Landesliga: Zwischen Kantersieg, Torspektakel und Last-Minute-Wahnsinn

Alles mit dabei am Sonnabend

Eichholz-Doppelpacker Yasin Varol war auch durch Todesfeldes Lasse Schwiemann nicht zu stoppen. Foto: Lobeca/Niklas Runne
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Lübeck – Die Landesliga Holstein ist zurück. Gleich fünf Partien standen zum Auftakt am Sonnabend auf dem Programm. Dabei war von Kantersieg über Torspektakel bis hin zum Last-Minute-Wahnsinn alles zu sehen.

Willkommen in der Landesliga

Dass die Mission Wiederaufstieg keinesfalls ein Selbstläufer wird, bekam Eutin 08 gleich im ersten Spiel zu spüren. Die favorisierten Ostholsteiner gastierten beim TSV Bargteheide. Nach guten 20 Minuten lagen die Stormarner bereits mit 2:0 in Führung. Das 3:0 kurz nach der Pause markierte schließlich den Endstand.

Ebenfalls neu dabei in dieser Saison ist Aufsteiger SV Azadi Lübeck. Eingewöhnungszeit ist für die Lübecker aber wohl ein Fremdwort. Beim SC Rönnau ging der Sportverein nicht nur mit einem 3:0-Vorsprung in die Pause, sondern sendete am Ende durch einen 7:1-Erfolg ein klares Ausrufezeichen an die Konkurrenz.

Irre Schlussphase und Torfest

So richtig spannend wurde es am Techauer Weg. Im TSV-Duell zwischen Pansdorf und Lägerdorf ging es mit einem 1:1 in die Schlussphase – und die hatte es so richtig in sich. Erst gingen die Gäste aus Steinburg vier Minuten vor Ende erneut in Führung, ehe die Hausherren in der 89. Minute abermals ausglichen. In der vierten Minute der Nachspielzeit gelang Pansdorf dann sogar noch der Lucky Punch zum 3:2.

Der SV Preußen Reinfeld brachte sich hingegen etwas früher auf die Siegerstraße. Nach einer knappen Viertelstunde führte man beim SVG Pönitz mit 2:0. Daraus entwickelte sich zur Pause eine 3:1-Führung, ehe die Stormarner in der zweiten Hälfte mit dem 4:1 den Deckel drauf setzten.

Nicht nur in Rönnau fielen viele Tore. Auch die Begegnung zwischen dem Eichholzer SV und dem SV Todesfelde II hatte zum Abschluss des Sonnabends acht Treffer zu verzeichnen. Dabei schienen die Gastgeber nach 45 Minuten mit 4:1 voll auf Kurs zu sein, doch die Segeberger verkürzten nach dem Seitenwechsel auf 3:5. Schließlich hielt Krause im Tor der Lübecker noch einen Elfmeter und damit den 5:3-Sieg fest.

Die Stimmen zu den Spielen

TSV Bargteheide – Eutin 08 3:0 (2:0)

Michel Wohlert (Bargteheide): „Wir haben heute taktisch ein extrem diszipliniertes Spiel abgeliefert. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben gerade in der ersten Halbzeit Eutins Spiel durchs Zentrum nahezu komplett unterbunden. Wir wussten, dass sie mit wenig Spielern aufbauen und haben entsprechend Gleichzahlen im Pressing erzeugen können. Dadurch haben wir mehrere hohe Ballgewinne gehabt, die dann durch Umschaltaktionen auch belohnt wurden. Die 2:0 Halbzeitführung war also durchaus verdient. Am Anfang des zweiten Durchgangs hatten wir dann das Spielglück auf unserer Seite. Wir erzielen nach einem Standard schnell das 3:0 und Eutin schwächt sich durch eine Gelb-Rote Karte selbst. Dadurch konnten sie ihre Umstellungen nicht wirklich umsetzen und die Flügel nicht mehr so konsequent überladen, wie in den ersten Minuten nach der Pause. Das Spiel ist dann etwas eingeschlafen und wir haben mehr und mehr verwaltet. In dieser Phase müssen wir uns vorwerfen das Ergebnis nicht noch deutlicher gestaltet zu haben, weil wir wirklich unzählige Konter und Torchancen nicht zuende gespielt haben. Unterm Strich steht trotzdem ein hochverdienter Sieg. Darüber freuen wir uns sehr, vor allem weil uns durchaus bewusst ist, dass Eutin zu den stärksten Mannschaften dieser Liga gehört.“

