganz zähe Kost, schwer erarbeiteter, aber nicht unverdienter Sieg. 76 hat sehr stark gegen den Ball gearbeitet und wir müssen uns kräftig schütteln. Aber zumindest im Oktober ohne Punktverlust.“
Uwe Buchholz (Lübeck 1876): „Das war heute ein toller Fight unserer Mannschaft, der leider nicht belohnt wurde. Danke an alle Spieler, die sich heute trotz Verletzungen und grippalen Infekten zur Verfügung gestellt haben. Erste Halbzeit war ein Spiel ohne Torchancen. In Halbzeit zwei hat Travemünde ein bisschen mehr Spielkontrolle und erzielt mit einem 30-Meter-Freistoß den Führungstreffer. Wir haben dann noch nach einer guten Direktabnahme durch Raub den Ausgleichstreffer auf den Fuß, aber der Keeper hält stark. Ein besonderer Dank gilt Diyar Akan, der sich als Feldspieler bereit erklärt hat, das Tor zu hüten. (Danke an Travemünde für die geliehenen Torwarthandschuhe).“
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – SV Azadi Lübeck II 3:0 (2:0)
Nachdem am Dienstagabend mit Tim Kreutzfeldt ein neuer Trainer bei der SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg vorgestellt wurde, sollte dieser am Sonntag sein Debüt feiern. Auf der heimischen Sportanlage begrüßten die Lauenburger den SV Azadi Lübeck II. Es wurde ein Team erwartet, das trotz schwierigem Saisonstart zuletzt gute Auftritte hinlegte und gegen die Top-Teams Eichholz II (3:3) und Breitenfelde (2:1) vier Punkte holte. Wentorf war also gewarnt und dennoch voller Selbstvertrauen, denn die vergangenen Wochen liefen genau so, wie man es sich vorgestellt hatte. Daran sollte nun angeknüpft werden gegen die Lübecker. Bereits zur Pause besorgten Marcel Gevert (23.) und Lennart Krüger (33.) die 2:0-Führung. Der Weg zum nächsten Sieg war geebnet, doch entschieden sollte noch nichts sein. Dazu ist die Qualität in der Offensive bei der Zweitvertretung zu hoch. Außerdem punktete diese zuletzt zweimal nach Rückstand. Umso wichtiger war es, in Durchgang zwei den Sack zuzumachen. Dies sollte durch Lucas Molter (71.) gelingen. So war der Heimsieg perfekt. Seit nun sechs Spielen ist die SGWSS unbesiegt. Man drang auf Rang vier vor und ist nun im oberen Drittel angekommen. Der Geheimfavoritenrolle wird man immer mehr gerecht. Azadi II fällt wieder auf den Relegationsplatz 14. Es braucht in der nächsten Woche einen neuen Anlauf, wenn man bei Tabellennachbar Fortuna St. Jürgen gastiert.
Tim Kreutzfeldt (SGWSS): „Mit einem 3:0-Heimsieg zu starten ist natürlich richtig schön. Erste Halbzeit kontrollieren wir das Spiel über fast die gesamte Zeit und führen verdient 2:0. Nach der Pause wird das Spiel etwas wilder und wir entscheiden es dann durch eine starke Aktion von Allner und Molter mit dem 3:0. Ohne Gegentor zu bleiben bei der offensiven Qualität von Azadi ist schon sehr gut. Nun gilt es, weiter hart zu arbeiten, um den Lauf fortzusetzen.“
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Schlutup 4:0 (0:0)
Nachdem die Serie von fünf Spielen ohne Niederlage riss, sollte es für die SG Breitenfelde/Mölln darum gehen, eine neue zu starten. Zu Hause wollte man richtig unbequem sein, sodass die Gegner auch weiterhin ungern zur SG reisen. Bei nur einer Niederlage auf heimischem Platz zeigten es auch die Punkte, dass sich die Gegner schwertun in Breitenfelde. Nun rollte der Ball in Mölln und zu Gast war der TSV Schlutup. Die Mannschaft vom Palinger Weg verlor zweimal in Folge und wollte daher mal wieder punkten. Auswärts tut man das besonders gerne, denn bis auf die Niederlage in Travemünde wurden alle Auswärtsspiele gewonnen. Somit traf also eine der besten Heimteams auf eine der stärksten Auswärtsmannschaften. Mit Spannung wurde auf dieses Spiel geblickt, in dem der Gastmannschaft ein großer Kader zur Verfügung stand. Trainer Robertino Borja hatte mehr Optionen als noch in den vorherigen Wochen. Lange Zeit begegneten sich die beiden Teams auf Augenhöhe. Es war ein enges, offenes Spiel. Kurz nach der Pause sollte es dann zwei Großchancen für die Lübecker geben. Ommeed Sindi fehlten wenige Zentimeter, um über SG-Keeper Brettschneider hinweg zu treffen. Kurz darauf scheiterte Mert Büyükdemir am Aluminium. Es waren die dicken Möglichkeiten, das Spiel auf Schlutuper Seite zu ziehen. Stattdessen sollte Breitenfelde auf der anderen Seite durch Philipp Reimann (61.) treffen. Machst du ihn vorne nicht, bekommst du ihn hinten, genau dieses Sprichwort sollte nun zutreffen. Breitenfelde gewann nun immer mehr die Oberhand und sollte nur zwei Minuten später durch Marvin Edler (63.) erhöhen. Nun war man immer mehr auf Kurs in Richtung Auswärtssieg und die Lauenburger sollten das Ergebnis noch weiter ausbauen. Leon Posselt (70.) und erneut Edler (75.) stellten auf 4:0. Es war zugleich der Endstand. Schlutup verlor somit das dritte Spiel in Serie und blieb zudem erneut ohne Tor. Seit über 270 Minuten wartet die Elf vom Palinger Weg auf einen Treffer.
Arne Riewe (SG Breitenfelde/Mölln): „Ich glaub gewinnen tut der, der das 1:0 macht oder wenn wir einfach unsere Chancen nutzen würden. In der ersten Halbzeit sind es glaub ich drei Dinger wieder, die du machen musst. Trotzdem bin ich stolz auf die Leistung meiner Herren. Viel Erfolg weiter für Schlutup.“
Robertino Borja (TSV Schlutup): „Ein intensives Spiel auf einem holprigen Rasen, auf dem nur wenig Spielfluss zustande kam. Bis zur 60. Minute war es eine ausgeglichene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Kurz vor dem 0:1 hatten wir zwei Riesenchancen zur Führung: O. Sindi sah, dass der Torwart weit vor seinem Tor stand, setzte den Ball aber knapp am Gehäuse vorbei. Wenig später traf M. Büyükdemir nur den Pfosten. Im direkten Gegenzug kassierten wir dann das 0:1 – bitterer hätte es kaum laufen können. Am Ende machte der stark aufspielende M. Edler den Unterschied, der unsere Fehler im Umschaltspiel eiskalt ausnutzte und die Konter konsequent zu Ende spielte. Glückwunsch an Breitenfelde/Mölln zum Sieg.“
Der 14. Spieltag im Überblick
ATSV Stockelsdorf – SV Viktoria 08 3:2
Eichholz II – Grün-Weiß Siebenbäumen 5:2
Fortuna St. Jürgen – Ratzeburger SV II 2:4
TSV Zarpen – Krummesser SV 2:2
TSV Travemünde – Lübeck 1876 1:0
SG Wentorf-Sandesneben/Schönberg – Azadi Lübeck II 3:0
SG Breitenfelde/Mölln – TSV Schlutup 4:0








