Krise? Nix da! – H-H-H… HSV mit viertem Heimsieg und einem super Geburtstagsgeschenk

Benes-Treffer stürzt Düsseldorf von der Spitze

Laszlo Benes und Ignace van der Brempt (HSV) jubeln. Archivfoto: Lobeca/Norbert Gettschat

Hamburg – Die vergangenen zwei Wochen wehte ein rauer Wind durch den Volkspark, aber am Freitagabend war der wie weggeblasen, selbst bei dem typischen “Schmuddelwetter“ und Regen an der Elbe. Der Hamburger SV besiegte – nach zwei Niederlagen in der 2. Bundesliga zuvor – Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf mit 1:0 (0:0). Benes traf im zweiten Durchgang zum vierten Heimsieg und beschenkte die Fans und seinen Arbeitgeber zu dessen 136. Geburtstag. Bei 56.100 Zuschauern war das Volksparkstadion dieses Mal allerdings nicht ausverkauft.

Die 1. Halbzeit: Gastgeber haben mehr vom Spiel

Im Vergleich zu den beiden vorherigen Auftritten in Elversberg und vor allem Osnabrück, sah man deutlich, dass der HSV dieses Mal nichts dem Zufall überlassen möchte. Mehr Energie, mehr Wille und mehr von allem brachten die Hausherren auf den nassen Rasen. Einen ersten Schuss von Benes (5.) wehrte Klaus zur Ecke ab. Die größte Chance der ersten 45 Minuten gab es nach einer Öztunali-Flanke, die Jatta (16.) völlig freistehend vor dem Kasten am Pfosten vorbeiköpfte – unfassbar. Auf der anderen Seite parierte Hamburgs Torwart Heuer Fernandes einen Flugkopfball von Tzolis (18.). Düsseldorfs Keeper Kastenmeier fasste bei einem Hadzikadunic-Schuss (22.) nach und verhinderte die Führung der Rothosen. Allgemein war von der Fortuna eher defensiv etwas zu sehen, nach vorne ging weniger. Das änderte sich in der 36. Minute, als Klaus im Strafraum nur knapp am Tor vorbeischoss. Und damit war der erste Abschnitt schon zusammengefasst.

Nach der Pause: Gelb-Rot für Zimmermann war der Türöffner zum HSV-Sieg

Die erste Möglichkeit nach dem Wiederanpfiff hatten die Gäste durch Klaus (50.), der rechts vorbeischoss. Einen Freistoß als Aufsetzer von Muheim (57.) lenkte Kastenmeier an den Pfosten. Das war eine Riesen-Option zum 1:0 für die Hamburger. Bei der folgenden Ecke köpfte Ramos die Kugel gefährlich auf den Düsseldorfer Kasten, wo dessen Schlussmann gleich zweimal stark rettete – beim zweiten Mal gegen den einschussbereiten Glatzel (58.). Die Rheinländer steckten nicht auf, blieben gefährlich, aber ohne Erfolg – wie Tanaka (70.), der nach einer Ecke am zweiten Pfosten verpasste. Rund eine Viertelstunde vor dem Ende kassierte Matthias Zimmermann nach einem Foul an Dompe (74.) die Gelbe und zwei Minuten später – wieder gegen den Franzosen – die Ampelkarte. Ziemlich unglücklich agierte danach Iyoha (80.), als der Benes im eigenen Strafraum foulte. Schiedsrichter Felix Zwayer ließ erst weiterspielen und wurde dann vom Video-Assistenten an den Bildschirm zitiert. Dort sah er den klaren Kontakt deutlich und gab einen Strafstoß für den HSV. Laszlo Benes (83.) übernahm das selbst und traf satt ins linke Eck zur inzwischen verdienten Führung. In der Nachspielzeit hatte Ginczek (93.) noch die dicke Chance zum Ausgleich, doch seine Direktabnahme aus dem Strafraum flog sehr knapp am langen Pfosten vorbei. Der Schlusspfiff ertönte und der Hamburger SV übernahm die Tabellenspitze.

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Das Fazit: Keine Krise zu sehen

Trainer-Diskussion, Strafeinheit, angezogene Zügel… läuft doch beim HSV, was will man denn? Die beiden Peinlich-Pleiten sind vergessen und das war gegen den Tabellenführer eine sehr disziplinierte Leistung. Die Partie gegen Düsseldorf war zwar zäh, doch immerhin standen sich zwei Top-Teams der Liga gegenüber. Ein verdienter Sieg war es allemal, denn die Fortuna machte einfach zu wenig nach vorne. In Hamburg haben sich Tim Walter und vor allem Jonas Boldt ein dickes Fell wachsen lassen, stehen zusammen wie Pech und Schwefel. Selbst gegen die Medien, die (wie wir übrigens auch) immer sehr kritisch mit jedem kleinen “Pups“ umgehen. Man scheint zumindest für den Moment gelernt zu haben, dass man nicht sofort in Panik verfallen muss. Allerdings darf man ebenfalls nicht vergessen, dass der HSV am sechsten Versuch arbeitet, diese 2. Liga zu verlassen. Da ist eben nicht immer alles Friede, Freude, Eierkuchen – aber heute schon. Krise? Nix da, der (gute) HSV ist wieder da.

Die Trainer-Stimmen nach dem Spiel

Tim Walter (Hamburg): „Wir waren heute sehr, sehr diszipliniert. Es sind zwei gute Mannschaften aufeinandergetroffen. Beide Teams versuchen über den Ballbesitz ihre Chancen zu kreieren. Wir waren heute sehr aktiv, wollten genau das im Vergleich zur Vorwoche verändern. Wir sind sehr häufig über die Flügel durchgebrochen. Dabei ist leider zu wenig zustande gekommen. Es war insgesamt ein ausgeglichenes Spiel. Wir haben mit den Einwechslungen heute einen Treffer gelandet. Andras leitet den Elfmeter ein, Jean-Luc provoziert die Gelb-Rote Karte. Ich bin mit den Einwechselspielern sehr zufrieden. Wir haben es dann erfolgreich wegverteidigt. Wir sind als aktivere Mannschaft der verdiente Sieger.“

Daniel Thioune (Düsseldorf): „Glückwunsch an den HSV zum sicherlich nicht unverdienten Sieg. Wir haben es in der ersten Hälfte gut gemacht, den Raum gut verteidigt und relativ wenig zugelassen. Wir haben den Ballbesitz abgegeben. Es war völlig in Ordnung, dass wir es defensiv so gespielt haben, weil wir uns das so vorgenommen haben. Wenn man nach sieben Spieltagen 14 Punkte hat, darf man von seiner Mannschaft aber auch mehr erwarten. Wir hatten offensiv nicht den Mut und die Überzeugung, haben die Räume nicht bespielt. Das haben wir in der Halbzeit klar angesprochen und im zweiten Durchgang besser gemacht. Bis zu der Gelb-Roten Karte hatte ich dann ein gutes Gefühl. Danach haben wir leider wieder nachgelassen, sodass wir eine verdiente Niederlage kassiert haben, weil wir im Ballbesitz zu wenig zum Spiel beigetragen haben.“

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