Ulf Schnoor (Eutin): „Wir haben gegen einen tief stehenden und sehr leidenschaftlich verteidigenden Gegner verloren. Bargteheide wollte gar keine längeren Ballbesitzphasen haben, sondern hat auf unsere Fehler gewartet und diese konsequent ausgenutzt. In der ersten Halbzeit haben wir uns durch individuelle Fehler im Spielaufbau selbst in Rückstand gebracht. Trotz der Wechsel in der Halbzeit und eines insgesamt positiven Gefühls aus der Kabine sind wir direkt nach Wiederanpfiff durch das 0:3 nach einem Kopfballtor bestraft worden. In dieser Situation haben Zuordnung und Abstimmung nicht gepasst. Ein maximal unglücklicher Zeitpunkt! Mit der Gelb-Roten Karte in der 60. Minute wurde es danach unfassbar schwer, einen Anschlusstreffer zu erzielen. Auffällig war, dass wir in den entscheidenden Momenten nicht konsequent und leidenschaftlich genug waren – weder im Spielaufbau noch in der defensiven Organisation.“

TSV Pansdorf – TSV Lägerdorf 3:2 (0:1)

Hendrik Block (TSVP): „Wir starten gut in das Spiel und erarbeiten uns viele Chancen, aber nutzen diese nicht beziehungsweise spielen diese nicht gut genug zuende. Dass Lägerdorf immer gefährlich und unangenehm ist, wussten wir. So laufen wir leider immer wieder dem Ergebnis hinterher. Wir zeigen aber direkt zum Start, welche große Moral das Team hat. Wir haben bis zum Schluss an uns geglaubt und drehen das Spiel mit einer unglaublichen Willensleistung.“

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SC Rönnau – SV Azadi 1:7 (0:3)

Niwar Jasim (Azadi): „In der ersten Halbzeit haben wir das Spiel klar dominiert und im Griff gehabt. Wir haben uns viele gute Torchancen herausgespielt und hätten zur Halbzeit durchaus höher führen müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann leider die ersten 15–20 Minuten verschlafen und waren in dieser Phase überhaupt nicht richtig im Spiel. Das darf uns so nicht passieren. Nach hinten raus haben wir uns wieder gefangen und insgesamt geht der Sieg in Ordnung. Wichtig sind am Ende die drei Punkte im ersten Spiel.“

SVG Pönitz – SV Preußen Reinfeld 1:4 (1:3)

Christian Born (SVG): „In den ersten 20 Minuten waren wir viel zu grün hinter den Ohren. Fehler bei der Abstimmung und mit Ball resultieren aus einer durchwachsenen Vorbereitung. Danach fangen wir uns, erspielen und Torchancen und werden griffiger. Im zweiten Durchgang waren wir dann in der neuen Herausforderung vollständig angekommen. Wir schaffen es, Reinfeld phasenweise zu unkontrollierten Schlägen aus der Verteidigung heraus zu zwingen und konnten uns dadurch selbst gute Ballbesitzphasen verschaffen. Es fehlte ein wenig das richtige Quäntchen beim letzten Pass. Hier hätten wir noch mehr rausholen können. Wir gucken optimistisch in die nächste Woche.“

Ronny Boelke (Reinfeld): „Vor dem Spiel wurde viel über Werte und Tugenden gesprochen. Ich glaube, genau die haben wir heute auf den Platz gebracht. Wir sind gut ins Spiel gekommen, führen 2:0 und legen nach dem Anschlusstreffer noch vor der Halbzeit das wichtige 3:1 nach. In der zweiten Halbzeit war es dann kein spielerischer Leckerbissen mehr. Da ging es um Einsatz, Zweikämpfe und darum, den Kampf anzunehmen. Mit dem 4:1 haben wir den Deckel draufgemacht. Das war ein verdienter Sieg und ein guter Start in die Saison.“

Eichholzer SV – SV Todesfelde II (4:1)

Rene Sternberg (ESV): „Nach dem Pokalspiel war es uns wichtig, heute ein anderes Gesicht zu zeigen. Das ist uns vor allem in der ersten Halbzeit gelungen. Nach der Pause haben wir den Gegner durch zwei schnelle Gegentore wieder ins Spiel kommen lassen, das darf uns so nicht passieren. Positiv ist, dass die Mannschaft die richtige Reaktion gezeigt und das Spiel am Ende mit 5:3 für sich entschieden hat. Die drei Punkte nehmen wir gerne mit. Jetzt richten wir den Fokus auf die englische Woche und wollen die positiven Erkenntnisse in die kommenden Aufgaben mitnehmen.“

In welcher Tabellenregion landet der 1. FC Phönix Lübeck am Ende der Saison?

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